Benneckenstein liegt im Unterharz im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt. Es befindet sich zwischen den Dörfern Tanne im Norden, Trautenstein im Ostnordosten und Stiege im Osten (alle in Sachsen-Anhalt), Rothesütte im Süden (in Thüringen), Hohegeiß im Westen (in Niedersachsen) und Sorge im Nordnordwesten (in Sachsen-Anhalt). Der auf etwa 500 bis 542 m ü. NN<ref name="STviewer" /> gelegene Ort liegt am Oberlauf der Rappbode. Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze verläuft im Westen die Grenze zu Niedersachsen und im Süden jene zu Thüringen; etwa 3,3 km südwestlich des Ortes liegt das DreiländereckNiedersachsen–Sachsen-Anhalt–Thüringen, wo der Drei-Länder-Stein steht.
Die schriftliche Nennung des Flurnamens „Beneken brugge“ aus dem Jahre 1253 gilt als die erste urkundliche Erwähnung Benneckensteins. Die ersten Bewohner ließen sich vermutlich zwischen der heutigen Kirche und der Rappbode rund um den Wildenberg nieder. Sie stammten wahrscheinlich aus der Region Holstein. Die Burg Benneckenstein, welche sich auf dem weiter nordwestlich gelegenen Höhenzug zwischen dem Wildenbach und der Rappbode befand, wurde im Jahre 1344 vom Grafen Heinrich IV. von Hohnstein errichtet. Sie diente den Grafen von Hohnstein vorwiegend als Schutzburg und Verwaltungssitz des Amts Benneckenstein, welches mehreren Teilungen unterlag. Bereits 1403 überließ Graf Dietrich von Hohnstein seine Hälfte an Benneckenstein den Landgrafen von Thüringen. Im Jahre 1627 zerstörte die Armee Tillys im Dreißigjährigen Krieg die Festungsanlage vollständig.<ref>Die Burg Benneckenstein auf www.alleburgen.de</ref>
Zwischen 1945 und 1952 gehörte Benneckenstein zum Landkreis Nordhausen im Land Thüringen. Danach gehörte es zum Kreis Wernigerode, dem südlichsten Kreis im Bezirk Magdeburg. Im Jahr 1972 feierte der Ort sein 650-jähriges Bestehen. Seit 1990 gehört die Stadt Benneckenstein zum Bundesland Sachsen-Anhalt. Als Teil des Landkreises Wernigerode kam der Ort am 1. Juli 2007 zum neu gebildeten Landkreis Harz.
Bereits seit 1887 war Benneckenstein ein Kurort.<ref>Luftkurort Benneckenstein – im Zentrum des Harzes. In: Harz-Paradies.de. Detlef Brüning, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. April 2013; abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref><ref>Aus der Geschichte der Stadt Benneckenstein. In: harzlife.de. Frank L. Mikolajczyk, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref> Der Status, der 1994 vorläufig<ref>Entwicklung des Kur- und Bäderwesens in Sachsen-Anhalt. (PDF) Drucksache 2/1355, Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage Drs. 2/1230 von Elke Lindemann (SPD) zur schriftlichen Beantwortung. In: landtag.sachsen-anhalt.de. Landtag von Sachsen-Anhalt, 19. September 1995, S. 18, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref> und 2002 endgültig bestätigt wurde,<ref>Luftkurorte. (PDF) In: lvwa.sachsen-anhalt.de. Landesportal Sachsen-Anhalt, Januar 2023, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref> bestand bis 2011.<ref>Heilbäder und Kurorte in Sachsen-Anhalt. (PDF) Drucksache 6/1603, Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage KA 6/7639 von Nadine Hampel (SPD) zur schriftlichen Beantwortung. In: landtag.sachsen-anhalt.de. Landtag von Sachsen-Anhalt, 13. November 2012, S. 7, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref><ref>2012 kein Luftkurort mehr, siehe: Gemeinsamer Bädertag - Kurorte sind wichtige touristische Kerne. (PDF) Drucksache 6/4721, Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage KA 6/9015 von Nadine Hampel (SPD) zur schriftlichen Beantwortung. In: landtag.sachsen-anhalt.de. Landtag von Sachsen-Anhalt, 18. Januar 2016, S. 2, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref> Seit 2015 ist Benneckenstein als Ortsteil von Oberharz am Brocken ein staatlich anerkannter Erholungsort.<ref>Erholungsorte. (PDF) In: lvwa.sachsen-anhalt.de. Landesportal Sachsen-Anhalt, Januar 2023, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref>
Am 1. Januar 2010 schloss sich die Stadt Benneckenstein (Harz) mit den Gemeinden Elend, Sorge, Stiege und Tanne sowie den Städten Hasselfelde und Elbingerode (Harz) zur Stadt Oberharz am Brocken zusammen.<ref name="StBA" /> Am 1. Juli 2014 trat das neue Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft. In dessen § 14 (2) wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, den Ortsteilen, die vor der Eingemeindung Städte waren, diese Bezeichnung zuzuerkennen.<ref>Kommunalverfassungsgesetz des Landes in der Fassung vom 1. Juli 2014</ref> Die Stadt Oberharz am Brocken machte von dieser Regelung Gebrauch. Die entsprechende Hauptsatzung trat mit Wirkung vom 26. Juni 2015 in Kraft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hauptsatzung der Stadt Oberharz am Brocken in der Fassung vom 26. Juni 2015 (Memento vom 22. September 2017 im Internet Archive)</ref>
Ortsname
Laut einer Sage geht der Name der Stadt auf den Biss des lokalen Humors zurück. Einst habe ein Jägersmann auf einem Felsbrocken am Wegesrand verschnaufen wollen. Es habe sich aber sogleich herausgestellt, dass er es sich auf einer schlafenden alten Frau bequem gemacht hatte, die mit ihrer daneben abgelegten Kiepe unterwegs gewesen war. Daher soll jene inkommodiert gemurrt haben: „Benn eck en Stein?!“<ref>Abenteuerliche Welt Bd. 8–9, 1943, S. 102.</ref>
Altersstruktur
Die Altersstruktur (Stand: 31. Dezember 2008)<ref name="StaLaST" /> setzt sich wie folgt zusammen: 10,2 % unter 16 Jahren, 1,1 % im Alter 16–18, 7,5 % im Alter von 18 bis 25, 8,6 % im Alter von 25 bis 35,
13,2 % im Alter von 35 bis 45, 27,1 % im Alter von 45 bis 60 und 32,3 % über 60 Jahre. Damit waren 56,4 % der Bevölkerung im Altersbereich 18–60 Jahre.
Das Wappen wurde am 10. Dezember 1932 durch das Preußische Staatsministerium verliehen und am 25. März 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg bestätigt.
Blasonierung: „In Silber eine gefugte rote zweizinnige Mauer, aus der der mit blauem Obergewand (Kasel) und silberner mit zwei schwarzen Tatzenkreuzen belegten Stola gekleidete, golden nimbierte heilige Laurentius herauswächst, in der Rechten einen grünen Palmenzweig, in der Linken einen gesenkten schwarzen Rost haltend.“
Durch Buslinien der Harzer Verkehrsbetriebe und der Verkehrsbetriebe Nordhausen bestehen Verbindungen nach Wernigerode, Blankenburg, Braunlage, Hohegeiß und Nordhausen.
Die Stadt besitzt eine Grundschule und eine Kindertagesstätte.
Des Weiteren betreibt das Land Sachsen-Anhalt in Benneckenstein ein Aus- und Fortbildungsinstitut der Justiz und ein Schullandheim am Waldschlößchen.
Industrie, Gewerbe und Handel
Am Ortsrand in Richtung Trautenstein liegt das Gewerbegebiet „An den Lehmkuhlen“. Das Gewerbe ist von mittelständischen Unternehmen geprägt.
Im Ort befinden sich neben zwei Supermärkten, Bäckern, Fleischer und einem kleinen Baumarkt auch Sparkasse und Volksbank. Weitere Einzelhändler sind über den Ort verteilt.
Medizinische Versorgung
Apotheke, Arzt, Zahnarzt, Physiotherapeuten und Altenpflegeheim sind vorhanden.
Vorlage:Hinweisbaustein
Benneckenstein ist vorrangig bekannt als Erholungs- und Wintersportstadt. Aus diesem Grund ist das touristische Angebot der Harzstadt vielfältig. Dieses reicht von Wandern, Crossgolf und Hundeschlittenfahrten bis hin zu Panzerfahrten. Der Ort bietet neben Restaurants auch Hotels, Pensionen und vor allem Ferienwohnungen. Gerade aufgrund der zentralen Lage ist Benneckenstein als Ausgangsort für Harztouren beliebt. 1952 wurde eine Waldbühne in Benneckenstein erbaut, dort findet seit 2014 ein Festival der Darstellenden Künste statt, das THEATERNATUR Festival. Es wird nun jeden Sommer zeitgenössisches, modernes professionelles Sprech-, Musik- und Tanztheater mit lokalem Bezug in Form von Eigenproduktionen und Gastspielen präsentiert.
Seit Sommer 2015 findet jährlich Anfang August das THEATERNATUR - Festival der darstellenden Künste auf der Waldbühne Benneckenstein statt.<ref>RÜCKBLICK 2017 – Theaternatur.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Januar 2020; abgerufen am 16. Dezember 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Laurentiade, als Kirchen- und Stadtfest, wird seit 1990 jeweils am 1. Sonntag im September gefeiert. Ausrichter sind die Vereine der Stadt und die Kirchengemeinde.
Datei:Engineer Wilhelm Schmidt.jpgWilhelm SchmidtWilhelm Schmidt (1858–1924), Königlicher Baurat, Humanist und Erfinder (ca. 1400 Patente), lebte von 1908 bis 1922 in Benneckenstein. Er brachte die Entwicklung der Heißdampf-Technik für die Dampfmaschine zum Durchbruch und erhielt im Februar 1917 die Ehrenbürgerschaft. Heute erinnert ein Denkmal im nach ihm benannten Park an ihn.
Richard Adam (* 1862), Bankier, Wohltäter der Stadt, aus der seine Vorfahren stammten
Dietrich Klagges (1891–1971), braunschweigischer Ministerpräsident, bis 1930 Leiter der NSDAP-Ortsgruppe Benneckenstein, gleichzeitig wurde im März 1933 ein Platz nach ihm benannt.<ref>Klagges Ehrenbürger. In: Saale-Zeitung vom 31. März 1933, S. 4.</ref>
Max Schmeling (1905–2005). Ab Oktober 1934 befand sich in Benneckenstein das Haupttrainingslager für die deutschen Amateurboxer. Anlässlich deren Erfolge bei den Olympischen Spielen 1936 erhielt Schmeling – nach dem Sieg über Joe Louis an der Spitze seines Ruhmes – am 28. November 1936 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Benneckenstein. Aus Anlass des 10. Jahrestages der NSDAP-Ortsgruppe besuchte Schmeling 1938 erneut die Stadt und wurde von Gauleiter Fritz Sauckel begrüßt.<ref>Begeisterung um Max Schmeling. Der Ehrenbürger von Benneckenstein von Gauleiter Sauckel begrüßt. In: Eibenstocker Tageblatt vom 25. August 1938, S. 4.</ref> Über Jahre hinweg bestand zwischen der Harzstadt und dem Boxidol ein freundschaftliches Verhältnis. Nach 1991 wurde es neu belebt, und zu Pfingsten 1993 weilte Max Schmeling noch einmal in Benneckenstein.
Berthold C. Haferland (1934–2011), Jurist und Heimatpfleger, Leiter der Fachhochschule für Rechtspflege
Janek Liebetruth (* 1980), Theaterregisseur, wuchs in Benneckenstein auf und belebte die Waldbühne Benneckenstein 2014/2015 mit dem Festival Theaternatur wieder
Paul Meier-Benneckenstein (1894–1971), nationalsozialistischer Pädagoge und Politikwissenschaftler, war in Benneckenstein Volksschullehrer
Heiko Runge (1964–1979) bei Sorge während eines Fluchtversuches erschossen
Wolfgang Vogler (1948–1974), verlor 1974 infolge eines Fluchtversuches sein Leben
Hans Wölpert (1898–1957), Gewichtheber, stellte 1936 in Vorbereitung der Olympischen Spiele in Benneckenstein einen Weltrekord im Drücken des Federgewichts auf