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Aluminiumphosphid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Aluminiumphosphid
Vorlage:Farbe Al3+ 0 Vorlage:Farbe P3−
Kristallsystem

kubisch<ref name="semiconductors.co.uk">semiconductors.co.uk: Properties of III-V Semiconductors</ref>

Raumgruppe

F43m (Nr. 216)Vorlage:Raumgruppe/216<ref name="semiconductors.co.uk"/>

Gitterparameter

a = 546,35 pm<ref name="semiconductors.co.uk"/>

Allgemeines
Name Aluminiumphosphid
Verhältnisformel AlP
Kurzbeschreibung

dunkelgelblicher bis grauer Feststoff mit carbidähnlichem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 244-088-0
ECHA-InfoCard 100.040.065
PubChem 30332
ChemSpider 28171
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 57,90 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,4 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

2550 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

langsame Zersetzung in Wasser<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.040.065">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 260​‐​300​‐​311​‐​330​‐​400
EUH: 029​‐​032
P: 223​‐​231+232​‐​264​‐​270​‐​273​‐​280​‐​301+310​‐​321​‐​330​‐​335+334​‐​370+378​‐​391​‐​402+404​‐​405​‐​501<ref>Landolt Börnstein: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aluminum phosphide (AlP) (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−166,5 kJ/mol<ref name="CRC90_5_5">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-5.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Aluminiumphosphid (AlP) ist das Reaktionsprodukt von Aluminium mit elementarem Phosphor.

Gewinnung und Darstellung

Aluminiumphosphid kann durch Zusammenschmelzen von rotem Phosphor mit Aluminium gewonnen werden:<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

<chem>n\,Al{} + P_{n} -> n\,AlP</chem>

Alternativ kann ein äquimolares Gemisch von rotem Phosphor und Aluminium mittels Magnesiumband entzündet werden.<ref>L. Moser und A. Brukl: Die gravimetrische Bestimmung des Phosphorwasserstoffes und ein neuer Apparat zur Gasanalyse in: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 121, 73–94 (1922) doi:10.1002/zaac.19221210108.</ref> Durch die stark exotherme Reaktion treten jedoch ungewollte Nebenreaktionen auf. Andere Herstellungsverfahren (zum Beispiel Verwendung von gelbem Phosphor<ref> Patentanmeldung DE2945647A1: Verfahren zur Herstellung der Phosphide von Aluminium oder Magnesium. Angemeldet am 12. November 1979, veröffentlicht am 21. Mai 1981, Anmelder: Degesch GmbH, Erfinder: Franziskus Horn, Ekkehard Fluck.</ref>) werden ebenfalls angewendet.

Eigenschaften

Aluminiumphosphid ist ein dunkelgrauer bis gelblicher kristalliner Feststoff, der beim Kontakt mit Wasser oder Säuren selbstentzündliches und giftiges Monophosphan (PH3) entwickelt.

<math>\mathrm{AlP + 3 H_2O \longrightarrow Al(OH)_3 + PH_3}</math>
<math>\mathrm{AlP + 3 H^+ \longrightarrow Al^{3+} + PH_3}</math>

Aluminiumphosphid besitzt eine kubische Zinkblende-Struktur (ähnlich wie Galliumarsenid), bei der alle Atome tetraederförmig angeordnet sind.

Verwendung

Datei:Aluminum Phosphide.jpg
Aluminiumphosphid in Tablettenform zur Schädlingsbekämpfung

Aluminiumphosphid wird als Ausgangsstoff zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Durch Kontakt mit Wasser bildet sich das giftige Gas Monophosphan (veraltete Bezeichnung Phosphin), welches als Insektizid und Rodentizid wichtige Enzyme blockiert.<ref>Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft: Berichte Heft 39/1998.</ref>

In der Halbleitertechnik und -forschung wird Aluminiumphosphid als III-V-Halbleiter z. B. zur Herstellung von Aluminiumgalliumindiumphosphid verwendet.

Giftwirkung beim Menschen

Durch Kontakt mit Wasser erfolgt eine Freisetzung von gasförmigen Monophosphan, das die Cytochrom-c-Oxidase sowie mehrere antioxidative Enzyme blockiert. Dadurch kommt es zum einen durch Hemmung der Atmungskette zu einer verminderten ATP-Produktion, zum anderen zur vermehrten Entstehung freier Sauerstoffradikale. Das Herzgewebe scheint hierbei besonders anfällig für die Giftwirkung.

Typische Symptome sind Atemnot und Zyanose, Brust- und Bauchschmerz, Übelkeit, Erbrechen und Blutdruckabfall bis zum Schock. Todesursache ist meist Multiorganversagen. Es existiert keine kausale Therapie, daher werden Patienten rein symptomatisch und supportiv auf der Intensivstation behandelt.

Tödliche Vorfälle durch den Einsatz von Aluminiumphosphid

Im Jahr 2025 starb eine vierköpfige Familie in Istanbul mutmaßlich an einer Vergiftung durch Monophosphan, nachdem ein benachbartes Hotelzimmer zuvor mit Aluminiumphosphid behandelt worden war und durch Luftfeuchtigkeit dabei das giftige Gas Monophosphan gebildet wurde. Bereits im Jahr zuvor war eine 21-jährige Studentin ebenfalls in Istanbul an einer Vergiftung gestorben. Auch hier wird eine zuvor durchgeführte Schädlingsbekämpfung als Ursache angenommen.<ref>Dominik Hochwarth: Aluminiumphosphid: So wirkt das tödliche Wanzengift abgerufen am 27. November 2025 auf Ingenieur.de</ref>

Ebenfalls sollen im August 2025 zwei 15- und 17-jährige Teenager aus Holland aufgrund des Einsatzes von Aluminiumphosphid als Schädlingsbekämpfungsmittel in der Türkei ums Leben gekommen sein. Der zugehörige Vater überlebte dabei nach anfänglichen Vergiftungserscheinungen die Exposition gegenüber dem Gefahrstoff.<ref>Claudia Steiner, ARD-Studio Istanbul: Verdacht auf Vergiftung in Istanbul: Neue Festnahmen nach älteren Todesfällen. Abgerufen am 22. April 2026.</ref>

Literatur

  • A. Müssigbrodt, J. Lauschke, G. P. Horn, W. Grimm, B. Maisch: Multiorganversagen nach Suizidversuch mit Aluminiumphosphid, in Intensivmedizin und Notfallmedizin 2007/2, S. 110–115. doi:10.1007/s00390-006-0722-1

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein