Zum Inhalt springen

TADDOL

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. Januar 2026 um 03:13 Uhr durch imported>ChemoBot (Entferne Parameter „Suchfunktion“ aus {{Infobox Chemikalie}} und bereinige Leerzeilen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Struktur von TADDOL
Links das (4R,5R)-TADDOL,
rechts das (4S,5S)-TADDOL
Allgemeines
Name TADDOL
Andere Namen
  • Seebach-Reagenz
  • (4R,5R)-TADDOL
  • (4R,5R)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetraphenyl-dioxolan-4,5-dimethanol
  • (4S,5S)-TADDOL
  • (4S,5S)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetraphenyl-dioxolan-4,5-dimethanol
Summenformel C31H30O4
Kurzbeschreibung

gelblicher Feststoff<ref name="merck" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • Vorlage:CASRN (4R,5R)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetraphenyl-dioxolan-4,5-dimethanol
  • Vorlage:CASRN (4S,5S)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetraphenyl-dioxolan-4,5-dimethanol
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 466,57 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

192–195 °C<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser, löslich in Chloroform<ref name="merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="merck" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="merck" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

TADDOL (systematischer Name: α,α,α´,α´-Tetraaryl-1,3-dioxolan-4,5-dimethanol), genauer TADDOLe, sind Derivate der Weinsäure, wobei der Arylrest meist ein Phenylrest ist. In der modernen asymmetrischen organischen Synthese dienen sie als chirale Reagenzien zur Durchführung enantioselektiver Reduktionen von Ketonen. Entweder wird dabei (4R,5R)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetraphenyldioxolan-4,5-dimethanol oder (4S,5S)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetraphenyldioxolan-4,5-dimethanol eingesetzt, beide Enantiomere sind kommerziell verfügbar. Ebenfalls käuflich sind (4S,5S)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetra(1-naphthyl)-1,3-dioxolan-4,5-dimethanol (CAS-Nr. Vorlage:CASRN) und (4S,5S)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetra(2-naphthyl)-1,3-dioxolan-4,5-dimethanol (CAS-Nr. Vorlage:CASRN), die statt der Phenylreste 1-Naphthyl- bzw. 2-Naphthylreste enthalten. Die TADDOLe sind auch als Seebach-Reagenz bekannt, benannt nach dem Chemiker Dieter Seebach.

Reaktionen

Mittels eines Komplexes aus je zwei Äquivalenten LiAlH4, Ethanol und 2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetraphenyldioxolan-4,5-dimethanol lassen sich Arylalkylketone in hohen Ausbeuten zu sekundären Alkoholen reduzieren. Diese Reduktion läuft hoch enantioselektiv. Je nach verwendetem Keton sind Enantiomerverhältnisse von bis zu 95:5 erreichbar. Bei nachfolgendem Umkristallisieren aus Pentan konnte die Selektivität bis auf 97:3 gesteigert werden, jedoch verringerte sich die Ausbeute dramatisch.<ref name="seebach">Dieter Seebach et al.: Reduction of Ketones with LiAlH4 Complexes of α,α,α',α'-Tetraaryl-1,3-dioxolane-4,5-dimethanols (TADDOLs) A Combination of Enantioselective Reduction and Clathrate Formation with a Discussion of LAH Reagents Bearing C2-Symmetrical Ligands. In: Croatica Chem. Acta. 69, 1996. S. 459–484. (PDF, 9 MB).</ref>

So liefert die Reduktion von Acetophenon mit (4R,5R)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetraphenyldioxolane-4,5-dimethanol -LiAlH4-Ethanol-Komplex 1-Phenylethanol mit einem Enantiomerenverhältnis von 95 (S) : 5 (R) bei einer chemischen Ausbeute von 95 %.

Grund für die Selektivität ist die sterische Hinderung zwischen dem chiralen Reagenz und dem Substratmolekül. Beim Einsatz von (4R,5R)-2,2-Dimethyl-α,α,α′,α′-tetraphenyldioxolan-4,5-dimethanol entsteht als Reduktionsprodukt des unsymmetrischen Ketons meist der entsprechende (S)-Alkohol.

Einzelnachweise

<references />