Eschwege
| Wappen | Deutschlandkarte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:DEU Eschwege COA.svg |
| |||||
| Basisdaten | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 51° 11′ N, 10° 3′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|06636003}}
{{#coordinates:51,188055555556|10,052777777778|primary
|
dim= | globe= | name= | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Bundesland: | Hessen | |||||
| Regierungsbezirk: | Kassel | |||||
| Landkreis: | Werra-Meißner-Kreis | |||||
| Höhe: | 165 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km² | |||||
| Einwohner: | {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|06636003}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | QUELLE}}</ref> | ||||
| Bevölkerungsdichte: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km² | |||||
| Postleitzahl: | 37269 | |||||
| Vorwahlen: | 05651, 05652 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | ESW, WIZ | |||||
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 36 003 | |||||
| LOCODE: | DE ESW | |||||
| Stadtgliederung: | 7 Stadtteile | |||||
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Obermarkt 22 37269 Eschwege | |||||
| Website: | www.eschwege.de | |||||
| Bürgermeister: | Alexander Heppe (CDU) | |||||
| Lage der Stadt Eschwege im Werra-Meißner-Kreis | ||||||
| <imagemap>
Bild:Eschwege ESW.svg|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte rect 1675 101 1784 235 Werra-Meißner-Kreis rect 1330 27 1810 651 Hessen poly 598 1430 1076 1271 1180 1370 1110 1424 1260 1620 1155 1795 1040 1758 1094 1650 874 1566 717 1552 714 1509 Sontra poly 597 1428 941 1292 991 1211 969 1147 675 992 472 1172 463 1409 Waldkappel poly 469 1169 668 991 700 926 678 813 650 803 628 879 489 822 468 879 350 771 228 762 60 964 92 1000 235 997 247 1065 388 1162 Hessisch Lichtenau poly 112 575 166 503 374 555 471 496 480 443 620 523 558 608 642 616 597 703 471 665 431 702 240 676 Gutsbezirk Kaufunger Wald poly 346 772 473 664 593 708 633 650 717 689 693 838 654 812 629 870 496 828 471 879 Großalmerode poly 690 855 1007 850 1044 817 962 746 892 765 882 736 796 719 752 805 757 833 696 815 Berkatal poly 698 850 666 987 739 1025 861 1079 921 1024 961 1046 1079 957 1052 847 Meißner poly 695 68 859 59 932 191 899 328 851 349 750 235 Neu-Eichenberg poly 273 263 564 179 549 93 666 99 751 240 841 347 899 333 941 485 822 494 712 681 565 599 619 505 486 441 481 366 392 443 Witzenhausen poly 1227 1572 1512 1548 1689 1682 1594 1795 1186 1729 Herleshausen poly 1073 1263 1097 1232 1276 1242 1282 1294 1361 1310 1396 1293 1474 1309 1426 1346 1547 1391 1503 1575 1210 1571 1121 1416 1200 1344 1142 1350 Ringgau poly 848 1077 914 1026 1349 1251 1280 1302 1273 1244 1088 1228 1065 1277 940 1293 1001 1204 976 1147 Wehretal poly 1300 1276 1442 1207 1581 1303 1547 1387 1429 1346 1479 1309 1384 1292 1366 1316 Weißenborn poly 970 1047 1348 1239 1458 1185 1411 1020 1111 898 1136 818 1010 794 990 840 1063 853 1078 965 Eschwege poly 1404 1027 1487 1006 1522 934 1753 1034 1668 1319 1575 1164 1459 1183 Wanfried poly 1095 885 1234 728 1526 924 1480 1017 1404 1019 Meinhard poly 690 908 715 775 716 675 824 493 938 494 1263 654 1237 731 1129 822 800 725 751 825 713 826 Bad Sooden-Allendorf poly 469 380 469 509 349 550 150 492 3 406 6 120 125 47 111 4 1191 5 937 177 863 54 706 63 742 231 697 235 652 100 576 80 546 102 553 183 286 261 379 454 Niedersachsen poly 1813 13 1328 5 1196 11 919 191 962 465 954 536 1033 552 1048 623 1266 652 1302 794 1308 856 1748 1031 1733 1081 1667 1169 1680 1210 1690 1294 1641 1315 1572 1161 1437 1207 1528 1296 1580 1302 1587 1339 1551 1359 1505 1429 1514 1557 1695 1679 1608 1788 1406 1737 1183 1735 1165 1834 1834 1837 Thüringen poly 1166 1836 1144 1795 1045 1760 1094 1659 881 1553 861 1579 715 1552 722 1510 604 1468 587 1413 475 1422 394 1481 252 1431 52 1545 55 1622 1 1648 1 1834 Landkreis Hersfeld-Rotenburg poly 5 1641 60 1627 58 1534 254 1428 398 1488 468 1424 465 1148 361 1167 243 1065 245 1025 227 991 43 1012 15 1055 2 1057 Schwalm-Eder-Kreis poly 4 1044 21 1046 50 1012 77 991 63 957 242 764 406 751 435 692 234 679 115 563 162 501 3 413 Landkreis Kassel desc bottom-left </imagemap> | ||||||
Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata
Eschwege ist die Kreisstadt im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.
Geografie
Die Stadt liegt in einer weitläufigen Flussniederung der Werra am Fuß der Leuchtberge, nordwestlich des Schlierbachswaldes und östlich des Hohen Meißners, etwa mittig im Städtedreieck Kassel (ca. 52 km, Nordhessen), Göttingen (ca. 55 km, Südniedersachsen) und Eisenach (ca. 40 km, Westthüringen), wenige Kilometer südlich vom Dreiländereck Hessen – Niedersachsen – Thüringen.
Nachbargemeinden
Eschwege grenzt im Norden an die Stadt Bad Sooden-Allendorf und die Gemeinde Meinhard, im Osten an die Stadt Wanfried (alle drei im Werra-Meißner-Kreis), im Südosten an die Stadt Treffurt (im thüringischen Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinden Weißenborn und Wehretal, im Westen an die Gemeinde Meißner sowie im Nordwesten an die Gemeinde Berkatal (alle vier im Werra-Meißner-Kreis).
Stadtgliederung
Die Stadt Eschwege besteht aus der Kernstadt sowie den Stadtteilen Albungen, Eltmannshausen, Niddawitzhausen, Niederdünzebach, Niederhone, Oberdünzebach und Oberhone.
Klima
Geschichte
Mittelalter
Seine erste Erwähnung findet eskinivvach im Jahre 974. Dieser Name entstammt einer alten germanischen Sprache und bedeutet so viel wie Siedlung bei den Eschen am Wasser. Sprachgeschichtlich lässt sich die Entstehung des Ortes somit auf eine Zeit vor der Eroberung durch die Franken datieren. Das war nach dem Jahr 500, spätestens um 700. Wohl noch in merowingischer Zeit entstand hier ein fränkischer Königshof, der als Grenzbefestigung über die Werrafurt nach Thüringen wachte und noch im 10. und 11. Jahrhundert bestand. Auf diese Zeit deutet noch der heilige Dionys hin, der bevorzugte Heilige der Merowinger, dem die Altstädterkirche geweiht ist.
Die erste schriftliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde von Kaiser Otto II., der darin den Königshof und die Siedlung seiner Frau Theophanu als Erbe hinterlässt. Ihre Tochter Sophia gründete um 1000 auf dem Cyriakusberg das Frauenstift Eschwege, das dem heiligen Cyriakus geweiht wurde und bis zur Einführung der Reformation in Hessen im Jahre 1527 bestand (einzig heute noch erhaltener Rest des Stifts ist der Karlsturm). Die Marktrechte erhielt der Ort um 1188, und die Stadtrechte folgten vor dem Jahr 1249. Aus dieser Zeit stammen auch die Grundlagen der bis in die Neuzeit florierenden Tuch- und Ledererzeugung.
Ab 1264 gehörte Eschwege als Folge des Thüringisch-Hessischen Erbfolgekriegs unter Landgraf Heinrich I. von Hessen zu Hessen. Am 12. Mai 1292 trug er König Adolf von Nassau die Stadt Eschwege als Reichslehen an und erhielt sie und die Reichsburg Boyneburg sofort als erbliches Reichslehen zurück. Damit erwarb Heinrich die Reichsfürstenwürde, was seine Machtstellung in Hessen erheblich stärkte.
Im Jahre 1385 zog Landgraf Balthasar von Thüringen in die Stadt ein und baute 1386 eine Burg. Im Jahre 1433 fiel die Stadt wieder an die Landgrafschaft Hessen. Die Landgrafen Philipp I., Wilhelm IV. und Moritz bauten die Burg zu einem Schloss aus.
Frühe Neuzeit
1585 ist ein Amt Eschwege bezeugt.<ref name="lagis" /> Von 1627 bis 1632 war dies der Alterssitz des abgedankten Landgrafen Moritz und von 1632 bis 1655 Residenz des Landgrafen Friedrich von Hessen-Eschwege, einer Nebenlinie im sogenannten Rotenburger Quart des Hauses Hessen-Kassel; allerdings residierte Friedrich wohl erst nach 1646 tatsächlich in der Stadt.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Eschwege an Ostern (Gründonnerstag, 9. April) 1637 durch kaiserliche Kroaten unter General Johann von Götzen geplündert und weitgehend durch Brände verwüstet. Nach dem Tod Friedrichs von Hessen-Eschwege 1655 fiel seine (Teil-)Landgrafschaft an seinen Bruder Ernst von Hessen-Rheinfels. Nach 1731 verlegte dessen Enkel Christian von Hessen-Wanfried die Residenz der Landgrafschaft Hessen-Wanfried nach Eschwege. Nach dem Aussterben der Linie Hessen-Wanfried im Mannesstamm 1755 fiel die Landgrafschaft an die Linie Hessen-Rotenburg. Als auch diese 1834 in männlicher Linie erlosch, fiel die ganze Quart an das Stammhaus Hessen-Kassel zurück.
Am 30. Oktober 1657 wurden Martha Kerste und ihre Tochter Catharina Rudeloff unter der Anklage der Hexerei hingerichtet. Bürgermeister Jürgen Zick im Namen der Stadt und die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Eschwege sprachen am 30. Oktober 2007 eine Rehabilitation der beiden als „Hexen“ verurteilten Frauen aus.
Eschwege lag an der 1700 eingerichteten Fahrpostroute Leipzig–Kassel im Rahmen der Fernpostlinie Moskau–Amsterdam.
19. und 20. Jahrhundert
Die Stadt erhielt im Jahre 1875 ein Krankenhaus, als am 28. Januar 1875 das communalstädtische Landkrankenhaus eröffnet wurde.<ref name=Klinik>Tobias Stück: Eschweger Klinik wurde vor 150 Jahren eingeweiht in Klinikum Plus, Ausgabe 1/2025, Hrsg. Klinikum Werra-Meißner, 2025</ref> Im selben Jahr erhielt Eschwege einen Bahnanschluss, als die Strecke von Bebra nach Eschwege gebaut wurde. Der Bahnhof Niederhone (ab 1936 Eschwege West) war Kreuzungspunkt der Berlin-Coblenzer Eisenbahn (Kanonenbahn) mit der Bebra-Friedländer Eisenbahn.
Im Zweiten Weltkrieg war Eschwege mehrmals das Ziel von Luftangriffen. Angriffe am 7., 19. und 21. Juli sowie am 26. August 1940 galten vor allem dem Flugplatz. Am 19. April 1944 wurden das Flugplatzgelände sowie Ober- und Niederhone angegriffen, wobei 18 Tote und 60 Verletzte zu beklagen waren.<ref>Luftaufnahme vom Eschweger Flugplatz nach Übernahme der amerikanischen Truppen 1945 Im Hintergrund P-38 Jäger der United States Army Air Forces, die von hier aus operierten.</ref>
Der schwerste Angriff erfolgte in den Mittagsstunden des 22. Februar 1945, der vor allem dem Bahnhof galt und 44 Menschenleben forderte. Am 3. April 1945 sprengten zurückweichende deutsche Truppen die Werrabrücken der Stadt. Noch am selben Tag rückte die US-Army in die Stadt ein. Die Besatzer richteten im Amtsgericht ihr Hauptquartier ein.<ref>Luftangriff auf Eschwege vor 75 Jahren: Bombenhagel zur Mittagszeit, Werra-Rundschau, 23. Februar 2020</ref>
Nach dem Ende des Krieges gehörte Eschwege zur Amerikanischen Besatzungszone. Die US-Militärverwaltung richtete im Januar 1946 ein DP-Lager zur Unterbringung jüdischer Flüchtlinge, so genannter Displaced Persons (DP), ein. Dieses Lager, in dem zeitweise bis zu 3300 Menschen lebten, wurde im April 1949 aufgelöst.<ref>Eschwege Displaced Persons Camp. In: United States Holocaust Memorial Museum, Washington, DC. Abgerufen am 17. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Gemeinnützige Stiftungen
Die Schenck’sche Stiftung zu Eschwege wurde gestiftet von Rudolph von Schenck zu Schweinsberg, Statthalter zu Cassel und Landvogt an der Werra. Sie war bestimmt zur Besoldung der Prediger, der Schul- und Kirchendiener, zu Beneficien an Studierende und Schulknaben und zur Belohnung an treue Dienstmägde, die 10 Jahre bei ein und derselben Herrschaft gedient hatten.<ref name="Staats-Handbuch280">Kurfürstlich-Hessisches Hof- und Staats-Handbuch. Verlag des reformierten Waisenhauses, Cassel 1863, S. 280.</ref>
1863 waren die beiden Pfarrer der Altstadt und der Pfarrer der Neustadt die Vorstände der Stiftung. Als Administrator und Pfarrer-Witwenkassen Administrator war der Kirchenschaften-Provisor zu Eschwege, Ludwig Arnold, bestellt.<ref name="Staats-Handbuch280" />
Historische Stadtnamen
In der Gründungszeit wurde Eschwege „Eskiniwach“ genannt, das heißt so viel wie „Siedlung bei den Eschen am Wasser“. Die älteren Leute, die in der Umgebung von Eschwege leben, sagen zu „Eschwege“ auch „Eschewei“ oder „Ischewei“. Diese Namen stammen vermutlich aus dem Hochdeutschen und sind vom germanischen Ursprungsnamen Eschweges abgeleitet. Weitere historisch belegte Namensformen des Ortes sind „Eskinewag“ in pago Germara marca (994), „Iskinwege“ (1064/65), „Heschenewege“ (1070/77), „Askinewage“ (1070) und „Eschenwege“ (1188).<ref name="lagis"> {{Internetquelle | hrsg= Hessisches Institut für Landesgeschichte | url= {{LAGIS/WeblinksZ||5631}} | titel= Eschwege, Werra-Meißner-Kreis | titelerg= {{LAGIS/Datenbanknamen| }} (Stand: {{FormatDate|2014-04-07 }}) | werk= Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS) | kommentar= |abruf-verborgen=0 | abruf= 2014-07-10 }} </ref>
Eingemeindungen
Im Jahr 1936 wurde Niederhone eingemeindet, da man das Gelände zum Anlegen des Fliegerhorsts Eschwege benötigte; die dortige Staatsdomäne wurde aufgelöst und weitgehend abgerissen.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden zum 31. Dezember 1971 die bisher eigenständigen Gemeinden Niederdünzebach und Oberdünzebach auf freiwilliger Basis eingemeindet und damit zu Stadtteilen Eschweges.<ref name="DEZ-1071">Gemeindegebietsreform Hessen; Zusammenschlüsse und Eingliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 94, Abs. 86 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> Albungen, Eltmannshausen und Niddawitzhausen folgten am 1. April 1972. Oberhone kam am 1. Januar 1974 kraft Landesgesetz hinzu.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Eschwege und Witzenhausen (GVBl. II 330-21) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 353, § 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,3 MB]).</ref><ref></ref> Für die eingegliederten Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 238 kB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Eschwege, abgerufen im Juni 2025.</ref>
Gerichte
Die Gerichtsbarkeit über Eschwege wurde vom Mittelalter bis in die Neuzeit durch das Amt Eschwege ausgeübt. Von 1627 bis 1632 gehörte es zur landgräflichen Nebenlinie von Hessen-Rotenburg.
Die weitere Zuständigkeit entwickelte sich wie folgt:<ref name="lagis" />
- 1801–1813: Friedensgericht Eschwege im Königreich Westphalen
- 1813–1834: Amt Eschwege erste Instanz, zweite Instanz Justizkanzlei Rotenburg
- 1834: Justizamt Eschwege I (Abtrennung der Justiz) erste Instanz, zweite Instanz Obergericht für die Provinz Niederhessen
- 1837: Justizamt Eschwege erste Instanz, zweite Instanz Obergericht für die Provinz Niederhessen
- 1867: Amtsgericht Eschwege erste Instanz (nach der Annexion durch Preußen), zweite Instanz Kreisgericht Kassel
- 1879: Amtsgericht Eschwege erste Instanz (durch das Reichsjustizgesetze), zweite Instanz Landgericht Kassel
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Eschwege angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- 974: Land Thüringen, Germaramark in der Grafschaft des Grafen Wigger
- 1075: Bistum Speyer
- 1233: Heiliges Römisches Reich, Erzbistum Mainz
- 1250–1264: Heiliges Römisches Reich, Herzogtum Braunschweig
- ab 1264: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen
- ab 1292: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen
- ab 1395: Heiliges Römisches Reich, Anschluss der Stadt an den thüringischen Landgrafen Balthasar von Meißen
- ab 1433: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Niederhessen
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Eschwege
- 1627–1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen, Amt Eschwege
- ab 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Eschwege, Gericht Eschwege
- 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Eschwege, Gericht Eschwege
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Eschwege
- 1814–1821: Kurfürstentum Hessen, Amt Eschwege, Gericht Eschwege
- ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73.</ref>
- ab 1834: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege<ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Justizamt Eschwege) und Verwaltung</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
- ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Eschwege
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011/2022
Nach den Erhebungen des Zensus 2011/Zensus 2022 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 / 15. Mai 2022, in Eschwege 19.444/18.984 Einwohner. Darunter waren 683/1956 (3,5 % / 10,3 %) Ausländer, von denen 178/473 aus dem EU-Ausland, 276/475 aus anderen europäischen Ländern und 229/1005 aus anderen Staaten kamen.<ref name="Z2011A" /><ref name="Z2022A" /> Von den deutschen Einwohnern hatten 16,3 % / 20,8 einen Migrationshintergrund.<ref name="Z2011M" /><ref name="Z2022M" /> Nach dem Lebensalter waren 3023/2924 Einwohner unter 18 Jahren, 7238/6379 waren zwischen 18 und 49, 4271/4659 zwischen 50 und 64 und 4916/5024 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011A5" /><ref name="Z2022A5" /> Die Einwohner lebten in 9461/4986 Haushalten. Davon waren 3700/? Singlehaushalte, 2597/2314 Paare ohne Kinder und 2090/1743 Paare mit Kindern, sowie 875/840 Alleinerziehende und 197/? Wohngemeinschaften.<ref name="Z2011F" /><ref name="Z2022F" /> In 2470/900 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 6072/3192 Haushaltungen leben keine Senioren.<ref name="Z2011Sen" /><ref name="Z2022Sen" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1585: 733 Haushaltungen | |
| • 1747: 800 Haushaltungen | |
| • 1769: 800 Gebäude, 3642 Einwohner | |
| Stadt Eschwege: Einwohnerzahlen von 1819 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1819 | 4.400 | |||
| 1834 | 5.694 | |||
| 1840 | 5.849 | |||
| 1846 | 6.114 | |||
| 1852 | 6.424 | |||
| 1858 | 6.558 | |||
| 1864 | 7.152 | |||
| 1871 | 7.151 | |||
| 1875 | 7.766 | |||
| 1885 | 9.515 | |||
| 1895 | 10.307 | |||
| 1905 | 11.863 | |||
| 1910 | 12.554 | |||
| 1925 | 12.764 | |||
| 1939 | 16.705 | |||
| 1946 | 21.565 | |||
| 1950 | 23.544 | |||
| 1956 | 23.011 | |||
| 1961 | 24.091 | |||
| 1967 | 23.011 | |||
| 1970 | 22.718 | |||
| 1973 | 25.556 | |||
| 1975 | 24.882 | |||
| 1980 | 23.882 | |||
| 1985 | 23.020 | |||
| 1990 | 22.512 | |||
| 1995 | 22.744 | |||
| 2000 | 21.723 | |||
| 2005 | 20.941 | |||
| 2010 | 19.882 | |||
| 2011 | 19.444 | |||
| 2015 | 19.542 | |||
| 2020 | 19.365 | |||
| 2022 | 18.984 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Hessisches Statistisches Informationssystem<ref name="Hstat">Hessisches Statistisches Informationssystem (Hesis) In: Statistik.Hessen. Archiviert auf archiv.org</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011A" />; Zensus 2022<ref name="Z2022A" /> Ab 1971 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte. | ||||
Historische Erwerbstätigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1760: | zünftig: 29 Gewandschneider und Krämer, 86 Schuhmacher, 26 Schneider, 34 Bäcker, 43 Metzger, 15 Schmiede und Schlosser, 13 Schreiner und Glaser, 11 Faßbinder, 21 Leinweber, 101 Tuch- und Raschmacher, 54 Lohgerber, 3 Büchsenmacher, 3 Zinngießer, 3 Blechschmiede, unzünftig: 4 Drechsler, 2 Schwarz- und Schönfärber, 3 Kupferschmiede, 4 Goldschmiede, 19 Schiffer, 23 Fuhrleute, 3 Chirurgen, 1 Bader, 2 Apotheker, 1 Gürtler, 5 Knopfmacher, 4 Strumpfweber, 4 Kürschner, ? Weißbinder, 4 Weißgerber, 9 Gastwirte, 8 Sattler, 4 Seiler, 3 Hutmacher, 6 Zimmerleute, ? Wagner, 1 Buchbinder, 3 Tuchpresser, ? Schnurmacher, 3 Töpfer, 4 Tabakspinner, 2 peruquier (Perückenmacher), ? Spennadelmacher, 8 Maurer, 1 Schornsteinfeger, 22 Höker und Krämer, ? Gärtner, 50 Tagelöhner, 8 Schäfer, 30 Schutz- und Handelsjuden, 3 Müller, 51 in keinem Gewerbe stehende Personen. |
| • 1895: | 1287 Landwirtschaft treibende Bürger sowie 439 Gewerbebetriebe |
Religion
Konfessionsstatistik
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1885: | 8602 evangelische (= 90,62 %), 340 katholische (= 3,58 %), ein anderes christliche-konfessioneller (= 0,01 %), 546 jüdische (= 5,78 %) Einwohner |
| • 1961: | 18215: evangelische (= 75,61 %), 4815 katholische (= 19,99 %) Einwohner |
| • 1987: | 16.120 evangelische (= 74,70 %), 3619 katholische (= 16,77 %), 1842 sonstige (= 8,53 %) Einwohner<ref name="Z2011S" /> |
| • 2011: | 12.060 evangelische (= 62,00 %), 2690 katholische (= 13,83 %), 4700 sonstige (= 24,17 %) Einwohner<ref name="Z2011S" /> |
| • 2022: | 9560 evangelische (= 50,4 %), 2221 katholische (= 11,7 %), 7206 sonstige (= 38,0 %) Einwohner<ref name="Z2022R" /> |
Christentum
In Eschwege gibt es drei evangelische Kirchengemeinden in der Kernstadt (Stadtkirchengemeinde Eschwege mit der Marktkirche St. Dionys und der Neustädter Kirche St. Katharina, Kreuzkirchengemeinde auf der Struth und Auferstehungskirchengemeinde am Heuberg) und je eine evangelische Kirchengemeinde in den Ortsteilen Albungen, Eltmannshausen, Niddawitzhausen, Niederdünzebach, Oberdünzebach, Niederhone und Oberhone.
Daneben gibt es zwei römisch-katholische Pfarrgemeinden in der Kernstadt Eschwege (St. Elisabeth und Apostelkirche am Heuberg), eine Gemeinde der Landeskirchlichen Gemeinschaft (Bismarckstraße 7), eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Baptisten (Reichensächer Str. 28), eine Neuapostolische Gemeinde, die zu Gottesdiensten in der ehemaligen Synagoge (Vor dem Berge 4) zusammenkommt, und seit mehr als 50 Jahren die Gemeinde der Zeugen Jehovas (Schlesienstraße 1–3).
Ende 2006 gehören bei einer Gesamtbevölkerung von 22.574 Menschen 13.967 (=61,87 %) Personen der Evangelischen Kirche und 3.403 Personen (15,07 %) der Katholischen Kirche an.<ref>Klaus Döll: Zur Kirchengeschichte Eschweges. In: Geschichte der Stadt Eschwege. Eschwege 1993, S. 316–340.</ref> Die älteste Kirche der Stadt wurde im 10. Jahrhundert an der Stelle der heutigen Marktkirche errichtet.
In den vergangenen 30 Jahren ist die Zahl der Kirchenmitglieder immer weiter gesunken. Viele Kirchen stehen leer. Etliche Gemeinden bieten die Kirchen zum Kauf an – so auch im nordhessischen Eschwege. Hier gibt es gleich drei.<ref>[1]</ref>
Judentum
Bereits im Mittelalter lebten Juden in Eschwege, ein erster Nachweis datiert auf das Jahr 1301. Bei der Verfolgung in der Pestzeit 1348/1349 wurde die jüdische Gemeinde vernichtet. 1457 wurde eine „Judengasse“ erwähnt, 1507 war vom „vicus iudaicus“ die Rede. Die Judengasse lag im Stadtzentrum zwischen „Kohlenmarkt“ und „Neuer Steinweg“. 1580 wurden 30 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts stieg ihre Zahl auf 171 (4,9 % der Gesamtbevölkerung). Die Familien lebten zunächst fast ausschließlich vom Vieh- und Warenhandel (Textilien). Im 19. Jahrhundert jedoch entstanden zahlreiche jüdische Handels-, Gewerbe- und Industriebetriebe, die eine große Bedeutung für das Wirtschaftsleben der Stadt bekamen. Auch am öffentlichen Leben nahmen die jüdischen Bewohner regen Anteil. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Niederhessen (Kassel), hatte jedoch ein eigenes Kreisrabbinat. Die meisten jüdischen Bewohner gab es im Jahre 1885, 549 lebten damals hier. Von 1827 bis 1939 bestand die Jüdische Elementarschule Eschwege. 1838 wurde die Eschweger Synagoge eingeweiht.
Nach 1933 zog ein Teil der jüdischen Gemeindemitglieder (1933: 421 Personen) aufgrund der zunehmenden Entrechtung und Repressalien aus Eschwege fort oder wanderte aus, ein großer Teil von ihnen in die USA (80 Personen). In der Nacht vom 8. zum 9. November 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge völlig zerstört, einen Tag vor den deutschlandweiten Novemberpogromen.<ref>Gerd Strauß: Die Reichspogromnacht 1938 in Eschwege: Wer waren die Täter? In: Eschweger Geschichtsblätter. Band 30, 2019, S. 113–141 (alemannia-judaica.de [PDF; abgerufen am 16. Juli 2023]).</ref> 1941–1942 wurden die letzten etwa 100 jüdischen Einwohner in die KZ-Vernichtungslager deportiert.
Von 1946 bis April 1949 wurde auf dem ehemaligen Fliegerhorst für jüdische KZ-Überlebende ein DP-Lager unter Aufsicht der UNRRA betrieben. Fast alle Lagerbewohner wanderten nach Gründung des Staates Israel dorthin aus. Die in Eschwege verbliebenen jüdischen Einwohner waren zu wenige, um auf Dauer wieder einen Minjan bilden zu können.<ref name="JA" /> Seit 1954 ist in der ehemaligen Synagoge die neuapostolische Gemeinde von Eschwege beheimatet.
-
Ehemalige Synagoge von Eschwege
-
David-Ben-Gurion-Denkmal am ehem. UNRRA-Lager in Eschwege
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 15. März 2026 lieferte folgendes Ergebnis:<ref>https://votemanager-ks.ekom21cdn.de/2026-03-15/06636003/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=522&stimmentyp=0&id=ebene_3_id_33</ref>
| Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026 | |
|---|---|
| <templatestyles src="Wahldiagramm/styles.css" /> | |
Übersicht über die Wahlergebnisse der Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung seit 2001<ref>Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2016.</ref><ref>Vorlage:KW11-Hessen</ref><ref>Vorlage:KW06-Hessen</ref>
| Parteien und Wählergemeinschaften | '% 2021 |
Sitze 2021 |
% 2016 |
Sitze 2016 |
% 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 42,5 | 16 | 39,8 | 15 | 35,9 | 13 | 32,0 | 12 | 32,9 | 12 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 33,0 | 12 | 36,4 | 13 | 40,8 | 15 | 44,8 | 17 | 43,7 | 16 |
| Grüne | Bündnis 90/Die Grünen | 9,9 | 4 | 5,3 | 2 | 9,9 | 4 | 5,7 | 2 | 5,7 | 2 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft Eschwege | 6,5 | 2 | 7,0 | 3 | 5,1 | 2 | 8,6 | 3 | 7,9 | 3 |
| Linke | Die Linke | 4,3 | 2 | 5,6 | 2 | 3,5 | 1 | — | — | — | — |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 3,8 | 1 | 6,0 | 2 | 4,8 | 2 | 8,9 | 3 | 9,8 | 4 |
| Gesamt | 100 % | 37 | 100 % | 37 | 100 % | 37 | 100 % | 37 | 100 % | 37 | |
| Wahlbeteiligung | 50,8 % | 44,7 % | 46,3 % | 47,2 % | 50,0 % | ||||||
Bürgermeister
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Eschwege neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und sieben weitere Stadträte angehören.<ref>Gremien: Magistrat der Stadt</ref> Bürgermeister ist seit dem 1. Dezember 2009 Alexander Heppe (CDU).<ref name="ah" /> Er wurde als Nachfolger von Jürgen Zick (SPD), der nach vier Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte,<ref name='jz' /> am 21. Juni 2009 in einer Stichwahl mit 52,0 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, zuletzt im März 2021.<ref>hessenschau: Bürgermeisterwahl am 14. März 2021 in Eschwege</ref>
In der Stichwahl am 29. März 2026 gewann Nicola-Alexander Ferl (SPD) mit 59,1 Prozent gegen den CDU-Kandidaten Lars-Henning Bartels, der auf 40,9 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 48,9 Prozent.<ref>Eschwege (Werra-Meißner), hessenschau.de, erschienen und abgerufen am 29. März 2026</ref>
- Amtszeiten der Bürgermeister<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Eschwege ( vom 17. April 2016 im Internet Archive); Hinweis
- Einzelergebnisse sind nicht archiviert</ref>
- 2009–2027 Alexander Heppe (CDU)<ref name='ah'>HNA, 2. Dezember 2019: Interview: Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe ist seit zehn Jahren im Amt: „Am gestrigen 1. Dezember war Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe genau zehn Jahre im Amt. … Einige Zeit hat er in Eschwege eine Kanzlei am Nikolaiplatz betrieben, bevor er sich 2009 für die CDU um das Amt des scheidenden Bürgermeisters Jürgen Zick beworben hat. In einer Stichwahl setzte er sich gegen SPD-Bewerber Frank Herbert durch.“</ref>
- 1985–2009 Jürgen Zick (SPD)<ref name='jz'>Hessischer Städtetag, 4. Dezember 2009: Hessischer Städtetag tagt in Kassel: gemeinsam für kommunale Interessen streiten: „Zick war Ende November 2009 nach 24 Jahren aus seinem Amt als Bürgermeister der Stadt Eschwege und somit zeitgleich seiner langjährigen Funktion als Vizepräsident des Hessischen Städtetages ausgeschieden.“</ref>
Wappen
Das Wappen der Kreisstadt Eschwege zeigt eine silberne Burg mit zwei spitzbedachten Türmen auf rotem Grund. Zwischen beiden Türmen schwebt ein grüner Eschenzweig mit drei gefiederten Blättern. Zum Schutz der Verwendung des Wappens hat die Kreisstadt Eschwege eine Satzung erlassen.
Ortsbeiräte
Für die als Stadtteile eingegliederten ehemaligen Gemeinden Albungen, Eltmannshausen, Niddawitzhausen, Niederdünzebach, Niederhone, Oberdünzebach und Oberhon besteht je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung.<ref name="HS" /> Die Ortsbezirke sind durch das Gebiet der ehemaligen Gemeinden, wie sie vor der Eingliederung bestanden, abgegrenzt und bestehen aus fünf bis sieben Mitgliedern. Details befinden sich in den jeweiligen Stadtteilartikeln. Die Wahl der Ortsbeiräte erfolgt im Rahmen der Kommunalwahlen. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin.
Städtepartnerschaften
Eschwege unterhält Partnerschaften zum französischen Saint-Mandé im Département Val-de-Marne (seit 1989), zum thüringischen Mühlhausen (seit 1989) und zum bayerischen Regen (seit 1997; Städtefreundschaft seit 1967).<ref name="Eschwege_Partner">Stadt Eschwege: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Paten- und Partnerschaften von Eschwege ( vom 4. März 2016 im Internet Archive) Abgerufen am 7. Juli 2011.</ref> Aus wechselseitigen Baumpflanzungen mit Mühlhausen jeweils Anfang Oktober wuchs die 2019 begonnene „Allee der Einheit“ am Werratalsee.<ref name="Partnerschaftsbäume1">Baumpflanzungen der Partnerstädte Mühlhausen und Eschwege am Jahrestag des Mauerfalls. Stadt Mühlhausen (9. November 2021), abgerufen am 27. Januar 2024.</ref><ref name="Partnerschaftsbäume2">(red.): Zuwächse für „Allee der Einheit“. In: Nordthüringen, 9. November 2020; abgerufen am 27. Januar 2024.</ref>
Patenschaften bestehen darüber hinaus zum Tender Werra der Deutschen Marine, der BP 26 Eschwege der Bundespolizei See sowie der Lufthansa-Maschine D-ACPH, die auf den Namen Eschwege getauft wurde.<ref name="Eschwege_Partner" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Stadtmuseum Eschwege, unter anderem mit Fotoapparaten und Fotos aus dem Atelier Oscar Tellgmann<ref>Stadtmuseum Eschwege</ref>
- Eschweger Zinnfiguren- und Miniaturenkabinett<ref>Eschweger Zinnfigurenkabinett – Museum EZMF e. V. Abgerufen am 14. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Eisenbahnmuseum der „Freunde der Eisenbahn“<ref>Eisenbahnmuseum Eschwege</ref>
Bauwerke
Liste der Kulturdenkmäler in Eschwege
Eschwege besitzt einen mittelalterlichen Stadtkern mit geschlossener Fachwerkbebauung. So wird beispielsweise der Marktplatz von einer Reihe Fachwerkhäusern umschlossen. Die Rathausgruppe erstreckt sich zwischen Ober- und Untermarkt mit dem 1660 errichteten Alten Rathaus, einem dreigeschossigen Fachwerkbau mit Flachschnitzereien und dem Neuen Rathaus, welches sich als dreigeschossiger, spätklassizistischer Steinbau von 1842/43 präsentiert.<ref>Eberhard Michael Iba: Auf den Spuren der Brüder Grimm von Hanau nach Bremen. Märchen, Sagen, Geschichten. Pustet, Regensburg 1978, ISBN 3-7917-0536-9, S. 117.</ref> Darüber hinaus gibt es folgende sehenswerte Gebäude:
- Neustädter Kirche St. Katharina
- Marktkirche St. Dionys
- Katholische Pfarrkirche St. Elisabeth
- Eschweger Landgrafenschloss, seit 1821 Sitz der Kreisverwaltung (1386 als Burg erbaut, im 16. und 17. Jahrhundert zum Schloss erweitert), mit Dietemann-Turm und dem Frau-Holle-Brunnen, der 1930 gebaut wurde und an seiner Außenseite Reliefs mit Szenen aus dem gleichnamigen Märchen zeigt<ref>Landgrafenschloss mit Frau Holle Brunnen</ref>
- Hochzeitshaus, ehemals städtisches Bürgerhaus im Renaissancestil von 1578, mit Zugang zum Schwarzen Turm
- Schulberg (Cyriakusberg) mit dem Karlsturm, auch Schwarzer Turm genannt (einzig erhaltener Bau des Stifts aus dem 11. Jahrhundert)
- Nikolaiturm (ehemaliger Kirchturm von 1455, inkl. alter St.-Godehard-Kirche-Gundmauern), höchster Turm der Stadt (47,62 m), heute als Aussichtsturm zugänglich<ref>Nikolaiturm Eschwege mitten in der Altstadt auf werratal-tourismus.de</ref><ref>hessenschau.de abgerufen am 25. Feb. 2025</ref> (Welt-Icon
{{#coordinates:51,18695|10,05344|
|dim=15
|globe=
|name=Nikolaiturm in Eschwege
|region=DE-HE
|type=landmark
}})
- Bismarckturm auf dem Großen Leuchtberg (von 1903)
- Schäferhalle am Westabhang der Leuchtberge bei Eschwege, neoklassizistischer Pavillonbau, der 1913 als Dank für eine großzügige Spende (300.000 Mark) des Fabrikanten und Mäzens Gustav Schäfer erbaut wurde<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schäferhalle ( vom 9. Mai 2015 im Internet Archive)</ref>
- Ehemalige Synagoge, heute neuapostolische Kirche
- Hospitalkapelle
- Reste des ehemaligen Augustinerklosters mit u. a. der Klosterkapelle, gekauft 1875 von Jacob Andreas und heute Sitz der Eschweger Klosterbrauerei<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eschweger Klosterbrauerei ( vom 2. November 2014 im Internet Archive)</ref>
- Hexenkeller
- historische Eisenbahnbrücke über die Werra
Parks und Naturräume
- Schlossgarten
- Botanischer Garten
- Sophiengarten
- Leuchtbergpark (mit Wegen im und um den Kleinen und Großen Leuchtberg, seit neuestem mit Kletterpark)
- Schwanenteich
- Park „An den Anlagen“
- Friedhofspark
- Werratalsee (Naherholungsgebiet zwischen Eschwege und Schwebda)
- das Flächennaturdenkmal und NSG Blaue Kuppe ganz im Süden des Stadtgebietes
Sport
Auf dem Werratalsee liegt eine Regattastrecke des Deutschen Ruderverbandes mit sechs Bahnen und 1500 Metern Länge. Sie wurde 2008 auf 2000 Meter ausgebaut. Seit einigen Jahren werden hier die Hessischen Rudermeisterschaften ausgetragen.<ref>Trotz starken Windes starke Leistungen in Eschwege. Werra Rundschau, 23. September 2018, abgerufen am 5. Mai 2025.</ref> Der „Werratalsee und Segelclub WSSC 1969 Eschwege e. V.“ organisiert jährlich eine Frühjahrs- und eine Herbstregatta.
Ein weiteres Sportereignis ist der Triathlon „WerraMan“. Die Reitanlage in unmittelbarer Nähe des Werratalsees ist jährlicher Schauplatz der Nordhessischen Meisterschaften im Spring- und Dressurreiten. Mehrfach wurden hier auch die Hessischen Meisterschaften in diesen Disziplinen ausgetragen. Fußball wird in Eschwege in den Vereinen SV 07 Eschwege, FC Eschwege 1988 e. V und FFV Palm Strikers Eschwege gespielt.
Der Eschweger TSV 1848 e. V. (Turn- und Sportverein) vereint elf Abteilungen unter seinem Dach und ist damit einer der größten Sportvereine im Kreisgebiet. Er bietet u. a. Basketball, Handball, Tischtennis, Turnen, Schwimmen, Radsport und Leichtathletik an.
Der Volleyballverein in Eschwege heißt Volleyball-Gemeinschaft Eschwege e. V. Seine Damenmannschaft spielt in der Oberliga.
Der größte Tennisverein der Stadt heißt Tennis-Club Eschwege e. V.
Der Eschweger Line Dance Club The Ghostriders e. V. ist ein Tanzsportclub für den Country- und Western-Tanz.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Wochenmarkt auf dem Obermarkt jeden Mittwoch- und Sonnabendvormittag
- Johannisfest, traditionell am ersten Sonntag im Juli – wird allerdings, wenn die hessischen Sommerferien schon im Juni beginnen, auf den letzten Sonntag vor Ferienbeginn vorverlegt. Freitag: Stadtfest mit traditionellem „Kränzewickeln“, Samstag: „Maienzug“ der Eschweger Schulklassen, Sonntag: Festumzug der Eschweger Schulklassen mit dem Dietemann, Montag: Festausklang und Lampionauffahrt des Eschweger Rudervereins auf der Werra; großes Höhenfeuerwerk
- Open Flair Festival, i. d. R. am zweiten Wochenende im August
- Brauereifest (Eschweger Klosterbrauerei)
- Wurschtfest im September oder Oktober
- Eschweger Puppen-Festtage, 1. Wochenende im November
- EAA (Eschweger Automobilausstellung)
- Eschweger Schützenfest, 1. Wochenende im September
- Hessische Meisterschaften im Rudern, Anfang Oktober auf dem Werratalsee
- Frühjahrskonzert der Eschweger Musikzüge im Mai
- Konzert der Jungen Eschweger Philharmonie im April
Tourismus
Eschwege ist Etappenort auf dem Fernwanderweg Werra-Burgen-Steig Hessen (X5H).
Wirtschaft und Infrastruktur
Flächennutzung
Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 6326 Hektar, davon entfallen in ha auf:<ref>Hessisches Statistisches Informationssystem (Hesis) In: Statistik.Hessen.</ref>
| Nutzungsart | 2011 | 2015 | 2020 | |
|---|---|---|---|---|
| Gebäude- und Freifläche | 721 | 721 | 930 | |
| davon | Wohnen | 385 | 385 | |
| Gewerbe | 105 | 106 | ||
| Betriebsfläche | 62 | 63 | ||
| davon | Abbauland | 40 | 40 | |
| Erholungsfläche | 109 | 111 | ||
| davon | Grünanlage | 88 | 90 | |
| Verkehrsfläche | 596 | 297 | 591 | |
| Landwirtschaftsfläche | 2966 | 294 | ||
| davon | Moor | 0 | 0 | |
| Heide | 0 | 0 | ||
| Vegetation | 5446 | |||
| Waldfläche | 1563 | 1563 | ||
| Wasserfläche | 206 | 206 | 209 | |
| Sonstige Nutzung | 102 | 102 | ||
Verkehr
Durch die Stadt führen die Bundesstraßen 27, 249 und 452. Zudem liegt Eschwege an der RegionalBahn-Linie R7 Göttingen–Eschwege–Bebra–Bad Hersfeld–Fulda (siehe: Bahnstrecke Bebra–Göttingen) und gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an. Die nahe Autobahn 44 von Kassel nach Eisenach befindet sich derzeit im Bau. Die Bauarbeiten schreiten jedoch nur schleppend voran.
Die Hessische Landesbahn hat die gut drei Kilometer lange Bahnstrecke zwischen dem Bahnhof Eschwege West und dem Bahnhof Eschwege im Stadtzentrum, die Teil der Bahnstrecke Leinefelde–Treysa war, am 12. Dezember 2009<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nordhessischer VerkehrsVerbund – Ankunft Stadtbahnhof Eschwege ( vom 19. Juli 2011 im Internet Archive), abgerufen am 9. Oktober 2008.</ref> wieder in Betrieb genommen, nachdem der Personenverkehr dort 1985 eingestellt worden war. Damit gibt es wieder einen direkten Zugverkehr vom Stadtbahnhof Eschwege nach Göttingen und Bad Hersfeld.<ref>Frankfurter Rundschau. Stadtausgabe, 12. April 2007, S. 32.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nordhessischer VerkehrsVerbund – Der neue Stadtbahnhof in Eschwege ( vom 24. September 2008 im Internet Archive), abgerufen am 9. Oktober 2008.</ref> Im Gegenzug wurde der Bahnhof Eschwege West aufgegeben.
Der Stadtbahnhof Eschwege wurde 2013 mit dem European Rail Award als Small Station of the Year<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemeldung des NVV zum European Rail Award für den Stadtbahnhof Eschwege ( vom 5. März 2016 im Internet Archive)</ref> und 2014 mit dem Deutschen Verkehrsplanungspreis ausgezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. 30. September 2014. (Meldung von Hit Radio FFH zur Verleihung des Deutschen Verkehrsplanungspreises)</ref>
Durch Eschwege verkehrt der Stadtbus Eschwege mit fünf Linien.<ref>PGN Planungsgruppe Nord (Hrsg.): Der Beitrag von Stadtbussystemen zur Verbesserung von Mobilität und Standortqualität in Klein- und Mittelstädten. Kassel 2006, S. C103.</ref>
Unternehmen
Im Bereich des Maschinenbaus sind die Firmen Präwema Antriebstechnik GmbH (Werkzeugmaschinen), Pacoma GmbH (Hydraulikzylinder), die Baumer Thalheim GmbH & Co. KG (Drehgeber) und die Georg Sahm GmbH & Co. KG (Spulmaschinen und Hochleistungswickler für die Textilindustrie) tätig.
Im Bereich Haus- und Systemtechnik arbeitet die Firma Stiebel Eltron GmbH & Co.KG (Werk Eschwege), und die Friedola 1888 GmbH stellt Freizeitartikel und Tisch-/Bodenbeläge her.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Übernahme Friedola ( vom 21. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref> Außerdem sind hier die Firmen Haubold + Sperling GmbH (Sicherheitsdruckerei, die u. a. Eintrittskarten, Fahrscheine, Parkscheine und Plastikkarten herstellt), SUET Saat- und Erntetechnik GmbH (Saatgutveredlung), Gerloff & Söhne GmbH & Co. KG (Hotelbadinnenausbau) u. a. angesiedelt.
Die Eschweger Klosterbrauerei GmbH ist eine alteingesessene Firma. Sie braut in der Stadt seit Anfang des 19. Jahrhunderts.
Der größte Arbeitgeber der Region, das Klinikum Werra-Meißner, deckt zugleich die medizinische Versorgung der Region ab.<ref name=Klinik />
Ehemalige Unternehmen
(Aufnahme aus dem Jahr 1944)
Der Torbogen dient heute als Eingangsportal des Ortsgerichtes am Obermarkt.
- Seifenfabrik Dircks & Thorey
Der Firma Dircks & Thorey gelang um 1846 die Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung einer Halbkernseife. Die Seife der Eschweger Seifenfabrik wurde trotz ihres hohen Wasseranteils hart und zeigte vor allem bei der Textilreinigung eine hohe Wirksamkeit. Durch ihren geringen Anteil an verseiften Ölen und Fetten konnte sie günstig angeboten werden. Die Seife wurde bald von zahlreichen Herstellern außerhalb Eschweges nachgeahmt, die sie ebenfalls als „Eschweger Seife“ auf den Markt brachten.
Seifen mit der Bezeichnung „Eschweger Seife“ wurden spätestens in den 1870er Jahren zur verbreitetsten Seifensorte im damaligen Deutschland,<ref name="JN1879">Jean Naumann (Hrsg.): Die technische Entwickelung der Seifen-Industrie in Offenbach am Main. C. Naumann, Frankfurt am Main 1879, S. 23 f.</ref> obwohl sie nicht mehr ausschließlich in Eschwege produziert wurden. Eschweger Seife blieb bis in das frühe 20. Jahrhundert ein günstiges und erfolgreiches Produkt.<ref name="GW1875">Gemeinnützige Wochenschrift. 25. Jahrgang (16. April 1875), A. Stuber, Würzburg 1875, S. 147.</ref> Im Jahr 1959 feierte die Firma ihr 125. Jubiläum.<ref name="CI1959">Verband der Chemischen Industrie (Hrsg.): 125 Jahre Dircks & Thorey, Seifenfabrik in Eschwege. In: Chemische Industrie. Zeitschrift für die deutsche Chemiewirtschaft. Band 11, Verlagsgruppe Handelsblatt, Düsseldorf 1959, S. 784</ref> Bald darauf stellte sie den Betrieb ein.
- Chemisch-pharmazeutische Fabrik M. Woelm
Die Chemisch-pharmazeutische Fabrik M. Woelm wurde 1907 von dem zuerst in der Industrie tätigen Apotheker Dr. phil. h. c. Max Woelm (1875–1964) in Spangenberg gegründet und 1935 nach Eschwege verlegt. Woelm erfand die Doppelampulle, für die er 1922 und 1928 Patente erhielt. Der Firma war ein Großhandel angeschlossen, der regelmäßig Preislisten herausgab, die später von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände bis 1994 als „Kleine Spezialitätenliste (früher Woelm-Liste)“ veröffentlicht wurde. Neben den vielen eigenen Präparaten, wie den Ilja Rogoff Knoblauchpillen, dem Appetitzügler Recatol, dem Schlafmittel Betadorm, dem Zahnschmerzmittel Tispol und dem Schmerzmittel Dolormin, produzierte Woelm auch die „Hausspezialitäten“ für bis zu 4000 Apotheken in Lohnherstellung. 1971 verkauften die Söhne Max Woelms die Firma an den amerikanischen Konzern ICN, 1976 Übernahme durch den Kosmetikkonzern Revlon. Beim 75-jährigen Jubiläum (1982) hatte die Firma noch 600 Mitarbeiter, doch nach erneuten Verkäufen (1986 an Rhône-Poulenc Rorer, 1992 an Johnson & Johnson) folgte 1996 die Einstellung der Produktion in Eschwege.<ref>Hans Joachim Bodenbach: Die Geschichte der chemisch-pharmazeutischen Fabriken M. Woelm und Woelm Pharma in Spangenberg und Eschwege (Hessen). In: Geschichte der Pharmazie (DAZ Beilage), 59. Jahrgang, 6. September 2007, Heft 2/3, S. 17–24, Deutscher Apotheker Verlag Stuttgart 2007</ref>
Medien
In Eschwege erscheinen die Zeitungen Werra-Rundschau und der Marktspiegel. Das Lokalradio RundFunk Meißner sendet seit 1997 von hier.
Öffentliche Einrichtungen
Neben den üblichen Einrichtungen einer Kreisstadt und den bereits im Kapitel „Kultur und Sehenswürdigkeiten“ erwähnten Einrichtungen gibt es die Stadtbibliothek und das espada Freizeitbad. Das Amtsgericht Eschwege ist ebenfalls in der Stadt ansässig.
Bildung
In Eschwege gibt es die Anne-Frank-Schule und die Brüder-Grimm-Schule, welche eine Gesamtschule mit Förderstufe ist, weiterhin das Gymnasium Friedrich-Wilhelm-Schule (Jahrgangsstufen 5–10), das Oberstufengymnasium sowie das Berufliche Gymnasium der Beruflichen Schulen.
Grundschulen sind die Alexander-von-Humboldt-Schule, die Geschwister-Scholl-Schule und die Struthschule. Die Lernhilfeschule heißt Pestalozzischule.
Darüber hinaus arbeiten berufsbildend die „Beruflichen Schulen des Werra-Meißner-Kreises“ und als Privatschule die Freie Waldorfschule Werra-Meißner.
Weitere Aus- und Weiterbildungseinrichtungen sind das Bundespolizei-Aus- und Fortbildungszentrum Mitte, die Volkshochschule, die Musikschule Werra-Meißner<ref>Musikschule Werra-Meißner</ref> sowie die Familienbildungsstätte.
Persönlichkeiten
Literatur
- Vorlage:MerianTopo
- Ernst Metz: Bilder aus einer alten Stadt – Eschwege an der Werra. Druck und Verlag: A. Roßbach Eschwege 1962, mit 32 Bildtafeln in Schwarz-weiß bzw. Farbe sowie 36 Seiten Text
- Caspar Heinrich Schwendt: Neun vierfarbige Reproduktionen ausgewählter Gemälde, [der Stadt Eschwege und ihrer Umgebung (Format 42 × 30 cm) mit einer Einführung und Erläuterungen von Klaus Meier-Schomburg], Verlag Peter Kluthe, Eschwege 1976
- Ernst Metz: Romantik im Werratal. Mit einer Tafel Text und einführenden Erklärungen sowie neun großformatigen, farbigen Bildtafeln (Format 43,5 × 30,5 cm) der Stadt Eschwege und ihrer Umgebung. Verlag A. Roßbach, Eschwege 1986
- Hans Joachim Bodenbach: Neue Archäologische Funde in Niederhone, Stadt Eschwege – Grabbeigaben von hohem Seltenheitswert überraschten die Fachleute. [ein merowingerzeitliches, fast 4 m tiefes Schacht-Kammergrab einer hochgestellten Persönlichkeit, 5. bis 6. Jh. und darüberliegendes Gräberfeld, wobei u. a. auch drei großformatige silberne Phaleren (Schmuckscheiben von einem Pferdegeschirr) aufgefunden wurden!!]. in: Das Werraland (Hrsg.: Werratalverein Eschwege), 37. Jahrg., Heft 4, Dezember 1985, S. 63–64, mit 2 Abb.
- Herbert Frische, Thomas Wiegand (Hrsg.): Eschwege 1637: Die Zerstörung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg. Thiele und Schwarz, Kassel 1987.
- Eschweger Geschichtsblätter. Selbstverlag des Geschichtsvereins Eschwege, Eschwege 1990 ff. (Jahresschrift)
- Peter Aufgebauer: Vor 700 Jahren. Eschwege und die Anfänge des Landes Hessen. In: Eschweger Geschichtsblätter, 3. Jahrgang, 1992, S. 3–14.
- Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.), Susanne Jacob, Thomas Wiegand: Werra-Meißner-Kreis II, Stadt Eschwege. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / Kulturdenkmäler in Hessen). Wiesbaden 1992, ISBN 3-528-06241-X.
- Anna Maria Zimmer: Juden in Eschwege. Entwicklung und Zerstörung der jüdischen Gemeinde. Selbstverlag Maria Zimmer, Eschwege 1993, DNB 940692570.
- Karl Kollmann (Redaktion): Geschichte der Stadt Eschwege. Selbstverlag der Stadt Eschwege, Eschwege 1993, OCLC 180605890.
- Karl Kollmann: Eschwege in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel/Niederlande 1998, ISBN 90-288-6562-4.
- Herbert Fritsche, Karl Kollmann: Jüdisches Eschwege – Einladung zu einem Rundgang. Eschwege 2007, ISBN 978-3-933231-33-8.
- Karl Kollmann, Klaus Liebeskind: Eschwege im Wandel – Veränderungen des Stadtbildes im Vergleich. 1. Auflage. Horb am Neckar 2008, ISBN 978-3-86595-256-1.
- Thomas S. Huck, Thomas Wiegand: Eschwege – Ein kulturgeschichtlicher Stadtführer. Hrsg. von Karl Kollmann und York-Egbert König für den Geschichtsverein Eschwege im Verein für hessische Geschichte und Landeskunde 1834 e. V. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kassel 2009, ISBN 978-3-928172-33-2.
- Karl Kollmann, York-Egbert König: Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Eschwege. Ein Gedenkbuch. Lulu Enterprises, Raleigh NC 2012, ISBN 978-1-4709-7182-3.
- Alemannia Judaica – Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum: Texte und Beiträge zur jüdischen Geschichte Eschwege. 2014, alemannia-judaica.de
- Herbert Fritsche (Autor), Karl Kollmann (Bearb.): Eschwege-Lexikon. Das Lexikon für die Eschweger Region. Druckvorbereitung: Kreißler, Eschwege, Druck: Thiele & Schwarz, Kassel, 848 S., zweispaltig, (auch Nachdruck). Eschwege 2015, ISBN 978-3-00-049311-9.
- Rezension dazu: Ulrich-Dieter Oppitz (Neu-Ulm): Herbert Fritsche und Karl Kollmann (Bearb.): Eschwege – Lexikon – Das Nachschlagewerk für die Eschweger Region, Eschwege: Historische Gesellschaft des Werralandes, 2. Auflage 2015, 848 S. in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Band 121, 2016, S. 343–345, Selbstverlag des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde Kassel 1834 e. V.
- Eschweger Geschichtsblätter
- Vorlage:HessBib
Weblinks
- Website der Stadt Eschwege
- Eschwege, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Linkkatalog zum Thema Eschwege bei curlie.org (ehemals DMOZ)
- Vorlage:HessBib
- Literatur von und über Eschwege im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="JA"> Informationen zur jüdischen Geschichte und zur Synagoge in Eschwege </ref> <ref name="Z2011A">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2022A">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2011M">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2022M">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2011F">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2022F">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2011Sen">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2022Sen">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2011A5">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2022A5">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2022R">Vorlage:Zensus-BRD </ref> <ref name="Z2011S"> Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 139, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20220416. </ref> </references>
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
| Städte: |
Bad Sooden-Allendorf | Eschwege | Großalmerode | Hessisch Lichtenau | Sontra | Waldkappel | Wanfried | Witzenhausen |
|
| Gemeinden: |
Berkatal | Herleshausen | Meinhard | Meißner | Neu-Eichenberg | Ringgau | Wehretal | Weißenborn | |
| Gemeindefreies Gebiet: |
Albungen | Eltmannshausen | Eschwege | Niddawitzhausen | Niederdünzebach | Niederhone | Oberdünzebach | Oberhone
- Seiten mit nicht-numerischen formatnum-Argumenten
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Koordinaten-Parameterfehler
- Eschwege
- Gemeinde in Hessen
- Wikipedia:Weblink offline
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
- Ort im Werra-Meißner-Kreis
- Ehemaliger Residenzort in Hessen
- Kreisstadt in Hessen
- Ort an der Werra
- Ersterwähnung 974