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Berlin-Wartenberg

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Vorlage:Infobox Ortsteil von Berlin Wartenberg ist ein Ortsteil im Bezirk Lichtenberg in Berlin. Im Sprachgebrauch ist meist nicht der alte Dorfkern gemeint, sondern das Neubaugebiet Wartenberg, das zum benachbarten Ortsteil Neu-Hohenschönhausen gehört und sich auf der früheren Feldmark von Wartenberg befindet.

Lage

Wartenberg befindet sich im nördlichen Teil des Bezirks Lichtenberg. Der Ortsteil grenzt an die benachbarten Ortsteile Malchow, Neu-Hohenschönhausen und Falkenberg sowie an den brandenburgischen Landkreis Barnim.

Geschichte

Datei:Dorfkirche Wartenberg neu 02.jpg
Neue Kirche der Gemeinde Berlin-Wartenberg in Neu-Hohenschönhausen

Markgraf Albrecht der Bär holte ab 1157 neue Siedler nach Brandenburg, die insbesondere aus der Altmark, dem Harz, Flandern und den Rheingebieten kamen. Die Neuankömmlinge nahmen nicht selten die geografischen Bezeichnungen (Ortsnamen) ihrer Heimat mit und gründeten Angerdörfer und Straßendörfer (wie z. B. Wartenberg und Falkenberg). Auf diese Weise wird um 1230 auch Wartenberg (es gibt gleichnamige Orte in der Altmark) entstanden sein.

In die Zeit von 1250 wird der Bau der ehemaligen Dorfkirche Wartenberg datiert. Der Bau zählte bis zu seiner Zerstörung 1945 zu den schönsten Dorfkirchen Berlins, einige Inventargegenstände, wie der Marienaltar wurden allerdings schon vor der Zerstörung entfernt und können heute in der Hohenschönhauser Taborkirche und im Märkischen Museum betrachtet werden.

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes fand 1270 statt: Bernhardus de Wardenberge wurde in einer Urkunde der brandenburgischen Markgrafen erwähnt. Rund 100 Jahre später fand eine weitere Erwähnung im Landbuch Karls IV. statt. Darin wurden die Besitztümer Wartenbergs angegeben: 1375 waren es 53 Hufen, wovon drei dem Dorfpfarrer zustanden und einer der Dorfkirche. Daneben gab es acht Kossäten, einen Krug sowie einen Lehnsschulzen.

Bis 1448 war das Dorf in Besitz mehrerer Berliner und Cöllner Bürger, unter anderem der Familien Blankenfelde und Boytin. Nach dem „Berliner Unwillen“ verloren diese ihre Besitztümer an Kurfürst Friedrich II. (genannt „Eisenzahn“), der diese wiederum an lehnstreue Vasallen verteilte, darunter auch die Adelsfamilie Röbel, der auch die umliegenden Dörfer Hohenschönhausen und Buch gehörten. 1451 wurde das Dorf in zwei Rittergüter aufgeteilt.

Im Jahr 1783 erwarb der preußische Staatsminister Otto von Voß das Gut Wartenberg, er legte die beiden Rittergüter wieder zusammen und ließ sich ein neues Gutshaus mit Wirtschaftsgebäude errichten. Nach seinem Tod 1823 erbten zunächst seine drei Söhne das Gut, sein ältester Sohn Carl wurde nach dem Tod der beiden Jüngeren alleiniger Herrscher über Wartenberg.

Datei:Berlin-Wartenberg 1920.jpg
Gemeinde und Gutsbezirk Wartenberg in den Grenzen von 1920

Die Stadt Berlin kaufte 1882 das Gut Wartenberg und begann mit der Anlage von Rieselfeldern. Das Gut selbst wurde zum Vorwerk des Stadtgutes Malchow. Die Landgemeinde und der Gutsbezirk Wartenberg gehörten zum Kreis Niederbarnim der preußischen Provinz Brandenburg.

Im Jahr 1920 folgte mit dem Groß-Berlin-Gesetz die Eingemeindung der Gemeinde und des Gutsbezirks; diese bildeten nun den Ortsteil Wartenberg des damaligen 18. Verwaltungsbezirks Weißensee.

Am 21. April 1945 wurde die Dorfkirche von Wehrmachtsangehörigen gesprengt, da sie andernfalls als Orientierung für die anrückende Rote Armee hätte dienen können. Diese erreichte trotz der Sprengung noch am selben Tag gegen 10:30 Uhr den Dorfkern, was gleichzeitig eine der ersten Grenzüberschreitungen Berlins darstellt.

Am 1. September 1985 wurde Wartenberg Teil des neuen Bezirks Hohenschönhausen, der 2001 im heutigen Bezirk Lichtenberg aufging.

Baulich ist Wartenberg sehr unterschiedlich gestaltet. Rund um die Gaststätte „Wartenberger Hof“ finden sich zahlreiche neu errichtete Einfamilienhäuser und im Dorfkern gibt es noch alte Bauernhöfe. Vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden die Siedlung Wartenberg und die Siedlung Falkenhöhe im Nordosten des Ortsteils sowie im Nordwesten die Siedlung Margaretenhöhe, die ursprünglich zu Malchow gehörte.

Nördlich des Ortskerns wird seit 2000 der Landschaftspark Wartenberger Feldmark als Naherholungsgebiet auf den ehemaligen Rieselfeldern entwickelt. Die Wartenberger und Falkenberger Feldflur wurde 2023 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Bevölkerung

Jahr Einwohner<ref>Ortschafts-Statistik des Regierungsbezirks Potsdam. Richard Boeckh, Berlin 1861, S. 88; books.google.de</ref><ref>1871–1919 Gross-Berlin: Geographie der Weltstadt. Friedrich Leyden, 1933. 1925–1946 Statistisches Jahrbuch von Berlin (jeweilige Jahre). 1950 und 1963 Statistisches Jahrbuch der DDR 1964.</ref>
1858 Vorlage:0273
1871 Vorlage:0299
1880 Vorlage:0373
1890 Vorlage:0486
1900 Vorlage:0503
1910 Vorlage:0439
1919 Vorlage:0397
1925 Vorlage:0400
1939 1667
1946 1779
1950 1848
1963 1736
Jahr Einwohner
1991 1022
1995 1347
2000 2067
2007 2441
2010 2355
2015 2477
2020 2578
2021 2604
2022 2653
2023 2645
2024 2669

Quelle ab 2007: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerregisterstatistik Berlin. Bestand – Grunddaten. 31. Dezember. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Infrastruktur

Verkehr

Der Bahnhof Wartenberg liegt südlich des Ortsteils in Neu-Hohenschönhausen. Bis 2002 gehörte dieses Gebiet noch zu Wartenberg. Der Ortsteil wird durch zwei Buslinien bedient. Mit der Linie 256 der BVG bestehen Fahrmöglichkeiten über Neu- und Alt-Hohenschönhausen nach Lichtenberg. Mit der Linie 893 der Barnimer Busgesellschaft werden Verbindungen über Lindenberg nach Buch angeboten. Nachts verkehrt die Buslinie N56 als Ringlinie von Wartenberg über Alt- und Neu-Hohenschönhausen.

Die wichtigsten Straßen des Ortsteils sind die Dorfstraße mit Verbindungen nach Malchow und Neu-Hohenschönhausen sowie die Lindenberger Straße ins Umland. Im Nordwesten wird Wartenberg an der Siedlung Margaretenhöhe von der Bundesstraße 2 tangiert.

Bildung

Seit 1952 gab es in Wartenberg die Ingenieurschule für Landtechnik, die 1969 in die Ingenieurhochschule Berlin-Wartenberg umgewandelt und 1990 aufgelöst wurde.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Sport

Persönlichkeiten

Siehe auch

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Ortsteile Berlins im Bezirk Lichtenberg

Vorlage:Normdaten