Graue Kraterelle
<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />
| Graue Kraterelle | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:2010-08-24 Craterellus cinereus (Pers.) Quél 100703 cropped.jpg
Graue Kraterelle (Craterellus cinereus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Craterellus cinereus | ||||||||||||
| (Pers. : Fr.) Donk (nom. cons.<ref name="Norvell2011" />) |
Die Graue Kraterelle, auch Grauer Pfifferling oder Grauer Leistling genannt, (Craterellus cinereus<ref name="Norvell2011" />, Syn. Cantharellus cinereus, Pseudocraterellus cinereus) ist eine Pilzart aus der Familie der Stoppelpilzverwandten (Hydnaceae).<ref>Ting Cao, Ya-Ping Hu, Jia-Rui Yu, Tie-Zheng Wei, Hai-Sheng Yuan: A phylogenetic overview of the Hydnaceae (Cantharellales, Basidiomycota) with new taxa from China. In: Studies in Mycology. Band 99, 1. Juni 2021, ISSN 0166-0616, S. 100121, doi:10.1016/j.simyco.2021.100121, PMID 35035603, PMC 8717575 (freier Volltext) – (sciencedirect.com [abgerufen am 28. Februar 2022]).</ref> Die Fruchtkörper erinnern in Form und Farbe an kleine Totentrompeten (Craterellus cornucopioides), besitzen aber auf der Unterseite keine glatte Oberfläche, sondern deutliche, mehrfach gegabelte und graue Leisten. Der Pilz fruktifiziert von September bis Oktober büschelig in Laubwäldern, gerne zwischen Totentrompeten.<ref name="Hennig1977" />
Merkmale
Makroskopische Merkmale
Die Fruchtkörper besitzen einen 1–6 cm breiten und glattrandigen Hut. Zunächst konvex- bis flachhütig und genabelt, zeigt er bald einen trichterförmigen, bis in den Stiel durchbohrten Habitus. Die schwarz-bräunliche bis aschgraue Oberseite ist fein seidig-filzig strukturiert, in der Mitte behaart bis etwas schuppig. Auf der Unterseite befinden sich bis 1 mm breite, deutlich gegabelte und queraderig verbundene Leisten. Sie sind bläulichgrau bis aschgrau gefärbt und weiß bereift. Das Sporenpulver ist weiß bis blass gelblich. Der kahle, abwärts zugespitzte Stiel misst 3–7 cm in der Länge, 2–8 mm in der Breite und hat erst eine graubraune, dann rußgraue Farbe ohne jegliche Gelbtöne. Das blass graubräunliche, im Alter schwärzliche Fleisch ist häutig-dünn und brüchig. Geruch und Geschmack sind angenehm.<ref name="Gerhardt2002" /><ref name="Hennig1977" /><ref name="Krieglsteiner2000b" />
Mikroskopische Merkmale
Die farblosen, elliptischen Sporen messen 8–10 × 5,5–6,5 Mikrometer. Die Basidien sind meist 4- bis 6-sporig. Schnallen fehlen.<ref name="Gerhardt2002" /><ref name="Hennig1977" />
Ökologie
Die Graue Kraterelle ist ein Mykorrhizapilz, der insbesondere mit Rotbuchen aber auch mit weiteren Laubbäumen, seltener mit Nadelbäumen eine Symbiose eingeht. Die Art wächst insbesondere in Buchen-, Buchen-Tannen und Hainbuchen-Eichen-Wäldern über eher basenreichen, flachgründigen Böden. Die Graue Kraterelle tritt gesellig bis büschelig auf.
Verbreitung
Die Graue Kraterelle ist in Nordamerika, sowie in West-, Mittel- und im südlichen Nordeuropa verbreitet. Der Graue Leistling tritt in Deutschland zerstreut auf. Die Rote Liste der Großpilze Deutschlands listet die Art als gefährdet (Gefährdungskategorie 3).<ref>Detailseite Craterellus cinereus. In: Rote-Liste-Zentrum. Abgerufen am 12. August 2023.</ref>
Bedeutung
Zwar ist die Graue Kraterelle essbar und gilt als guter Speisepilz, doch aufgrund ihrer Seltenheit verdient sie Schonung.
Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat die Graue Kraterelle zum „Pilz des Jahres 2012“ gewählt, um auch auf verwandte Arten wie den Echten Pfifferling aufmerksam zu machen.<ref name="DGfM" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="DGfM"> Deutsche Gesellschaft für Mykologie: Pilz des Jahres 2012: Cantharellus cinereus Pers.: Fr., Grauer Leistling. In: DGfM-Website. Abgerufen am 21. August 2012. </ref> <ref name="Gerhardt2002"> Ewald Gerhardt: BLV Handbuch Pilze. 3. Auflage. BLV, München 2002, ISBN 3-405-14737-9 (639 S., einbändige Neuausgabe der BLV Intensivführer Pilze 1 und 2). </ref> <ref name="Hennig1977"> Bruno Hennig, Hans Kreisel, Edmund Michael: Blätterpilze – Hellblättler und Leistlinge. In: Handbuch für Pilzfreunde. 2. Auflage. Band 3. VEB Gustav Fischer, Jena 1977. </ref> <ref name="Krieglsteiner2000b"> German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder, Wulfard Winterhoff: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0. </ref> <ref name="Norvell2011"> Lorelei L. Norvell: Report of the Nomenclature Committee for Fungi: 18. In: Taxon. Band 60, Nr. 4, 2011, S. 1199–1201. </ref> </references>
Weblinks
Laubwald-Rotkappe (1994) | Zunderschwamm (1995) | Habichtspilz (1996) | Frauen-Täubling (1997) | Schweinsohr (1998) | Satans-Röhrling (1999) | Königs-Fliegenpilz (2000) | Stachelsporige Mäandertrüffel (2001) | Orangefuchsiger Raukopf (2002) | Papageigrüner Saftling (2003) | Echter Hausschwamm (2004) | Gemeiner Wetterstern (2005) | Ästiger Stachelbart (2006) | Puppen-Kernkeule (2007) | Bronze-Röhrling (2008) | Blauer Rindenpilz (2009) | Schleiereule (2010) | Roter Gitterling (2011) | Graue Kraterelle (2012) | Braungrüner Zärtling (2013) | Gemeiner Tiegelteuerling (2014) | Verzweigte Becherkoralle (2015) | Lilastieliger Rötelritterling (2016) | Judasohr (2017) | Wiesen-Champignon (2018) | Grüner Knollenblätterpilz (2019) | Gemeine Stinkmorchel (2020) | Grünling (2021) | Fliegenpilz (2022) | Sumpf-Haubenpilz (2023) | Schopf-Tintling (2024) | Amethystfarbene Wiesenkoralle (2025) | Igel-Stachelbart (2026)