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Artesunat

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Strukturformel
Struktur von Artesunat
Allgemeines
Freiname Artesunat
Andere Namen

(3R,5aS,6R,8aS,9R,10S,12R,12aR)-decahydro-3,6,9-trimethyl-3,12-epoxy-12H-pyrano[4,3-j]-1,2-benzodioxepin-10-ol-hydrogensuccinat (IUPAC)

Summenformel C19H28O8
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer (Listennummer) 618-170-5
ECHA-InfoCard 100.106.898
PubChem 6917864
ChemSpider 5293084
DrugBank DB09274
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Arzneistoffangaben
ATC-Code

P01BE03

Wirkstoffklasse

Antiprotozoikum

Eigenschaften
Molare Masse 384,421 g·mol−1
Löslichkeit
  • sehr schwer löslich in Wasser<ref name="IntPh10">Artesunate, The International Pharmacopoeia, 10th Edition, 2020. Abgerufen am 1. März 2022.</ref>
  • sehr leicht löslich in Dichlormethan<ref name="IntPh10" />
  • leicht löslich in Ethanol und Aceton<ref name="IntPh10" />
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref>Vorlage:CL Inventory/nicht harmonisiertFür diesen Stoff liegt noch keine harmonisierte Einstufung vor. Wiedergegeben ist eine von einer Selbsteinstufung durch Inverkehrbringer abgeleitete Kennzeichnung von Vorlage:Linktext-Check im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum</ref>
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​332
P: 280<ref name="SigmaAldrich">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Artesunat ist ein vom Artemisinin abgeleiteter halbsynthetischer Arzneistoff zur Behandlung der durch Plasmodium falciparum verursachten Malaria. Der Wirkstoff Artesunat wurde 2002 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation aufgenommen.<ref>WHO Model List of Essential Medicines (PDF; 442 kB) abgerufen am 20. September 2012.</ref>

Pharmakologische Eigenschaften

Artesunat hat eine gegenüber Artemisinin deutlich verbesserte Bioverfügbarkeit. Wie alle Artemisinin-Derivate wirkt es über eine endogene Peroxidgruppe, die in infizierten Erythrozyten vermutlich für die Plasmodien toxische Radikale bildet. Problematisch ist die relativ kurze Halbwertszeit. Artesunat wird in der Leber durch das Enzym Cytochrom P450 3A4 metabolisiert.

Präparate und Verwendung

Der Schwerpunkt für die Anwendung von Artesunat ist die Behandlung der unkomplizierten Malaria tropica, insbesondere bei Plasmodien, die gegen andere Arzneistoffe wie Chloroquin resistent sind. Es wird dazu vorwiegend als Kombinationspräparat mit anderen Malariawirkstoffen eingesetzt. Eine fixe Kombination von Artesunat mit Amodiaquin (ASAQ) wurde in Zusammenarbeit zwischen der Drugs for neglected Diseases Initiative (DNDi) und Sanofi-aventis entwickelt und als Medikament in mehreren afrikanischen Ländern registriert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ASAQ to treat malaria. (Memento vom 5. Mai 2012 im Internet Archive) DNDi.org</ref> Im Jahr 2013 hat Sanofi eigenen Angaben zufolge 80 Millionen Packungen dieses Präparates (Coarsucam bzw. ASAQ Winthrop) in Malaria-Endemiegebieten abgesetzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Partnering to Promote Access to Healthcare, CSR Brochure 2014–2015 (Memento vom 7. Mai 2020 im Internet Archive), Sanofi, abgerufen am 1. März 2022 (PFD).</ref> Eine Kombination von Artesunat mit Mefloquin stellt das Präparat Falcitrim dar.<ref>Falcitrim, infarmed.pt.</ref> Für die Kombination Artesunat/Pyronaridin (Pyramax) erstellte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2012 ein wissenschaftliches Gutachten, das ausschließlich für Märkte außerhalb der Europäischen Union (EU) bestimmt ist. Staaten außerhalb der EU können sich bei der Genehmigung der Kombination auf das Gutachten stützen, welches auch den Präqualifikationsprozess der WHO erleichtert. Das Gutachten bestätigt eine Wirksamkeit von Artesunat/Pyronaridin, jedoch beschränken mögliche schwere Leberprobleme die Anwendung.<ref>European Medicines Agency recommends new anti-malaria treatment for use outside the European Union, Europäische Arzneimittelagentur, 17. Februar 2012.</ref>

Die Weltgesundheitsorganisation rät von der Monotherapie der unkomplizierten Malaria mit Artemisinin-Abkömmlingen (wie etwa Artesunat) ab, um die Gefahr der Resistenzbildung zu vermindern.<ref>WHO Guidelines for malaria. WHO, 18. Februar 2022.</ref>

Bei der komplizierten Malaria (Falciparum Malaria) gilt jedoch die intravenöse Gabe von Artesunat als Mittel der Wahl und soll, falls verfügbar, der intravenösen Gabe von Chinin vorgezogen werden. Es ist in Deutschland nicht im Handel, kann jedoch über Importfirmen bezogen werden.<ref>Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Malaria, AWMF-Register-Nr. 042-001, Version Februar 2021 (PDF).</ref> In der Europäischen Union ist Artesunat unter dem Namen Artesunate Amivas (Amivas) seit November 2021 zugelassen zur parenteralen, initialen Behandlung von schwerer Malaria bei Erwachsenen und Kindern,<ref>Übersicht über Artesunat Amivas und warum es in der EU zugelassen ist. Europäische Arzneimittelagentur, 4. Januar 2022. Abgerufen am 1. März 2022.</ref> in den USA hatte die Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung im Mai 2020 erteilt.<ref>Drug Approval Package: ARTESUNATE, FDA. Abgerufen am 1. März 2022.</ref>

Herstellung

Artesunat wird durch Umsetzung von aus Artemisia annua gewonnenem Dihydroartemisinin mit Bernsteinsäureanhydrid im alkalischen Medium dargestellt. Reines Artesunat ist ein weißes, kristallines Pulver.<ref name="IntPh10" />

Einzelnachweise

<references />

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