Alexander Andrejewitsch Prochanow
Alexander Andrejewitsch Prochanow ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 26. Februar 1938 in Tiflis, Georgische SSR, Sowjetunion) ist ein russischer Schriftsteller und Journalist und wird dem Querfront-Spektrum, einer Mischung aus linken und radikal rechten Vorstellungen, zugerechnet.
Leben
Prochanow arbeitete zunächst bis 1970 mehrere Jahre als Auslandskorrespondent der Prawda in Afghanistan, Nicaragua und Bergkarabach.<ref name="nzz.ch">Ulrich M. Schmid: Blut und Lügen. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. September 2004, abgerufen am 7. Oktober 2020.</ref> 1969 berichtete er vom Zwischenfall am Ussuri, dem Höhepunkt des chinesisch-sowjetischen Grenzkonflikts. Seit 1971 veröffentlichte er als Schriftsteller über 40 Bücher in der Sowjetunion und Russland, darunter eine ganze Reihe von landesweit bekannten Romanen und politischen Sachbüchern. Von 1989 bis 1991 war er (der letzte) Chefredakteur der Zeitschrift Sowjetliteratur.
1990 gründete er die oppositionelle Zeitschrift Djen (Tag) und übernahm die Stelle des Chefredakteurs. Während des Augustputschs stellte sich Prochanow auf die Seite der Putschisten. Wegen eines Verbots durch das Justizministerium wurde die Zeitschrift 1993 in Sawtra (Morgen) umbenannt. Sie erscheint bis heute unter diesem Titel.<ref name="bpb">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, Bundeszentrale für politische Bildung, 3. August 2013. Abgerufen am 9. Oktober 2014Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Sein 2002 veröffentlichter Roman Herr Hexogen (russisch: Господин Гексоген, Gospodin Gexogen) war 2004 ein Bestseller in Russland. Im Rahmen einer fiktiven Erzählung konstruierte Prochanow eine Verwicklung des russischen Geheimdienstes in die realen Moskauer Sprengstoffanschläge auf Wohnhäuser.<ref name="nzz.ch" /> Im Roman wird ferner behauptet, dass Juden gesunden Russen Blut und Organe entnehmen wollen, um sie an Kliniken in Israel zu verkaufen.<ref name="standard">Putin würdigt Verdienste von ultranationalistischem Publizisten. In: Der Standard. 26. Februar 2018, abgerufen am 27. Dezember 2021.</ref>
Politisch ist er seit Jahren eine schillernde und umstrittene Persönlichkeit. So war er sowohl Berater des Präsidentschaftskandidaten der Kommunistischen Partei Gennadi Andrejewitsch Sjuganow<ref>Jean Cremet: Crossover in Moskau. In: Jungle World. 9. September 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Juli 2007; abgerufen am 25. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> als auch im Kreuzfeuer der Kritik für rechtsextreme Äußerungen.<ref>so bezeichnen ihn mehrere Beobachter der russischen Politik als Antisemiten, siehe <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artikel von Kai Ehlers ( vom 23. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref> Im Sommer 2000 lud Prochanow den Holocaustleugner und Ku-Klux-Klan-Chef David Duke nach Moskau ein.<ref name="bbc">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, BBC News, 17. Dezember 2000. Abgerufen am 9. Oktober 2014 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> 2009 zählte Alexander J. Motyl Prochanow zu den „Mainstream-Faschisten“ Russlands.<ref>Alexander J. Motyl, Irmgard Hölscher: Russland: Volk, Staat und Führer: Elemente eines faschistischen Systems, Osteuropa Vol. 59, No. 1, Am Rad drehen: Energie, Geschichte, Ideologie (Jan 2009), S. 119</ref>
Mit seiner Ausdrucksweise Sprache polarisiert er gerne. So bezeichnete er die Sozialdemokratie als „Alterskrankheit“ und „politisches Prostataleiden“.<ref>Nikolai Jolkin: 80 Jahre ohne Lenin: Die Zukunft der kommunistischen Partei Russlands. In: The Voice of Russia. 23. Januar 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Oktober 2007; abgerufen am 25. Mai 2015.</ref> Im Januar 2008 gab Sandra Ravioli eine Sammlung seiner Aufsätze in deutscher Sprache als Book on Demand heraus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 22. April 2015 im Internet Archive)</ref> Seit Wladimir Putins zweiter Amtszeit näherte sich Prochanow der Linie des Kremls an<ref name="goetz2015">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, Bundeszentrale für politische Bildung, 17. März 2015. Abgerufen am 30. Juli 2015Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> und wurde anlässlich seines 80. Geburtstages von Putin öffentlich für seine „sozialen, literarischen und journalistischen Aktivitäten“ sowie seine „staatsbürgerlichen Prinzipien und Ideale“ gewürdigt.<ref name="standard" /> Prochanow erklärte 2014, er sei ein Befürworter des Kalten Krieges.<ref>Foes of America in Russia Crave Rupture in Ties, New York Times, 15. März 2014</ref>
Im 2013 nannte er Michail Gorbatschow das „Synonym des Bösen“. Er sei verantwortlich gewesen „für das Scheitern einer großen Zivilisation“.<ref>Gorbatschow: Ikone der Revolution oder Symbol des Niedergangs?, RBTH, 2. März 2016 </ref>
Im Dezember 2014 trat Prochanow im iranischen Fernsehen auf und behauptete, Israel und die USA würden die Terrororganisation Islamischer Staat unterstützen, um Russlands Einfluss im Nahen Osten und im Nordkaukasus zurückzudrängen.<ref name="presstv">Mossad training ISIL terrorists: Putin aide. In: PressTV. 7. Dezember 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. Dezember 2014; abgerufen am 7. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="jpost">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Jerusalem Post, 8. Dezember 2014. Abgerufen am 31. Juli 2015 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Im September 2015 behauptete er im Interview mit dem russischen TV-Sender Rossija 24, die USA hätten in Nordafrika und dem Nahen Osten gezielt Konflikte herbeigeführt, um eine Flüchtlingswelle auszulösen und als „demografische Bombe“ gegen Europa zu richten.<ref name="kireev">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Zeit Online, 11. September 2014. Abgerufen am 11. September 2015Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref name="vesti01">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, vesti.ru, 4. September 2014. Abgerufen am 11. September 2015 (русский).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Prochanow ist der Gründer und Vorsitzende eines nationalistisch ausgerichteten Think Tanks namens Isborsk-Klub.<ref name="goetz2015">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, Bundeszentrale für politische Bildung, 17. März 2015. Abgerufen am 30. Juli 2015Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Zudem ist er Gründer und Chefredakteur der umstrittenen, rechtsradikalen Zeitung Sawtra.
Werke (Auswahl)
- Gospodin Gexogen (russisch), Moskau 2002
- Jenseits russischer Villenzäune: Surrealität des menschlichen Daseins im heutigen Russland. Übersetzt und herausgegeben von Sandra Ravioli. Books on Demand, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-8370-1054-1.
Literatur
- Matthias Schwartz: Das Ende der Nachkriegszeit. Aleksandr Prochanov und die spätsowjetischen Konzeptionen einer globalen Weltliteratur, in: Weimarer Beiträge 3 (2023), 427–454.
Weblinks
- Literatur von und über Alexander Andrejewitsch Prochanow im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Prochanow, Alexander Andrejewitsch |
| ALTERNATIVNAMEN | Проха́нов, Алекса́ндр Андре́евич (russisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | russischer Schriftsteller und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 26. Februar 1938 |
| GEBURTSORT | Tiflis |