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Bariumchlorat

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Strukturformel
Strukturformel von Bariumchlorat
Allgemeines
Name Bariumchlorat
Andere Namen
  • Chlorsaures Barium
  • Chlorsaurer Baryt
Summenformel Ba(ClO3)2
Kurzbeschreibung

farblose, geruchlose Kristalle oder Pulver<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 236-760-7
ECHA-InfoCard 100.033.404
PubChem 26059
ChemSpider 24273
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 304,24 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

3,18 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

Zersetzung ab 250 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

gut in Wasser (256 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.033.404">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 271​‐​302+332​‐​411
P: 280​‐​264​‐​210​‐​221​‐​371+380+375​‐​301+330+331​‐​312​‐​304+340<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bariumchlorat ist ein Bariumsalz der Chlorsäure. Es besitzt die Formel Ba(ClO3)2 und gehört zur Stoffgruppe der Chlorate.

Gewinnung und Darstellung

Im Labor lässt es sich durch Elektrolyse einer Bariumchloridlösung herstellen. Dabei kristallisiert ein Teil des Produkts aufgrund geringerer Löslichkeit aus.<ref name="F. Haber">F. Haber: Grundriss Der Technischen Elektrochemie Auf Theoretischer Grundlage. 2016, ISBN 978-4-88695-269-1, S. 441 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Es kann auch durch Reaktion von Calciumchlorat oder Natriumchlorat mit Bariumchlorid gewonnen werden.<ref name="Heinrich Böttger, R. J. Meyer">Heinrich Böttger, R. J. Meyer: Chlor. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-11321-9, S. 337 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="Richard C. Ropp" />

<math>\mathrm{BaCl_2 + 2 \ NaClO_3 \longrightarrow Ba(ClO_3)_2 + 2 \ NaCl}</math>

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Ammoniumchlorat mit Bariumcarbonat<ref name="Heinrich Böttger, R. J. Meyer" />

<math>\mathrm{2 \ NH_4ClO_3 + BaCO_3 \longrightarrow Ba(ClO_3)_2 + 2 \ NH_3 + H_2O + CO_2}</math>

oder durch einen Liebig-Prozess durch Reaktion von Bariumhydroxid mit Chlorgas.<ref name="Heinrich Böttger, R. J. Meyer" />

<math>\mathrm{6 \ Ba(OH)_2 + 6 \ Cl_2 \longrightarrow 5 \ BaCl_2 + Ba(ClO_3)_2 + 6 \ H_2O}</math>

Aus Lösungen bildet sich das Monohydrat.<ref name="Heinrich Böttger, R. J. Meyer" />

Eigenschaften

Bariumchlorat ist ein farbloses Pulver, das sich ab 250 °C zersetzt.

<math>\mathrm{Ba(ClO_3)_2 \longrightarrow BaCl_2 + 3 \ O_2}</math>

Es ist ein starkes Oxidationsmittel. Wie alle Chlorate muss auch diese Verbindung vorsichtig gehandhabt werden. Das Monohydrat gibt bei 120 °C sein Kristallwasser ab<ref name="GESTIS" />, wobei die Abgabe schon bei 85 °C beginnt.<ref name="Richard C. Ropp" />

Das Monohydrat besitzt eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15. Das Anhydrat eine orthorhombische Kristallstruktur die wahrscheinlich zur Raumgruppe Fd2d (Nr. 43, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/43.3 gehört.<ref name="Richard C. Ropp">Richard C. Ropp: Encyclopedia of the Alkaline Earth Compounds. Newnes, 2012, ISBN 978-0-444-59553-9, S. 81 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Verwendung

In der Pyrotechnik wird Bariumchlorat nur noch selten eingesetzt.<ref name="Michael S. Russell">Michael S. Russell: The Chemistry of Fireworks. Royal Society of Chemistry, 2009, ISBN 978-0-85404-127-5, S. 110 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Für eine grüne Flammenfärbung verwendet man heutzutage Bariumnitrat, da Zubereitungen mit Bariumchlorat auf Stoß, Schlag und Reibung heftig reagieren können.<ref name="Takeo Shimizu">Takeo Shimizu: Selected Pyrotechnic Publications of Dr. Takeo Shimizu Part 3 Studies on Fireworks Colored Flame Compositions. Journal of Pyrotechnics, 1997, ISBN 1-889526-11-8, S. 78 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Bariumchlorat wird heute relativ selten verwendet und im Vergleich zu Kaliumchlorat und Natriumchlorat nur noch in geringeren Mengen hergestellt.

Es wird im Labormaßstab auch zur Herstellung von Chlorsäure verwendet<ref name="Egon Wiberg">Egon Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie Mit einem Anhang: Chemiegeschichte. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-023832-7, S. 124 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> und wird auch teilweise beim Schwarzdruck eingesetzt.<ref name="Rudolf Nietzki">Rudolf Nietzki: Chemie der Organischen Farbstoffe. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-36672-1, S. 170 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Einzelnachweise

<references />