Eule (Wappentier)
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Wenig stilisiert ist die Eule in der Heraldik ein relativ selten verwendetes Wappentier. Etwas natürlicher wird die Eule in Pöcking dargestellt,<ref>Pöcking-Wappen</ref> wo sie aus dem Wappen der Herwarths abgeleitet ist.
Welches Tier im Wappen gezeigt wird, muss die Wappenbeschreibung klären. Schleiereule, Kauz und andere wie Uhu oder Schneeeule sind möglich. Beim letzteren Tier ergibt sich die Farbe aus dem Namen.
Darstellung
Die Eule wird auf beiden Beinen stehend und oft in einer leicht nach heraldisch rechtsgekehrten Haltung dargestellt. Als Symbol der Weisheit handelt es sich um eine gemeine Figur in der Wappenkunst (Heraldik). Schnabel und Beine werden meistens anders gefärbt. Die spitzen „Ohren“ (Federbüschel) sind hochgestellt oder seitlich abgespreizt. Die Eule sollte immer eine Sitzauflage haben. Im Wappen kann das Tier auch die Flügel ausgebreitet halten. Die Augen werden betont gezeichnet. Alle Haltungen sind nach Möglichkeit zu beschreiben (blasonieren). Teile des Wappentieres sind nicht gebräuchlich.
Sonderform
Siehe auch: Eule der Minerva
Der Athene wird die Eule als Attribut beigegeben.
Verwendung von Institutionen
Die Eule findet insbesondere in den Wappen und Symbolen von Behörden und Organisationen mit Bezug zu Aufklärungstätigkeiten sowie dem Staatsschutz und Nachrichtendiensten Verwendung. Exemplarisch seien etwa die Wappen (Verbandsabzeichen) der Feldnachrichtentruppe der Bundeswehr,<ref>Rolf-Peter Kahl: Aufklärung mit der Eule am Ärmel. In: Frankfurter Neue Presse. 1. Dezember 2018, abgerufen am 18. Januar 2026: „[...] die Frontnachrichtenlehrkompanie 300 [...] war die einzige aktive Kompanie im Heer, die ein Element der Nachrichtengewinnung und Aufklärung der Bundeswehr bildete und deren Soldaten zur Herstellung eines umfassenden Lagebildes im Einsatz beitrugen. [...] Die Soldaten trugen ihr Verbandsabzeichen offen am Ärmel: eine Eule auf grünem Grund (deswegen auch Eulenkompanie).“</ref> der Abteilung „Polizeilicher Staatsschutz“ des Bundeskriminalamts (BKA),<ref>Jahresrückblick 2023. In: Technisches Hilfswerke Ortsverband Calw. 31. Dezember 2023, abgerufen am 18. Januar 2026 (s. Abb.).</ref> des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) in Hessen sowie des ukrainischen Militärnachrichtendienstes (HUR) genannt. Selbiges gilt auch für den Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH), der neben der Eule den „wehrhaften“ Igel verwendet.<ref>Corporate Design Manual. Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen, S. 2 (sicherheitspolitik.de [PDF]).</ref>
Historische Bezeichnung
In älterer Literatur wird das Wappentier mit Auff bezeichnet. In dieser Art ist es auch ein redendes Wappen der österreichischen Familie Auffenberg.<ref>Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Leipzig 1984, S. 47.</ref>
Siehe auch
- Eulen nach Athen tragen (Redensart)
Einzelnachweise
<references />