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Vorort

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Vorlage:Hinweisbaustein Ein Vorort ist ein Ort im Umland ein größeren Stadt, der räumlich und funktional eng mit der Stadt verbunden ist. Je nach Größe verfügt ein Vorort über eine eigene Infrastruktur (z. B. Grundschule und Einkaufsmöglichkeiten), kennzeichnend ist aber, dass viele Bewohner in der größeren Stadt arbeiten und dort zentrale Angebote (z. B. Gymnasium, Gesundheitswesen) nutzen.

Ein Vorort ist häufig mit der Stadt zusammengewachsen, d. h. die Bebauung geht nahtlos ineinander über. Er ist durch Straßen und den öffentlichen Nahverkehr (Vorortverkehr) gut an die Stadt angebunden. Das Bild eines Vororts wird von einer geringen Bebauungsdichte, überwiegend Wohnhäusern mit Gärten, geprägt; Industrie ist selten.

Vororte sind, wegen der ruhigen Umgebung und niedriger Mieten, als Wohngebiete geschätzt. Als Folge ist die Bevölkerung vieler Vororte stark angestiegen. Viele Vororte sind Dörfer, die durch die Ausweitung der Großstädte näher an die Stadt herangerückt sind. Der Dorfkern ist häufig erhalten, das Dorf jedoch durch neue Wohngebiete gewachsen. Vororte, die - vorwiegend im 20. Jahrhundert - neu errichtet wurden, werden, ab einer bestimmten Größe, auch als Trabantenstädte bezeichnet.

Ein Vorort ist in der Regel eine eigene Gemeinde oder Teil einer Gemeinde, die an die Stadt grenzt. Ein Vorort kann auch – verwaltungstechnisch – innerhalb der Stadtgrenzen liegen, dann ist der Vorort gleichzeitig ein Stadtteil.

Beispiele:

  • Suchsdorf ist ein Vorort und Stadtteil von Kiel<ref name=":0">Adreßbuch der Stadt Kiel und Vororte 1911. Kommissionsverlag der Universitätsbuchhandlung (Paul Toeche), Kiel 1911.</ref>.
  • Schulensee ist ein Vorort von Kiel und Teil der Gemeinde Molfsee.
  • Kronshagen ist ein Vorort von Kiel<ref name=":0" /> und eine eigene Gemeinde.

In vielen großen Städten wie z. B. Berlin wird die Bezeichnung Vorort für die Stadtteile nur noch mit historischen Bezug verwendet<ref>FUNKE Mediengruppe: Das sind die spannendsten Lost Places in Zehlendorf. 10. Juli 2024, abgerufen am 21. Januar 2026.</ref>; ansonsten liegen Berliner Vororte in Brandenburg. In einigen Städten ist die Bezeichnung aber noch üblich, z. B. für die Hamburger Elbvororte.

Bei eingemeindeten Orte wird die Bezeichnung Vorort kaum noch verwendet, wenn die Eingemeindung länger zurückliegt; bei den Eingemeindungen der 70er Jahre (1968 bis 1978) noch gelegentlich. Beispiel: Bergen-Enkheim als Vorort von Frankfurt<ref>Heide Platen: Realos vorn bei Hessens Grünen. In: Die Tageszeitung: taz. 23. Februar 1987, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 21. Januar 2026]).</ref>.

Beispiel Wien

Datei:Leopoldauer Platz 27A 29A.jpg
Der Leopoldauer Platz in Wien (Leopoldau), ein erhaltener Ortskern mit ehemaligem Dorfanger, nicht weit davon entfernt befinden sich Großwohnsiedlungen wie etwa die Großfeldsiedlung.

In Wien wurden die 1892 eingemeindeten Orte als Vororte bezeichnet, da sie im Gegensatz zu den 1850 eingemeindeten Vorstädten keine oder nur rezent entstandene städtische Strukturen hatten. Heutzutage sind die Ortskerne typischerweise zu einem großen Teil erhalten, außerhalb davon sind aber Großwohnsiedlungen oder Zonen mit Einfamilienhäusern üblicher.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary: Vorort – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

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