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Alpen-Bergscharte

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Alpen-Bergscharte
Datei:Stemmacantha rhapontica habitat Valais.JPG

Alpen-Bergscharte (Rhaponticum scariosum subsp. rhaponticum)

Systematik
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Untertribus: Centaureinae
Gattung: Bergscharten (Rhaponticum)
Art: Lamarcks Bergscharte (Rhaponticum scariosum)
Unterart: Alpen-Bergscharte
Wissenschaftlicher Name
Rhaponticum scariosum subsp. rhaponticum
(L.) Greuter

Die Alpen-Bergscharte (Rhaponticum scariosum subsp. rhaponticum), auch Riesen-Flockenblume genannt, ist eine Unterart der Pflanzenart Lamarcks Bergscharte (Rhaponticum scariosum <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam.) aus der Gattung Bergscharten (Rhaponticum) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Name Riesen-Flockenblume sollte aus Verwechslungsgründen besser nicht verwendet werden, da man auch eine andere Art, Centaurea macrocephala so nennt.

Beschreibung

Datei:Rhaponticum scariosum RF.jpg
Blütenkorb
Datei:IMG 7866-Rhaponticum scariosum ssp rhaponticum.jpg
Blütenkorb mit Blütenbesucher

Vegetative Merkmale

Die Alpen-Bergscharte ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 150 Zentimetern erreicht. Sie besitzt einen dicken, walzenförmigen „Wurzelstock“.<ref name="Hegi1987" /> Der kräftige, dicke Stängel ist hohl und filzig-wollig behaart, aber später verkahlend, trägt meist nur ein Blütenkörbchen und ist bis dorthin verdickt.<ref name="Hegi1987" />

Die Laubblätter sind bis zur Mitte oder bis zum oberen Ende am Stängel wechselständig angeordnet.<ref name="Hegi1987" /> Bei der grünen Blattspreite ist die Blattoberseite kahl und die -unterseite ist weißgrau filzig behaart.<ref name="Hegi1987" /> Die Blattspreite der Grundblätter ist bis zu 60 Zentimeter lang sowie bis 15 Zentimeter breit, ihr Rand ist unregelmäßig gezähnt. Die unteren bis mittleren Laubblätter besitzen eine herzförmige Spreitenbasis und sind gestielt. Die oberen Laubblätter sind kleiner, sitzend und ungeteilt bis fiederteilig.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die körbchenförmigen Blütenstände sind bei einem Durchmesser von 5 bis 11 Zentimetern sehr groß. Ihre Korbhülle ist kugelig.<ref name="Hegi1987" /> Die Hüllblätter sind länglich und vorn in ein bis 1 Zentimeter breites Anhängsel verbreitert.<ref name="Hegi1987" /> Die fast runden Anhängsel der Hüllschuppen sind braunhäutig und eingerissen zerschlitzt. Die rosa- bis purpurfarbenen Röhrenblüten sind alle röhrenförmig und die randständigen sind nicht vergrößert.

Die Achänen sind braun und kürzer als ihre Pappus.<ref name="Hegi1987" /> Der rötliche Pappus (Haarkrone) ist zweireihig, die inneren Borsten sind deutlich länger.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Alpen-Bergscharte ist Wirtspflanze für die Pilzart Puccinia centaureae-rhapontici.<ref name="Hegi1987" />

Datei:Stemmacantha rhapontica Arolla1.JPG
Habitus im Habitat
Datei:Rhaponticum scariosum m1.jpg
Habitus im Habitat

Vorkommen

Die Alpen-Bergscharte kommt in den Alpen von den Seealpen bis Krain vor. Es gibt Fundortangaben für Italien, Schweiz, Slowenien und ein kleines Gebiet in Frankreich.<ref name="Euro+Med" />

Die Alpen-Bergscharte besiedelt leicht feuchte, meistens kalkhaltige Schieferschuttböden, grasige Hänge und Wiesen, Gebüsche in Höhenlagen von 1400 bis 2500 Metern. Sie ist ziemlich selten. Sie kommt meist im Adenostylo-Cicerbitetum rhaponticetosum aus dem Verband Adenostylion alliariae vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In Tirol kommt sie in Höhenlagen von 1400 bis 2100 Metern, im Kanton Wallis von 1500 bis 2200 Metern und im Engadin bis in eine Höhenlage von 2500 Meter vor.<ref name="Hegi1987" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Subtribus Centaureinae aus der Tribus Cynareae in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae) wurde im 21. Jahrhundert bearbeitet. Dabei wurden die Arten der ehemaligen Gattungen Acroptilon <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass., Centaurothamnus <templatestyles src="Person/styles.css" />Wagenitz & Dittrich, Leuzea <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. und Stemmacantha <templatestyles src="Person/styles.css" />Cass. in die Gattung Rhaponticum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vaill. eingegliedert, zuletzt bei O. Hidalgo et al. 2006.

Der aktuell akzeptierte botanische Name, nur noch als Unterart, wurde 2005 von Werner Greuter in Willdenowia, Band 35, S. 237 veröffentlicht. Synonyme für Rhaponticum scariosum subsp. rhaponticum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Greuter sind: Centaurea rhapontica <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Leuzea rhapontica <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Holub, Serratula rhapontica <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) DC., Stemmacantha rhapontica <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Dittrich.<ref name="Euro+Med" />

Nutzung

Die „Wurzeln“ sind als Ersatz für die Chinesische Rhabarberwurzel (Rheum palmatum) als Abführmittel verwendbar.<ref name="Hegi1987" />

Quellen

Literatur

  • Gunter Steinbach (Hrsg.): Alpenblumen (Steinbachs Naturführer). Mosaik Verlag GmbH, München 1996, ISBN 3-576-10558-1.

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Stemmacantha rhapontica (L.) Dittrich In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. Synonym von Rhaponticum scariosum subsp. rhaponticum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Datenblatt Rhaponticum scariosum subsp. rhaponticum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 932–934. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> </references>

Weblinks