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Eudialyt

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Eudialyt
Datei:Eudialyte, albite 1.jpg
Eudialytkristalle in Albit vom Raswumtschorr, Chibinen, Halbinsel Kola, Murmansk, Russland
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

2003 s.p.<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Eud<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • Na15Ca6Fe3Zr3Si(Si25O73)(O,OH,H2O)3(Cl,OH)2<ref name="IMA-Liste" />
  • Na15Ca6(Fe2+,Mn)3Zr3[(O,OH,H2O)2|(Cl,OH)2|(Si3O9)2|(Si9O27·SiO)2]<ref name="Lapis" />
  • ≈(Na14Ca)Ca6Fe2+3Zr3[(Cl,OH)2|(Si3O9)2|(Si9O27·SiO)2]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate – Ringsilikate (Cyclosilikate)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/C.03
VIII/E.25-010

9.CO.10
64.01.01.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol ditrigonal-skalenoedrisch; 32/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe R3m (Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 14,26 Å; c = 30,05 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 3<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5 bis 6<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,74 bis 3,10<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen bis undeutlich {0001}, unvollkommen nach {1120}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität uneben; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe rosa bis rotviolett, gelbbraun, grünlichgelb<ref name="Lapis" />
Strichfarbe rosaweiß<ref name="Lapis" />
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz, matt<ref name="Handbookofmineralogy" />
Radioaktivität schwach: 158,2 Bq/g<ref name="Webmineral" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,606 bis 1,610<ref name="Mindat" />
nε 1,610 bis 1,613<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,004<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter einachsig wechselnd

Eudialyt (IMA-Symbol Eud<ref name="Warr" />) ist ein relativ selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der chemischen Zusammensetzung Na15Ca6Fe3Zr3Si(Si25O73)(O,OH,H2O)3(Cl,OH)2<ref name="IMA-Liste" /> und ist damit ein komplexes Natrium-Calcium-Eisen-Zirkonium-Silikat. Strukturell gehört Eudialyt zu den Ringsilikaten.

Eudialyt kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt kurz- bis langprismatische oder rhomboedrische Kristalle von bis zu 10 cm Größe mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Er kommt aber auch in Form unregelmäßiger und massiger Mineral-Aggregate und Spaltfüllungen vor. Das Mineral ist durchsichtig bis durchscheinend und von rosa bis rotvioletter, gelbbrauner oder grünlichgelber Farbe.

Etymologie und Geschichte

Der Name Eudialyt setzt sich zusammen aus den griechischen Worten {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) [eû] „gut, tüchtig“ bzw. als Präfix {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) [eu-] „gut-“ (verwandt mit dem mykenischen Präfix e-u-/eu̯-/, dem altindischen Präfix su- [bzw. vásu „gut“] und dem hethitischen Adjektiv assu- für jeweils „gut-“; ursprünglich aus *{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) [esú] bzw. *<templatestyles src="IPA/styles.css" />h1sú-) sowie {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), das wiederum zusammengesetzt ist aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) „durch, wegen, auseinander“ (eventuell verwandt mit [δίς] „zweimal“ oder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) [dúɔː] „zwei“) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) [lúɔː] „lösen“ (Etymologie ungeklärt).

Erstmals beschrieben wurde Eudialyt 1819 durch Friedrich Stromeyer, der das Mineral nach seiner besonderen Eigenschaft, leicht schmelzbar und säurelöslich zu sein, benannte. Als Typlokalität gilt der Illimaussaq-Komplex in Kitaa, Grönland.

Klassifikation

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Eudialyt zur Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ und dort zur Abteilung der „Ringsilikate (Cyclosilikate)“, wo er zusammen mit Calciokatapleiit (auch Calciumkatapleit) und Katapleiit (auch Katapleit) sowie im Anhang mit Jagoit die „Katapleit-Gruppe“ mit der System-Nr. VIII/C.03 bildete.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/E.25-10. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Ringsilikate“, wo Eudialyt als Namensgeber die „Eudialytgruppe mit Neunerringen + Dreierringen“ und den weiteren Mitgliedern Alluaivit, Andrianovit, Aqualith, Carbokentbrooksit, Davinciit, Dualith, Feklichevit, Fengchengit, Ferrokentbrooksit, Georgbarsanovit, Golyshevit, Ikranit, Ilyukhinit, Johnsenit-(Ce), Kentbrooksit, Khomyakovit, Labyrinthit, Manganoeudialyt, Manganokhomyakovit, Mogovidit, Oneillit, Raslakit, Rastsvetaevit, Taseqit, Voronkovit und Zirsilit-(Ce) bildet.<ref name="Lapis" />

Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Eudialyt in die Abteilung der „Ringsilikate“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Struktur der Silikatringe, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „[Si9O27]18−-Neuner-Ringe“ zu finden ist, wo es ebenfalls namensgebend die „Eudialytgruppe“ mit der System-Nr. 9.CO.10 und den weiteren Mitgliedern Alluaivit, Andrianovit, Aqualith, Carbokentbrooksit, Dualith, Feklichevit, Ferrokentbrooksit, Georgbarsanovit, Golyshevit, Ikranit, Johnsenit-(Ce), Kentbrooksit, Khomyakovit, Labyrinthit, Manganokhomyakovit, Mogovidit, Oneillit, Raslakit, Rastsvetaevit, Taseqit, Voronkovit und Zirsilit-(Ce) bildet.

Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Eudialyt ebenfalls in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Ringsilikate: Ringe mit anderen Anionen und insularen Silikatgruppen“ ein. Auch hier ist er als Namensgeber der „Eudialytgruppe“ mit der System-Nr. 64.01.01 innerhalb der Unterabteilung „Ringsilikate: Ringe mit anderen Anionen und insularen Silikatgruppen mit gemischten Ringtypen“ zu finden.

Kristallstruktur

Eudialyt kristallisiert in der trigonalen Raumgruppe R3m (Raumgruppen-Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166 mit den Gitterparametern a = 14,26 Å und c = 30,05 Å sowie 3 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften

Eudialyt zeichnet sich dadurch aus, dass er sich außerordentlich leicht verflüssigen lässt. Vor dem Lötrohr schmilzt er sehr schnell zu einer blassgrün gefärbten Glasperle, ohne dabei die Flamme zu färben. Des Weiteren ist das Mineral auch sehr empfindlich gegenüber Säuren. Schon mit kalten Säuren übergossen entfärbt sich Eudialyt sehr schnell und gelatiniert darin leicht und vollständig. Auch durch Glühen geht diese Eigenschaft nicht verloren, sie erfordert zum vollständigen Gelatinieren allerdings die Mitwirkung einer schwachen Digestionswärme (etwa körperwarm zwischen 28 und 30 °C bzw. max. 40 °C).

Eudialyt ist schwach radioaktiv mit einer spezifischen Aktivität von etwa 158,2 Bq/g<ref name="Webmineral" /> (zum Vergleich: natürliches Kalium 31,2 Bq/g).

Modifikationen und Varietäten

Eukolit, Eucolit oder auch Barsanovit enthält auch Cer und Lanthan und ist eine weichere Varietät des Eudialyts mit verändertem Aussehen.

Bildung und Fundorte

Datei:Arfvedsonit, Eudialyte, Microcline-289192.jpg
Eudialyt (bräunlichgelb), Arfvedsonit (schwarz) und Mikroklin (weiß) aus der Grube „Demix-Varennes“ zwischen Saint-Amable und Varennes, Québec, Kanada (Sichtfeld 2,2 × 2,9 mm)

Eudialyt bildet sich in magmatischen Gesteinen wie Nephelin-Syenit oder -Pegmatit. Dort tritt es in Paragenese mit Aegirin, Nephelin und/oder Mikroklin auf.

Als eher seltene Mineralbildung kann Eudialyt an verschiedenen Fundorten zum Teil reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Weltweit sind bisher rund 250 Fundstätten für Eudialyt dokumentiert (Stand 2022),<ref name="Mindat-Anzahl" /> so unter anderem in New South Wales, Queensland und Tasmanien (Australien); den nördlichen und südlich bis südöstlichen Regionen von Brasilien; Liaoning (China); außer in seiner Typlokalität Kitaa noch in Tunu auf Grönland; die Îles de Los in Guinea (Afrika); British Columbia, Québec (Mont St. Hilaire), Neufundland und Labrador (Kanada); Antsiranana auf Madagaskar; Langesundsfjord in Norwegen; mehreren Regionen in Russland (Kukisvumchorr, Khibinymassiv, Kola); Böhmen in Tschechien; sowie einigen Regionen der USA.<ref name="Fundorte" />

Verwendung als Schmuckstein

Eudialyt findet aufgrund seiner lebhaften Färbung in Verbindung mit anderen Mineralen beispielsweise im Gestein Syenit gelegentlich Verwendung als Schmuckstein. Meist wird er in Form von Trommelsteinen oder Cabochonen<ref name="Schumann" /> angeboten, aber auch Facettenschliffe wurden schon angewandt.<ref name="realgems.org" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 30. Oktober 2022. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat"> Eudialyte. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 30. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Localities for Eudialyte. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 30. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="realgems.org"> Michael R. W. Peters: Bilder zu rohen und geschliffenen Eudialyten. In: realgems.org. Abgerufen am 30. Oktober 2022. </ref> <ref name="Schumann"> Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. 16., überarbeitete Auflage. BLV Verlag, München 2014, ISBN 978-3-8354-1171-5, S. 228–229. </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Eudialyte Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 30. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>