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Rudi Assauer

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Rudi Assauer
Datei:Schalke Assauer0.jpg
Rudi Assauer (2002)
Personalia
Voller Name Rudolf Assauer
Geburtstag 30. April 1944
Geburtsort Sulzbach-AltenwaldDeutsches Reich
Sterbedatum 6. Februar 2019
Sterbeort Herten, Deutschland
Größe 180 cm
Position Abwehr
Junioren
Jahre Station
1952–1963 SpVgg Herten
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1963–1964 SpVgg Herten 35 (7)
1964–1970 Borussia Dortmund 119 (8)
1970–1976 Werder Bremen 188 (4)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1966–1967 Deutschland U23 2 (0)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1980 Werder Bremen
1981 FC Schalke 04 (interim)
1983 FC Schalke 04 (interim)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Rudolf „Rudi“ Assauer (* 30. April 1944 in Sulzbach-Altenwald; † 6. Februar 2019 in Herten<ref name="SPON-1251960">(jan): Rudi Assauer ist im Alter von 74 Jahren verstorben. In: Spiegel Online. 6. Februar 2019, abgerufen am 6. Februar 2019.</ref>) war ein deutscher Fußballprofi und Manager. Während seiner aktiven Laufbahn absolvierte er insgesamt 307 Bundesligaspiele für Borussia Dortmund und Werder Bremen.<ref>Rudolf Assauer. In: Fußballdatenbank. Abgerufen am 8. Februar 2019.</ref> Anschließend arbeitete Assauer als Manager für Werder Bremen, den VfB Oldenburg und den FC Schalke 04. Vor allem während seiner Tätigkeit „auf Schalke“ (1981–1986; 1993–2006) erlangte er große Bekanntheit und gewann mit dem Verein aus dem Ruhrgebiet den UEFA-Pokal (1997) sowie zweimal den DFB-Pokal (2001, 2002). Daneben zeigte er sich maßgeblich für den Bau der Veltins-Arena verantwortlich. Als Fußballfunktionär pflegte Assauer lange Zeit das Image des selbstbewussten Geschäftsmannes und Machos. 2012 machte er seine Alzheimer-Erkrankung öffentlich.

Jugend

Rudi Assauer wurde am 30. April 1944 gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester Karin im saarländischen Sulzbach-Altenwald geboren.<ref>Bernd Weber: Assauer zeigt zum ersten Mal seine Zwillingsschwester. In: bild.de. 5. September 2007, abgerufen am 24. Juli 2018.</ref> Dorthin war seine Mutter während des Zweiten Weltkriegs vor den alliierten Luftangriffen auf das Ruhrgebiet zu Verwandten geflohen. Kurz nach der Geburt kehrte sie mit den Zwillingen sowie ihrem älteren Sohn nach Herten zurück, eine durch den Bergbau geprägte Kleinstadt im Ruhrgebiet (Kreis Recklinghausen). Assauer wuchs als Arbeiterkind in einfachen Verhältnissen auf. Schon früh begeisterte er sich für den Fußball und wie viele Jungen seiner Generation war er ein typischer Straßenfußballer, der stundenlang auf Bolzplätzen und zwischen den Häuserreihen spielte. Ab 1952 spielte er für die Jugendmannschaften der SpVgg Herten an der Kampfbahn Katzenbusch.

„Um ein Uhr von der Schule gekommen, da haben wir die Klamotten in die Ecke geschmissen und es ging zum Fußball (...) Wir haben gekickt von morgens bis abends. Ich komme aus kleinen, ärmlichen Verhältnissen, das einzige was wir hatten, war die Pocke. Meine ersten Fußballschuhe habe ich gekriegt, da war ich 14 Jahre alt.“<ref>https://schalke-unser.de/beitrag/5247</ref>

Mit 14 Jahren verließ Assauer die Schule und absolvierte eine Lehre zum Stahlbauschlosser. Anschließend arbeitete er ein halbes Jahr auf der Zeche Ewald.<ref>Malocher der Herzen. In: zeit.de. 7. Februar 2019, abgerufen am 4. Dezember 2025.</ref>

Spielerkarriere

Datei:Rudi Assauer - West Germany vs. Netherlands, 9 June 1965.jpg
Assauer beim Länderspiel einer Juniorenauswahl zwischen West-Deutschland und den Niederlanden, Juni 1965 in Emmerich am Rhein

1963/64 spielte „Assi“ für die SpVgg Herten in der damals zweitklassigen Regionalliga West. Nach der Saison wechselten mehrere Regionalliga-Spieler in die noch junge Bundesliga und auch Assauer erhielt einen Profivertrag bei Borussia Dortmund. Als harter, kompromissloser Vorstopper bestritt er zwischen 1964 und 1970 insgesamt 119 Bundesliga-Spiele für den BVB. Seinen größten Erfolg feierte er am 5. Mai 1966 mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger – dem ersten internationalen Titel einer deutschen Vereinsmannschaft. Im Endspiel, das später als „Wunder von Glasgow“ in die Vereinsgeschichte einging, bezwangen die Borussen um Hans Tilkowski, Lothar Emmerich und Sigfried Held den favorisierten FC Liverpool mit 2:1 nach Verlängerung.<ref>Libudas 10.000 Mark-Treffer. In: spiegel.de. Abgerufen am 4. Dezember 2025.</ref> Assauer bildete dabei gemeinsam mit Kapitän Wolfgang Paul ein hervorragend abgestimmtes, zweikampfstarkes Verteidigerduo. In der Bundesliga verpasste Dortmund in derselben Saison (1965/66) knapp die deutsche Meisterschaft und wurde Vizemeister – für Assauer die beste Platzierung seiner aktiven Karriere.

1966 und 1967 wurde er zweimal in der deutschen U-23-Nationalmannschaft eingesetzt.

1970 wechselte Assauer zu Werder Bremen und absolvierte dort bis 1976 weitere 188 Bundesligaeinsätze. Dabei war er auch an jenem denkwürdigen Spiel beteiligt, das als „Pfostenbruch vom Bökelberg“ in die Fußballgeschichte einging. Der kantige Verteidiger wurde 1971 zum Mannschaftskapitän ernannt, konnte jedoch keine Titelgewinne feiern. Aus sportlicher Sicht fristete Werder während der 1970er Jahre ein Dasein als „graue Maus“ und bewegte sich meist im Tabellenmittelfeld. In der Saison 1974/75 entging man dem Abstieg nur um einen einzigen Punkt. Sein letztes Profispiel bestritt Assauer am 15. Mai 1976 beim 3:2-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern, dem 31. Spieltag der Saison 1975/76. Unmittelbar danach beendete er im Alter von 32 Jahren und nach 307 Bundesligaspielen (12 Tore) seine aktive Karriere.

Erfolge als Spieler

Karriere als Manager

Werder Bremen (1976–1981)

Werder-Präsident Franz Böhmert verfolgte das Ziel, den Klub strukturell zu modernisieren, und berief Assauer – der während seiner Dortmunder Zeit eine zweite Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen hatte – unmittelbar nach dessen Karriereende 1976 zum hauptamtlichen Manager. Assauer war damit der erste Bundesliga-Profi, der direkt in eine Managementposition wechselte. Innerhalb des Vereins setzte er sich gegen den einflussreichen Hansi Wolff durch, der über mehr als drei Jahrzehnte hinweg prägend auf die Vereinsentwicklung eingewirkt hatte.<ref>Rudi Assauer - Der vorletzte seiner Art. In: wz.de. Abgerufen am 8. Dezember 2025.</ref> Schon zu diesem Zeitpunkt galt Assauer als durchsetzungsstarker Organisator mit klarer und direkter Kommunikation – Eigenschaften, die später wesentlich zu seinem Profil im deutschen Fußball beitrugen.

Seine Amtszeit fiel in eine Phase des Umbruchs, die sowohl sportliche Rückschläge als auch strukturelle Konsolidierungsbemühungen prägten. Trotz einzelner Fortschritte gelang es Werder Bremen nicht, sich dauerhaft in der oberen Tabellenregion zu etablieren. Assauers erste Trainerverpflichtung war sein ehemaliger Mitspieler Hans Tilkowski. Nach dessen Entlassung im Dezember 1977 übernahm Assauer bis zum Saisonende zusätzlich das Training. Da er jedoch nicht über die erforderliche Trainerlizenz verfügte, bestand der DFB auf der Benennung eines formellen Cheftrainers. Diese Rolle übernahm der 74-jährige Fred Schulz, der sportlich nicht eingriff und damit zum nominell ältesten Trainer der Bundesligageschichte wurde. Nach einem starken Schlussspurt erreichte die Mannschaft Rang 15 und sicherte den Verbleib in der Bundesliga. Auch in der Saison 1979/80 kämpfte Werder durchgehend gegen den Abstieg. Im Januar 1980 reagierte Assauer auf die anhaltende sportliche Krise und entließ Trainer Wolfgang Weber. Wie bereits zwei Jahre zuvor übernahm er selbst das Training und als lizenzierter Strohmann fungierte diesmal Fritz Langner.<ref>Manager Assauer erfolglosester Werder-Trainer. In: ndr.de. Abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref> Der Negativtrend konnte jedoch nicht mehr gestoppt werden und am 33. Spieltag besiegelte eine deutliche 0:5-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte.<ref>24. Mai 1980: Werder steigt in 2. Bundesliga ab. In: deichstube.de. Abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref> Werder kassierte in dieser Spielzeit rekordverdächtige 93 Gegentore und schloss die Saison als Tabellenvorletzter ab.<ref>Werder steigt als Schiessbude der Liga ab. In: ndr.de. Abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref>

Nach diesem „Betriebsunfall“ ging Assauer mit in die 2. Bundesliga und stellte trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen um die Routiniers Erwin Kostedde, Klaus Fichtel und Dieter Burdenski eine schlagkräftige Mannschaft zusammen.<ref>Fritz Stemme: Die Solidarität der letzten Chance. In: Der Spiegel. Nr. 17, 1986, S. 194–196 (online).</ref><ref>Auf Sparflamme. In: spiegel.de. Abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref> Als Trainer Kuno Klötzer infolge eines schweren Autounfalls ausfiel, reagierte Assauer erneut kurzfristig und verpflichtete Otto Rehhagel zum 1. April 1981. Rehhagel, der zuvor überwiegend kurze Engagements übernommen hatte, führte die Mannschaft 1980/81 zum sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga und blieb dem Verein anschließend 14 Jahre lang als Cheftrainer erhalten.<ref>Rehhagel vollendet Klötzers Werk bei Werder. In: ndr.de. Abgerufen am 10. Dezember 2025.</ref>

FC Schalke 04 (1981–1986)

Unmittelbar nach dem gelungenen Aufstieg verkündete Assauer seinen Abschied von Werder Bremen und wurde am 15. Mai 1981 als neuer Manager des FC Schalke 04 vorgestellt.<ref>Trainer. In: schalke04.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. August 2019; abgerufen am 8. Februar 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/schalke04.de</ref>

„Diese Nachricht ist in Bremen eingeschlagen wie eine Bombe, aber ich wusste, dass man in Schalke was Großes schaffen kann und war ja nur wenige Kilometer entfernt groß geworden. Als kleiner Junge bin ich schon mit dem Fahrrad zur Glückauf-Kampfbahn gefahren, um dort die Schalke-Spiele zu verfolgen.“<ref>https://www.rudi-assauer.de/index.php?biografie/</ref>

Doch Schalkes sportlicher Abwärtstrend ließ sich nicht mehr aufhalten. Am 13. Juni 1981 stieg die Mannschaft nach 55 Jahren ununterbrochener Erstklassigkeit erstmals aus der Bundesliga ab. In den letzten beiden Saisonspielen hatte Assauer bereits als Interimstrainer fungiert. Der Abstieg des Bundesliga-Gründungsmitglieds traf den hoch verschuldeten Verein völlig unvorbereitet und versetzte sowohl den Klub als auch sein Umfeld in eine Art Trauerstarre.<ref>Stichtag: Als Schalke 04 am 13. Juni 1981 das erste Mal absteigt. In: ruhrnachrichten.de. Abgerufen am 15. Dezember 2025.</ref> Zum Sinnbild dieser Krise wurden die sogenannten „Schalker Verhältnisse“: Auf den Jahreshauptversammlungen machte sich der Verein teilweise lächerlich, da die Mitglieder die Vereinsführung nach Belieben austauschten und so ein regelrechtes Führungschaos entstand.

Assauer bemühte sich, in dem stark von Emotionen geprägten Klub, mehr Professionalität und Vernunft in die Entscheidungsprozesse zu bringen. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Weggefährten Siggi Held, den er als Trainer verpflichtete, gelang bereits in der Saison 1981/82 der direkte Wiederaufstieg. Dennoch folgten für den FC Schalke 04 und seinen Manager unruhige und wechselhafte Jahre. Assauer zerstritt sich mit dem langjährigen Torhüter Norbert Nigbur und ersetzte ihn kurzerhand durch Walter Junghans vom FC Bayern München.<ref>30. Oktober: Nigburs letztes Spiel für Schalke. In: schalke04.de. Abgerufen am 15. Dezember 2025.</ref> Auch sein aus Bremer Zeiten bekanntes Konzept, verstärkt auf erfahrene Spieler wie Bernard Dietz oder Werner Lorant zu setzen, ließ sich auf Schalke nicht erfolgreich umsetzen. 1983 folgte der erneute Bundesliga-Abstieg, nachdem Schalke in der Relegation Bayer 05 Uerdingen unterlegen war (3:1; 1:1). Assauer geriet zunehmend in die Kritik. Er verjüngte den Spielerkader und verpflichtete Diethelm Ferner als neuen Trainer. Dennoch gelang auch in der Saison 1983/84 der direkte Wiederaufstieg, sodass Schalke nach nur einem Jahr in die Bundesliga zurückkehrte. Zu den bemerkenswertesten Ereignissen dieser Phase zählt das legendäre 6:6 im DFB-Pokal-Halbfinale 1984 gegen den FC Bayern.<ref>Kein Tag wie jeder andere: Unvergessliches 6:6 zwischen FC Bayern München und FC Schalke 04 im DFB-Pokal-Halbfinale. In: eurosport.de. Abgerufen am 30. Juli 2025.</ref> Der von Assauer geförderte Nachwuchsspieler Olaf Thon erzielte dabei einen Hattrick und entwickelte sich zu einem der größten Hoffnungsträger des deutschen Fußballs. Nach dem Aufstieg stabilisierten sich die Königsblauen vorübergehend und belegten 1984/85 einen respektablen achten Tabellenplatz, im Folgejahr (1985/86) wurden sie Zehnter.

Trotz dieser kurzzeitigen sportlichen Konsolidierung blieb Assauer umstritten und polarisierte. In dem traditionell unruhigen Vereinsumfeld führte sein Führungsstil zu einer zunehmend angespannten Atmosphäre. Er geriet in Konflikt mit dem Betreuer und Fan-Liebling Charly Neumann, den er schließlich entließ. In der Fanszene galt Assauer nun vielfach als verantwortlicher „Buhmann“, dem ein schroffes und arrogantes Auftreten vorgeworfen wurde. Auch das anfangs gute Verhältnis zum Präsidenten Hans-Joachim Fenne verschlechterte sich und der schwelende Machtkampf erreichte im Herbst 1986 seinen Höhepunkt.<ref>Vor 30 Jahren: Schalke-Fans wüten gegen Assauer-Rückkehr. In: waz.de. Abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref> Auslöser war die Verpflichtung von Rolf Schafstall als neuem Trainer, den Präsident Fenne gegen den ausdrücklichen Willen Assauers zum FC Schalke holte. Schafstall wiederum untersagte dem Manager Ende November die Teilnahme am Trainingslager und verbannte ihn während der Spiele von der Trainerbank. Die Situation eskalierte zusehends und wurde schließlich unhaltbar: Am 3. Dezember 1986 entließ der Vorstand Assauer, zwei Tage später trat Fenne von seinem Amt zurück.<ref>(rk): Die schönsten Skandale des FC Schalke 04 Teil 18. In: schalke-unser.de, abgerufen am 15. September 2020.</ref>

Nach der Entlassung, die er rückblickend als seinen „größten Tiefschlag“ bezeichnete, zog sich Assauer vorübergehend aus dem Profifußball zurück und arbeitete in Bremen im Immobilienbereich.<ref>Der entmachtete Macho. In: spiegel.de. Abgerufen am 19. Dezember 2025.</ref>

VfB Oldenburg (1990–1993)

Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga professionalisierte der VfB Oldenburg seine Vereinsstrukturen und installierte mit Rudi Assauer erstmals in der Vereinsgeschichte einen Manager. Unter Spielertrainer Wolfgang Sidka belegten die Oldenburger in der Saison 1990/91 den zwölften Tabellenplatz. Mit einem Etat von lediglich 2,3 Millionen D-Mark – dem kleinsten der Liga – gelang es Assauer dennoch, den Kader gezielt zu verstärken. Vor allem der neue Spielmacher Wolfgang Steinbach sowie der tschechische Torjäger Radek Drulák sorgten für Aufsehen.<ref>Sie nennen ihn Drulakinski. In: taz.de. Abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref>

In der folgenden, historischen Spielzeit 1991/92 qualifizierte sich der VfB Oldenburg sensationell für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Die Überraschungsmannschaft entfachte eine enorme Euphorie, verpasste den Sprung ins Oberhaus jedoch denkbar knapp um einen Punkt.<ref>Als der VfB Oldenburg beinahe in die Bundesliga aufstieg. In: ndr.de. Abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref> Nach dem verfehlten Aufstieg geriet der VfB während der Saison 1992/93 in einen Negativstrudel und rutschte in die Abstiegszone. Nach einer 2:6-Niederlage gegen den FC Carl Zeiss Jena wurde Trainer Sidka im Februar 1993 entlassen; auch Assauer stand zu diesem Zeitpunkt unmittelbar vor einer Rückkehr zum FC Schalke 04.

FC Schalke 04 (1993–2006)

Datei:Rudi Assauer und Christian Stratmann.jpg
Rudi Assauer und Christian Stratmann (2009)
Datei:Schalker Pokaljubel02.jpg
Assauer auf der Feier nach Gewinn des DFB-Pokals 2001/02

Im Frühjahr 1993 kämpfte der FC Schalke 04 gegen den Bundesliga-Abstieg. Die anhaltenden finanziellen, strukturellen und sportlichen Probleme erforderten eine außergewöhnliche Lösung und Präsident Günter Eichberg machte Assauer am 1. April 1993 zum neuen Manager. Die Personalentscheidung war gegen den Widerstand des Verwaltungsrates erfolgt und sorgte für erhebliche Unruhe im Verein. Auch Teile der Fans protestierten vehement gegen die Rückkehr des als unnahbar geltenden Managers.<ref>Vor 30 Jahren: Schalke-Fans wüten gegen Assauer-Rückkehr. In: waz.de. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref> Assauers Anfangszeit verlief äußerst turbulent, denn bereits im Oktober 1993 trat Eichberg, dem man Misswirtschaft vorwarf, zurück. Der vermögende Unternehmer, der den Verein im Stile eines „Sonnenkönigs“ geführt und mit seinem Privatvermögen unterstützt hatte, hinterließ ein kaum durchschaubares System aus zahlreichen Gesellschaften und Verträgen. Nach seinem Abgang lag Schalke wirtschaftlich am Boden.<ref>Als Günter Netzer Schalke 04 pfänden ließ. In: n-tv.de. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref> Schulden in Höhe von rund 20 Millionen D-Mark, verursacht unter anderem durch teure Fehleinkäufe und komplexe Vertragskonstruktionen, belasteten den Verein schwer, weshalb sogar der Entzug der Bundesliga-Lizenz drohte.<ref>Die Schreckgespenster sind ausgetrieben. In: welt.de. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref><ref>"Ich verachte alle Eichbergs dieser Welt". In: spiegel.de. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref><ref>Schlechteste Schalker aller Zeiten. In: sport1.de. Abgerufen am 19. Januar 2026.</ref> In mühsamer Kleinarbeit gelang es Assauer und dem neuen Präsidenten Bernd Tönnies, das Vertrauen von Banken und Sponsoren zurückzugewinnen. Sie sicherten nicht nur die Lizenz, sondern verhinderten auch einen drohenden Punktabzug. Sportlich bewahrte der von Assauer verpflichtete Trainer Jörg Berger die Mannschaft in der Saison 1993/94 vor dem Abstieg und prägte sein „Feuerwehrmann“-Image.<ref>Vor 25 Jahren musste Helmut Schulte auf Schalke gehen. In: waz.de. Abgerufen am 21. Januar 2026.</ref> Nach dem plötzlichen Tod von Tönnies kam es im Herbst 1994 jedoch erneut zu heftigen Auseinandersetzungen auf den Mitgliederversammlungen. Der überraschend zum Präsidenten gewählte Helmut Kremers beurlaubte Assauer, doch nach mehreren internen Querelen musste Kremers schließlich selbst zurücktreten.<ref>Die schönsten Skandale des FC Schalke 04 Teil 27. In: schalke-unser.de, abgerufen am 15. September 2020.</ref> In der Folge kehrte Assauer in seine alte Funktion zurück. Auf einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung am 5. Dezember 1994 verabschiedeten die Mitglieder mit großer Mehrheit eine wegweisende Satzungsänderung, die maßgeblich von Assauer vorangetrieben worden war. Ziel der neuen Satzung war die Professionalisierung der Vereinsführung sowie die Begrenzung des Einflusses oft emotional geprägter Mitgliederversammlungen. Seitdem wird der Vorstand nicht mehr direkt von den Vereinsmitgliedern gewählt, sondern von einem gewählten Aufsichtsrat bestellt. Erster Vorstandsvorsitzender wurde Gerhard Rehberg, weitere Vorstandsmitglieder waren Josef Schnusenberg, Peter Peters und Rudi Assauer.<ref>Als der schöne Rudi Angst vor den eigenen Fans hatte. In: n-tv.de. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref>

In der Folge bewies Assauer ein gutes Gespür bei der Zusammenstellung des Kaders und verpflichtete mit Jiří Němec, Radoslav Látal, Martin Max oder Youri Mulder Spieler, die die Werte des Arbeitervereins perfekt verkörperten. Angeführt durch den zurückgekehrten und merklich gereiften Kapitän Olaf Thon belegte die mittlerweile wettbewerbsfähige Mannschaft in der Saison 1995/96 sensationell den dritten Platz. Damit qualifizierten sie sich erstmals seit 19 Jahren für den Europapokal und legten die Basis für den kommenden sportlichen Erfolg. Trotz der guten Ausgangslage, war das Verhältnis zwischen Berger und der Mannschaft im Herbst 1996 nachhaltig gestört.<ref>Schalke badet in Gefühl. In: taz.de. Abgerufen am 19. Januar 2026.</ref><ref>Verzweifelt protestierten die Fans: "Schämt euch, Spieler!" In: welt.de. Abgerufen am 19. Januar 2026.</ref> Assauer reagierte, indem er Berger beurlaubte, was bei Teilen der Anhängerschaft auf Kritik stieß, und Huub Stevens als Nachfolger verpflichtete. Der Niederländer war zuvor Trainer von Schalkes Erstrundengegner Roda JC Kerkrade gewesen und in Deutschland weitgehend unbekannt. Assauers Trainer-Wahl erwies sich als Glücksgriff, denn unter dem autoritären Stevens kämpfte sich die enorm defensiv, aber auch taktisch klug eingestellte Mannschaft durch den UEFA-Pokal und setzte zum Höhenflug an. Die legendären „Eurofighter“ um Olaf Thon, Marc Wilmots und Jens Lehmann bildeten eine ungemein geschlossene Einheit, die am 21. Mai 1997 gegen das favorisierte Inter Mailand völlig unerwartet den UEFA-Pokal gewann.<ref>Kein Tag wie jeder andere: Der FC Schalke 04 gewinnt den UEFA-Cup mit einem Finalsieg gegen Inter Mailand am 21. Mai 1997. In: eurosport.de. Abgerufen am 15. Januar 2026.</ref><ref>https://www.sport.de/news/ne2750901/schalke-04-1997-so-dramatisch-war-der-weg-zum-pott---die-eurofighter-im-uefa-cup/</ref> Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte versetzte Gelsenkirchen in Ausnahmezustand und begründete einen regelrechten Mythos rund um die Mannschaft.<ref>Müder Mythos. In: spiegel.de. Abgerufen am 15. Januar 2026.</ref>

„Das ist das Größte, was ich bisher mitgemacht habe, von der Euphorie, vom Ganzen. Mit einer Mannschaft, der man das auch nicht zugetraut hat.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Werner Hansch<ref>Die Pötte im Pott. In: deutschlandfunk.de. Abgerufen am 24. Januar 2026.</ref>

Nicht nur wegen dieses internationalen Titels galt Assauer mittlerweile als unbestrittene Führungspersönlichkeit, als Macher und Gesicht des Vereins. Bewusst kultivierte er mit markigen Sprüchen und stets Zigarre rauchend sein Image als selbstbewusster Macho. Nichtsdestotrotz war es ihm gelungen, dem skandalträchtigen FC Schalke 04 mehr Seriosität und Ansehen zu verleihen. Assauer war die Symbolfigur des Aufschwungs und formulierte das ehrgeizige Ziel, die Königsblauen hinter Bayern München und Borussia Dortmund als „dritte Kraft“ des deutschen Fußballs zu etablieren.<ref>Schalke sieht sich als dritte Kraft. In: welt.de. Abgerufen am 15. Januar 2026.</ref><ref>"Könichsblau is cool". In: spiegel.de. Abgerufen am 15. Januar 2026.</ref>

Durch den sensationellen Titelgewinn verdoppelte sich der Umsatz und für Assauer ergaben sich neue wirtschaftliche Möglichkeiten. Der Manager wollte das veraltete Parkstadion durch einen Neubau ersetzen und griff entsprechende Planungen wieder auf. Am 21. November 1998 kam es zur symbolischen Pfahlgründung für die Arena AufSchalke, das erste Fußballstadion Deutschlands, das komplett privatwirtschaftlich finanziert wurde. Die Baukosten für das Großprojekt in Höhe von 358 Millionen DM übernahm der Verein in Eigenregie, ohne öffentliche Gelder in Anspruch zu nehmen. Der Bau erwies sich als okönomischer Kraftakt, den Schalke durch einen 225-Millionen-Mark-Kredit stemmte.<ref>Planet Schalke. In: spiegel.de. Abgerufen am 15. Januar 2026.</ref> Unbeirrt trieb Assauer die Kapitalisierung voran und versuchte dabei, die Identität des „Kumpel- und Malocher-Klubs“ zu bewahren. Neben Investitionen in die Infrastruktur tätigte Assauer auch auf dem Transfermarkt durch Kredit finanzierte Neuverpflichtungen wie Ebbe Sand (1999 für 10 Millionen DM) oder den Rekordtransfer Emile Mpenza (2000 für 17 Millionen DM). Indes erwies sich Hami Mandıralı, der für 7 Millionen DM gekommen war, als Fehleinkauf und kehrte nach nur einem Jahr in die Türkei zurück.<ref>Der Anschein von Volksnähe. In: spiegel.de. Abgerufen am 15. Januar 2026.</ref><ref>Der Türke, der Schalke mit Weitschüssen nervte. In: welt.de. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref><ref>Schalkes Mitglieder tadeln Rudi Assauer. In: spiegel.de. Abgerufen am 27. Januar 2026.</ref> Nach der Saison 1997/98, die auf Platz fünf beendet wurde und im UEFA-Pokal bis ins Viertelfinale geführt hatte, stagnierte die sportliche Entwicklung. Zwei Jahre in Folge rangierte Schalke im Tabellen-Mittelfeld und verpasste die Teilnahme am internationalen Geschäft.

Vor der Saison 2000/01 stand Stevens in der Kritik und galt sogar als Entlassungskandidat. Doch der Manager stärkte seinem Trainer demonstrativ den Rücken und hielt an ihm fest.<ref>Zerbricht das Duo Assauer-Stevens. In: spiegel.de. Abgerufen am 17. Januar 2026.</ref><ref>Assauer kritisiert Schalker Profis. In: spiegel.de. Abgerufen am 17. Januar 2026.</ref> Assauer wurde auch seinem Ruf, bisweilen unpopuläre Entscheidungen zu treffen, gerecht und verpflichtete ausgerechnet Andreas Möller vom Erzrivalen Borussia Dortmund. Durch diesen Transfercoup ging Assauer ein hohes Risiko ein, da er massive Fanproteste auslöste und auch selbst Anfeindungen erlebte.<ref>Fanproteste nach dem Möller-Coup. In: spiegel.de. Abgerufen am 17. Januar 2026.</ref><ref>Sammer und ein Image-Wechsel: Warum Möller vom BVB zu Schalke ging. In: kicker.de. Abgerufen am 19. Januar 2026.</ref> Die Mannschaft präsentierte sich während der letzten Saison im Parkstadion besonders spiel- und offensivstark. Angeführt vom Sturmduo Sand/Mpenza entwickelte sie sich überraschend zu einem ernsthaften Meisterschaftskandidaten und am letzten Spieltag (19. Mai 2001) folgte eines der dramatischsten Fernduelle um den Titel der Bundesliga-Geschichte.<ref>Yin und Yang im Ruhrpott. In: spiegel.de. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref> Schalke ging als Tabellenzweiter in das Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching und gewann souverän mit 5:3<ref>Spielanalyse. In: kicker.de. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>, während der FC Bayern kurz vor Spielende mit 0:1 beim Hamburger SV zurücklag. Da der Abpfiff im Parkstadion einige Minuten vorher erfolgt war, feierte Schalke bereits den ersten Meistertitel seit 43 Jahren. Selbst Assauer, der sich bis zum Schluss als Mahner und Zweifler gegeben hatte, stimmte in diesem Glauben in den allgemeinen Jubel ein, als die Nachricht vom Ausgleich der Bayern eintraf.<ref>Schalke: Aufregend, dramatisch, grausam. In: tagesspiegel.de. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref><ref>"Ich würde ihm die Meisterschale gerne irgendwann mit nach oben bringen". In: spiegel.de. Abgerufen am 23. Januar 2026.</ref><ref>"Ich glaube nicht mehr an den Fußball-Gott". In: spiegel.de. Abgerufen am 25. Januar 2026.</ref> Damit ging der Titel an sie, während die geschockten Schalker als sogenannte „Meister der Herzen“ bzw. „Vier-Minuten-Meister“ in die Geschichte eingingen. Assauers Auftreten nach dem verlorenen Meistertitel – kämpferisch, emotional und ohne Resignation – verstärkte seinen Ruf als „Macher.“

„Ich habe diese Grausamkeit im Fußball nicht für möglich gehalten (...) Was mich so unglücklich stimmt ist: Ich glaube nicht mehr an den Fußball-Gott, weil er nicht gerecht ist. Wenn er gerecht gewesen wäre, wären wir deutscher Meister geworden.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Rudi Assauer, 19. Mai 2001<ref>"Ich glaube nicht an den Fußball-Gott. Er ist ungerecht." In: welt.de. Abgerufen am 24. Januar 2026.</ref>
Datei:AufSchalke-Arena 2016.jpg
Die Arena AufSchalke

Eine Woche nach der knapp verpassten Meisterschaft gewann Schalke durch einen 2:0-Sieg über Union Berlin den DFB-Pokal.<ref>Schalke klammert sich an den Pott. In: spiegel.de. Abgerufen am 27. Januar 2026.</ref><ref>Spielinfo. In: kicker.de. Abgerufen am 27. Januar 2026.</ref> Ein zentraler Meilenstein in Assauers Karriere war die Eröffnung der Arena AufSchalke am 13. August 2001, die als eines der modernsten Stadien Europas galt. Ausgestattet mit herausfahrbarem Rasen und modernster Videotechnik, verbesserten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Vereins erheblich. Zugleich band sich Schalke jedoch für rund 15 Jahre an hohe Verbindlichkeiten und musste fortan den schwierigen Spagat zwischen traditioneller Fußballkultur und zunehmend kommerzialisiertem Sport-Business bewältigen.<ref>Planet Schalke. In: spiegel.de. Abgerufen am 26. Januar 2026.</ref><ref>"Weg von Kohle und Dreck". In: spiegel.de. Abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> Kurz darauf trat Schalke erstmals in der UEFA Champions League (2001/02) an und die Teilnahme markierte einen sportlichen Höhepunkt seiner Amtszeit. Obwohl die Mannschaft nach der Gruppenphase ausschied, unterstrich die Teilnahme den Anspruch Schalkes, sich dauerhaft im internationalen Spitzenfußball zu etablieren.

Am 17. Mai 2006 trat er als Manager zurück, nachdem ihm der Aufsichtsrat einstimmig das Vertrauen entzogen hatte.<ref>Demontage eines Denkmals – Schalke nach Assauer. In: n-tv. 18. Mai 2006, abgerufen am 15. September 2020.</ref> Ihm war Selbstherrlichkeit vorgeworfen worden.<ref>„Assauer weiß, dass er mit dem Feuer spielt.“ Interview mit Clemens Tönnies. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Mai 2010, abgerufen am 15. September 2020.</ref> Die geplante Abschiebung auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden hatte sich mit seinem Rücktritt erledigt. Der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies behauptete 2024, dass Assauer zum damaligen Zeitpunkt aufgrund seiner Krankheit bereits drei Jahre lang nicht mehr geschäftsfähig gewesen sei.<ref>Nach heftiger Kritik: Clemens Tönnies verteidigt sich emotional. In: sport1.de. 1. November 2024, abgerufen am 4. November 2024.</ref>

Anschließend arbeitete Assauer unter anderem als Berater des Wuppertaler SV Borussia und kommentierte im wöchentlichen Videoblog Zündstoff das aktuelle Geschehen in der Bundesliga.

Assauer blieb trotz seines späteren Engagements beim Rivalen FC Schalke 04 der Dortmunder Borussia als Vereinsmitglied treu. 2010 wurde er für seine 40-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Image und Werbetätigkeit

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Assauer machte die Zigarre zu seinem Markenzeichen

In mehreren Werbespots mit seiner damaligen Lebensgefährtin Simone Thomalla für die Brauerei Veltins persiflierte Assauer das ihm nachgesagte Macho-Image. Am 2. Februar 2006 gewannen er und Thomalla den Fernsehpreis Goldene Kamera in der Kategorie Bester Werbespot mit Prominenten für den Spot „Überraschung“. Der Kabarettist Fritz Eckenga karikierte bis 2012 Assauers Image als Ruhrpott-Macho durch seine Kunstfigur „Fußballmanager A.“ in Form eines Running Gags.<ref>Fritz Eckenga ist nicht mehr Fußballmanager A. In: RP Online. 9. Februar 2012, abgerufen am 8. Februar 2019.</ref>

Persönliches

1970 heiratete er, im selben Jahr kam Tochter Katy zur Welt. 1986 fand die Trennung von seiner Frau statt, er blieb aber noch bis 2007 verheiratet. Seit 1987 war für ca. 12 Jahre die Handballerin Beate Schneider seine Partnerin.<ref>Rudi Assauer: Wie ausgewechselt: Verblassende Erinnerungen an mein Leben. Riva Verlag, München 2012, ISBN 978-3-7423-1165-8 (S. 251Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden., 265 in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 7. Februar 2019]).</ref> Später war Assauer von 2000 bis Anfang 2009 mit Simone Thomalla liiert. Im April 2011 heiratete Assauer die Reporterin Britta Idrizi.<ref>Schalkes Ex-Manager: Assauers Hochzeit – zwei Hunde statt Trauzeugen. In: Die Welt. 20. April 2011, abgerufen am 7. Februar 2019.</ref>

Ende Januar 2012 wurde bekannt, dass Assauer an Alzheimer erkrankt war. Die Krankheit wurde in einer Fernseh-Dokumentation und in Assauers Memoiren mit dem Titel Wie ausgewechselt thematisiert.<ref>Hans Hoff: ZDF-Doku über Rudi Assauer – Von der Wut, nicht mehr mithalten zu können. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Februar 2012, abgerufen am 28. September 2014.</ref> Sein älterer Bruder Lothar litt ebenfalls einige Jahre an Alzheimer und starb im Februar 2013 mit 81 Jahren an den Folgen der Erkrankung.<ref>Rudi Assauers Bruder verstorben! In: Bunte. 29. Mai 2013, abgerufen am 8. Februar 2019.</ref>

Assauer lebte ab 2012 bei seiner Tochter; seine zweite Ehe wurde Anfang 2013 geschieden.<ref>Marcel Schwamborn: Darum scheiterte die Assauer-Ehe: Seine Frau kaufte eine Puppe als Baby-Ersatz. In: express.de. 6. Februar 2012, abgerufen am 30. Juni 2024.</ref> Er starb im Februar 2019 im Alter von 74 Jahren an den Folgen seiner Alzheimer-Erkrankung<ref name="SPON-1251960" /> und wurde nicht auf dem der Arena benachbarten Schalke-Grabfeld,<ref>Schalke Fan-Feld: Königsblau über den Tod hinaus. In: schalke04.de. 2014, abgerufen am 14. Februar 2019.</ref> sondern anonym in einem Bestattungswald beigesetzt.<ref>Tina Bucek: Gelsenkirchener Idol. Grab im Schlosswald: In dieser Idylle ruht Rudi Assauer. In: IKZ-Online.de. 14. Februar 2019, abgerufen am 14. Februar 2019.</ref>

Nach Assauers Tod wurde bekannt, dass er praktisch ohne Vermögen war. 2010 war in Assauers Steuerunterlagen noch ein Vermögen von 2,3 Millionen Euro vermerkt gewesen. Darauf leitete die Staatsanwaltschaft Essen Ermittlungen ein. Assauers Tochter erhielt die gerichtliche Aufforderung, eine Vermögenszusammenstellung einzureichen, der sie aber wiederholt nicht nachkam. Ein Nachlasspfleger versuchte herauszufinden, wo das Vermögen geblieben war.<ref>Gericht droht Assauers Tochter Michel mit Haft. In: Zeit Online. Zeit Online GmbH, 6. Januar 2021, abgerufen am 7. Januar 2021.</ref>

Am 10. August 2022 wurde bekannt, dass das Amtsgericht Gelsenkirchen einen Haftbefehl gegen die frühere Sekretärin Assauers erlassen hat. Assauer hatte 2012 sie und einen befreundeten Schönheitschirurgen zu seinen Generalbevollmächtigten ernannt. Sie regelten bis zu Assauers Tod seine finanziellen Angelegenheiten.<ref>zeit.der 10. August 2022: Haftbefehl gegen Rudi Assauers Bevollmächtigte</ref>

Nachwirken

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Rudi-Assauer-Platz vor der Veltins-Arena in Gelsenkirchen

Die „Rudi Assauer gemeinnützige Initiative Demenz und Gesellschaft (GID) GmbH“ widmet sich der Enttabuisierung von Demenz und der Förderung von Demenz-Initiativen. Sie vergibt mehrere Preise für anerkennenswertes Engagement.<ref>Wie alles begann………. Rudi Assauer Initiative, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Januar 2019; abgerufen am 8. Februar 2019 (Informationen auf der GID-Website zu entsprechenden Ausschreibungen).</ref><ref>Zlatan Alihodzic: Rudi-Assauer-Preis für junge Seniorenbegleiter aus Haltern. In: WAZ online. 19. Dezember 2016, abgerufen am 8. Februar 2019.</ref>

Am 4. Mai 2018 feierte der Dokumentarfilm Rudi Assauer – Macher. Mensch. Legende. des Regisseurs Don Schubert in der Veltins-Arena Premiere. Assauer kam im Film wegen seiner Demenzerkrankung nur in älteren Aufnahmen zu Wort. Mit 21.590 Zuschauern war es die größte Filmpremiere in Deutschland.<ref>Toni Lieto: Auf Schalke: Emotionales Ereignis ohne Weltrekord. In: kicker.de. 5. Mai 2018, abgerufen am 8. Februar 2019.</ref>

Am Abend von Assauers Todestag spielte der FC Schalke 04 gegen Fortuna Düsseldorf im Achtelfinale des DFB-Pokals. Es kam zu einer Schweigeminute. Beide Mannschaften liefen mit Trauerflor auf. Schalke gewann mit 4:1.<ref>Ein emotionaler Sieg an einem emotionalen Abend. In: schalke04.de, 7. Februar 2019, abgerufen am 7. Februar 2019.</ref>

Am 15. Februar 2019 fand eine Gedenkfeier in der Propsteikirche St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer und in der Veltins-Arena statt.<ref>Informationen zur Gedenkfeier für Rudi Assauer. In: schalke04.de, abgerufen am 12. Februar 2019.</ref> Neben Assauers Familie, Freunden und Vertretern von Schalke waren Ministerpräsident Armin Laschet, Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski, Vertreter der Deutschen Fußball Liga, des Deutschen Fußball-Bundes und vieler Bundesliga-Vereine, darunter Uli Hoeneß und Reinhard Rauball, unter den etwa 1000 Trauergästen. Rund 2000 Schalke-Anhänger konnten die Zeremonie auf dem großen Video-Würfel in der Veltins-Arena Feier live verfolgen.<ref>Bewegende Trauerfeier in Gelsenkirchen: Weggefährten nehmen Abschied von Rudi Assauer. In: stern.de. 15. Februar 2019, abgerufen am 16. September 2020.</ref>

Literatur

  • Carsten Kulawik: Rudi Assauer. Macher der Herzen, Klartext-Verlag, 2024, ISBN 978-3-8375-2634-9.

Weblinks

Commons: Rudi Assauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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