Zum Inhalt springen

Sorg (Wendelstein)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. Januar 2026 um 10:41 Uhr durch imported>APPERbot (Bot: Linkfix nach Umwandlung Weiterleitung HONB in BKS, Vorlage Commonscat an Inhalte in Commons angepasst, Aliasparameter ersetzt, Groß-/Kleinschreibung der Vorlage(n) wie durch {{SEITENTITEL:}} vorgegeben).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Sorg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(52)&title=Sorg 49° 21′ N, 11° 8′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(52) 49° 20′ 49″ N, 11° 7′ 36″ O
 {{#coordinates:49,346944444444|11,126666666667|primary
dim=10000 globe= name=Sorg region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 334 m ü. NHN
Einwohner: 52 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/>
Postleitzahl: 90530
Vorwahl: 09129
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!
Datei:Schloss Sorg 04.jpg
Schloss Sorg
Datei:Kapelle Zur Heiligen Familie in Sorg 03.jpg
Kapelle Zur Heiligen Familie

Sorg, fränkisch: Soach<ref>E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 74. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „sǫɘχ“.</ref> ist ein Gemeindeteil des Marktes Wendelstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Sorg liegt in der Gemarkung Großschwarzenlohe.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 10. Oktober 2024.</ref>

Geographische Lage

Das Dorf grenzt im Süden an die Schwarzach und im Westen nahtlos an Großschwarzenlohe. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Großschwarzenlohe (0,8 km südwestlich) bzw. nach Wendelstein (1,5 km nordöstlich), eine weitere führt zur Staatsstraße 2239 (0,6 km nordwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 4. August 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht genau geklärt. Am wahrscheinlichsten ist die Ableitung von einem Flurnamen Sorge, der wegen des dürftigen Bodens so benannt wurde.<ref name ="W74">E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 74.</ref> Eine Ableitung vom mittelhochdeutschen zarge (Einfassung, Umwallung) ist ebenso möglich wie eine Ableitung von sordig (sumpfig).<ref name="Quelle">Quelle unklar.</ref>

Um 1200 befand sich an der Stelle des heutigen Ortes eine Furt durch die Schwarzach. Durch diese verlief der so genannte Hennegesteig, der von Schwabach nach Altdorf bei Nürnberg führte. Ausgrabungen belegen frühe Gebäude zur Sicherung der Furt.<ref name="Quelle"/> Am 7. November 1347 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt,<ref name ="W74"/> als Sorg im Rahmen eines Reichslehens des späteren Kaisers Karl IV. an Heinrich von Kornburg (auch: von Kurenberg, de Chvrenburc) fiel. Zu diesem Lehen gehörten auch das Wasserrecht an der Schwarzach von Wendelstein bis zur Mündung sowie das Mühlrecht. Im gleichen Jahr wurde die Mühle errichtet. 1422 ging die Gemarkung mit einer Heirat an die Herren von Seckendorff über, im Anschluss an Rieter von Kornburg. Ab 1424 ist eine Hammermühle nachweisbar. 1444 wurde die Mühle als Schleif- und Sägemühle sowie als Hammerwerk für Eisenstangen und Nägel beschrieben. Um die wirtschaftlich bedeutende Anlage zu schützen, wurde in der Nähe ein befestigter, noch heute bestehender Wohnturm errichtet. Der 16 Meter hohe Turm hat einen Grundriss von 8,2 × 6,4 Metern und hat auf jedem seiner zwei Stockwerke vier Zimmer. Hinter seinen bis zu 1,5 Meter starken Mauern lagerten die Besitzer Eisenstangen und Nägel aus dem Hammerwerk. In der Folge siedelten sich rasch mehrere Höfe in direkter Nachbarschaft an.<ref>W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 300.</ref>

Im Zweiten Markgrafenkrieg ließ Albrecht Alcibiades den Ort niederbrennen. 1562 wütete die Pest. Im Dreißigjährigen Krieg plünderten Tillys Truppen Sorg. In der Folge ließen Hungersnöte den Ort weitgehend verfallen. Um 1660 siedelten sich österreichische und französische Glaubensexulanten an und machten sich an den Wiederaufbau.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Sorg 18 Anwesen (1 Schlösslein, 10 Leerhäuser, 4 halbe Leerhäuser, 1 Gut mit Tafernwirtschaft, 2 Glasschleifen- und Polierfabriken). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte die Rieter’sche Stiftungsverwaltung Kornburg des Ritterkantons Altmühl.<ref name="E423">F. Eigler: Schwabach, S. 423.</ref> Es gab 12 Untertansfamilien.<ref>Johann Bernhard Fischer: Sorg. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 310 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 357.</ref>

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Sorg dem Steuerdistrikt Großschwarzenlohe (I. Sektion) und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Großschwarzenlohe zugeordnet.<ref name="E472">F. Eigler: Schwabach, S. 472f.</ref>

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wuchs Sorg wieder. Vor allem das wieder aufgebaute Hammerwerk und die beginnende Industrialisierung trugen zum Aufschwung bei. Ein Glaspolier- und Spiegelwerk entstand. Mit Beginn der Glasschleiferei ab 1811 siedelten sich zunehmend auch Arbeiter um das Werk an. 1879 wurden erstmals Brillengläser geschliffen. 1914 übernahm die Firma Julius Ernst Sill (heute Sill Optics) den Betrieb. Seit 1939 werden dort hochwertige Brillengläser und feinoptische Geräte gefertigt.

Am 1. Mai 1978 wurde Sorg im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Wendelstein eingegliedert.<ref name="E472"/><ref>Wendelstein > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 22. April 2025.</ref>

Xaver Schalk erbaute 2005 die „Kapelle Zur Heiligen Familie“.

Der Gemeindeteil hat eine eigene Freiwillige Feuerwehr.

Baudenkmäler

In Sorg gibt es fünf Baudenkmäler:<ref>Denkmalliste für Wendelstein (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 167 192 203 166 204 170 147 186 151 97 52
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 18 19 19 20 21 22 21 16
Quelle <ref>Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 87 (Digitalisat).</ref> <ref>Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 234 (Digitalisat).</ref> <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1086, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1251, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1187 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1259 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1297 (Digitalisat).

</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1124 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 823 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 179 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 324 (Digitalisat).</ref>

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Wendelstein) gepfarrt.<ref name="E423"/> Die Katholiken sind nach St. Nikolaus (Wendelstein) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Pfarrverband Rednitzhembach-Schwanstetten-Wendelstein. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 4. Juni 2023.</ref>

Veranstaltungen

  • Jeweils am ersten Juniwochenende wird in Sorg eine eigene Kärwa gefeiert.
  • Im Schlossgarten finden diverse Kunstausstellungen sowie ein Weihnachtsmarkt statt.

Öffentlicher Nahverkehr

Sorg hat eine Bedarfshaltestelle, die von vier Linien bedient wird. Es bestehen regelmäßige Verbindungen nach Nürnberg, Schwabach und Feucht.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein