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Skyguide

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Skyguide, Schweizerische Aktiengesellschaft für zivile und militärische Flugsicherung<ref>Handelsregister des Kantons Genf, Internet-Auszug für SKYGUIDE, Société Anonyme Suisse pour les Services de la Navigation Aérienne civils et militaires.</ref>

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | SKY Logo rgb pos skyblue.png
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1922<ref>Gründung des Radiosenders Marconi AG, seit Januar 2001 «Skyguide».</ref>
Sitz Meyrin (beim Flughafen Genf, Schweiz (zuvor in Bern))
Leitung
Mitarbeiterzahl 1419,4 (FTE, 31. Dezember 2017)<ref name="Geschaeftsbericht2017">Geschäftsbericht 2017. In: skyguide.ch</ref>
Umsatz 470,3 Mio. CHF (2017)<ref name="Geschaeftsbericht2017" />
Branche Luftfahrt
Website www.skyguide.ch

Skyguide (offiziell SKYGUIDE, Schweizerische Aktiengesellschaft für zivile und militärische Flugsicherung, englisch SKYGUIDE, Swiss civil and military Air Navigation Services Limited) ist die Flugsicherungsgesellschaft, die den Schweizer Luftraum und den angrenzenden Luftraum überwacht.

Sie ist formell eine privatrechtliche Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht, die im Auftrag und Eigentum der Eidgenossenschaft für die Sicherheit des gesamten Luftraums der Schweiz sowie des angrenzenden Luftraumes in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien verantwortlich ist. Im Schweizer Luftraum umfasst dies sowohl die zivile als auch die militärische Flugsicherung – Letzteres im Auftrag und mit Bezahlung der Schweizer Luftwaffe.

Das Unternehmen untersteht der Aufsicht des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Hauptaktionärin (und einzige relevante Aktionärin) mit 99,94 Prozent der Anteile und 100 Prozent der Stimmrechte am Skyguide-Aktienkapital ist die Schweizerische Eidgenossenschaft.

Skyguide überwachte im Jahr 2017 pro Tag rund 3'390 Flüge nach Instrumentenflugregeln. Über das gesamte Jahr betrachtet entspricht dies 1'237'098 IFR-Flügen. Im gleichen Jahr erwirtschaftete Skyguide einen Umsatz von rund 470 Millionen Schweizer Franken. Die Schweizer Flugsicherung ist an 14 Standorten in der ganzen Schweiz tätig.<ref name="Geschaeftsbericht2017" />

Führung und Personal

Datei:Air traffic controller Skyguide at Airport Zurich.jpg
Ein Fluglotse der Schweizer Skyguide im Tower des Flughafens von Zürich

Das Personal bei Skyguide verteilt sich auf etwa 1'400 Vollzeitstellen und rund 1'500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon etwa zwei Drittel im operativen Bereich der Flugsicherung, rund ein Viertel im technischen Dienst, die übrigen mehrheitlich in der Verwaltung. Der Frauenanteil beträgt 2020 insgesamt 23,4 Prozent. In der Geschäftsführung von Skyguide sind seit 2018 erstmals Frauen vertreten – unter anderem, weil die Leiterin der Unternehmenskommunikation neuerdings zur Geschäftsleitung zählt.<ref name="Geschaeftsbericht2017" />

Seit dem 1. Juli 2017 wird Skyguide von Alex Bristol, dem bisherigen operativen Leiter (Chief Operating Officer, COO), geleitet. Sein Vorgänger seit dem 1. Oktober 2007 war Daniel Weder. Am 12. Januar 2017 war bekannt geworden, dass Weder per 30. Juni 2017 zurücktreten und sich mit 60 Jahren frühpensionieren lassen wird.<ref>skyguide CEO (sic!) Daniel Weder tritt auf Mitte Jahr zurück – der heutige COO Alex Bristol wird sein Nachfolger. Skyguide, Medienmitteilung vom 12. Januar 2017</ref><ref>CEO handover January 2017. Skyguide, Video-Botschaft vom 12. Januar 2017</ref> Verwaltungsratspräsident ist Walter T. Vogel, der hauptberuflich die Aebi Schmidt Holding AG (ASH) von Peter Spuhler präsidiert.<ref name="Geschaeftsbericht2017" />

Gemäss Art. 8 der Verordnung über den Flugsicherungsdienst (VFSD) ist Skyguide «dafür besorgt, dass der Flugsicherungsbetrieb nicht durch Streik, Aussperrung, Boykott oder andere Kampfmassnahmen beeinträchtigt wird» und «schliesst mit ihrem Personal nach Möglichkeit Gesamtarbeitsverträge ab.» Die Sozialpartnerschaft bei Skyguide ist zweigeteilt:

Partner und europäische Zusammenarbeit

Wichtige Partner von Skyguide sind die International Civil Aviation Organization (ICAO), Eurocontrol (Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt) und die Civil Air Navigation Services Organization (CANSO) sowie die Schweizer Luftwaffe. In Belgien besitzt Skyguide ausserdem seit Ende 2000 eine Tochtergesellschaft namens Skynav, die der Verbindung zur Europäischen Union (EU) dient und als Holding organisiert ist. Eine weitere Tochtergesellschaft, die SkySoft-ATM SA mit Sitz – wie Skyguide – in Meyrin, betreibt Softwareentwicklung.

Die Schweiz und damit auch Skyguide beteiligt sich am Projekt Single European Sky (SES) – Einheitlicher Europäischer Luftraum – der Europäischen Kommission. Das Projekt will das Flugsicherungssystem in Europa harmonisieren und damit die Effizienz der heute noch stark fragmentierten Luftraumstruktur insgesamt erhöhen. Eine Voraussetzung dafür ist die Bildung von grösseren, zusammenhängenden Luftraumblöcken. Die Luftstrassen sollen sich vermehrt nach den Bedürfnissen der Luftraumbenutzern richten und weniger nach den nationalen Grenzen. Die Reorganisation des europäischen Luftraumes wird als notwendig erachtet, um den prognostizierten Verkehrszuwachs effizient bewältigen zu können.

Im Rahmen von SES wurden insgesamt neun europäische Luftraumblöcke geschaffen. Einer davon ist der Functional Airspace Block Europe Central (FABEC), der funktionale Luftraumblock in Zentraleuropa. Darin werden rund 55 Prozent des europäischen Flugverkehrs abgewickelt, das sind rund 5,3 Millionen Flüge pro Jahr. Im Dezember 2010 unterzeichneten die sechs Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz) einen Staatsvertrag, womit die rechtliche Basis für FABEC gelegt wurde.<ref>FABEC-Website.</ref>

Weil Skyguide dem Luftverkehrsabkommen Schweiz-EU angehört, müssen u. a. die Gebühren regelmässig von einem Expertengremium der Europäischen Kommission genehmigt werden.<ref>Pascal Schumacher: Skyguide in Kritik: EU weist erneut neue Gebühren ab. In: srf.ch. 6. März 2026, abgerufen am 6. März 2026.</ref>

Aufgaben und Standorte

Zivile Aufgaben

Datei:Skyguide Geneva Headquarters.jpg
Hauptsitz von Skyguide in Genf
Datei:Skyguide Flugverkehrsleitstelle & Luftwaffen Einsatzzentrale Wangen Zürich.JPG
Skyguide-Standort in Wangen bei Dübendorf mit dem zivilen Area Control Center (ACC) Zürich und dem militärischen Air Defense & Direction Center (ADDC)

Die wichtigsten Standorte sind die beiden zivilen Area Control Center (ACC) am Militärflugplatz Dübendorf in Wangen und am Flughafen Genf in Cointrin, in dessen Nähe – in Meyrin – sich der Sitz von Skyguide befindet.

Das Kontrollzentrum in Genf ist zuständig für den westschweizerischen Luftraum, den Luftraum über den französischen Alpen und einen kleinen Teil des italienischen Luftraumes, der an der Grenze zu Frankreich liegt. Das Kontrollzentrum am Standort Wangen wurde im Februar 2009 in Betrieb genommen. In Wangen befindet sich nebst dem Flugverkehrskontrollzentrum, das für den Luftraum der Deutschschweiz, Liechtenstein und Süddeutschland zuständig ist, auch der Flugberatungsdienst (Aeronautical Information Service, AIS). In Wangen betreibt Skyguide auch Schulungsräume, drei Tower-Simulatoren sowie Trainingsräume für Realtime-Ausbildung von Flugverkehrsleitern, auch für Mitarbeiter anderer Flugsicherungen in Europa und im Nahen Osten. Im selben Gebäude in Wangen befindet sich auch die Einsatzzentrale der Luftwaffe, das Air Defense & Direction Center (ADDC).

Weitere Standorte befinden sich auf den Flugplätzen Bern-Belp, Buochs, Grenchen, Lugano-Agno und St.Gallen-Altenrhein sowie auf zahlreichen gemischt zivil-militärischen oder rein militärischen Flugplätzen. Dazu gehören Alpnach, Dübendorf, Emmen, Locarno, Meiringen, Payerne und Sion.

Auf dem Flugplatz Les Eplatures und dem Flugplatz Samedan ist die Flugsicherung an den Flugplatzbetreiber delegiert. Der Flugplatz Buochs verzichtet inzwischen aus Kostengründen teilweise auf Flugsicherung durch Skyguide, die Flugplätze Grenchen, Lugano-Agno, St.Gallen-Altenrhein und Sion könnten in Zukunft ebenfalls ganz oder teilweise verzichten.

In der Schweiz wird gemäss den Vorgaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO sowohl der Flugverkehr nach Instrumentenflugregeln (IFR) als auch nach Sichtflugregeln (VFR) in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache abgewickelt – je nach Luftraum und Sprachregion. In Zukunft soll in kontrollierten Lufträumen nur noch Englisch als Funksprache zulässig sein.

Militärische Aufgaben

Skyguide ist verantwortlich für die Führung des zivilen Luftverkehrs in der Schweiz. Die Luftraumüberwachung ist Sache der Schweizer Luftwaffe, die mit ihren Primärradaren auch Flugobjekte ohne Transpondersignal erfassen kann. Eine Besonderheit in der Militärluftfahrt ist, dass die Flugzeuge der Schweizer Luftwaffe durch militärische Flugverkehrsleiter von Skyguide geführt werden, die gemeinsam mit Mitarbeitern der Luftwaffe im so genannten Air Defense & Direction Center (ADDC) in Dübendorf tätig sind. Diese Mitarbeiter haben die zivile Ausbildung zum Flugverkehrsleiter absolviert, haben jedoch zusätzlich zur zivilen Ausbildung eine militäraviatische, taktische Weiterbildung absolviert und werden als Tactical Fighter Controller (TFC) bezeichnet. Im Normalfall arbeiten sie als zivile Mitarbeiter zusammen mit dem militärischen Personal, bei Bedarf – zum Beispiel während des jährlichen Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos oder an ausländischen Übungen – arbeiten sie im militärischen Betrieb im Offiziersrang und zwar als Fachoffizier ab Rang Leutnant. Der militärische Bereich von Skyguide ist auch für die Führung von Werkflügen der Firmen Pilatus Aircraft und RUAG zuständig.

Skyguide bewirtschaftet den Schweizer Luftraum dynamisch mit der Schweizer Luftwaffe zusammen, das heisst, wenn die Luftwaffe ihren Luftraum nicht oder nur teilweise benötigt, wird dieser an die zivile Luftfahrt abgegeben, und Skyguide führt sogenannte Shortcuts durch, bei denen zivile Flugzeuge ihre Reiseroute durch den militärischen Luftraum abkürzen können. Im Gegenzug darf die Luftwaffe bei Bedarf den zivilen Luftraum einschränken, sei dies für den seltenen Fall einer Volltruppenübung – wie zum Beispiel STABANTE – oder aber bei den regelmässigen Konferenzen wie dem WEF. Je nach Bedarf führen die Skyguide-Mitarbeiter des militärischen Bereiches auch Kampfflugzeuge in den sogenannten Cross–Border Areas in Frankreich oder Italien, also in militärischen Lufträumen, die über die Landesgrenzen hinausgehen und von den Luftstreitkräften beider Länder allein oder gemeinsam benutzt werden können.

Die Zusammenlegung der militärischen und zivilen Flugsicherung erfolgte ab 2001 mit dem Projekt HELCO (Helvetia Control). Die ursprünglich auf 15 Millionen Franken pro Jahr geschätzten Kosten mussten bereits ein Jahr später auf 35 Millionen Franken pro Jahr korrigiert werden. Die Zusammenlegung führte zu keinen Effizienzgewinnen und Skyguide gelang es nicht, genügend Flugverkehrsleiter zu rekrutieren, die den Anforderungen entsprechen und eine Affinität für das militärische Umfeld haben. Es war keine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden und die Bundesbehörden reagierten auf mehrere Zwischenbilanzen mit durchwachsenen Ergebnissen (2003, 2006, 2014) nicht.<ref>Fusion du contrôle aérien civil et militaire, mise en œuvre et bilan. In: efk.admin.ch, Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK), 8. März 2017.</ref>

Mit dem Projekt Luftpolizei 24 (LP24) wurde bis Ende 2020 sichergestellt, dass die Luftwaffe zusammen mit Partnerorganisationen wie Skyguide rund um die Uhr innerhalb von 15 Minuten mit dem Start von zwei bewaffneten Kampfflugzeugen im schweizerischen Luftraum intervenieren kann. Das Projekt ging auf die Motion «Erhöhte Bereitschaft für den Luftpolizeidienst auch ausserhalb der normalen Arbeitszeiten» von Ständerat Hans Hess zurück, die 2009 eingereicht worden war.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Erhöhte Bereitschaft für den Luftpolizeidienst auch ausserhalb der normalen Arbeitszeiten.] parlament.ch, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 31. Oktober 2019.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Skyguide gelang es bis dahin nicht, genügend TFC zu rekrutieren und erfolgreich auszubilden, weshalb «Abstriche beim Trainingsflugbetrieb in Kauf genommen werden» mussten. Beim Bund wurden die benötigten Stellen bis Ende 2020 geschaffen.<ref>Projektbericht VBS – Projektbeurteilung per 31.12.2016. In: newsd.admin.ch, Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), S. 26.</ref>

Per 1. Januar 2021 wurde das Rescue Coordination Centre «RCC Zürich» dem Operationszentrum der Luftwaffe (Op Zen LW) angegliedert und arbeitet bei Skyguide.<ref>Studie Nr. 3 der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST über die Organisation und die Wirksamkeit des Such- und Rettungsdienstes der zivilen Luftfahrt (search and rescue – SAR) in der Schweiz (PDF), S. 32</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />VFR Manual (Memento des Vorlage:IconExternal vom 10. Januar 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.skybriefing.com von Skyguide gültig ab 31. Dezember 2020</ref>

Radarstationen

Datei:Lägern - Hochwacht - Skyguide 20100524 17-29-30 ShiftN.jpg
Die Radarkuppel auf der Lägern bei Boppelsen

Skyguide nutzte 2002 neun Radarstationen für die zivile Flugsicherung:<ref>Büro für Flugunfalluntersuchungen (BFU), Schlussbericht über die Radarsysteme von Skyguide vom 26. Juni 2002, S. 4 ff.</ref>

  • drei weit reichende Sekundärradarstationen, die auch als «en route»-Radarstationen bezeichnet werden, mit Standorten Boppelsen auf dem Hügelzug Lägern, auf der La Dôle nahe der französischen Grenze sowie über dem Lukmanierpass auf dem Scopí;
  • zwei eigene kombinierte Primär- und Sekundärradare, die auch als «Approach»-Radarstationen bezeichnet werden, an den Flughäfen Genf (in Cointrin) und Zürich (auf dem Klotener Holberg) für die An- und Abflugkontrolle;
  • vier ausländische Radarstationen zur Vervollständigung der nationalen Radarabdeckung in der Schweiz sowie zur Übergabe von Flugverkehr an benachbarte Flugsicherungen mit Standorten in Cirfontaine und Nevers (jeweils Frankreich), Gosheim (Deutschland) und Monte Lesima (Italien).

Acht der Anlagen gehören laut Angabe der Internetseite von Skyguide dem Unternehmen.<ref>Radar auf dem Internetauftritt von Skyguide, abgerufen am 8. Januar 2021 ("Skyguide verfügt über 2 Primär- und 6 Sekundärradaranlagen in Genf, Zürich, La Dôle und Lägern").</ref>

Geschichte

Chronologie

  • Am 1. Januar 1931 beauftragte die Schweizerische Eidgenossenschaft die damalige Radio Schweiz AG (RSAG) mit der Flugsicherung in der Schweiz. Die RSAG war am 23. Februar 1922 als Marconi Radio AG zur Entwicklung der drahtlosen Telegraphie gegründet worden, nachdem der Erste Weltkrieg die Bedeutung dieser Art von Telekommunikation aufgezeigt hatte. Die RSAG war durch die britische Marconi’s Wireless Telegraph mitbegründet worden. Am 10. Mai 1928 hatte sich die Marconi Radio AG in Radio Schweiz AG umbenannt, um ihren schweizerisch-nationalen Charakter zu betonen.
  • Bis Ende des Zweiten Weltkriegs bediente die RSAG vor allem die telegraphischen Kommunikationsbedürfnisse der Eidgenossenschaft. Erst am 21. Dezember 1948 begann die RSAG nach einer Vereinbarung mit der Eidgenossenschaft, wonach diese und die Flughäfen die Kosten der Flugsicherung tragen, mit der Überwachung des Luftraums.
  • Per 1. Januar 1988 wurden die Flugsicherungs-Aktivitäten der RSAG restrukturiert und waren neu im staatlichen Unternehmen Swisscontrol mit Sitz in Bern beheimatet. 1996 wurde die Swisscontrol in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft umgewandelt und ihr Sitz nach Genf verlegt, wo sie 1998 am Flughafen Genf-Cointrin ein neues Gebäude bezog.
  • Anfang 2001 wurde die bisher getrennte zivile und militärische Flugsicherung unter dem neuen Namen Skyguide in einem Unternehmen vereinigt. Als erste (und bislang einzige) Flugsicherung in Europa verwaltet Skyguide seither den gesamten Luftraum eines Landes, auch wenn die zivile und militärische Flugsicherung im Unternehmen selbst weiterhin getrennt sind.
  • Am 21. September 2005 wurde Skyguide in allen Unternehmensbereichen nach der Norm ISO 9001:2000 (Qualitätsmanagementsystem) zertifiziert. Damit erfüllte Skyguide die Voraussetzung für die Single European Sky (SES)-Zertifizierung, die rund ein Jahr später durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) erteilt wurde.
  • Anfang Dezember 2010 unterzeichneten sechs Staaten, darunter die Schweiz, einen Staatsvertrag zur rechtlichen Gründung des grenzüberschreitenden Luftraumblocks im Herzen Europas, des Functional Airspace Block Europe Central (FABEC).

Rechtliches

Unfälle und Vorfälle

Literatur

  • Sandro Fehr: Die Erschliessung der dritten Dimension. Entstehung und Entwicklung der zivilen Luftfahrtinfrastruktur in der Schweiz, 1919–1990. Chronos Verlag, Zürich 2014, ISBN 978-3-0340-1228-7.
  • Anja Vatter, Team Skyguide: Sky Guide – Der Reiseführer zum Luftraum. Vatter & Vatter, 2022, ISBN 978-3-907340-09-7.

Weblinks

Commons: Skyguide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

Einzelnachweise

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Koordinaten: 46° 13′ 28,6″ N, 6° 5′ 57,6″ O; CH1903: 496669 / 120125

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