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Alunit

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 2. Juli 2025 um 10:07 Uhr durch imported>Georg Hügler (Schmuckstein: 2012).
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Alunit
Datei:Alunite - USGS Mineral Specimens 015.jpg
Alunit aus der Mineralsammlung der Brigham Young Universität, Fakultät Geologie, Provo, Utah
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1987 s.p.<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 3,6 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

IMA-Symbol

Alu<ref name="Warr">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Andere Namen
  • Alaunstein
  • Alaunspat
  • Lœvigit
  • Lœwigit
Chemische Formel KAl3[(OH)6|(SO4)2]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfate (und Verwandte)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VI/B.11
VI/B.11-020

7.BC.10
30.02.04.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol Vorlage:Kristallklasse
Raumgruppe Vorlage:Raumgruppe<ref name="rruff" />
Gitterparameter a = 6,9741 Å; c = 17,190 Å<ref name="rruff" /><ref name="Webmineral" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="rruff" /><ref name="Webmineral" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5 bis 4<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,6 bis 2,9; berechnet: 2,82<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {0001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität muschelig; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe weiß, grau, gelblich bis rötlich
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Glanz Glasglanz bis Perlmuttglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,572<ref name="Mindat" />
nε 1,592<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,020<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter einachsig positiv
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten in Wasser und Salzsäure unlöslich
Besondere Merkmale pyroelektrisch, piezoelektrisch, rote Fluoreszenz<ref name="Krejci-Graf" /> (auch gelblichweiß<ref name="MA" />)

Alunit, auch Alaunstein, Alaunspat, Lœvigit oder Lœwigit, ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfate (einschließlich Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate), genauer ein basisches, wasserfreies Kalium-Aluminium-Sulfat. Es kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung KAl3[(OH)6|(SO4)2].<ref name="Lapis" /> Alunit entwickelt entweder abgeflachte, würfelförmige, rhomboedrische Kristalle oder poröse, körnige Aggregate von weißgelber bis rötlicher Farbe.

Etymologie und Geschichte

Alunit, abgeleitet von Alaun (von lateinisch alumen), wurde erstmals im 15. Jahrhundert in Tolfa in der Nähe von Rom für die Alaun-Herstellung unter der Kontrolle der Päpste abgebaut. 1707 wurde es von Jean-Claude Delamétherie als Aluminilit beschrieben, was dann 1824 von François Sulpice Beudant zu Alunit verkürzt wurde. Albrecht Dürer stellte einen Alunit-Kristall auf seinem Kupferstich Melencolia I (1514) dar.<ref name="Martinez" />

Klassifikation

Bereits in der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Alunit zur Mineralklasse der „Sulfate (und Verwandte)“ und dort zur Abteilung der „Wasserfreien Sulfate, mit fremden Anionen“, wo er als Namensgeber die „Alunit-Gruppe“ mit der System-Nr. VI/B.11 und den weiteren Mitgliedern Ammonioalunit, Ammoniojarosit, Argentojarosit, Beaverit, Dorallcharit, Huangit, Hydroniumjarosit, Jarosit, Krivovichevit, Minamiit, Natroalunit, Natrojarosit, Osarizawait, Plumbojarosit und Walthierit bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Alunit ebenfalls in die Abteilung der „Sulfate (Selenate usw.) mit zusätzlichen Anionen, ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen“ zu finden ist, wo es ebenfalls namensgebend die „Alunit-Gruppe“ mit der System-Nr. 7.BC.10 und den weiteren Mitgliedern Ammonioalunit, Ammoniojarosit, Argentojarosit, Beaverit, Dorallcharit, Huangit, Hydroniumjarosit, Jarosit, Minamiit, Natroalunit, Natrojarosit, Osarizawait, Plumbojarosit, Schlossmacherit und Walthierit bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den in die Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort in die Abteilung der „Wasserfreien Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er in der „Alunitgruppe (Alunit-Untergruppe)“ mit der System-Nr. 30.02.04 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)2XO4Zq“ zu finden.

Kristallstruktur

Alunit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem in der Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 6,9741 Å und c = 17,190 Å<ref name="rruff" /> sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle<ref name="Webmineral" />.

Eigenschaften

Alunit ist ein pyroelektrischer und piezoelektrischer Kristall.

Unter UV-Licht zeigen manche Alunite eine rote Fluoreszenz,<ref name="Krejci-Graf" /> unter langwelligem UV-Licht wurde auch eine gelblichweiße Fluoreszenz beobachtet.<ref name="MA" />

Bildung und Fundorte

Datei:Alumstone KAl3(SO4)2(OH)6.jpg
Alunit – rotes, vielkristallines Mineral-Aggregat

Alunit kommt als verwitterter, kieselhaltiger Tonschiefer vor.<ref>Wilhelm Hassenstein, Hermann Virl: Das Feuerwerkbuch von 1420. 600 Jahre deutsche Pulverwaffen und Büchsenmeisterei. Neudruck des Erstdruckes aus dem Jahr 1529 mit Übertragung ins Hochdeutsche und Erläuterungen von Wilhelm Hassenstein. Verlag der Deutschen Technik, München 1941, S. 39.</ref> Selten findet man gut ausgebildete Einzelkristalle in Geoden. Alunit kristallisiert in einem hexagonalen System zu trigonalen Pyramiden, die oft zu Vielfach-Kristallen verwachsen. Chemisch ist das Mineral ein basisches Kalium-Aluminium-Sulfat. Steht Natrium an der Stelle des Kalium, spricht man von Natron-Alunit, wird das Aluminium durch Eisen (Fe3+) ersetzt von Jarosit. Letzteres tritt vor allem als Sekundärmineral in Eisensulfat-haltigen Erzen auf. Das Mineral ist unlöslich in Wasser und schwachen Säuren, aber gut löslich in Schwefliger Säure.

Alunit wurde bisher (Stand: 2009) an etwa 700 Fundorten nachgewiesen<ref name="MindatAnzahl" />, so unter anderem in Ägypten, Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Bulgarien, Chile, China, Costa Rica, Deutschland, Dominikanische Republik, Ecuador, Eritrea, Fidschi, Frankreich, Griechenland, England, Indien, Indonesien, Iran, Italien, Japan, Jungferninseln, Kanada, Kasachstan, Kirgisistan, Kolumbien, Madagaskar, Marokko, Mazedonien, Mexiko, Mongolei, Myanmar, Neuseeland, Österreich, Papua-Neuguinea, Peru, Philippinen, Polen, Rumänien, Russland, Salomonen, Serbien, Slowakei, Spanien, Südafrika, Südkorea, Taiwan, Tschechien, Türkei, Turkmenistan, Ukraine, Ungarn, USA.

Verwendung

Als Rohstoff

Alunit wird heute als Kalium- und Aluminium-Erz abgebaut. Größere Vorkommen befinden sich in der Toskana und in Ungarn sowie in New South Wales, Colorado, Nevada, Utah und in den Red Mountains in Arizona.

Medizinische Bedeutung

Der Alaunstein wirkt antiseptisch (Krankheitserreger hemmend und abtötend) und adstringierend (zusammenziehend, abdichtend). Er wird als Blutstillstift zum Schließen kleinerer Wunden, die häufig beim Rasieren entstehen, verwendet. Bei der Nassrasur dient er als Aftershave, bei der elektrischen Rasur als Preshave.

Körperpflege

Alaunstein ist ein wirksames und billiges Deodorant, frei von chemischen Zusätzen (Reizstoffe, Konservierungsmittel) und daher gut verträglich. Leicht angefeuchtet über die Haut geführt, bindet er die den Schweißgeruch erzeugenden Moleküle zuverlässig (siehe auch Deokristall).

Speläologie (Höhlenforschung)

Alunit ist ein Hilfsmittel bei der Altersbestimmung von Tropfsteinhöhlen, da es sich an den Wänden der sich bildenden Höhle niederschlägt, wenn mit Schwefelsäure versetztes Grundwasser das Kalkgestein durchdringt.

Schmuckstein

Heute wird Alunit wieder als Schmuckstein verwendet (vorwiegend im Cabochon-Schliff). Im österreichischen Waldviertel gefundener Alunit wird auch als „Bernhardit“ (nach dem Fundort Bernhards) bezeichnet.<ref name="gemmologie.at" />

Siehe auch

Literatur

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Weblinks

Commons: Alunit – Sammlung von Bildern

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[[wikt:Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.|Wiktionary: Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.]] – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="gemmologie.at"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. (Memento vom 4. Oktober 2012 im Internet Archive) (PDF 1,9 MB; S. 11) </ref> <ref name="Krejci-Graf"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="MA"> Mineralienatlas: Alunit </ref> <ref name="Martinez"> Jesús Martínez Fríaz: El enigmático poliedro de Alberto Durero en ’Melancolía I' (PDF 613 kB) </ref> <ref name="Mindat"> Mindat – Alunite (englisch) </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Mindat – Anzahl der Fundorte für Alunite </ref> <ref name="rruff"> American Mineralogist Crystal Structure Database – Alunite (englisch, 2006) </ref> <ref name="Webmineral"> Webmineral – Alunite (englisch) </ref> </references>