Herzogenreuth
Herzogenreuth
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(138)&title=Herzogenreuth 49° 54′ N, 11° 6′ O
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| Höhe: | 542 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 138 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 | |||||
| Postleitzahl: | 91332 | |||||
| Vorwahl: | 09505 | |||||
Lage Herzogenreuths im Markt Heiligenstadt in Oberfranken
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Herzogenreuth (bambergisch: Herzareud) ist ein Gemeindeteil des Marktes Heiligenstadt i.OFr. im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Herzogenreuth hat eine Fläche von 4,214 km². Sie ist in 415 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10153,40 m² haben.<ref>Gemarkung Herzogenreuth (092187). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 19. Dezember 2025.</ref> In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Geisdorf.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 19. Dezember 2025.</ref>
Geografie
Das Kirchdorf liegt in der Fränkischen Schweiz und ist mit 556 m ü. NHN das höchstgelegene Dorf im Landkreis Bamberg und liegt nordöstlich vom Geisberg. Hier auf den Hochflächen des Jura hat man bei gutem Wetter einen Blick bis ins Fichtelgebirge.
Die Staatsstraße 2187 führt nach Tiefenpölz (2,4 km südöstlich) bzw. nach Neudorf bei Scheßlitz (3,5 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Laibarös zur Staatsstraße 2281 (2,9 km nordöstlich), nach Geisdorf (1,4 km östlich) und nach Lindach (1,7 km südlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 19. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1255, als der Bamberger Bischof dem Chunemund von Giech das Dorf „Herzogengeriuth“ für 150 Mark Silber verpfändete.
Zur Realgemeinde Herzogenreuth gehörte Geisdorf. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herzogenreuth aus 27 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren das Amt Scheßlitz (3 Höfe mit je 2 Häusern, 1 Hof mit 2 Häusern und Schmiede, 1 Hof mit 2 Häusern, 1 Schenkstatt mit Brauhaus, 5 Höfe, 3 Halbhöfe, 3 Viertelhöfe, 1 Sölde, 1 Gütlein), das Gotteshaus Scheßlitz (1 Sölde, 1 Schulhaus) und die Gemeinde (1 Hirtenhaus).<ref name="W129">W. Weiß: Bamberg, S. 129.</ref>
Im Jahre 1802 kam Herzogenreuth an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Herzogenreuth gebildet, zu dem Geisdorf gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Herzogenreuth, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, seit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).<ref name="W247">W. Weiß: Bamberg, S. 247.</ref> Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,205 km².<ref name="OV 1961" />
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Herzogenreuth im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Heiligenstadt eingegliedert.<ref> </ref><ref>Heiligenstadt i.OFr. > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 19. Dezember 2025.</ref>
Baudenkmäler
In Herzogenreuth gibt es drei Baudenkmäler:<ref>Denkmalliste für Heiligenstadt (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Haus Nr. 6: Bauernhaus mit Austragshaus
- Haus Nr. 23: katholische Filialkirche St. Nikolaus. Die Kirche hat mit ihrem romanischen Chorturm und der über einen Meter starken Friedhofsmauer noch das Aussehen einer Dorfburg.
- Großstadel bei Haus Nr. 25
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Alte Beschreibungen
In Biedermanns Topographische Beschreibung aus dem Jahr 1752 wird Herzogenreuth folgendermaßen geschildert:
„Herzogenreuth, ein Dorf mit einer katholischen Kirche auf der Höhe unter dem Amt Scheßlitz, 4 Stunden von der Residenz, dessen Mannschaften teils dem Hochstift, teils auch dem Hochwürdigen Domkapitel in Bamberg zuständig. Die Kirche, zu St. Nikolai genannt, ist eine Filial von Tiefenbelz und wird den dritten Sonntag jederzeit bestellt.“<ref>Dieter Zöberlein: Gemeindechronik Markt Heiligenstadt i. OFr.</ref>
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Herzogenreuth
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 167 | 184 | 174 | 177 | 179 | 178 | 177 | 184 | 198 | 189 | 179 | 196 | 156 | 166 | 171 | 193 | 206 | 207 | 204 | 221 | 213 | 206 | 184 | 170 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> | 48 | 33 | 35 | 35 | 33 | 32 | 32 | 33 | ||||||||||||||||
| Quelle | <ref name="W247" /> | <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 136, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV" /> | <ref name="HGV" /> | <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 831–832, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> | <ref>
Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 127 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1002, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 948 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 992 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1013 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV2">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 134, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV2" /> || <ref name="HGV2" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 876 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV2" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 645 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 146 (Digitalisat).</ref> |
Ort Herzogenreuth
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 142 | 152 | 147 | 167 | 140 | 181 | 173 | 163 | 154 | 138 |
| Häuser<ref name="Häuser" /> | 32 | 30 | 28 | 28 | 27 | 28 | 32 | |||
| Quelle | <ref name="W247" /> | <ref name="OV 1861" /> | <ref name="OV 1875" /> | <ref name="OV 1885" /> | <ref name="OV 1900" /> | <ref name="OV 1925" /> | <ref name="OV 1950" /> | <ref name="OV 1961" /> | <ref name="OV 1970" /> | <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 289 (Digitalisat).</ref> |
Religion
Herzogenreuth ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Martin (Tiefenpölz) gepfarrt.<ref name="W129"/><ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Herzogenreuth. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 642 (Digitalisat).
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- Dieter Zöberlein: Gemeindechronik Markt Heiligenstadt i. OFr. – Herausgegeben anlässlich der Feier des 450-jährigen Jubiläums der Verleihung des Marktrechtes an Heiligenstadt i. OFr. Heiligenstadt 1995.
Weblinks
- Blick in die Geschichte > Herzogenreuth. In: markt-heiligenstadt.de. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Herzogenreuth in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Herzogenreuth im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
Brunn | Burggrub | Geisberg | Geisdorf | Greifenstein | Heroldsmühle | Herzogenreuth | Hohenpölz | Kalteneggolsfeld | Leidingshof | Lindach | Neudorf | Neumühle | Oberleinleiter | Oberngrub | Reckendorf | Siegritz | Stücht | Teuchatz | Tiefenpölz | Traindorf | Veilbronn | Volkmannsreuth | Zoggendorf
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- Ort im Landkreis Bamberg
- Ortsteil von Heiligenstadt in Oberfranken
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg)
- Geographie (Fränkische Schweiz)
- Ersterwähnung 1255
- Gemeindegründung 1818
- Gemeindeauflösung 1978
- Kirchdorf (Siedlungstyp)
- Gemarkung im Landkreis Bamberg