Zum Inhalt springen

MEKO (Schiffsreihe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. April 2026 um 08:51 Uhr durch imported>Windharp (Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:SAS Mendi F148.jpg
Typ MEKO A-200 SAN der südafrikanischen Marine (Valours-Klasse)

MEKO ist eine Marke der deutschen ThyssenKrupp Marine Systems für eine Reihe von Kriegsschiffen.<ref>MEKO im Markenregister, abgerufen am 15. Juli 2012.</ref>

MEKO steht für Mehrzweck-Kombination und deutet die Modularisierungsmöglichkeiten an. Jeder potentielle Kunde kann eine an seine Bedürfnisse angepasste Mischung aus Waffensystemen, Elektronik und Baugröße auswählen. Da ähnliche Konzepte beim Bau verwendet werden, sind die Schiffe entsprechend preisgünstig.

Die MEKO-Reihe umfasst Patrouillenschiffe, Korvetten, Fregatten und kleine Zerstörer.

Geschichte

Das MEKO-Konzept wurde in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss in Hamburg entwickelt. Die ersten Abnehmer für Schiffe der Serie MEKO 360 waren Ende der 1970er Jahre Nigeria (mit der Aradu (F89)) und Argentinien mit der vier Schiffe umfassenden Almirante-Brown-Klasse.

1979 und 1983 bestellte Argentinien je drei Schiffe der MEKO 140-Klasse, die im eigenen Land gebaut wurden.

In den 1980er Jahren kamen zahlreiche Schiffe der Klasse MEKO 200 für die Türkei hinzu. Auch Algerien (MEKO A-200AN),<ref>Zwei Fregatten Typ MEKO a-200 ALG für Algerien. In: Europäische Sicherheit & Technik 1/2016. S. 79.</ref> Ägypten,<ref>L'Arabie Saoudite bloque le contrat des corvettes Meko A200 en Egypte, La Tribune, 5. November 2018</ref><ref>Ägypten übernimmt in Deutschland gebaute Fregatte. Europäische Sicherheit und Technik, 17. Oktober 2022, abgerufen am 13. April 2026.</ref> Australien/Neuseeland (ANZAC-Klasse), Griechenland, Portugal (Vasco-da-Gama-Klasse), Südafrika (Valour-Klasse) sowie die Deutsche Marine (Fregatte 128) erwarben Fregatten dieser Größe bzw. haben diese bestellt.

Die ersten Schiffe der MEKO 100-Serie wurden 2006 von Malaysia bestellt (Kedah-Klasse), auch Brasilien (Tamandaré-Klasse),<ref>Por US$ 1,6 bi, consórcio com Embraer é escolhido para construir navios para Marinha. Abgerufen am 5. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Polen (Gawron-Klasse) und die Deutsche Marine (Korvetten K130, Braunschweig-Klasse) haben Schiffe erhalten bzw. bestellt.

Auch die Sachsen-Klasse der Deutschen Marine ist an das MEKO-Design angelehnt. Dabei arbeitet ThyssenKrupp Marine Systems zum Teil sehr eng mit anderen europäischen Schiffbauern wie Royal Schelde in den Niederlanden und Izar in Spanien zusammen, um durch gleiche Ausrüstung Kosten zu sparen. Auch wird die Elektronik für die deutschen Schiffe vorwiegend in Deutschland und den Niederlanden gekauft.

Eine zukünftige Version ist die Klasse MEKO D. Die MEKO D wird eine Verdrängung von 3500 t bei einer Länge von 116 m und einer Breite von 19,6 m haben. Die Bewaffnung besteht aus 2 × 16 Zellen VLS und einem Geschütz im Kaliber 127 mm sowie acht Schiffsabwehrflugkörpern.

Eine kleinere Variante ist die MEKO CSL (Combat Ship for the Littorals) mit einer Verdrängung 2750 t, einer Länge von 108,8 m, einer Breite 21 m und einer Geschwindigkeit von bis zu 45 kn. Zudem verfügen die Schiffe über Tarnkappeneigenschaften. Der Rumpf besteht aus Stahl und die Aufbauten aus GFK. Die Reichweite beträgt 3500 nm bei 16 kn. Als Antrieb wird das CODAG (COmbined Diesel And Gas) genutzt.

Die israelische Marine wollte eine Korvette dieses Typs mit israelischer Elektronik in Lizenz bauen. Nachdem die Aktien der Werft jedoch zu einem Großteil von einer Investorengruppe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgekauft worden waren, wurden diese Pläne aus Sicherheitsgründen aufgegeben. Im Mai 2015 entschied sich die israelische Marine für den Bau von vier MEKO-A100-Korvetten,<ref>Israel signs €430m deal for German patrol vessels – Globes. 11. Mai 2015, abgerufen am 5. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> die bis 2023 als Sa’ar-6-Klasse in Dienst gestellt wurden.<ref>Frank Behling: Kieler Werften – Baustart für israelische Korvette. In: kn-online.de. 7. Februar 2018, abgerufen am 28. Februar 2024.</ref>

Klassen

MEKO A-100

Hauptartikel: MEKO 100

Die MEKO A-100 ist eine Klasse von Korvetten bzw. leichten Fregatten.<ref>MEKO® A-100. Abgerufen am 6. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name='deagel'>MEKO bei deagel.com, abgerufen am 6. April 2026 (englisch)</ref> Die malayische Marine hat davon in den 2000er Jahren sechs Schiffe erhalten und als Kedah-Klasse in Dienst gestellt.<ref name='nt'>Naval Technology, MEKO A Class Combat Ship Family, abgerufen am 6. April 2026 (englisch)</ref>

MEKO 140

Hauptartikel: MEKO 140

Die MEKO 140 ist eine Klasse von sechs Korvetten, die in den 1980er Jahren für die Argentinische Marine als Espora-Klasse gebaut wurde. Sie ist als kleinere Version aus der MEKO 360 abgeleitet.<ref name='deagel'/>

MEKO 200

Hauptartikel: MEKO 200

Die MEKO 200 ist eine Fregattenklasse, welche in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss entwickelt wurde. Erstkunde war die türkische Marine mit der 1987 ausgelieferten Yavuz. Seit 2025 wird Als MEKO A-200 wird durch die ThyssenKrupp Marine Systems GmbH eine Variante vermarktet. Sie unterscheidet sich technisch von der MEKO-200 in mehreren Aspekten, u. a. durch Tarnkappentechnik-Technologie und ein anderes Antriebskonzept, bei dem zusätzlich ein Wasserstrahlantrieb installiert ist.<ref>MEKO® A-200. Abgerufen am 21. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Deutschland hat 2026 als Fregatte 128 die Beschaffung von vier Schiffen dieses Typs parallel zur Beschaffung der Fregatte 126 eingeleitet.<ref>https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/bundeswehr-bestellt-neue-u-boot-jagd-fregatten-bei-tkms-200650295.html Susanne Preuß: Neues Kapitel im Fregattendrama F.A.Z., abgerufen am 21. März 2026</ref>

MEKO 360

Hauptartikel: MEKO 360

Die MEKO A-360 ist eine Fregattenklasse, welche in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss entwickelt wurde. Erstkunde war die Nigerianische Marine mit der Aradu, welche 1980 ausgeliefert wurde. Weitere vier Schiffe erhielt Argentinien.<ref name='deagel'/>

MEKO A-400

Hauptartikel: Fregatte 127

Die MEKO A-400 ist eine in Entwicklung befindliche Klasse von schweren Fregatten bzw. Zerstörern, welche ab den 2030er Jahren ausgeliefert werden sollen.<ref>MEKO® A-400 AMD. Abgerufen am 21. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als erste Version wird die MEKO A-400 AMD für „Air & Missile Defense“ mit dem Fokus im Bereich Luftverteidigung entwickelt. Erstkunde wird die Deutsche Marine mit den Fregatten der Klasse F-127 als Nachfolger der Sachsen-Klasse F-124.<ref>Armchair General: F127 nimmt Gestalt an. In: Sicherheit & Verteidigung. 24. Dezember 2025, abgerufen am 21. Februar 2026.</ref>

Einheiten

Realisierte oder in der Realisierung befindliche Projekte

Typ Klasse Land Anzahl Abliefe­rungs­zeitraum Länge ü. A. (m) Breite (m) Tiefgang (m) Schiffs­geschütz Flug­abwehr­system Seeziel­flugkörper Bild
MEKO 360H1 Aradu NigeriaDatei:Flag of Nigeria.svg Nigeria 1 1981 125,80 15,00 4,30 127/54 Compact Aspide Otomat Aradu
MEKO 360H2 Almirante Brown ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Argentinien 4 1983–1984 125,80 15,00 4,30 127/54 Compact Aspide Exocet ARA Sarandi
MEKO 140 A16 Espora ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Argentinien 6 1985–2002 91,20 11,00 3,33 76/62 Compact Exocet ARA Rosales
MEKO 200TN Yavuz TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 4 1987–1989 110,50 14,20 4,14 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon TGS Turgutreis
MEKO 200PN Vasco da Gama PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal 3 1991 115,90 14,80 4,10 Französisches 100 mm Geschütz Sea Sparrow Harpoon NRP Corte Real
MEKO 200HN<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Frigates Class Meko-200HN.] Hellenic Navy, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. Juli 2008.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Hydra GriechenlandDatei:Flag of Greece.svg Griechenland 4 1992–1998 117,00 14,80 4,10 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon HN Spetsai
Fregatte 123 Brandenburg DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 4 1994–1996 138,85 16,70 4,35 76/62 Compact Sea Sparrow MM-38 Exocet (ersetzt durch RGM-84 Harpoon) Mecklenburg-Vorpommern
MEKO 200 TN II-A Barbaros TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 2 1993–1997 116,70 14,80 4,10 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon TGS Oruçreis.jpg
MEKO 200 ANZAC ANZAC AustralienDatei:Flag of Australia (converted).svg Australien &
NeuseelandDatei:Flag of New Zealand.svg Neuseeland
8 (AUS)
2 (NZL)
1996–2004 118,00 14,80 4,10 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon HMNZS Te Mana
MEKO 200 TN II-B Salih Reis TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 2 1997–2000 118,00 14,80 4,30 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon
Fregatte 124 Sachsen DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 3 2002–2006 143,00 17,44 4,86 76/62 Compact Evolved Sea Sparrow/Standard Missile 2 Harpoon Sachsen
MEKO A-200 SAN Valour SudafrikaDatei:Flag of South Africa.svg Südafrika 4 2003–2005 121,00 16,34 4,40 76/62 Compact Umkhonto MM-40 Exocet SAS Spioenkop
MEKO 100 RMN Kedah MalaysiaDatei:Flag of Malaysia.svg Malaysia 6 2006–2010 91,10 12,85 3,40 76/62 Compact KD Perak
Fregatte 125 Baden-Württemberg DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 4 ab 2016 149,50 18,80 5,00 127/64 Lightweight RIM-116 RAM Block 2 Harpoon
MEKO A-200 AN Herrad-Klasse AlgerienDatei:Flag of Algeria.svg Algerien 2 2016–2017 121 16,4 4,4 127/64 Lightweight Umkhonto RBS15
MEKO A-200 EN<ref>Neue Fregatten für ägyptische Marine. 26. Februar 2020, abgerufen am 28. April 2021.</ref><ref>MEKO® A-200 – Engineered for Dominance Across Every Mission. Abgerufen am 4. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>https://defensemirror.com/news/35651/Egyptian_Navy_Receives_Third_MEKO_A_200_EN_Frigate_from_Thyssenkrupp. 18. Dezember 2023, abgerufen am 4. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Al-Aziz-Klasse AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten 4 2021–2024 121 16,4 4,4 127/64 Lightweight BK 27 MM-40 Exocet AL-AZIZ 2651
MEKO A-100 Tamandaré-Klasse BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien 4 2024–2028 107,2 15,95 5,2 76/62 Sea Ceptor (CAMM) MM-40 Exocet

Nicht realisierte Projekte

Typ Klasse Land Anzahl Geplante Ablieferung Projektabbruch Länge ü. A. (m) Breite (m) Tiefgang (m) Schiffs-geschütz Flugabwehr-raketen Seeziel-flugkörper Bild
MEKO A-100 Gawron PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen 2 ab 2011 2012<ref name=":0">globaldefence.net: Polen – Ende des Projekt ‘Gawron’, abgerufen am 10. April 2012.</ref> (Schiff 1, die spätere Ślązak, wurde noch als Patrouillenboot fertiggestellt.) 95,20 13,30 3,60 57 × 438 mm Bofors Evolved Sea Sparrow/VL MICA Harpoon ORP Gawron

Projekte in Planung

Typ Klasse Land Anzahl Geplante Ablieferung Projektstand Länge ü. A. (m) Breite (m) Tiefgang (m) Schiffs-geschütz Flugabwehr-raketen Seeziel-flugkörper VLS-Zellen Bild
MEKO A-200 Fregatte 128 DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 4-8 ab 2029 Alternative zur geplanten F-126 bzw. als schnell verfügbare Ergänzung/Zwischenlösung. 121 16,4 4,4 [76mm-Schiffsgeschütz] bis zu 64 Evolved Sea Sparrow Kongsberg Naval Strike Missile 16 MK41 (2x8)

Galerie

Literatur

  • Karl-Otto-Sadler: Ein Leben für den Marineschiffbau. MEKO – Eine Erfolgsstory. Mittler, Hamburg 2007, ISBN 3-8132-0887-7.
  • Jürgen Wessel: Deutsche Marinetechnik heute und morgen: Konzepte – Systeme – Technologien. Eine Dokumentation über den Überwasser-Marineschiffbau in Deutschland von 1956 bis 2006. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02956-9.

Weblinks

Commons: MEKO – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein