Dorfitter
Dorfitter Gemeinde Vöhl
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(849)&title=Dorfitter 51° 14′ N, 8° 53′ O
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| Höhe: | 322 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 4,28 km²<ref name="DF" /> | |||||
| Einwohner: | 849 (2014)<ref name="DF">Ortsteile Vöhls. In: Webauftritt. Gemeinde Vöhl, abgerufen im Oktober 2020.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 198 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Februar 1971 | |||||
| Eingemeindet nach: | Ittertal | |||||
| Postleitzahl: | 34516 | |||||
| Vorwahl: | 05631 | |||||
Lage von Dorfitter in Vöhl
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Dorfitter ist ein Ortsteil in der Großgemeinde Vöhl im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geographische Lage
Dorfitter liegt im Ittergau an der Itter, einem von Westen aus Richtung Ober- und Nieder-Ense kommenden Bach, der in den nahen Edersee mündet. Unmittelbar oberhalb bzw. westlich des Dorfs fließt die Marbeck in die Itter ein; etwas unterhalb der Ortschaft mündet die Kuhbach ein. Durch das Dorf, das sich auf etwa 330 bis 370 m ü. NN befindet, führt die Bundesstraße 252 im Abschnitt zwischen Korbach (Norden) und Herzhausen (Süden).
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte Erwähnung von Itter stammt aus dem Jahr 1126. Hier ist aber unklar ob damit Dorfitter oder Thalitter gemeint ist.<ref name="lagis" /> Anfangs wurde der Ort in der Urkunde der Herren von Löwenstein (1251) „Dorpytere“ genannt, ab 1329 ist „Dorfyttere“ überliefert.
Vom intensiven Kupferbergbau, der vom Abteufen des ersten Schachts durch Ludwig Balthasar Müller im Jahre 1709/10 bis 1868 dauerte, zeugen noch heute die großen Halden und das Zechenhaus. Anstelle der Bartholomäus-Kapelle aus dem 13. Jahrhundert wurde 1628 die heutige evangelische Kirche unter Verwendung mittelalterlicher Bauteile errichtet, darunter befinden sich ein Altaraufsatz aus spätgotischen und barocken Bestandteilen sowie ein Kruzifix aus dem 14. Jahrhundert.
Dorfitter gehörte zunächst zur Landgrafschaft Hessen, seit 1806 zum Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt). Dort lag es in dessen Provinz Oberhessen. Nach Auflösung der Ämter im Großherzogtum 1821 gehörte es zum Landratsbezirk Vöhl und zum Bezirk des Landgerichts Vöhl. Die Gemeinde gehörte zu den Landesteilen, die das Großherzogtum nach dem verlorenen Krieg von 1866 mit dem Friedensvertrag vom 3. September 1866 an Preußen abtreten musste. Dort wurde es dem Landkreis Frankenberg und dem Amtsgericht Vöhl zugeordnet.<ref name="lagis" />
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Februar 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen zunächst die Gemeinden Dorfitter, Thalitter und Herzhausen freiwillig zur neuen Gemeinde Ittertal.<ref>Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 32 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,2 MB]).</ref> Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Ittertal kraft Landesgesetz mit Hessenstein (bestehend aus den ehemaligen Gemeinden Buchenberg, Ederbringhausen, Harbshausen, Kirchlotheim, Niederorke, Oberorke und Schmittlotheim), Marienhagen, Obernburg und Vöhl zur neuen Großgemeinde Vöhl zusammengeschlossen.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Frankenberg und Waldeck (GVBl. II 330-23) vom 4. Oktober 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 359, § 6 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,3 MB]).</ref><ref name=Gemeindeverzeichnis1970bis1982></ref> Verwaltungssitz der Gemeinde ist der Ortsteil Vöhl. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Vöhl wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 22 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Vöhl, abgerufen im Oktober 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Dorfitter angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1356: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft Itter
- 1356–1590: Heiliges Römisches Reich, Landesherrschaft strittig zwischen Landgrafschaft Hessen, Kurmainz und Grafschaft Waldeck, Herrschaft Itter
- ab 1590: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Herrschaft Itter
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg)<ref>Die Zugehörigkeit der Herrschaft Itter anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.</ref>
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Herrschaft Itter
- ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Herrschaft Itter<ref name="PR" /><ref name="AB">Vorlage:BibOCLC</ref>
- ab 1806: Großherzogtum Hessen,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Oberhessen, Amt Herrschaft Itter<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Herrschaft Itter<ref name="NLVK" />
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Vöhl<ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Landgericht Vöhl) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
- ab 1852:Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Vöhl
- ab 1867: Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge des Deutschen Krieges.</ref> Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg<ref name="AB" />
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg
- ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Waldeck
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Gemeinde Ittertal
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Vöhl
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Dorfitter 804 Einwohner. Darunter waren 21 (2,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 153 Einwohner unter 18 Jahren, 339 waren zwischen 18 und 49, 162 zwischen 50 und 84 und 153 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 336 Haushalten. Davon waren 90 Singlehaushalte, 99 Paare ohne Kinder und 114 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 63 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 225 Haushaltungen leben keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
- 1629: 26 Haushaltungen<ref name="lagis" />
- 1742: 30 Haushaltungen<ref name="lagis" />
- 1791: 230 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
- 1800: 214 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
- 1806: 227 Einwohner, 38 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- 1829: 280 Einwohner, 40 Häuser<ref name="GW" />
| Dorfitter: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2014 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1791 | 230 | |||
| 1800 | 214 | |||
| 1806 | 227 | |||
| 1829 | 280 | |||
| 1834 | 304 | |||
| 1840 | 306 | |||
| 1846 | 325 | |||
| 1852 | 330 | |||
| 1858 | 335 | |||
| 1864 | 294 | |||
| 1871 | 305 | |||
| 1875 | 294 | |||
| 1885 | 357 | |||
| 1895 | 331 | |||
| 1905 | 366 | |||
| 1910 | 376 | |||
| 1925 | 361 | |||
| 1939 | 422 | |||
| 1946 | 658 | |||
| 1950 | 714 | |||
| 1956 | 616 | |||
| 1961 | 605 | |||
| 1967 | 718 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 804 | |||
| 2014 | 849 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: Gemeinde Vöhl<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1829: | 280 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" /> |
| • 1885: | 356 evangelische (= 99,72 %), ein jüdischer (= 0,28 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 544 evangelische (= 89,92 %), 57 katholische (= 9,42 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Persönlichkeiten
- Helge Timmerberg (* 1952), deutscher Journalist und Autor
- Burkhard Sude (* 1957), deutscher Volleyballspieler
Literatur
- Thomas Gothe: Zur Geschichte der Herrschaft Itter und zum Bergbau des Ittertals in Nordhessen. In: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung, 61, 2010, S. 237–250.
- Götz J. Pfeiffer: Das Retabel der evangelischen Bartholomäuskirche zu Dorfitter. Zu Künstlern und Geschichte eines spätgotisch-barocken Altaraufsatzes, in: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung, 61, 2010, S. 221–236.
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Ortsteils Vöhls. In: Webauftritt der Gemeinde Vöhl.
- Dorfitter, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Dorfitter, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Juli 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 420 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 201 f. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 219 f. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 265 f. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="GW"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 50 und 106, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
Asel | Basdorf | Buchenberg | Dorfitter | Ederbringhausen | Harbshausen | Herzhausen | Kirchlotheim | Marienhagen | Niederorke | Obernburg | Oberorke | Schmittlotheim | Thalitter | Vöhl