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Afamelanotid

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Strukturformel
Struktur von Melanotan I
Allgemeines
Freiname Afamelanotid
Andere Namen
  • Melanotan
  • Melanotan I
  • Melanotan-1
  • 4-L-Norleucin-7-D-Phenylalanin-α-Melanozyten-stimulierndes Hormon (NDP-α-MSH)
Summenformel C78H111N21O19
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
PubChem 16197727
ChemSpider 17310725
DrugBank DB04931
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

D02BB02

Eigenschaften
Molare Masse 1646,85 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Afamelanotid (Melanotan I, früher CUV1647), auch NDP-α-MSH, ist ein synthetisches Peptidhormon, welches die Wirkung des natürlichen Hormons α-MSH nachahmt. Es ist durch gezielte Veränderungen seiner chemischen Struktur jedoch wesentlich wirksamer als die natürliche Variante. Dies ist bedingt durch eine gegenüber α-MSH verlängerte Halbwertszeit und eine deutlich stärkere Bindung zu dem Melanocortinrezeptor (MC1R). Afamelanotid stimuliert die Melanin(Eumelanin)-Produktion in den Melanozyten.

Chemische Struktur

Afamelanotid ist ein aus 13 Aminosäuren bestehendes Peptid mit der Primärstruktur Ac-Ser-Tyr-Ser-Nle-Glu-His-D-Phe-Arg-Trp-Gly-Lys-Pro-Val-NH2.<ref>Hadley, M.E. & Dorr, R.T. (2006): Melanocortin peptide therapeutics: historical milestones, clinical studies and commercialization. In: Peptides. Bd. 27, S. 921–930. PMID 16412534</ref> Im Vergleich zum α-MSH sind zwei Aminosäuren ausgetauscht: Met4 → Nle4 und L-Phe7D-Phe7.

Anwendung als Arzneimittel

Am 22. Dezember 2014 erteilte die Europäische Kommission eine Arzneimittelzulassung für „Scenesse“ in der gesamten Europäischen Union zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit erythropoetischer Protoporphyrie (EPP). Vor und im Verlauf von Phasen mit starker Exposition gegenüber Sonnenlicht, z. B. vom Frühling bis zum Herbst, wird dem Patienten alle zwei Monate jeweils ein stäbchenförmiges Implantat unter die Haut injiziert.<ref name="Scenesse" /><ref name="WC500182307">EPA: Scenesse – Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels.</ref>

Der Arzneistoff wurde von der australischen Firma Clinuvel Pharmaceuticals (vormals Epitan) entwickelt.<ref>Phase III Trial of CUV1647 in Polymorphic Light Eruption (PLE) (englisch).</ref> Für die Behandlung der erythropoetischen Protoporphyrie hat die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) Melanotan I als Orphan-Arzneimittel eingestuft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Firmenmitteilung Clinuvel Pharmaceuticals vom 29. Juli 2008 (Memento vom 5. Dezember 2008 im Internet Archive) (englisch; PDF; 53 kB).</ref> Im Oktober 2019 erfolgte die Zulassung in den USA.<ref>FDA approves first treatment to increase pain-free light exposure in patients with a rare disorder. In: FDA. 8. Oktober 2019, abgerufen am 16. März 2020.</ref>

Nutzen

„Scenesse“ verlängert den Zeitraum, den die Patienten im Sonnenlicht ohne Schmerzen verbringen können.<ref name="Scenesse" /> In einer Studie mit 93 EPP-Patienten verbrachten mit „Scenesse“ behandelte Patienten während eines Sechsmonatszeitraums im Durchschnitt 116 Stunden (arithmetischer Mittelwert) bzw. 69 Stunden (Median) in direktem Sonnenlicht ohne Schmerzen, mit Placebo behandelte Patienten dagegen nur 61 Stunden (arithmetischer Mittelwert) bzw. 41 Stunden (Median).<ref>EMA: Public assessment report Scenesse</ref>

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit (19 %), Kopfschmerzen (20 %) und Reaktionen an der Implantatstelle (21 %; überwiegend Verfärbungen, Schmerzen, Hämatome, Erytheme).<ref name="WC500182307" />

Risikomanagement

„Scenesse“ wurde unter sogenannten „außergewöhnlichen Umständen“ zugelassen. Dies bedeutet, dass es aufgrund der Seltenheit der Krankheit nicht möglich war, zum Zeitpunkt der Zulassung vollständige Informationen über den Nutzen und die Risiken von „Scenesse“ zu erlangen. Zur Gewährleistung der sicheren und wirksamen Anwendung wurde ein Risikomanagementplan entwickelt, um sicherzustellen, dass Scenesse so sicher wie möglich angewendet wird. Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird jedes Jahr sämtliche neuen Informationen prüfen, die verfügbar werden. Ein Patientenregister wird langfristige Daten über den Nutzen und die Sicherheit des Arzneimittels bereitstellen.<ref name="Scenesse">EMA: EPAR Scenesse – Afamelanotid, 2015.</ref> Ärzten wird ein Schulungsfilm zur korrekten Anwendung zur Verfügung gestellt. Die Anwendung von „Scenesse“ ist nur in spezialisierten Krankenhäusern gestattet.<ref>EMA: Summary of the risk management plan (RMP) for Scenesse (afamelanotide)</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />