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Berlin-Rummelsburg

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Rummelsburg
Ortsteil von Berlin
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Bild:Berlin_Lichtenberg_Rummelsburg.svg|300px|Rummelsburg auf der Karte von Lichtenberg rect 7 5 105 91 Berlin poly 199 0 203 17 249 17 283 37 309 57 321 77 353 77 367 141 363 153 419 167 415 5 385 1 Brandenburg poly 197 3 163 31 185 73 207 61 221 81 249 87 289 35 233 11 203 17 Wartenberg poly 287 33 255 87 269 105 329 79 307 57 Falkenberg poly 159 29 149 51 155 83 167 91 187 71 Malchow poly 159 103 191 71 219 61 219 81 251 89 265 101 241 135 187 115 157 115 Neu-Hohenschönhausen poly 167 103 169 123 181 149 161 143 153 165 119 159 145 209 237 199 249 191 241 133 Alt-Hohenschönhausen poly 127 187 107 227 125 243 167 241 155 203 137 209 Fennpfuhl poly 159 207 161 239 137 245 135 287 167 291 193 269 225 269 219 205 Lichtenberg poly 139 289 123 313 181 369 201 369 219 357 203 341 169 317 209 269 165 293 Rummelsburg poly 205 271 171 323 209 345 269 315 259 271 Friedrichsfelde poly 211 345 219 359 195 375 203 393 225 395 255 417 265 393 297 395 277 323 269 317 Karlshorst desc bottom-left

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Koordinaten 52° 30′ 0″ N, 13° 29′ 33″ OKoordinaten: 52° 30′ 0″ N, 13° 29′ 33″ O
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Fläche 4,52 km²
Einwohner 27.577 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte 6101 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 10317
Ortsteilnummer 1112
Gliederung
Bezirk Lichtenberg
Ortslagen

Rummelsburg ist ein Ortsteil im Bezirk Lichtenberg in Berlin. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung vor allem für das Gebiet um den gleichnamigen S-Bahnhof verwendet.

Geschichte

Datei:Luftbild Berlin Rummelsburg.jpg
Satellitenbild von Rummelsburg

Das erste Gebäude Rummelsburgs war eine Ziegelei, die sich ab 1669 am Ufer des Rummelsburger Sees (damals: Stralauer See) befand. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich daraus eine Meierei, die zunächst als Charlottenhof bezeichnet wurde. Nach 1775 sind ebenfalls Fischereien und Gärtnereien nachgewiesen. Als die Meierei vom Weinhändler Johann Jakob Rummel gekauft und in ein Wirtshaus umgewandelt wurde, nannte er sie Rummelsburg. Dieser Name übertrug sich auf die entstehende Ansiedlung.

Im Jahr 1861 wurde Rummelsburg, bis dahin Exklave Berlins im Kreis Niederbarnim, dem Gutsbezirk Boxhagen eingegliedert. Im Jahr 1859 wurde hier das Friedrichs-Waisenhaus eröffnet, 1867 die Gesellschaft für Anilinfabrikation mbH gegründet, der Vorläufer der Agfa. Zwischen 1872 und 1875 entstand die – teilweise von britischen Bauingenieuren errichtete – Victoriastadt, 1877–1879 das städtische Arbeitshaus Rummelsburg<ref>Thomas Irmer, Kaspar Nürnberg, Barbara Reischl: Das Städtische Arbeits- und Bewahrungshaus Rummelsburg in Berlin-Lichtenberg. Zur Geschichte und Gegenwart eines vergessenen Ortes der Verfolgung von „Asozialen“ in der NS-Zeit. In: Gedenkstättenrundbrief Nr. 144. 8/2008, S. 22–31.</ref> (später: Gefängnis Rummelsburg). Zwischen 1890 und 1892 wurde die evangelische Erlöserkirche erbaut.

Am 30. Januar 1889 wurde der Gutsbezirk aufgelöst und die eigenständige Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg gebildet, die nun aus vier Siedlungskernen bestand – dem Boxhagener Vorwerk mit seiner Siedlungskolonie, den Etablissements von Rummelsburg, der Kolonie Victoriastadt und der Kolonie Lichtenberger Kietz. Begünstigt durch die Anlage des Bahnhofs Stralau-Rummelsburg im Jahre 1882 (heute: Bahnhof Ostkreuz) kam es in den folgenden Jahren zu einem raschen Wachstum von Wohn- und Industriebebauung.

Die Einwohnerzahlen im 19. Jahrhundert steigerten sich mit der raschen industriellen Entwicklung von 1875 mit 2.135 auf rund 20.000 im Jahr 1895 und mehr als 50.000 im Jahr 1910.<ref>Dieter Breitenborn: Boxhagen-Rummelsburg. In: BZ am Abend. 17. Januar 1979.</ref><ref>Landkreis Niederbarnim. Gemeindeverzeichnis Einwohnerzahl von Boxhagen-Rummelsburg 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2024; abgerufen am 20. Februar 2026.</ref>

Am 1. April 1912 kam Boxhagen-Rummelsburg zur Stadt Lichtenberg und mit der Bildung von Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 in den Bezirk Lichtenberg der deutschen Hauptstadt.

Vom 21. Mai 1927 bis in die 1950er Jahre befand sich in der Köpenicker Chaussee 1–4, unmittelbar am Rummelsburger See, das Städtische Flußbad Lichtenberg. Neben 26.000 m² Sandstrand befanden sich hier ein kleineres Schulbecken, ein großes Sportbecken (25 m × 100 m) und ein kleineres Warmbecken, dessen Wasser in der kühleren Jahreszeit mit der Abwärme des benachbarten Kraftwerks Klingenberg erwärmt wurde. Ein viertes Becken war dem Zehnmeter-Sprungturm vorbehalten. Die Gesamtfläche des Bades umfasste 50.000 m².<ref>John Stave: Stube und Küche. Erlebtes und Erlesenes. Eulenspiegel-Verlag, 2001, ISBN 3-359-00478-7.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Am Rummelsburger Ufer. (Memento vom 7. Oktober 2008 im Internet Archive) Bezirksamt Lichtenberg.</ref>

Bei einer Neugliederung des Bezirks im Jahr 2002 (ein Jahr nach der Berliner Bezirksreform) wurde Rummelsburg zu einem eigenständigen Ortsteil. Dieser erstreckt sich seither mit dem Gebiet um die Weitlingstraße bis zum Bahnhof Lichtenberg. Hier dominiert Wohnbebauung aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Bebauung

Datei:Vic-tucholla.JPG
Victoriastadt, Tuchollaplatz
Datei:Berlin-Victoriastadt - Schrotkugelturm.jpg
Schrotkugelturm
Datei:Skulptur Hauptstr 8 (Rumbg) Gefängnis Rummelsburg&Helga Lieser&2015.jpg
Ehemaliges Gefängnis Rummelsburg

Der Ortsteil liegt langgestreckt zwischen der Ringbahn um den Bahnhof Ostkreuz im Nordwesten und dem Blockdammweg im Südosten und grenzt im Süden an die Spree und ihren Ausläufer, den Rummelsburger See (auch: Rummelsburger Bucht). Der Ortsteil wird von der breiten Trasse der Hauptstraße/Köpenicker Chaussee und der Eisenbahnstrecke nach Frankfurt/Oder (S-Bahn-Linie S3) durchzogen. Ein Ortszentrum gibt es nicht.

Im Nordwesten des Ortsteils liegt das gründerzeitliche Wohngebiet Victoriastadt (auch Kaskelkiez genannt) mit dem Museum Lichtenberg im Stadthaus in der Türrschmidtstraße und mit dem Wahrzeichen der Victoriastadt, dem Schrotkugelturm in der Nöldnerstraße. Daran anschließend herrscht um den Bahnhof Berlin-Rummelsburg und die Fischerstraße lockere Bebauung vor. An der Schlichtallee/Fischerstraße liegt ein Schulkomplex, der von Max Taut entworfen wurde und zu den größten Schulneubauten der Weimarer Republik zählt.<ref>Baudenkmal Oberlyzeum, Mittel-, Gemeinde- und Berufsschule Lichtenberg</ref>

An den Ufern des Rummelsburger Sees entstand in den 2000er Jahren, teilweise unter Einbeziehung alter Bausubstanz, die Wasserstadt Rummelsburg.

Das zwischen 1854 und 1859 errichtete Friedrichs-Waisenhaus Rummelsburg in der Hauptstraße diente zur Unterbringung elternloser Jungen und Mädchen, die in Berlin und der Umgebung aufgegriffen worden waren. In der Zeit der DDR war auf dem Gelände das Grenzregiment 36 untergebracht,<ref>Grenzregiment-36. In: deutsche-digitale-bibliothek.de. Abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> das für die Bewachung der Berliner Mauer zwischen der Eberswalder Straße im Stadtbezirk Prenzlauer Berg und der Mündung des Landwehrkanals in die Spree im Stadtbezirk Treptow verantwortlich war. Für die Insassen des Waisenhauses entstand hier 2014 der Gedenkort Rummelsburg.

Das ebenfalls in der Hauptstraße gelegene, 1877–1879 gebaute Städtische Arbeitshaus Rummelsburg wurde in der DDR als Haftanstalt Rummelsburg genutzt. Seit 2007 sind die Gebäude zu Eigentums- und Mietwohnungen umgebaut worden.

Weiter in Richtung Südosten dominieren Industriebebauung und das ausgedehnte Gelände des Betriebsbahnhofs Rummelsburg, in dem Fernzüge der Deutschen Bahn gewartet werden.

Eines der Wahrzeichen des Ortsteils ist das im Südosten Rummelsburgs nahe der Spree gelegene Elektrizitäts- und Heizkraftwerk Klingenberg, benannt nach dessen Konstrukteur, dem Elektroingenieur Georg Klingenberg. Es wurde 1925–1926 errichtet und galt lange als die größte und modernste Anlage Europas. Es stellt auch heute einen Großteil der Energieversorgung der Stadt Berlin.

Der Ortsteil hat Anschluss an das Berliner S-Bahn-Netz mit den Bahnhöfen Rummelsburg und Betriebsbahnhof Rummelsburg an der Linie S3 sowie Nöldnerplatz und Lichtenberg an den Linien S5, S7 und S75. Vom Bahnhof Lichtenberg verkehren Regionalbahnlinien nach Templin, Eberswalde und Senftenberg, Werneuchen und Kostrzyn. Außerdem besteht hier ein Übergang zur U-Bahn-Linie U5. Der S-Bahnhof Ostkreuz liegt am Rande des Ortsteils.

Außerdem wird das Gebiet von der Straßenbahnlinie 21 und mehreren Buslinien erschlossen.

Bevölkerung

Jahr Einwohner
2007 17.308
2010 20.010
2015 22.390
2020 25.697
Jahr Einwohner
2021 25.866
2022 26.658
2023 26.996
2024 27.577

Quelle: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerregisterstatistik Berlin. Bestand – Grunddaten. 31. Dezember. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)<ref>Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 23. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2023. (PDF) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, S. 26, abgerufen am 27. Februar 2024.</ref>

Wirtschaft

Datei:Berlin-Rummelsburg Kraftwerk Klingenberg.jpg
Kraftwerk Klingenberg

Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945

Große Gebiete in Rummelsburg, an der Hauptstraße und an der Köpenicker Chaussee gelegen, entwickelten sich in dem genannten Zeitraum zu bedeutenden Wirtschaftsfaktoren in Rummelsburg. Dazu trugen insbesondere folgende Unternehmen bei:

Auch der Bau und der Betrieb des damaligen Auguste-Viktoria-Krankenhauses in der Nöldnerstraße und der Verkehr über den Betriebs- und Abstellbahnhof Rummelsburg bestimmten die Wirtschaft in Rummelsburg.

Zwischen 1945 und 1990

Datei:Bundesarchiv DH 2 Bild-D-00131-05A1, Rummelsburg, Betonwerk.jpg
Betonwerk Rummelsburg, 1960

Im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs wurden die Unternehmen Knorr-Bremse und I.G. Farben enteignet. Das Kraftwerk und die Gaswerke konnten anfangs wegen demontierter Maschinen oder wegen fehlender Rohstoffe nicht arbeiten. Erst ab 1952 begann wieder eine nennenswerte Erzeugung von Industriegütern. Die Fabriken wurden zu volkseigenen Betrieben. Beispiele für Einrichtungen mit hoher Wirtschaftskraft in Rummelsburg waren:

Seit 1990

Als Folge des politischen und wirtschaftlichen Wandels seit 1990 wurden viele Betriebe schrittweise abgewickelt. Übrig blieben vor allem kleine oder mittelständische Handwerksbetriebe.

Das Kraftwerk Klingenberg beliefert den Berliner Strommarkt und ist wichtiger Lieferant von Fernwärme für den Ostteil der Stadt. Die Braunkohleverfeuerung wurde 2017 beendet<ref>Thomas Rogalla: Energieversorgung: Die letzte Schüppe Braunkohle. In: Berliner Zeitung. (berliner-zeitung.de).</ref> und das Kraftwerk voll auf Erdgas umgestellt.

1995 entstand das Einkaufszentrum Victoriacenter an der Marktstraße. Im Gebäude des Berliner Bremsenwerks in der Hirschberger Straße ist die Deutsche Rentenversicherung Bund mit der Abteilung „Versorgungsträger für Zusatzversorgungssysteme“ ansässig.

Auf dem Rummelsburger Betriebsbahnhof entstand als Neubau das ICE-Bahnbetriebswerk der Deutschen Bahn. Die ICE-2-Flotte ist hier beheimatet. Der heutige Betriebsbahnhof Rummelsburg teilt sich in zwei Bereiche: Im südlichen Bereich befindet sich die ICE-Halle und im nördlichen Bereich die Reisezugwagenhalle.

Bildung

Sport

Der SV Sparta Lichtenberg trägt seine Heimspiele auf dem Paul-Kalkbrenner-Sportfeld in der Fischerstraße aus.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortsteils

Mit Rummelsburg verbundene Persönlichkeiten

  • Heinrich Zille (1858–1929), Pinselheinrich, Maler und Grafiker, lebte in der Geusenstraße 16
  • Felix Tucholla (1899–1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, lebte in der Kaskelstraße 41
  • Hans Krüger (1904–1944), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, lebte in der Türrschmidtstraße 38
  • Georg Lehnig (1907–1945), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, lebte in der Wönnichstraße 105
  • Gustav Zahnke (1908–1930), Opfer des Nationalsozialismus, lebte in der Margaretenstraße 9
  • Wilhelm Martinke (1909–1945), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, lebte in der Pfarrstraße 92
  • Käthe Tucholla (1910–1943), Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, lebte in der Kaskelstraße 41

Siehe auch

Literatur

  • Christine Steer: Rummelsburg mit der Victoriastadt. be.bra-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-8148-0181-0.

Weblinks

Commons: Berlin-Rummelsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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