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Mohr im Hemd

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 26. März 2025 um 18:16 Uhr durch imported>Flexperte (Ref:1 dient vor allem als Beleg für die Empfehlung des FV aus 2012, zusätzlich für die darin vorgeschlagene Bezeichnung "Kuchen mit Schlag". Deshalb passt als Quelle der Artikel aus 2012 dazu deutlich besser. Die davor verlinkte Quelle ist ein Rückverweis darauf vom 19.2.2015 und zusätzlich nicht ideal, weil sie kein Artikel sondern ein Userkommentar ist. Diese Meinung des Filmemachers hat ohnedies inzwischen die eigene Fußnote 11, den Artikel "Kritik am MiH im Kindergarten" vom 18.2.2015.).
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Datei:Mohr im Hemd im Kaffeehaus.jpg
„Mohr im Hemd“, wie er in einem Wiener Kaffeehaus serviert wird.

Mohr im Hemd, auch Kuchen mit Schlag<ref name=":1" /> oder Schoko-Nuss-Kuchen,<ref name=":2" /> ist eine österreichische Süßspeise.

Beschreibung

Sie besteht hauptsächlich aus Schokolade, Butter, Semmelbröseln (Paniermehl), Zucker, Eidotter, geriebenen Mandeln oder Walnusskernen und Rotwein und hat die Form eines kleinen Gugelhupfs. Wie der englische Christmas Pudding wird der Mohr im Hemd im Wasserbad pochiert. Danach wird er mit heißer Schokoladensoße übergossen und mit Schlagobers garniert. Gelegentlich wird die Süßspeise mit Eis serviert als Eismohr im Hemd bezeichnet. Man bekommt den Mohr im Hemd in österreichischen Kaffeehäusern und Gaststätten sowie vereinzelt auch in bayerischen Konfiserien. Der Ausdruck im Hemd bezieht sich auf das (weiße) Schlagobers, das den Schokokuchen umhüllt.

Kontroverse um die Bezeichnung

Besonders seit den 2000er Jahren wird der Begriff „Mohr im Hemd“ in wissenschaftlicher Literatur und den Medien als rassistisch kritisiert und diskutiert.<ref>Wie rassistisch der Begriff „Mohr“ wirklich ist in der Presse, 20. März 2012; abgerufen am 15. Februar 2016</ref><ref>Christian Flatz, Danijela Miskic: Sprache spielt eine Rolle. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 5. März 2023.@1@2Vorlage:Toter Link/www.uibk.ac.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref><ref>In ATV "Am Punkt": Hitzige Diskussion über "Mohr im Hemd". Abgerufen am 5. März 2023.</ref> Der Begriff „Mohr“ ist im Kolonialismus als abwertende Bezeichnung für Schwarze benutzt worden. Der afroösterreichische Journalist Simon Inou äußerte sich dazu: „Solche Wörter sind für Schwarze im deutschsprachigen Raum eine der schwersten Beleidigungen.“<ref name=":0">Will i mohr? - fm4.ORF.at. Abgerufen am 5. März 2023.</ref>

Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch spricht sich für eine Änderung des Speisenamens aus, weil dieser schwarze Menschen herabwürdige und verletze.<ref>Fragen & Antworten zu diskriminierenden Speisebezeichnungen. SOS Mitmensch, 12. März 2012, abgerufen am 5. März 2023.</ref> Als Argumente für die Beibehaltung der Bezeichnung „Mohr im Hemd“ werden oft Tradition und das Fehlen einer schlechten Absicht hinter der Bezeichnung benannt. Die Linguistin Katharina Zaboj nennt die Befürwortung des Begriffes als Beispiel für Alltagsrassismus von Weißen und vergleicht die Debatte mit der um die Bezeichnung „Mohrenköpfe“ für Schokoküsse.<ref>Katharina Zaboj: Sprache und Alltagsrassismus. »Aber woher kommst du wirklich?« In: Wiener Linguistische Gazette. Nr. 88. Universität Wien, Wien 2021, S. 83–90 (univie.ac.at [PDF]).</ref>

Der Fachverband Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich empfahl 2012, auf diskriminierende Speisebezeichnungen wie „Mohr im Hemd“ zu verzichten und stattdessen neutrale Bezeichnungen wie „Kuchen mit Schlag“ zu übernehmen: „Als Branche, die sich der Gastfreundschaft verschrieben hat, sollten wir hier mit gutem Beispiel vorangehen und auf derartige Bezeichnungen verzichten.“<ref name=":1">Konflikt um Bezeichnungen: Vom "Mohr im Hemd" zum "Kuchen mit Schlag". In: Der Standard. 6. März 2012, abgerufen am 27. Oktober 2024.</ref>

Mehrere Unternehmen haben sich nach öffentlicher Kritik von dem Namen „Mohr im Hemd“ distanziert. Als der Eishersteller Eskimo 2009 eine neue Eissorte mit der Geschmacksrichtung „Mohr im Hemd“ und dem Slogan „I will mohr!“ veröffentlichte, führte dies zu einem Diskurs in österreichischen Medien.<ref name=":0" /><ref>Ingrid Brodning: Mediaforschung. In: Falter. 29. Juli 2009, abgerufen am 5. März 2023.</ref> Nach Beschwerden beim Österreichischen Werberat entschuldigte sich Eskimo öffentlich für die Kampagne und verzichtete auf die weitere Verwendung der Plakatsujets.<ref>Detail - werberat. Abgerufen am 5. März 2023.</ref> Die Firma Smilemenues, die Wiener Kindergärten mit Speisen beliefert, nahm 2015 den Produktnamen nach Kritik vom Speiseplan.<ref>Kritik am "Mohr im Hemd" im Kindergarten. In: Der Standard. Abgerufen am 5. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Lebensmittelkette Billa nennt die Süßspeise seit 2020 Schoko-Nuss-Kuchen.<ref name=":2">Rassismus-Debatte: Billa verbannt "Mohr im Hemd". In: Salzburger Nachrichten. 18. August 2020, abgerufen am 5. März 2023.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />