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GBU-15

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GBU-15
Datei:GBU-15 xxl.jpg
GBU-15(V)21/B der United States Air Force

GBU-15(V)21/B der United States Air Force
Allgemeine Angaben
Typ Gleitbombe
Heimische Bezeichnung GBU-15, Guided Bomb Unit 15, Modular Glide Bomb, EGBU-15
NATO-Bezeichnung GBU-15
Herkunftsland Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten
Hersteller Rockwell International, Boeing
Entwicklung 1974
Indienststellung 1983
Einsatzzeit im Dienst
Stückpreis 242.500–272.000 USD<ref name="Missileindex">Hajime Ozu: GBU-15 Modular Guided Weapon System. In: missile.index.ne.jp. The Missile Index, abgerufen am 30. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="forecast">Forecastinternational.com: GBU-15(V)/B (PDF; 0,1 MB)</ref>
Technische Daten
Länge 3,91 m
Durchmesser 457 mm
Gefechtsgewicht 1.111–1.140 kg<ref name="janes-air">Robert Hewson: Jane’s Air launched Weapon 2003. Jane’s Information Group, 2003, S. 538–540.</ref>
Spannweite 1.499 mm
Reichweite ~40 km
Ausstattung
Lenkung INS/GPS, 2-Weg Datenlink
Zielortung Videokamera oder Wärmebildkamera
Gefechtskopf Mark 84 oder BLU-109
Zünder Aufschlagzünder & Verzögerungszünder
Waffenplattformen Kampfflugzeuge, Bomber
Listen zum Thema

Die GBU-15 ist eine Gleitbombe die in den Vereinigten Staaten entwickelt und produziert wurde.

Entwicklung

Anfang der 1970er Jahre entwickelte die United States Air Force (USAF) im Rahmen des Programmes Pavestrike verschiedene Konzepte für Gleitbomben. Mit diesen neuen Bomben sollten u. a. die GBU-8 und AGM-62 Walleye, mit ihren problembehafteten elektro-optischen Zielsystemen ersetzt werden. Das eigentliche Konzept der GBU-15 entstand als Teil des MGWS (Modular Guided Weapon System). Das MGWS bestand aus zwei verschiedenen Gleitbomben, der CWW (Cruciform Wing Weapon) von Rockwell International und der PWW (Planar Wing Weapon, GBU-20). Aus der CCW entstand ab 1974 in Zusammenarbeit von Rockwell International und dem Air Force Test Center (Eglin Air Force Base) die GBU-15. Die ersten, noch ungelenkten Flugtests wurden ab 1975 durchgeführt. Die ersten Flugtests mit dem Schuchkopf und dem Datenlink erfolgten ab 1978. Im Jahr 1982 wurden die ersten GBU-15 an die USAF ausgeliefert und im Jahr 1983 war die Waffe operationell. Insgesamt wurden über 3.200 GBU-15 produziert. Im Jahr 1996 wurde Rockwell von Boeing übernommen, welche für das After-Sales-Management sorgt. Zwischen 1999 und 2000 wurden rund 1.500 der Bomben zur Version EGBU-15 mit INS/GPS-Unterstützung modifiziert.<ref name="forecast" /><ref name="janes-air" /><ref name="gunston">An Illustrated Guide to Modern Airborne Missiles. Salamander Books, 1983, S. 100–101.</ref><ref name="fas">Fas.org: GBU-15</ref>

Die USAF beantragte ursprünglich die Lenkflugkörperbezeichnungen AGM-112A und AGM-112B. Da es sich bei der Waffe jedoch um eine antriebslose Gleitbombe handelte, wurden diese Bezeichnungen vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten abgelehnt und stattdessen die Bezeichnung GBU-15 vergeben.<ref name="designation">Designation-systems.net: Rockwell GBU-15(V)/B</ref>

Versionen

Die GBU-15 wurde in den drei Versionen GBU-15(V)1/B, GBU-15(V)2/B und EGBU-15 gebaut. Folgende Varianten sind bekannt:<ref name="designation" /><ref name="militero">Militero.wordpress.com: USAF Weapons File 2003–2004 (PDF; 2,8 MB)</ref><ref name="fighter-arcraft-echnology">Anthony Thornborough: Modern Fighter Aircraft Technology and Tactics: Into Combat With Today's Fighter Pilots. Patrick Stephens Ltd, 1995, S. 121.</ref>

  • GBU-15(V)1/B: Mit Mark 84-Bombe als Gefechtskopf, DSU-27A/B-Videokamera als Suchkopf und großen MXU-724-Flügeln.
  • GBU-15(V)2/B: Mit Mark 84-Bombe als Gefechtskopf, WGU-10/B-Wärmebildkamera als Suchkopf und großen MXU-724-Flügeln.
  • GBU-15(V)21/B: Mit Mark 84-Bombe als Gefechtskopf, DSU-27A/B-Videokamera als Suchkopf und kleinen MXU-787-Flügeln.
  • GBU-15(V)22/B: Mit Mark 84-Bombe als Gefechtskopf, WGU-10/B-Wärmebildkamera als Suchkopf und kleinen MXU-787-Flügeln.
  • GBU-15(V)31/B: Mit BLU-109-Bombe als Gefechtskopf, DSU-27A/B-Videokamera als Suchkopf und kleinen MXU-787-Flügeln.
  • GBU-15(V)32/B: Mit BLU-109-Bombe als Gefechtskopf, WGU-10/B-Wärmebildkamera als Suchkopf und kleinen MXU-787-Flügeln.
  • GBU-15(V)1C/B (EGBU-15): Nachgerüstete GBU-15(V)1/B mit GPS und neuem Autopiloten. Mit Mark 84-Bombe als Gefechtskopf, DSU-27A/B-CCD-Sensor als Suchkopf und großen MXU-724-Flügeln.
  • GBU-15(V)2C/B (EGBU-15): Nachgerüstete GBU-15(V)2/B mit GPS und neuem Autopiloten. Mit Mark 84-Bombe als Gefechtskopf, WGU-10/B-Wärmebildkamera als Suchkopf und großen MXU-724-Flügeln.
  • GBU-15(V)31A/B (EGBU-15): Nachgerüstete GBU-15(V)31/B mit GPS und neuem Autopiloten. Mit BLU-109-Bombe als Gefechtskopf, DSU-27A/B-Videokamera als Suchkopf und kleinen MXU-787-Flügeln.
  • GBU-15(V)32A/B (EGBU-15): Nachgerüstete GBU-15(V)32/B mit GPS und neuem Autopiloten. Mit BLU-109-Bombe als Gefechtskopf, WGU-10/B-Wärmebildkamera als Suchkopf und kleinen MXU-787-Flügeln.

Technik

Datei:F-4E 3rd TFW dropping GBU-15 1985.JPEG
Abwurf einer GBU-15(V)1/B mit der ursprünglichen MXU-724-Flügelkonfiguration

Die GBU-15 ist eine Gleibombe für die Bekämpfung von Bodenzielen. Sie kann gegen ein breites Spektrum strategischer sowie taktischer Ziele, z. B. Flugabwehr, Brücken, Transporteinrichtungen, Verkehrsanlagen, Bunker sowie Schiffen eingesetzt werden. Aufgrund der Größe können jeweils nur 1–2 Bomben von einem Kampfflugzeug mitgeführt werden.<ref name="janes-air" /><ref name="gunston" /><ref name="fas" />

Im Groben besteht die GBU-15 aus drei Komponenten: in der Bombenspitze befinden sich hinter einem transparenten Fenster die DSU-27A/B-Schwarz-Weiß-Videokamera mit CCD-Sensor oder die WGU-10/B-Wärmebildkamera sowie die WCU-6A/B-Steuereinheit. Danach folgte der Gefechtskopf. Dieser kann aus einer Mark 84-Bombe (907 kg) oder einer BLU-109 (893 kg) bestehen. Heckteil sind ein einfaches Trägheitsnavigationssystem, das 2-Weg Datenlink, die Elektronik, die Aktuatoren sowie die Elektrizitätsversorgung untergebracht. Am Bombenrumpf sind vier Flügelpaare in X-Form angebracht. Anfänglich wurden die Flügelpaare vom Typ MXU-724 verwendet. Bei diesen sind die hinteren und größeren Flügel positiv gepfeilt und die vorderen weisen eine negative Pfeilung auf. An den hinteren Flügeln sind Steuerflächen montiert. Bei späteren GBU-15-Ausführungen wurden die Flügelpaare vom Typ MXU-787 verbaut. Diese verwenden hinten kleinere, rechteckige Flügel und vorne solche mit größerer Spannweite. Oben auf dem Bomben-Rumpf sind 762 mm-Bombenschlösser (30 inch) angebracht.<ref name="forecast" /><ref name="fighter-arcraft-echnology" /><ref name="ausairpower">Ausairpower.net: Pave Tack and the GBU-15 Greatly Expand RAAF Strike Capabilities</ref><ref name="weaponsystems">Weaponsystems.net: GBU-15</ref><ref name="airvectors">Airvectors.net: Bullpup, Walleye, & HOBOS</ref>

Mit der GBU-15 kommen zwei unterschiedliche Angriffsprofile zur Anwendung. Beim direkten Angriffsprofil aktiviert der Waffensystemoffizier den Bomben-Suchkopf und nimmt damit das Ziel ins Visier. Dabei funktioniert die GBU-15 nach dem Fire-and-Forget-Prinzip, d. h. nach dem Abwurf gleitet die Bombe selbstständig in das Ziel. Beim indirekten Angriffsprofil wird die Bombe während dem Gleitflug vom Waffensystemoffizier in Ziel gelenkt. Dabei wird das TV/IR-Bild des Suchkopfes in der Bombenspitze mit dem Datenlink in das Flugzeug übertragen („man-in-the-loop“). Die Ausführung EGBU-15 kann den großen Teil des Gleitfluges autonom zurücklegen. Erst für den Zielanflug wird das TV/IR-Bild des Suchkopfes in das Flugzeug übertragen. Für die Übertragung der Bilddaten aus dem Bomben-Suchkopf muss das Trägerflugzeug mit einem AXQ-14-Datenlink-Pod ausgerüstet sein. Beim Abwurf aus niedriger Flughöhe beträgt die Reichweite 10–15 km. Aus großer Höhe wird eine Reichweite von rund 45 km erreicht. Die GBU-15 erzielt ein Streukreisradius (CEP) von 5–7 m und die EGBU-15 ein solcher von 4–5 m.<ref name="janes-air" /><ref name="gunston" /><ref name="ausairpower" /><ref name="airwar">Airwar.ru: GBU-15/GBU-20/AGM-112</ref>

Weiterentwicklung

Aus der GBU-15(V)21/B-Gleitbombe wurde die AGM-130 Luft-Boden-Rakete entwickelt. Diese ist weitgehend baugleich, verfügt aber zusätzlich über ein Raketentriebwerk, wodurch sich die Reichweite auf 75 km erhöht.

Kampfeinsätze

Während des Zweiten Golfkriegs 1991 warfen F-111F „Aardwark“ der USAF 71 GBU-15 auf feindliche Ziele ab. Die Ausführung EGBU-15 kam beim Irakkrieg 2003 zum Einsatz.<ref name="janes-air" />

Trägerflugzeuge

Nutzer

Quellen:<ref name="Missileindex" /><ref name="forecast" /><ref name="janes-air" /><ref name="sipri">Trade Register auf sipri.org, Zugriff: 17. November 2025.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Anthony Thornborough: Modern Fighter Aircraft Technology and Tactics: Into Combat With Today's Fighter Pilots. Patrick Stephens Ltd, Vereinigte Staaten, 1995, ISBN 978-185260426-4
  • Bill Gunston: An Illustrated Guide to Modern Airborne Missiles. Salamander Books, Vereinigtes Königreich, 1983, ISBN 0-668-05822-6.
  • Robert Hewson: Jane’s Air launched Weapon 2003. Jane’s Information Group, Vereinigtes Königreich, 2003, ISBN 0-7106-0866 7.

Weblinks

Commons: GBU-15 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />