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Drachenmaul

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Drachenmaul
Datei:Horminum pyrenaicum kz02.jpg

Drachenmaul (Horminum pyrenaicum)

Systematik
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae
Untertribus: Nepetinae
Gattung: Horminum
Art: Drachenmaul
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Horminum
L.
Wissenschaftlicher Name der Art
Horminum pyrenaicum
L.

Das Drachenmaul (Horminum pyrenaicum), genauer Pyrenäen-Drachenmaul<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist die einzige Art der Pflanzengattung Horminum, die zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehört.

Beschreibung

Datei:Horminum pyrenaicum RF.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstand
Datei:Lamiaceae - Horminum pyrenaicum.jpg
Blüten

Vegetative Merkmale

Das Drachenmaul ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Der vierkantige Stängel ist fast kahl, aber von kleinen Haaren mit sitzenden Drüsen besetzt.

Die einfachen Laubblätter befinden sich fast alle in einer grundständigen Rosette. Es sind höchstens ein oder zwei Paare kleine Stängelblätter vorhanden. Die lang gestielten Grundblätter haben eine ovale bis rundliche Form und sind runzelig mit einem stumpf gekerbten Blattrand. Der Blattstiel ist 1 bis 5, selten bis zu 10 Zentimeter lang. Die einfache Blattspreite ist 3 bis 5 Zentimeter lang und 2 bis 5 Zentimeter breit.<ref name="HegiGams1964" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. In einem einseitswendigen scheinährigen Blütenstand befinden sich jeweils zwei bis sechs nickende Blüten in fünf bis zehn Scheinquirlen in den Achseln der Tragblätter. Der Blütenstiel der nickenden Blüten ist 2 bis 4 Millimeter lang.<ref name="HegiGams1964" />

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind verwachsen und der Kelch ist zweilippig mit fünf lang zugespitzten Kelchzähnen. Die fünf Kronblätter sind verwachsen. Die violette, zweilippige Krone ist mit einer Länge von 15 bis 20 Millimetern etwa doppelt so lang wie der Kelch. Die aufrechte Oberlippe ist ausgerandet und die Unterlippe dreiteilig. Der Kronschlund ist behaart. Die Kronröhre trägt innen nahe dem Grund einen Haarring.<ref name="HegiGams1964" /> Der Griffel ist länger als die Krone und endet in zwei Narbenästen.<ref name="HegiGams1964" />

Die Klausen sind bei einer Länge von 1,5 bis 1,75 Millimetern eiförmig, stumpf dreikantig, matt graubraun mit papillösen feucht aufquellenden Epidermiszellen.<ref name="HegiGams1964" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Bestäuber sind Bienen und Hummeln.<ref name="HegiGams1964" />

Vorkommen

Das Drachenmail kommt in Europa vor in Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland, Schweiz, Österreich und im früheren Jugoslawien. Das Verbreitungsgebiet umfasst die Südalpen, vom Luganer See bis Julische sowie Salzburger Alpen, Savoyen, Seealpen, daneben auch das Gebiet von den Pyrenäen bis zum Kantabrischen Gebirge und auch die Apuanischen Alpen.

In Österreich kommt das Drachenmaul in den Bundesländern Kärnten, Salzburg (vom Hochkönig bis zu den Leoganger Steinbergen), Tirol (bei Wörgl), Osttirol (Karnische Alpen) und Vorarlberg (Lechtaler Alpen) vor. In den Südalpen ist das Drachenmaul selten, allerdings wächst es gesellig. Gebietsweise tritt es auch häufig auf, etwa im Gardaseegebiet. Die sehr seltenen Vorkommen in den Nordalpen sind präglazial-reliktisch. In Deutschland kommt es nur in den Berchtesgadener Alpen vor.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Diese kalkstete Pflanze gedeiht meist auf mageren Weiden, steinigen Rasen, Geröll und lichten Wälder. Das Drachenmaul kommt in Höhenlagen von 1000 bis 2500 Metern vor.<ref name="HegiGams1964" /> Es steigt im Berninagebiet bis in eine Höhenlage von 2390 Meter und bei Bormio im Veltlin bis 2450 Meter auf.<ref name="HegiGams1964" /> Es ist eine Charakterart des Seslerio-Caricetum sempervirentis aus dem Seslerion-Verband, kommt aber in tieferen Lagen auch in Pflanzengesellschaften des Mesobromion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Horminum pyrenaicum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 2, S. 596. Synonyme für Horminum pyrenaicum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Melissa pyrenaica <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Scop., Pasina pyrenaea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bubani, Thymus horminum <templatestyles src="Person/styles.css" />E.H.L.Krause<ref name="POWO" /><ref name="Euro+Med" />

Der Gattungsname Horminum wurde durch Carl von Linné aufgestellt.<ref name="POWO" /><ref name="Euro+Med" /> Der Gattungsname Horminum leitet sich von horminon, hormao für „anregen“ ab, denn angeblich wurde diese Art als Aphrodisiakum verwendet.

Horminum pyrenaicum ist die einzige Art der Gattung Horminum aus der Untertribus Nepetinae innerhalb der Tribus Mentheae in der Unterfamilie Nepetoideae innerhalb der Familie der Lamiaceae.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Horminum pyrenaicum L., Pyrenäen-Drachenmaul. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Horminum pyrenaicum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="HegiGams1964"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2472–2474. </ref> <ref name="POWO"> Rafaël Govaerts, 2003: World Checklist of Selected Plant Families Database in ACCESS: 1-21620: Datenblatt Horminum pyrenaicum bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families (2010), The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Horminum pyrenaicum - Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Jens G. Rohwer: Lamiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 686.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Drachenmaul (Horminum pyrenaicum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien