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Ronald Augustin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. Oktober 2025 um 21:58 Uhr durch imported>Wortwanderer (Berichtigt, dass ich nicht "einfach so" Wasser entzogen wurde (was ja einer Folter gleich käme), sondern es sich um einen Versuch handelte, dem Hungerstreikenden Kalorien zuzuführen. + Quellenangabe).
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Ronald Augustin (* 20. November 1949 in Amsterdam) ist ein ehemaliges Mitglied der terroristischen Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF). Er wird der ersten Generation der RAF zugerechnet. Von 1973 bis 1980 verbüßte er eine Freiheitsstrafe.<ref name="buch-0gkADuTE6S8C-25">Joachim Kalz: Zielscheibe Mensch. tredition, 2008, ISBN 9783868501063, S. 25. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref><ref name="sz-884752-2">Christiane Schlötzer: Die RAF-Legende vom Verräter – Verfolgt vom bleiernen Schatten. In: sueddeutsche.de. 19. Mai 2010, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref>

Leben

Ronald Augustin entstammt einer niederländisch-deutschen Familie. Nach der Realschule machte er eine Lehre als Grafiker. In seiner Jugend beteiligte er sich an Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg. Ab 1967 arbeitete er in der Redaktion verschiedener Alternativzeitschriften in Holland und England.<ref name="Steen">B. van der Steen: Interview met Ronald Augustin Oral History, Universiteit van Leiden, Januar 2004</ref> Von London zog er 1969 nach West-Berlin, wo er sich 1971 der RAF anschloss.<ref name="Steen"/> Am 24. Juli 1973 wurde er im Zug von Utrecht nach Hamburg festgenommen und am 24. April 1975 bei einem Prozess in Bückeburg wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Urkundenfälschung und Vergehen gegen das Waffengesetz zu insgesamt siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt, die auf sechs Jahre zusammengezogen wurden.<ref>LG Osnabrück, Urteil vom 24. April 1975</ref><ref>Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. April 1975</ref> Des Weiteren erhielt Augustin eine sechsmonatige Beugehaft wegen Aussageverweigerung im Prozess gegen Bernhard Braun und Irmgard Möller sowie mehrere Ordnungsstrafen in anderen Verfahren.<ref>OLG Stuttgart, Beschluss vom 3. August 1976</ref><ref>LG Heidelberg, Beschluss vom 24. Juli 1978</ref>

Nach Aufenthalten in den Gefängnissen von Köln, Wittlich und Stammheim war Augustin ab Mai 1974 in der Justizvollzugsanstalt Hannover inhaftiert, wo er bis zu seiner Entlassung am 7. März 1980 die meiste Zeit in Einzelhaft verbrachte.<ref>Klaus Croissant u. a. (Hrsg.): Politische Prozesse ohne Verteidigung? Wagenbach Verlag, West-Berlin 1976, S. 33–34</ref> Augustin beteiligte sich an mehreren Hungerstreiks. Im dritten Hungerstreik der inhaftierten RAF-Mitglieder wurde ihm auf Anordnung des niedersächsischen Justizministeriums während seines Hungerstreiks vom 14. bis zum 18. Oktober 1974 das Wasser entzogen, um ihn zur Aufnahme statt dessen angebotener nahrhafter Flüssigkeit (Fleischbrühe) zu bewegen.<ref name="spiegel-41652377">Auf der Kippe. In: Der Spiegel. Nr. 45, 1974 (online).</ref> Die Maßnahme wurde erst aufgehoben, als die anderen Gefangenen aus Solidarität in den Durststreik traten.<ref>Pressemitteilung und Akten zum Wasserentzug bei Ron Augustin</ref>

Der Prozess gegen ihn fand in einer eigens gebauten Mehrzweckhalle in der Justizvollzugsanstalt Bückeburg statt, als „Generalprobe“ für den Prozess gegen Baader, Ensslin, Meinhof, Meins und Raspe.<ref>Presse zu den Prozessen – Social History Portal. In: socialhistoryportal.org. Abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> Zu seinen Verteidigern zählten die Rechtsanwälte Pieter Bakker Schut, Klaus Croissant, Kurt Groenewold und Hans-Christian Ströbele.<ref>Presse zu den Prozessen – Social History Portal. In: socialhistoryportal.org. Abgerufen am 1. Januar 2015.</ref>

Augustin hat im Internationalen Institut für Sozialgeschichte ein Archiv zur RAF zusammengestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rote Armee Fraktion Collection (Memento vom 27. September 2012 im Internet Archive)</ref>

Literatur

  • Klaus Croissant u. a. (Hrsg.): Politische Prozesse ohne Verteidigung?, Wagenbach Verlag, Berlin 1976, ISBN 3-8031-1062-9
  • Internationales Komitee zur Verteidigung politischer Gefangener in Westeuropa (ivk) – Sektion BRD, Stuttgart (Hrsg.): texte: der RAF., Verlag Bo Cavefors, Lund 1977, ISBN 91-504-0685-X
  • Pieter H. Bakker Schut (Hrsg.): Das Info. Briefe der Gefangenen aus der RAF 1973–1977. Dokumente. Neuer Malik Verlag, o. O. [Kiel] 1987, ISBN 3-89029-019-1

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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