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Tettenborn

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Tettenborn
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(610)&title=Tettenborn 51° 34′ N, 10° 33′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(610) 51° 33′ 45″ N, 10° 33′ 4″ O
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Höhe: 282 m
Einwohner: 610 (31. Dez. 2024)<ref>Stadt Bad Sachsa: Statistik. Abgerufen am 17. März 2025.</ref>
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 37441
Vorwahl: 05523
Lage von Tettenborn in Niedersachsen

Tettenborn ist ein Ortsteil der Stadt Bad Sachsa im Landkreis Göttingen in Niedersachsen.

Lage

Tettenborn liegt südlich der Kernstadt Bad Sachsa. Durch den Ortsteil Tettenborn-Kolonie führt die Bahnstrecke Northeim–Nordhausen, hier stiegen früher die Gäste für Bad Sachsa aus, bevor Sachsa dann einen eigenen Bahnhof auf dem Territorium der Landgemeinde Neuhof erhielt.

Geschichte

Bartoldus de Liebenroth, der als Stammvater der Familie von Tettenborn gilt (gelebt um das Jahr 1236) erhielt Tettenborn als Lehen und nahm den Namen Tettenborn an. Die Familie von Tettenborn besaß das Rittergut bis zum Jahr 1851.<ref name=":0" />

Tettenborn und Bad Sachsa gehörten nach dem Wiener Kongress zwischen 1816 und 1945 zum Landkreis Grafschaft Hohenstein und somit zur preußischen Provinz Sachsen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Tettenborn gemeinsam mit der Stadt Bad Sachsa wie alle anderen Orte der restlichen preußischen Provinz Sachsen ab 1. Juli 1945 in die sowjetische Besatzungszone, wurden aber nach wenigen Tagen von den Briten am 23. Juli 1945 gegen den östlichen Teil des braunschweigischen Landkreis Blankenburg eingetauscht, welcher an die Sowjets ging. Ab dem 1. September 1945 wurde Tettenborn auch offiziell in den Landkreis Osterode am Harz eingegliedert (Siehe Gebietstausch 1945 im Harz).

Tettenborn war bis zur Eingemeindung in die Stadt Bad Sachsa am 1. Juli 1972 eine eigenständige Gemeinde.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215.</ref> Die Ortschaft hat zurzeit ca. 600 Einwohner, wovon 450 im eigentlichen Ort wohnen, die restlichen 150 in Tettenborn-Kolonie.

Tettenborn-Kolonie

Nach dem Bau der Eisenbahnlinie Northeim-Nordhausen 1868/69 baute der ehemalige Ortsvorsteher von Tettenborn und Schachtmeister Friedrich Mohrich oberhalb der Bahn an der Chaussee nach Sachsa ein Gasthaus für die Kurgäste aus Sachsa, welche am einzigen preußischen Bahn-Haltepunkt aussteigen konnten, um nach Sachsa zu gelangen. Ab dem Jahr 1903 siedelte sich die in Benneckenstein ansässige Harzer Holzwarenfabrik in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs an. Die Harzer Holzwarenfabrik Gebr. Lohoff stieg zur weltweit größten Wäscheklammerfabrik auf. Es wurden bis zu 400 Mitarbeiter aus den umliegenden Ortschaften angestellt. Seit der Gründung der Firma in Tettenborn wohnten die beiden Inhabenfamilien in der Nähe des Schmelzteiches in der Nachbarstadt Bad Sachsa. Ihre Villen standen auf dem Brand in der Bismarck- und Blücherstraße.

Mitte der 1930er-Jahre wurde der Ortsteil von Tettenborn von Tettenborn-Bahnhof in Tettenborn-Kolonie umbenannt.<ref>Burkhard Schmidt: Chronik des Ortsteils Kolonie (Bahnhof) und Firmengeschichte der weltgrößten Spezialfabrik für Wäscheklammern Harzer Holzwarenfabrik Gebr. Lohoff. Pro Business, Berlin 2013, ISBN 978-3-86386-470-5, S. 60–62.</ref>

Grenzlandmuseum

Datei:Grenzlandmuseum Tettenborn.jpg
Grenzlandmuseum Tettenborn

In Tettenborn bestand seit dem 12. November 1992 im Dorfgemeinschaftshaus ein Grenzlandmuseum. Es lag nur wenige hundert Meter von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt.

Eröffnet wurde das Museum genau drei Jahre nach der provisorischen Grenzöffnung an der dortigen B 243 in Nüxei. Es zeigte die Entwicklung der Sperranlagen der DDR im Südharz von 1945 bis 1990. Das Museum präsentierte eine Vielzahl originaler Ausstattungsstücke der DDR-Grenztruppen und dokumentierte spektakuläre Grenzdurchbrüche, aber auch das Leben im Grenzgebiet. Im Museum war die Führungsstelle eines 4 × 4 m großen Beobachtungsturms aufgebaut.

Der ehemalige Museumsleiter war ehrenamtlich für die Bundesrepublik im Grenzinformationsdienst an der Zonengrenze tätig sowie der ehemalige Ausstellungsleiter der als Stabsoberfähnrich der Grenztruppe der DDR (NVA) im selben Grenzabschnitt eingesetzt war.

Das Grenzlandmuseum ist 2016 nach Bad Sachsa gezogen.<ref>Grenzlandmuseum Bad Sachsa</ref>


Politik

<templatestyles src="Wahldiagramm/styles.css" />

Ortsratswahl 2021<ref name="kdo.de">Ortsratswahl 12.09.2021 - Stadt Bad Sachsa - Tettenborn. In: kdo.de. 13. September 2021, abgerufen am 28. September 2021.</ref>
Wahlbeteiligung: 62,55 % (–0,15 %p)
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24,21 %
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17,59 %
(−7,81 %p)
12,70 %
(−37,35 %p)
20162021

Ortsrat

Der Ortsrat setzt sich aus fünf Ratsfrauen und Ratsherren zusammen (Veränderungen zu 2016).

  • FDP: 2 Sitze (+2)
  • SPD: 1 Sitz (±0)
  • Wählergruppe AKTIV: 1 Sitz (±0)
  • CDU: 1 Sitz (−2)

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2021)<ref name="kdo.de" />

Wappen

Das Wappen wurde 1983 in einer Bürgerversammlung vom Ortsrat angenommen.

Blasonierung: „In Blau ein silberner Wellenpfahl mit einer schwarzen Wolfsangel.“

Die blaue Farbe und der Wellenpfahl sollen auf die Endung „-born“ im Namen des Ortsteils hinweisen und stehen für Quelle und fließendes Wasser. In einer Urkunde des Klosters Walkenried wird im Jahre 1237 Tettenborn mit einem Rittergeschlecht gleichen Namens genannt. Diese Adelsfamilie wohnte noch Anfang des 19. Jahrhunderts im Ort. Das Wappen derer von Tettenborn zeigt in Silber eine schwarze Wolfsangel.

Das Wappen wurde vom Walkenrieder Karl Helbing gestaltet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:St. Andreas (Tettenborn) 01.jpg
Ev. Kirche St. Andreas

Ende des 13. Jahrhunderts wurde an gleicher Stelle eines Vorgängerbaus die heutige St.-Andreas-Kirche errichtet.<ref>Die St. Andreas-Kirche zu Tettenborn. In: karstwanderweg.de</ref>

Die hiesige Kirchengemeinde in Tettenborn wird in Personalunion mit der in Wieda geführt und gehört zur Propstei Bad Harzburg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig.<ref name=":0">Chronik des Dorfes Tettenborn: Stammsitz der Freiherren von Tettenborn</ref>

Vereine

Söhne und Töchter des Ortes

  • Johann Friedrich Kleemann (1729–1788), braunschweig-wolfenbüttelscher Oberamtmann
  • Carl Friedrich Freiherr von Tettenborn (1778–1845), Nebenlinie aus dem Familiengut Steinsee, russisch-kaiserlicher Generalleutnant aus den Befreiungskriegen 1813/14
  • Otto Bitthorn (1880–1953), Generalleutnant
  • Friedrich Küster (1819 - ?), Hauslehrer bei der Familie des Bernhard von Tettenborn, ab 1839 Lehrer in Ellrich und Sachsa ; von 1856 bis 1895 Bürgermeister von Benneckenstein

Siehe auch

Literatur

  • Julius Schmidt: Beschreibende Darstellung der Älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Grafschaft Hohenstein, von der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt, Band 12, Verlag Otto Hendel 1889, S. 162ff. GWLB-Signatur: XIIBI2a 139:12–13
  • Horst Gundlach: Die innerdeutsche Grenze im Südharz. Schicksale – Erlebnisse – Ereignisse. Gundlach, Bad Sachsa 2004, ISBN 3-00-014335-1.
  • Gerhard Möller: „Keine Gebietsänderung verlief aber so dramatisch …“ Wie Bad Sachsa und Tettenborn „in den Westen“ gelangten. In: Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen. 30. Band, Nordhausen 2005, S. 121–149.
  • Heimat- und Geschichtsgruppe Tettenborn (Hrsg.): Chronik des Dorfes Tettenborn – Stammsitz der Freiherren von Tettenborn. Pro Business, Berlin 2009, ISBN 978-3-86805-450-7. GWLB-Signatur: 2010/21606
  • Michael Reinboth (Hrsg.): Vom Sachsenstein zum Römerstein – ein naturkundlicher und geschichtlicher Streifzug durch die Landschaft um Neuhof und Tettenborn. Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld 2010, ISBN 978-3-86948-066-4.
  • Förderverein Dorfgemeinschaft Tettenborn (Hrsg.): Chronik des Ortsteils Kolonie – Industriegeschichte der Harzer Holzwarenfabrik Gebr. Lohoff. Pro Business, Berlin 2013, ISBN 978-3-86386-470-5.
  • Michael Reinboth: 150 Jahre Eisenbahnstrecke Northeim – Nordhausen. Heft 48, Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte Walkenried / Bad Sachsa und Umgebung e. V., Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld 2019, ISBN 978-3-86948-659-8.
  • Burkhard Schmidt: Tettenborn im Südharz – Ein Historischer Dorfrundgang. Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld 2022, ISBN 978-3-86948-853-0.
  • Uwe Oberdiek: Gebietstausch im Harz – Dokumente und zeitlicher Ablauf eines Gebietstauschs zwischen der ehemals Britischen und Sowjetischen Besatzungszone im Frühsommer 1945. Hrsg. Förderverein Grenzlandmuseum Bad Sachsa, Stadtarchiv Nordhausen, Druck und Verlag Iffland, Nordhausen 2023, ISBN 978-3-939357-50-6.
  • Burkhard Schmidt: Chronik der Freiherren von Tettenborn. Papierflieger Verlag, Clausthal-Zellerfeld 2023, ISBN 978-3-86948-927-8.
  • Burkhard Schmidt: Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen, Band 49/2025. Aufstieg und Niedergang der Familie Lohoff – Ein Familienunternehmen gelangt zu Weltruhm, Verlag Steffen Iffland, Nordhausen, ISBN 978-3-939357-56-8
  • Burkhard Schmidt: Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen, Band 50/2025. Nordhausens ältestes Möbelstück – die Tettenborner "gotische Truhe", Verlag Steffen Iffland, Nordhausen, ISBN 978-3-939357-57-5.

Karte

  • Wander- und Fahrradkarte: Harzer Grenzweg – Fallstein, Brocken, Tettenborn – Grünes Band Deutschland – Iron Curtain Trail – Route "Historische Grenzwege" – mit Harzklub-Wanderwegen, beschilderten MTB- und Radwegen, MTB- und Fahrradempfehlungen. Kartografie: Ing.-Büro für Kartografie Bernhard Spachmüller, Schwabach; Texte: Thorsten Schmidt und Annett Drache, Schmidt-Buch-Verlag, Wernigerode 2019, ISBN 978-3-936185-64-5.
  • Karstwanderweg Südharz: Leporello vom Karstwanderweg mit Kilometrierung – Erläuterungen der Karsterscheinungen – mit UTM-Gitter zur GPS-Nutzung. Kartographie Kommunale Verlagsgesellschaft – Nordhausen, ISBN 978-3-86973-042-4.

Weblinks

Commons: Tettenborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Bad Sachsa mit Nüxei | Neuhof | Steina | Tettenborn mit Tettenborn-Kolonie

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