Zum Inhalt springen

Ulrich Bettac

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 6. Juni 2025 um 16:00 Uhr durch imported>Pönij (Filmografie).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Ulrich-Bettac-(vor-1928).jpg
Ulrich Bettac (vor 1928)

Ulrich Ewald Berthold Bettac (* 2. Mai 1897 in Stettin; † 20. April 1959 in Wien) war ein deutsch-österreichischer Schauspieler und Theaterregisseur.

Leben

Ulrich Bettac besuchte 1916/17 die Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin. Nachdem man ihm das zweite Schuljahr erlassen hatte, ging er 1917/18 an das Hoftheater Oldenburg bzw. Oldenburgische Landestheater. Von 1919 bis 1921 spielte er am Neuen Theater (Frankfurt am Main), danach an Berliner Bühnen, unter anderem bei Victor Barnowsky am Lessingtheater.<ref>Neue Stücke" Neue Spieler! (…) Die neuen Gesichter. In: Die Bühne. Magazin Für Theater, Literatur, Kunst, Film, Mode, Gesellschaft, Sport, Jahrgang 1927, 27. September 1927, Nr. 150 (IV. Jahrgang), S. 4, Spalte 1. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bue</ref>

Ab 1927 war er als Bonvivant und ab etwa 1945 als Charakterdarsteller am Burgtheater in Wien engagiert. Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde Bettac, der zur zuvor illegalen SA-Brigade 6 gehört hatte, stellvertretender Landesleiter der Reichstheaterkammer.<ref name="Rathkolb158">Rathkolb; Führertreu und gottbegnadet, S. 158.</ref> Zum 1. Mai 1938 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 6.330.521).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/2771439</ref> Vom 23. August 1938 bis zum 30. April 1939 amtierte er als provisorischer Leiter des Burgtheaters, da der eigentlich vorgesehene Lothar Müthel, auch ein überzeugter Nationalsozialist, erst die Folgen eines schweren Autounfalls auskurieren musste.<ref name="Rathkolb158"/> Bettac inszenierte auch einige Stücke, besonders am Akademietheater. Sowohl als Schauspieler als auch als Regisseur bevorzugte er Konversationsstücke.

Datei:Wiener Zentralfriedhof - Gruppe 13 B - Ulrich Bettac.jpg
Historische Grabstätte mit Obhut auf dem Wiener Zentralfriedhof

Nach einigen Stummfilmrollen war Bettac längere Zeit beim Film als Schauspieler kaum zu sehen, er führte aber in den 30er Jahren Dialogregie in den Streifen Die Geliebte von Paris (1936, unvollendet), Manege (1937) und Die große und die kleine Liebe (1937). Erst in den 50er Jahren übernahm er zahlreiche kleinere Filmrollen.

Der Kammerschauspieler Bettac fungierte als Präsident der österreichischen Bühnenangehörigen und als geschäftsführender Präsident der Aktion „Künstler helfen Künstlern“. Er war Träger des Ehrenrings des Burgtheaters.

Er ruht auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem ursprünglich ehrenhalber gewidmetem Grab (Gruppe 13 B, Reihe 1, Nummer 13), das 2020 jedoch als Historische Grabstätte mit Obhut kategorisiert worden ist.

Filmografie

Ehrungen

Aus Anlass des 50. Geburtstages von Adolf Hitler wurde er am 20. April 1939 zum Staatsschauspieler ernannt.<ref>Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 21. April 1939, S. 1.</ref>

Literatur

  • Oliver Rathkolb: Führertreu und gottbegnadet. Künstlereliten im Dritten Reich. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1991, ISBN 3-215-07490-7.
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Erster Band A – C. Erik Aaes – Jack Carson, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 376.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Klappleiste/Anfang Donaumonarchie: Künstlerrepublik | Johann Franz Brockmann | Regiekollegium | Peter von Braun | Kavaliersdirektion | Joseph Schreyvogel | Johann Ludwig Deinhardstein | Franz Ignaz von Holbein | Heinrich Laube | Friedrich Halm | August Wolff | Franz von Dingelstedt | Adolf von Wilbrandt | Adolf von Sonnenthal | August Förster | Adolf von Sonnenthal | Max Burckhard | Paul Schlenther | Alfred von Berger | Hugo Thimig | Max von Millenkovich | Dreierkollegium. Erste Republik: Albert Heine | Anton Wildgans | Max Paulsen | Franz Herterich | Anton Wildgans | Hermann Röbbeling. NS-Zeit: Mirko Jelusich | Ulrich Bettac | Lothar Müthel. Zweite Republik: Raoul Aslan | Erhard Buschbeck | Josef Gielen | Adolf Rott | Ernst Haeusserman | Paul Hoffmann | Gerhard Klingenberg | Achim Benning | Claus Peymann | Klaus Bachler | Matthias Hartmann | Karin Bergmann | Martin Kušej | Stefan Bachmann Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein