Phenylhydrazin
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Struktur von Phenylhydrazin | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Phenylhydrazin | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C6H8N2 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
rotbraune Flüssigkeit mit aromatischem Geruch<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 108,14 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig | ||||||||||||||||||
| Dichte |
1,1 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
19,6 °C<ref name="GESTIS" /> (24 °C für das Hemihydrat) | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
244 °C<ref name="GESTIS" /> (teilweise Zersetzung) | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
6 Pa bei 20 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| MAK |
Schweiz: 5 ml·m−3 bzw. 22 mg·m−3<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 100-63-0 bzw. Phenylhydrazin)Vorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Toxikologische Daten | |||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Phenylhydrazin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der aromatischen Hydrazine. Es ist eine gelbliche Flüssigkeit, die sich an Luft zunehmend dunkelrot bis rotbraun färbt.
Geschichte
Phenylhydrazin wurde als erste aromatische Hydrazinverbindung durch Emil Fischer im Jahre 1875 untersucht.<ref>E. Fischer: Über aromatische Hydrazinverbindungen. In: Ber. Dtsch. Chem. Ges. Band 8, 1875, S. 589–594.</ref> Er stellte es durch Reduktion von Phenyldiazoniumsalzen mit Sulfitsalzen dar. Fischer nutzte Phenylhydrazin zur Untersuchung der Struktur von Kohlenhydraten durch Bildung von Hydrazonen aus der Aldehydgruppe der Zucker.
Vorkommen
Phenylhydrazin kommt natürlich in einigen Pflanzen<ref name="inchem">Concise International Chemical Assessment Document (CICAD) für Vorlage:Linktext-CheckVorlage:Abrufdatum</ref> (Lorbeerbaum) vor.<ref name="Martin Jacobson">Martin Jacobson: Glossary Of Plant Derived Insect Deterrents. CRC Press, 2019, ISBN 978-1-351-08072-9, S. 65 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Nora Saim, Clifton E. Meloan: Compounds from leaves of bay (Laurus nobilis L.) as repellents for Tribolium castaneum (Herbst) when added to wheat flour. In: Journal of Stored Products Research. Band 22, Nr. 3, 1986, S. 141–144, doi:10.1016/0022-474X(86)90007-X.</ref> Phenylhydrazine wurden auch in Pilzen (zum Beispiel Agaricus bisporus) nachgewiesen.<ref>V. Schulzová, J. Hajslová, R. Peroutka, J. Gry, H. C. Andersson: Influence of storage and household processing on the agaritine content of the cultivated Agaricus mushroom. In: Food Additives and Contaminants. Band 19, Nr. 9, 2002, S. 853–862, doi:10.1080/02652030210156340, PMID 12396396.</ref><ref name="diva-portal.org">Nordic Council of Ministers: Phenylhydrazines in the Cultivated Mushroom (Agaricus bisporus) : - occurrence, biological properties, risk assessment and recommendations, abgerufen am 13. Mai 2023</ref>
Gewinnung und Darstellung
Phenylhydrazin wird kommerziell durch Diazotierung von Anilin mit anschließender Reduktion des Diazoniumkations z. B. durch Natriumsulfit gewonnen.<ref>G. H. Coleman: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 2, 1922, S. 71, doi:10.15227/orgsyn.002.0071; Coll. Vol. 1, 1941, S. 442 (PDF).</ref> Im Jahr 1998 betrug die Produktionsmenge in Westeuropa 6650 Tonnen.<ref name="inchem" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Eigenschaften
Phenylhydrazin bildet monokline Kristalle und schmilzt bei Raumtemperatur zu einer öligen Flüssigkeit. Es zersetzt sich bei einer Temperatur von mehr als 260 °C. Die mittels DSC bestimmte Zersetzungswärme beträgt −71 kJ·mol−1 bzw. −662 kJ·kg−1.<ref name="Grewer1">T. Grewer, O. Klais: Exotherme Zersetzung - Untersuchungen der charakteristischen Stoffeigenschaften. (= Humanisierung des Arbeitslebens. Band 84). VDI-Verlag, Düsseldorf 1988, ISBN 3-18-400855-X, S. 9.</ref><ref name="Grewer2">Grewer, T.: The influence of chemical structure on exothermic decomposition in Thermochim. Acta 187 (1991) 133–149, doi:10.1016/0040-6031(91)87188-3.</ref> Seine Dämpfe sind viermal so schwer wie Luft. Es ist ein starkes Reduktionsmittel und leicht löslich in Wasser.
Verwendung
Phenylhydrazin wird als Zwischenprodukt zur Herstellung von Indolen verwendet (Fischersche Indolsynthese), die wiederum Zwischenprodukte für die Synthese verschiedener Farbstoffe, Agrochemikalien und Pharmazeutika sind. Es dient ebenfalls als Ausgangsstoff zur Herstellung von Entwicklern für die Fototechnik.<ref name="bgchemie">Bundesagentur für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Datenblatt Phenylhydrazin, abgerufen am 31. März 2013.</ref>
Weiterhin kann es als Reagenz zum Nachweis bzw. zur Identifizierung von Verbindungen mit Carbonylgruppen dienen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bericht über Emil Fischer ( vom 12. November 2007 im Internet Archive)</ref> (Bildung von Phenylhydrazonen oder Osazonen).<ref>Reaktionen bioorganischer Verbindungen (PDF; 605 kB).</ref> Der Einsatz von Phenylhydrazin als Laborchemikalie (analytische Reagenz für Aldehyde, Ketone und Zucker (Phenylhydrazinprobe) durch Bildung der gut kristallisierenden Phenylhydrazone oder Osazone, zum Nachweis von Molybdän und anderen Metallen) ist mit einer Derivatisierung verbunden.
Sicherheitshinweise
Phenylhydrazin ist selbstentzündlich, wenn es verunreinigt wird oder in Kontakt mit Stoffen mit großer Oberfläche (z. B. Putzwolle oder Sand) kommt. Seine Dämpfe können beim Erhitzen über seinen Flammpunkt (89 °C) mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bilden. Phenylhydrazin gilt als krebserzeugend, ist ein starkes Blutgift (Methämoglobinbildung) und verursacht auf der Haut Ekzeme.<ref name="Hauptmann">Siegfried Hauptmann: Organische Chemie. 2. Auflage. VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1985, ISBN 3-342-00280-8, S. 522.</ref> Darüber hinaus führt es zu einer irreversiblen Schädigung des Blutfarbstoffs und der Erythrocyten.<ref name="GESTIS" />
Regulierung
Über den Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act of 1986 besteht in Kalifornien seit 1. Juli 1992 eine Kennzeichnungspflicht für Produkte, die Phenylhydrazin oder eines seiner Salze enthalten.<ref>Phenylhydrazin. OEHHA, 1. Juli 1992, abgerufen am 14. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Krebserzeugender Stoff
- Erbgutverändernder Stoff
- Giftiger Stoff bei Einatmen
- Giftiger Stoff bei Hautkontakt
- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Gesundheitsschädlicher Stoff (Organschäden)
- Augenreizender Stoff
- Hautreizender Stoff
- Sensibilisierender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Aminobenzol
- Hydrazin
- Sekundärer Pflanzenstoff
- Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 28