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Papaverin

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Strukturformel
Datei:Papaverin - Papaverine.svg
Allgemeines
Name Papaverin
Andere Namen

1-[(3,4-Dimethoxyphenyl)methyl]-6,7-dimethoxyisochinolin (IUPAC)

Summenformel C20H21NO4
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 200-397-2
ECHA-InfoCard 100.000.361
PubChem 4680
ChemSpider 4518
DrugBank DB01113
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code
Wirkstoffklasse

Spasmolytikum

Eigenschaften
Molare Masse 339,39 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

147,5 °C<ref name="GESTIS" />

pKS-Wert

6,93<ref>Louis Fieser, Mary Fieser: Organische Chemie. 2. Auflage. Verlag Chemie, 1982, ISBN 3-527-25075-1.</ref>

Löslichkeit

sehr schlecht in Wasser (35 mg·l−1 bei 20 °C)<ref name="ChemIDplus">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.000.361">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 260​‐​301+310​‐​302+352​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

162 mg·kg−1 (LD50Mausoral)<ref>P. BLANCHON, R. GIUDICELLI: [Clinical study of an antispasmodic with a predominantly musculotropic action: 2-piperidinoethyl alpha-phenyl-alpha-piperidinoacetate dihydrochloride (dipiproverine hydrochloride)]. In: Therapie. Band 14, 1959, S. 731–737, PMID 13801296.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Papaverin (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) „Mohn“) ist eine chemische Substanz aus der Gruppe der Isochinolin-Alkaloide und besitzt eine direkte krampflösende Wirkung auf die glatte Muskulatur, ohne gleichzeitig anticholinerg zu wirken.

Vorkommen

Papaverin ist ein im getrockneten Milchsaft des Schlafmohns (Opium) und verwandter Mohnarten wie z. B. des Klatschmohns vorkommender Naturstoff.

Datei:Papaversomniferum.jpg
Schlafmohn, Papaver somniferum, aus dessen Milch Papaverin isoliert werden kann.

Papaverin ist zu etwa einem Prozent in Rohopium enthalten,<ref name="schmidt">J. Schmidt: Über die Erforschung der Konstitution und die Versuche zur Synthese wichtiger Pflanzenalkaloide. 1. Auflage. Bibliobazaar, ISBN 1-103-18707-4, S. 111.</ref> weist als Reinstoff jedoch nicht dessen Wirkungsspektrum auf, da Rohopium eine Reihe weiterer potenter Alkaloide enthält, deren Effekte die des Papaverins übertreffen, vor allem die Wirkung des Morphins steht beim Opium im Vordergrund.

Pharmakologische Eigenschaften

Papaverin ist – ähnlich wie auch sein Abkömmling (Derivat) Moxaverin – ein cAMP-Phosphodiesterase-Hemmer. Es wirkt auf zahlreiche Subtypen der Phosphodiesterase-Familie, vornehmlich jedoch auf den Typ 10A.<ref>JA. Siuciak, DS. Chapin, JF Harms et al.: Inhibition of the striatum-enriched phosphodiesterase PDE10A: a novel approach to the treatment of psychosis. In: Neuropharmacology, 2006, 51, S. 386–396. PMID 16780899.</ref> Durch die erschlaffende Wirkung auf die Gefäßmuskulatur kommt es zu einer Gefäßerweiterung (Vasodilatation).<ref>R. Mannhold: Inhibition of calmodulin dependent c-AMP-phosphodiesterase by moxaverine and papaverine. In: Arzneimittelforschung, Band 38/12, 1988, S. 1806–1808. PMID 2854468.</ref> In höheren Dosen kann Papaverin zentral erregend wirken.

Verwendung

Papaverin ist in der Herzchirurgie angezeigt zur Verhinderung von Blutgefäßspasmen bei der Gewinnung arterieller Grafts, also Arterien für eine Bypass-Operation.<ref name="DIMDI">ABDA-Datenbank (Stand: 5. August 2008) des DIMDI.</ref> Als Spasmolytikum bei Magen-, Darm-, Gallen- und Harnwegspasmen wurde es inzwischen von anderen Spasmolytika wie z. B. Propiverin, die gleichzeitig eine anticholinerge Wirkung besitzen, abgelöst.

Ferner ist Papaverin zur Behandlung der Erektionsstörung angezeigt. Dazu wird es direkt in den Schwellkörper des Penis injiziert und führt dort zu einer verstärkten arteriellen Durchblutung (sog. SKAT, d. h. Schwellkörper-Autoinjektionstherapie). Die Nebenwirkungen dieser Methode sind zum Teil nicht unerheblich. So werden Priapismus (schmerzhafte Dauererektionen ohne sexuelle Erregung von bis zu 36 Stunden) und Entzündungen des Penis berichtet.

Die Behandlung von peripheren und zerebralen Durchblutungsstörungen mit Papaverin ist umstritten.<ref>Papaverinhydrochlorid. In: K. Hardtke et al. (Hrsg.): Kommentar zum Europäischen Arzneibuch Ph. Eur. 5.0. Loseblattsammlung, 22. Lieferung 2005, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart.</ref>

Chemie

Die erste Totalsynthese von Papaverin gelang Pictet und Gams im Jahre 1909. Ausgehend von Veratrol und Veratrol-4-carboxaldehyd wird Papaverin in acht Stufen erhalten.<ref>S. V. Bhat, B. A. Nagasampagi, M. Sivakumar: Chemistry of Natural Products. 1. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-540-40669-7, S. 255.</ref> Die Strukturaufklärung gelang dem österreichischen Chemiker Guido Goldschmiedt.<ref name="schmidt" />

Durch Oxidation mit Kaliumpermanganat entsteht Papaveraldin.<ref>JJ. Schmidt: Über die Erforschung der Konstitution und die Versuche zur Synthese wichtiger Pflanzenalkaloide. 1. Auflage. Bibliobazaar, ISBN 1-103-18707-4, S. 114.</ref>

Pharmazeutisch verwendet wird das Papaverinhydrochlorid. Eine ähnliche spasmolytische Wirkung zeigt auch Demelverin.

Handelsnamen

Monopräparate
Paveron N (D)

Kombinationspräparate
Androskat (A), Papveron (A), Spasmosol (CH)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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