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Kurt Jungwirth

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Datei:Kurt Jungwirth 1982 Linz.jpg
Kurt Jungwirth, 1982 in Linz

Kurt Jungwirth (* 3. September 1929 in Graz; † 13. Mai 2025 ebenda<ref name="steiermark.orf.at">Styriarte-Initiator Kurt Jungwirth tot. In: steiermark.orf.at. 14. Mai 2025, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref><ref name="chess.at">Nachruf auf Prof. Kurt Jungwirth. In: chess.at. 14. Mai 2025, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>) war ein österreichischer Politiker (ÖVP) sowie Schach- und Kulturfunktionär. Er war von 1970 bis 1985 Landesrat für Kultur in der Landesregierung der Steiermark und von 1985 bis 1991 Landeshauptmann-Stellvertreter.

Leben

Kurt Jungwirth wurde am 3. September 1929 in Graz geboren und wuchs in der elterlichen Wohnung in der Arndtgasse im Bezirk Jakomini auf.<ref name="SK Sturm Graz">Professor Kurt Jungwirth verstorben. In: sksturm.at. 14. Mai 2025, abgerufen am 15. Mai 2025.</ref> Seit frühester Kindheit war Jungwirth ein Anhänger des SK Sturm Graz, dessen damalige Spielstätte, die Gruabn, in unmittelbarer Nähe der elterlichen Wohnung lag.<ref name="SK Sturm Graz"/> Manche Spiele konnte er vom Fenster im dritten Stock aus mit dem Operngucker seiner Eltern beobachten.<ref name="SK Sturm Graz"/> Jungwirth verbrachte seine Jugend mit Fußballspielen am Körnerplatz oder nahe dem Sturmplatz und wurde einmal eingeladen, beim SK Sturm Graz mitzutrainieren.<ref name="SK Sturm Graz"/> Aus Rücksicht auf seine Mutter, die ihn nach dem Tod des Vaters (Spätfolgen des Ersten Weltkriegs) und des Bruders (gefallen im Zweiten Weltkrieg) allein großzog, lehnte er jedoch ab und konzentrierte sich auf Schule und ein angestrebtes Sprachenstudium.<ref name="SK Sturm Graz"/> Nach dem Zweiten Weltkrieg war er regelmäßiger Zuschauer bei Spielen des SK Sturm und blieb bis zu seinem Lebensende ein treuer Anhänger des Vereins.<ref name="SK Sturm Graz"/>

Ab 1935 besuchte Jungwirth die Privatschule der Marienbrüder in Graz, ab 1939 die damalige II. staatliche Oberschule für Jungen in der Pestalozzistraße (heute: Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Pestalozzi). Er absolvierte 1947 die Reifeprüfung und studierte anschließend Romanistik an der Universität Graz. 1952 legte er die Lehramtsprüfung für Latein und Französisch mit sehr gutem Erfolg ab.<ref name="werkbund.at">Prof. Kurt Jungwirth Hommage an einen Weltbürger. In: werkbund.at. Abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>

Ab 1953 war er Gymnasialprofessor für Latein und Französisch an der BEA Liebenau,<ref name="werkbund.at" /> von 1954 bis 1955 Assistent für Deutsch am Lycée de Garçons in Belfort. Bis 1967 war er Vortragender am Französischen Kulturinstitut, bevor er 1958 Lehrbeauftragter für Französisch am Dolmetscher-Institut der Universität Graz wurde.<ref name=":0">Christina Gollob: Mandatare und Mandatarinnen Landtag Steiermark seit 1945. Landesarchiv-Land Steiermark, abgerufen am 16. September 2022.</ref>

1970 wurde er als Landesrat für Kultur in die Landesregierung der Steiermark berufen, ein Amt, das er bis 1985 ausübte. Von 1985 bis 1991 war er Stellvertreter des Landeshauptmanns. Er war in den letzten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts eine prägende Persönlichkeit des steirischen Kulturlebens.<ref>Steirischer ÖVP-Kulturpolitiker Kurt Jungwirth im Alter von 95 verstorben. In: derstandard.at. 14. Mai 2025, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref>

Datei:Kurt Jungwirth 2015 Gratwein.jpg
Kurt Jungwirth, Steirische Jugendschach-Olympiade 2015 im Schulzentrum Gratwein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />20. Steirische Jugendschach-Olympiade 2015 (Memento vom 11. Februar 2015 im Internet Archive) auf Das Land Steiermark Jugendschach.</ref>

Jungwirth war von 1971 bis 2017 Präsident des Österreichischen Schachbundes. Von 1978 bis 1986 war er Vizepräsident der FIDE, von 1986 bis 1998 Präsident der ECU und von 1990 bis 1998 Kontinentalpräsident der FIDE für Europa. Seit 1998 war er Mitglied des Ehrenpräsidiums der FIDE. 2005 erreichte er die Anerkennung des Schachs als Sportart durch die Österreichische Bundes-Sportorganisation.<ref name="chess.at" />

Im Kulturbereich rief er 1985 gemeinsam mit Nikolaus Harnoncourt das Klassikfestival Styriarte ins Leben.<ref name="kleinezeitung">Michael Tschida, Kurt Wimmer: Abschied von einem leisen Großen: Kulturvisionär Kurt Jungwirth ist tot. In: kleinezeitung.at. 14. Mai 2025, abgerufen am 14. Mai 2025.</ref><ref>Kurt Jungwirth 1929-2025. In: styriarte.com. 14. Mai 2025, abgerufen am 15. Mai 2025.</ref> Bis Ende 2006 war er Präsident des Kulturfestivals „steirischer Herbst“. Ehrenamtlich stand er zudem den Kuratorien des Universalmuseums Joanneum<ref>Das Universalmuseum Joanneum trauert um seinen langjährigen Kuratoriumspräsidenten Prof. Kurt Jungwirth. In: museum-joanneum.at. 14. Mai 2025, abgerufen am 15. Mai 2025.</ref> und des Österreichischen Freilichtmuseums in Stübing vor.<ref name="steiermark.orf.at" />

Ab 1956 war er mit Marie-Louise (* 28. August 1925; † 30. Dezember 2022)<ref>Traueranzeige Marie-Louise Jungwirth. In: kleinezeitung.at. 5. Januar 2023, abgerufen am 15. Mai 2025.</ref> verheiratet. Aus ihrer Ehe stammen die Söhne Michael (stellvertretender Chefredakteur und Leiter der Wiener Redaktion der Kleinen Zeitung)<ref>Michael Jungwirth Stellvertretender Chefredakteur, Leiter der Wiener Redaktion. In: kleinezeitung.at. Abgerufen am 15. Mai 2025.</ref> und Christian (Fotograf und Galerist in Graz).<ref name="kleinezeitung" /><ref>Atelier Christian Jungwirth. In: atelierjungwirth.com. Abgerufen am 15. Mai 2025.</ref>

Kurt Jungwirth starb am 13. Mai 2025 im Alter von 95 Jahren im Kreise seiner Familie in Graz.<ref name="steiermark.orf.at" /><ref name="chess.at" /><ref name="kleinezeitung" /> Er wurde am 19. Mai 2025 am Friedhof St. Leonhard beigesetzt.<ref>Traueranzeigen Kurt Jungwirth. In: kleinezeitung.at. 15. Mai 2025, abgerufen am 17. Mai 2025.</ref>

Auszeichnungen

Quellen

Weblinks

Literatur

  • Karlpeter Elis (Hrsg.): Weiß-grüne Kulturfelder. (Festschrift für Kurt Jungwirth zum 75. Geburtstag). Lit Verlag, Wien 2004, ISBN 3-8258-7959-3

Einzelnachweise

<references />

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