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Pindolol

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Strukturformel
Strukturformeln der beiden Enantiomeren von (±)-Pindolol
(R)-Pindolol (oben) und (S)-Pindolol (unten), 1:1-Stereoisomerengemisch
Allgemeines
Freiname Pindolol
Andere Namen
  • (±)-Pindolol
  • (RS)-Pindolol
  • rac-Pindolol
  • DL-Pindolol
  • (±)-1-(1H-Indol-4-yloxy)-3-(1-methylethylamino)propan-2-ol
  • (RS)-1-(1H-Indol-4-yloxy)-3-(1-methylethylamino)propan-2-ol
  • DL-1-(1H-Indol-4-yloxy)-3-(1-methylethylamino)propan-2-ol
  • rac-1-(1H-Indol-4-yloxy)-3-(1-methylethylamino)propan-2-ol
  • 1-(1H-Indol-4-yloxy)-3-(propan-2-ylamino)propan-2-ol (IUPAC)
Summenformel C14H20N2O2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 236-867-9
ECHA-InfoCard 100.033.501
PubChem 4828
ChemSpider 4662
DrugBank DB00960
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

C07AA03

Wirkstoffklasse

Betablocker

Eigenschaften
Molare Masse 248,32 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

167–171 °C<ref name="ChemIDplus" />

Löslichkeit

Wasser: 7880 mg·l−1 bei 25 °C<ref name="ChemIDplus" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten

263 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="ChemIDplus">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Pindolol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Betablocker und wird unter anderem zur Behandlung der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) eingesetzt. Ebenfalls kann es in der Rettungsmedizin eingesetzt werden, zur Behandlung der supraventrikulären Tachykardie, die nach der Gabe von Nitroglycerin auftreten kann.

Klinische Angaben

Pindolol gehört zur Gruppe der nichtselektiven Betablocker, da es nicht spezifisch an die β1-Adrenozeptoren bindet. Die relative Wirkstärke im Vergleich zum Propranolol beträgt 5. Pindolol weist eine intrinsische sympathomimetische Aktivität (ISA) auf, ebenso wie die Betablocker Acebutolol und Oxprenolol. Im Gegensatz zu Betablockern ohne ISA weisen die Betablocker mit ISA keine günstige Wirkung beim Myokardinfarkt auf. Betablocker mit ISA sollen häufiger zu Schlafstörungen führen als Betablocker ohne ISA.

Reaktionsvermögen

Auch bei bestimmungsgemäßer Einnahme kann das Reaktionsvermögen so weit herabgesetzt sein, dass eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr oder das Bedienen von Maschinen nicht empfohlen wird.

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakokinetik

Das fettlösliche Pindolol wird nach oraler Aufnahme gut resorbiert und hat eine Plasmahalbwertszeit von 3 bis 6 Stunden. Es unterliegt einem geringeren First-Pass-Effekt als das Propranolol, die Bioverfügbarkeit ist sehr variabel und schwankt zwischen 40 und 90 %. Die Plasmaproteinbindung des Pindolol beträgt 60 %. Das Pindolol wird in der Niere zu 40 % ausgeschieden.

Sonstige Informationen

Stereochemie

Der Bedeutung der Enantiomerenreinheit der synthetisch hergestellten Wirkstoffe wird zunehmend Beachtung eingeräumt, denn die beiden Enantiomeren eines chiralen Arzneistoffes zeigen fast immer eine unterschiedliche Pharmakodynamik und Pharmakokinetik. Das wurde früher aus Unkenntnis über stereochemische Zusammenhänge oft ignoriert.<ref name="Ariëns">E. J. Ariëns, Stereochemistry, a basis for sophisticated nonsense in pharmacokinetics and clinical pharmacology, European Journal of Clinical Pharmacology 26 (1984) 663–668. PMID 6092093.</ref> Pindolol wird als Racemat eingesetzt, das aktive Stereoisomer (Eutomer) ist die (S)-Form.<ref name="Agustiana">Joni Agustiana, Azlina Harun Kamaruddina, Subhash Bhatiaa: Single enantiomeric β-blockers—The existing technologies, Process Biochemistry 45 (2010) 1587–1604.</ref>

Handelsnamen

Monopräparate

Glauco-Stulln (D), Viskaldix (D, CH), Visken (D, A, CH)

Kombinationspräparate

Viskenit (A)

Literatur

  • T. Karow / R. Lang-Roth: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 2003 S. 62 – S. 66
  • G. Herold: Innere Medizin 2004

Einzelnachweise

<references />

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