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Adonis

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Datei:Adonis Mazarin Louvre MR239 n2.jpg
Adonis, römischer Torso, restauriert und vollendet von François Duquesnoy, heute im Louvre von Paris
Datei:0 Monument funéraire - Adonis mourant - Museu Gregoriano Etrusco.JPG
Der Tod des Adonis, Museo Gregoriano Etrusco (Vatikanstadt)
Datei:Die Geburt des Adonis aus dem Myrrhenbaum.jpg
Die Geburt des Adonis aus dem Myrrhenbaum<ref>Die Geburt des Adonis aus dem Myrrhenbaum | Guercino (zugeschrieben) | Bildindex der Kunst & Architektur – Bildindex der Kunst & Architektur. Abgerufen am 1. November 2017.</ref>, zugeschrieben Guercino. Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Adonis ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Gestalt aus der vorderorientalischen, griechischen und römischen Mythologie und war ursprünglich wohl ein syro-phönizischer Vegetationsgott.

Herkunft

Vermutlich kommt die Gestalt des Adonis aus dem semitisch-sprachigen Raum, weil sein Name von nordwestsemitisch Adon „Herr“ abgeleitet ist. Nach anderer Auffassung ist er ursprünglich eine phrygische Gottheit, deren Mythos aber schon früh rund um das Mittelmeer verbreitet war. Er ist auch sehr dem Inanna/Dumuzi-Mythos ähnlich. In Etrurien, wo er oft als Begleiter von Turan dargestellt wurde, war Adonis unter dem Namen Atunis bekannt.

Mythos

Datei:Gemäldegalerie Alte Meister (Dresden) Galeriewerk Heineken 075.jpg
Venus an der Leiche des Adonis, Kupferstich nach einem Gemälde von Guercino

In der griechischen Mythologie ist Adonis das Sinnbild der Schönheit und der Vegetation und einer der Geliebten der Aphrodite (oder ihrer römischen Entsprechung Venus). Er wird als wunderschöner Jüngling beschrieben.<ref>Ovid, Metamorphosen 10,515 und Hyginus, Fabulae 271.</ref> Ihre Liebe musste Aphrodite allerdings mit Persephone teilen. Zeus verfügte, dass Adonis jeweils den dritten Teil seiner Zeit bei Aphrodite oder Persephone leben sollte. Über das restliche Drittel konnte er frei verfügen.<ref>Vgl. Hyginus, De astronomia 2,7.</ref>

Nachdem der eifersüchtige Ares (oder seine römische Entsprechung Mars), der sich in einen wütenden Eber verwandelt hatte,<ref>Nonnos, Dionysiaka 41,209–211. Nach anderer Überlieferung (Bibliotheke des Apollodor 3,14,3) war Zorn der Artemis die Ursache).</ref> Adonis verfolgt und schwer verwundet hatte, starb Adonis in den Armen Aphrodites. Diese ließ sein auf die Erde tropfendes Blut sich zu einem roten Adonisröschen (Adonis flammea) verwandeln und richtete Spiele zu Gedenken des Toten ein.<ref>Ovid, Metamorphosen 10,710–739.</ref> Er gehört damit – wie etwa Osiris, Dionysos und Attis – zu den Göttern, aus deren Tod die Entstehung von Pflanzen bzw. Nahrung erklärt wurde.

Es gibt verschiedene Fassungen dieses Mythos, bei denen Adonis stirbt, ohne sich mit Aphrodite zu vereinigen, und sein Blut Blumen oder einen Fluss im Frühjahr rot färbt.<ref>So wird vom Fluss Adonis berichtet, dem heutigen Nahr Ibrahim im Libanon.</ref> An Stelle von Ares/Mars erscheint auch Apoll.

Abstammung

Zur Abstammung des Adonis existieren unterschiedliche Versionen:

  • Sohn der Myrrha (Smyrna) und ihres Vaters, König Kinyras von Assyrien. Weil Myrrha Aphrodite nicht gebührend huldigte, wurde sie von der Liebesgöttin in blinde Liebe zu ihrem Vater versetzt. Mit der Hilfe ihrer Amme gelang es Myrrha, sich ins Schlafgemach ihres Vaters zu schleichen, ohne dass dieser sie erkannte. Als die Wahrheit ans Licht kam und sich der Vater des begangenen Inzests bewusst wurde, wollte er seine Tochter töten. Diese wurde jedoch von den Göttern in einen Myrrhenbaum verwandelt. Der Baum sprang nach zehn Monaten auf und brachte Adonis hervor, der von Nymphen aufgezogen wurde.<ref>Stichwort Adonis. Aus: Vollmer’s Mythologie aller Völker. Stuttgart 1874.</ref>
  • Sohn der Alphesiboia (Arsinoë) und des Phoinix.<ref>Stichwort Alphesiböa. Aus: Vollmer’s Mythologie aller Völker. Stuttgart 1874.</ref>

Deutung

Jules Michelet identifiziert Adonis, Bacchus und Sabas als orgiastische Götter, die in Rom hauptsächlich von Sklaven und Frauen verehrt wurden.<ref>Jules Michelet: Bible de l’humanité. Deutsch: Bibel der Menschheit. F. Chamerot, Paris 1864 (im Internet Archive online lesen, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden., auch als E-Book).</ref>

Rezeption

Namensgeber

Nach Adonis als Sinnbild eines Schönheitsideals ist der Adonis-Komplex benannt. Dagegen bezieht sich der deutsche Name frühe Adonisjungfer für Pyrrhosoma nymphula weniger auf deren Gestalt als auf ihre – blutroten Blüten von Adonisröschen wie Adonis aestivalis ähnliche – Färbung.

Literatur

Weblinks

Commons: Adonis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Vorlage:Mythoskop
  • Carlos Parada: Adonis. In: Greek Mythology Link. 1997 (englisch, abgerufen am 13. Mai 2013).
  • Aaron J. Atsma: Aphrodite Loves: Adonis. In: Theoi Project. 2011 (englisch, abgerufen am 13. Mai 2013).
  • Stichwort Adonis. Aus: Vollmer’s Mythologie aller Völker. Stuttgart 1874 (abgerufen am 13. Mai 2013).

Einzelnachweise

<references />

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