Zum Inhalt springen

Ovenhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 6. März 2026 um 12:43 Uhr durch imported>Eriosw (Einwohnerentwicklung).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Ovenhausen
Stadt Höxter
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1061)&title=Ovenhausen 51° 47′ N, 9° 18′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1061) 51° 46′ 40″ N, 9° 17′ 56″ O
 {{#coordinates:51,777672|9,298982|primary
dim=10000 globe= name=Ovenhausen region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 160 m ü. NN
Fläche: 17,49 km²
Einwohner: 1061 (31. Dez. 2020)<ref name="Bewohner">Kreis Höxter – Einwohner in den Stadtteilen der 10 kreisangehörigen Städte. In: Kreis Höxter. Abgerufen am 21. September 2021.</ref>
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 37671
Vorwahl: 05278
Datei:Höxter Ortsteile Ovenhausen.svg
Karte
Lage von Ovenhausen in Höxter
Datei:Kirche Ovenhausen 1.png
Katholische Kirche St. Maria Salome und ein Fachwerkhaus in Ovenhausen

Ovenhausen ist seit 1970 ein Stadtteil von Höxter im nordrhein-westfälischen Kreis Höxter. Der Ort hatte zum 31. Dezember 2020 insgesamt 1.061 Einwohner.<ref name="Bewohner" /> 1977 wurde der Ort beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft mit der Goldmedaille ausgezeichnet und nennt sich seither Bundesgolddorf. Die Grube fließt durch den Ort.

Geschichte

Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Geschichte des europaweit bedeutenden Klosters Corvey verbunden. Die erstmalige Erwähnung findet sich in einer Corveyer Urkunde aus dem Jahre 887. Der ostfränkische König und spätere römische Kaiser Karl III. beurkundete dem Kloster die Schenkung des Dorfes "Ovenhus". Ovenhausen gehörte seit der Gründung zur weltlichen Herrschaft des Herzogtums Sachsen, ab dem Hochmittelalter unter der Regierung der Fürstabtei Corvey und war Teil des Heiligen Römischen Reiches. Das Stift Corvey war ab dem 16. Jahrhundert dem niederrheinisch-westfälischen Reichskreises zugehörig. Wie die meisten Gebiete der Fürstabtei Corvey und des Hochstifts Paderborn wurde Ovenhausen im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg erheblich verwüstet. 1794 wurde Corvey zum Bistum erhoben. 1803 wurde aus dem Stift Corvey das Fürstentum Corvey, das bis 1807 zum Fürstentum Oranien-Nassau-Fulda gehörte. Von 1807 bis 1813 bildete Ovenhausen eine Gemeinde im Kanton Albaxen des Departements der Fulda im Königreich Westphalen und fiel dann an Preußen. 1816 kam die Gemeinde zum neuen Kreis Höxter, in dem sie zum Amt Höxter-Albaxen gehörte, aus dem im 20. Jahrhundert das Amt Höxter-Land wurde.

Die St. Michaelskapelle auf dem Heiligenberg südöstlich des Ortes wurde von zwei Corveyer Mönchen im Jahre 1078 errichtet, Nebenpatronin ist die heilige Salome.

Bekannt wurde der Ort durch auch durch die Geschichte eines Algerier-Sklaven von August Franz von Haxthausen, die Urfassung der Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff: "Der Bauernvogt von Ovenhausen hatte im Herbst 1782 einen Knecht Hermann Winkelhannes, mit dem er, weil es ein tüchtiger frischer Bursche, wohl zufrieden war."<ref>August Franz von Haxthausen: Geschichte eines Algierer-Sklaven. In: Wünschelruthe, 1818</ref>

Der Komponist Walter Steffens schrieb Opern sowohl nach der Novelle "Die Judenbuche" als auch nach der Lebensgeschichte des historischen Winkelhannes.

Das 1805 im Ort errichtete Uhlmann-Haus befindet sich heute im LWL-Freilichtmuseum Detmold und dokumentiert auch das Schicksal der jüdischen Familie Uhlmann, die bis zu ihrer Deportation zur Zeit des Nationalsozialismus im Dezember 1941 darin lebte.<ref>Jacob Pins Gesellschaft Kunstverein Höxter e. V., Fritz Ostkämper: Juden in Ovenhausen</ref><ref>Ulrich Schmidt: »Sie waren Juden«. Das Haus Uhlmann im LWL-Freilichtmuseum Detmold. Hrsg.: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) (= Einzelführer des LWL-Freilichtmuseums. Heft 20). Kettler, Bönen/Detmold 2008, ISBN 978-3-926160-44-7.</ref>

Am 1. Januar 1970 wurde Ovenhausen durch das Gesetz zur Neugliederung des Kreises Höxter in die Kreisstadt Höxter eingegliedert.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 108.</ref>

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung 
Jahr Einwohner Quellen
1821 792 <ref name="topo1821">Statistisch-Topographische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Minden 1821. In: Digitale Sammlungen ULB Münster. S. 34 ff, abgerufen am 3. März 2014.</ref>
1843 965 <ref>Geographisch-statistisch-topographische Übersicht des Regierungsbezirks Minden 1845</ref>
1864 1020 <ref>Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden 1866</ref>
1871 955 <ref>Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Westfalen 1871</ref>
1885 964 <ref>Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885. Abgerufen am 16. März 2025.</ref>
1895 973 <ref>Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen: Volkszählung 1895</ref>
01.12.1910 1007 <ref>Landkreis Höxter. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. November 2023; abgerufen am 13. Februar 2026.</ref>
1925 966 <ref name="Verwaltungsgeschichte" />
1933 971 <ref name="Verwaltungsgeschichte">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1939 944 <ref name="Verwaltungsgeschichte" />
1946 1272 <ref name="vz1946">Volkszählung 1946</ref>
06.06.1961 1186 <ref>Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 236.</ref>
31.12.1967 1251
31.12.1969 1219 <ref>Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 106.</ref>
23.06.1998 1241 <ref name="Einwohner">Stadt Höxter > Demografieprozess in Ovenhausen. (PDF) Abgerufen am 18. Mai 2014.</ref>
31.12.1999 1241 <ref name="Einwohner" />
31.12.2001 1221 <ref name="Einwohner" />
31.12.2002 1209 <ref name="Einwohner" />
31.12.2003 1202 <ref name="Einwohner" />
31.12.2006 1178 <ref name="Einwohner" />
31.12.2007 1165 <ref name="Einwohner" />
31.12.2009 1116 <ref name="Einwohner" />
31.12.2010 1118 <ref name="Einwohner" />
31.12.2011 1124 <ref name="Einwohner" />
31.12.2012 1179 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>
31.12.2013 1161 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>
31.12.2015 1073
31.12.2016 1114 <ref name="EinwohnerAkt">Zahlen & Fakten 2016</ref>
31.12.2017 1098 <ref name="Einwohner17">Stadt Höxter: Stadtportrait. Abgerufen am 21. September 2021.</ref>
31.12.2020 1061 <ref name="Bewohner" />

Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Ovenhausen um die 1000 Einwohner; nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs diese Zahl bis 1967 auf etwa 1200 Einwohner an und bewegt sich seitdem auf diesem Niveau.

Galerie

Persönlichkeiten

Literatur

  • Franz-Josef Gottlob: Ovenhausen. In: Josef Drewes (Hrsg.): Das Hochstift Paderborn. Portrait einer Region. Schöningh, Paderborn u. a. 1997, ISBN 3-506-95293-5, S. 374–375.
  • Stefan Baumeier, Heinrich Stiewe (Hrsg.): Die vergessenen Nachbarn: Juden auf dem Lande im östlichen Westfalen. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 3-89534-574-1, (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold, Landesmuseum für Volkskunde 24).

Weblinks

Commons: Ovenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Ovenhausen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein