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Nicolas Sarkozy

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Nicolas Sarkozy (September 2022)
Unterschrift von Nicolas Sarkozy
Unterschrift von Nicolas Sarkozy

Nicolas Sarkozy (<phonos file="Sarkozy.ogg">anhören</phonos>/? [<templatestyles src="IPA/styles.css" />nikɔ'la saʁkɔ'zi], vollständig Nicolas Paul Stéphane Sárközy de Nagy-Bocsa;<ref>Décret du 31 décembre 2004 portant promotion et nomination. (gouv.fr [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref><ref>Légifrance - Publications officielles - Journal officiel - JORF n° 0001 du 01/01/2005. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Dezember 2024; abgerufen am 29. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> * 28. Januar 1955 in Paris) ist ein französischer Politiker. Von Mai 2007 bis Mai 2012 war er Staatspräsident der Französischen Republik.

Zuvor war er von 2002 bis 2004 und 2005 bis 2007 Innenminister sowie von März bis November 2004 Wirtschafts- und Finanzminister Frankreichs. Von 2004 bis 2007 war Sarkozy Parteivorsitzender der konservativen Union pour un mouvement populaire (UMP), von November 2014 bis August 2016 war er es erneut; in dieser Zeit benannte sich die Partei in Les Républicains um. 2012 verlor er die Präsidentschaftswahl gegen François Hollande (Parti socialiste).

Herkunft

Sarkozys Vater Pál Sarkozy (1928–2023<ref>Nicolas Sarkozys Vater ist mit 94 Jahren gestorben. 5. März 2023, abgerufen am 5. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) stammte aus einer ungarischen Familie (Sárközy de Nagybócsa, ungarisch Nagybócsai Sárközy), die 1628 in Wien von Kaiser Ferdinand II. in seiner Funktion als König von Ungarn geadelt worden war.<ref>Sárközy II., v. Nagy-Borsa. | Siebmacher: Wappenbuch | Kézikönyvtár. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Nicolas-Philippe Piot: Sogenannte Namen und andere Leckereien. Paris 2009, zitiert in: Stefan Brändle (Paris): Von wegen „von & zu“. In: Der Standard, Tageszeitung, Wien, 12./13. Dezember 2009, S. 7.</ref> Die Familie besaß in Alattyán (Komitat Jász-Nagykun-Szolnok), ca. 100 km südöstlich von Budapest, ein Schloss und Ländereien. 1944 floh Sarkozys Vater vor dem Einmarsch der Roten Armee über Österreich nach Deutschland. Nach dem Krieg ließ er sich von einem französischen Rekrutierungsbüro in Baden-Baden für die Fremdenlegion anwerben. Nach dem Abschluss seiner Rekrutenzeit in Sidi bel Abbès (Französisch-Algerien) sollte er ursprünglich in Indochina eingesetzt werden. Aufgrund eines medizinischen Attests konnte er jedoch bereits 1948 nach Marseille ziehen. 1949 traf er in Paris Nicolas Sarkozys spätere Mutter Andrée Mallah. Pál Sarkozy, der insgesamt viermal verheiratet war, trat auch als Maler öffentlich in Erscheinung. So berichtete El País im Dezember 2011 von der bevorstehenden Ausstellung seiner Bilder im uruguayischen Badeort Punta del Este in der dortigen Galería de las Misiones.<ref>Pal Sarkozy expone pinturas en Punta del Este (spanisch) auf www.puntadeleste.com vom 27. Dezember 2011, abgerufen am 27. Dezember 2011.</ref>

Sarkozys Mutter Andrée Mallah ist eine Nachfahrin sephardischer Juden aus Thessaloniki. Ihr Großvater hieß Mordechai Mallah und war ein wohlhabender Juwelier aus Thessaloniki. Zusammen mit seiner Ehefrau Reina hatte Mallah sieben Kinder. Aaron Benico Mallah, der Großvater Sarkozys, war das jüngste der Kinder. Aaron Benico Mallah heiratete 1917 die Katholikin Adèle Bovier und konvertierte zum Christentum. Das Ehepaar hatte zwei Töchter namens Suzanne und Andrée.

Nicolas Sarkozy hat zwei Brüder, Guillaume (* 1951) und François (* 1958), sowie zwei jüngere Halbgeschwister, Caroline und Pierre-Olivier (* 1970), die aus der dritten Ehe seines Vaters (mit Christine de Ganay) stammen. Als diese Ehe 1977 scheiterte, heiratete seine Stiefmutter den US-Diplomaten Frank Wisner jun., Sohn des ehemaligen CIA-Direktors Frank Gardiner Wisner. Sie ging mit ihm in die USA. Nicolas Sarkozy hat bzw. hatte enge Beziehungen zu seinen amerikanischen Stiefgeschwistern und dem 2025 verstorbenen Frank Wisner.

Ausbildung und Beruf

Sarkozy besuchte zunächst das angesehene Lycée Chaptal im 8. Arrondissement von Paris.<ref>Primaire de la droite: le parcours de Nicolas Sarkozy. 3. November 2016, abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Da er die sechste Klasse nicht bestand, wechselte er auf das katholische Privatgymnasium Saint Louis de Monceau und legte dort 1973 das Baccalauréat ab (entspricht dem Abitur). Anschließend absolvierte er ein Jurastudium an der Universität Paris-Nanterre (Universität Paris X), das er 1978 mit einer Maîtrise en droit im Privatrecht abschloss. Nach dem verpflichtenden Wehrdienst bei den Luftstreitkräften erwarb er ein Diplôme d’études approfondies (DEA) in Politikwissenschaft. Von 1979 bis 1981 studierte er zudem am Institut d’études politiques de Paris (Sciences Po), blieb dort aber ohne Abschluss.

Seit 1981 besitzt er eine Zulassung als Rechtsanwalt (avocat) bei der Anwaltskammer Paris. 1987 gründete er mit zwei Kollegen die Kanzlei Leibovici – Claude – Sarkozy. Auch parallel zu seiner politischen Karriere setzte er seine Tätigkeit als Anwalt fort.

Politische Karriere

Bis 1993: politischer Aufstieg

Sarkozy engagierte sich bei der gaullistischen Jugendorganisation Union des jeunes pour le progrès (UJP) und trat 1974 der damaligen Regierungspartei Union des démocrates pour la République (UDR) bei. Im selben Jahr war er Wahlkampfhelfer des (erfolglosen) Präsidentschaftskandidaten Jacques Chaban-Delmas. Aus der UDR ging 1976 das von Jacques Chirac geführte neogaullistische Rassemblement pour la République (RPR) hervor, in dem Sarkozy schnell Karriere machte; im Alter von 21 Jahren arbeitete er 1977 bereits im Zentralkomitee der Partei mit.

Ebenfalls 1977 wurde er in den Gemeinderat von Neuilly-sur-Seine, einem der wohlhabendsten Vororte von Paris, gewählt und war dort von 1983 bis 2002 Bürgermeister. Landesweite Bekanntheit erlangte er 1993 als Vermittler bei einer Geiselnahme in einem Kindergarten seiner Stadt. Die Geiseln blieben unverletzt, der Geiselnehmer wurde durch ein Spezialeinsatzkommando getötet. Von 1983 bis 1988 war Sarkozy zudem Abgeordneter im Regionalrat der Hauptstadtregion Île-de-France. Darüber hinaus war er von 1986 bis 1988 Vizepräsident des Generalrats des Départements Hauts-de-Seine und zeichnete in dieser exekutiven Funktion für die Kulturpolitik des Départements verantwortlich.

Bei der Parlamentswahl 1988 kandidierte Sarkozy erstmals im 6. Wahlkreis des Départements Hauts-de-Seine, in dem Neuilly-sur-Seine und Puteaux liegen. In dieser Hochburg der Konservativen wurde er mit 67,4 Prozent der Stimmen gleich im ersten Wahlgang als Abgeordneter in die Nationalversammlung gewählt. Dieser gehörte er während vier Legislaturperioden bis 2005 an – mit Unterbrechungen, wenn er ein Regierungsamt innehatte und sein Parlamentsmandat daher niederlegen musste.

1993–2002: Haushaltsminister und Oppositionszeit

Vom 30. März 1993 bis zum 11. Mai 1995 war Sarkozy Haushaltsminister der Regierung Balladur, deren Sprecher er auch war. Im Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl 1995 unterstützte Sarkozy nicht seinen Parteichef, Jacques Chirac, sondern dessen innerparteilichen Konkurrenten, den amtierenden Premierminister Édouard Balladur. Chirac wertete dies als Verrat, das Verhältnis zwischen Sarkozy und Chirac galt seither als nachhaltig zerrüttet. Chirac gewann die Wahl und Sarkozy wurde nicht in das Kabinett des neuen Premierministers und Chirac-Vertrauten Alain Juppé berufen.

Als Abgeordneter gehörte Sarkozy von 1995 bis 2002 dem Finanz- und Wirtschaftsausschuss der Nationalversammlung an, in der das Mitte-rechts-Lager nach dem Sieg der Linken bei der Parlamentswahl 1997 in Opposition stand. Unter dem Parteivorsitzenden Philippe Séguin wurde er 1998 Generalsekretär des RPR. Nach dem Rücktritt Séguins im April 1999 war Sarkozy Interimsvorsitzender der Partei, bis das RPR im Dezember desselben Jahres Michèle Alliot-Marie zur neuen Vorsitzenden wählte. Bei der Europawahl im Juni 1999 war er Spitzenkandidat der gemeinsamen Liste von RPR und Démocratie libérale, die mit 12,8 Prozent der Stimmen eine schwere Niederlage erlitt. Sarkozy selbst erhielt ein Mandat im Europäischen Parlament, auf das er jedoch bereits zwei Monate später verzichtete.<ref>Nicolas Sarkozy in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments</ref>

2002–2007: Innen- und Wirtschaftsminister, UMP-Vorsitzender

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Sarkozy auf dem UMP-Parteikongress 2004

Das RPR ging im Zuge der Präsidentschaftswahl 2002 in der Mitte-rechts-Sammelpartei Union pour un mouvement populaire (UMP) auf, die den Amtsinhaber Jacques Chirac unterstützte. Anschließend war Sarkozy vom 7. Mai 2002 bis zum 30. März 2004 französischer Innenminister in der Regierung von Premierminister Jean-Pierre Raffarin. In dieser Zeit erwarb er sich den Ruf eines Law-and-order-Politikers, der entschlossen gegen Kriminalität vorgeht. Dies machte ihn in der Bevölkerung populär.

Bei den französischen Regionalwahlen im März 2004 erlitten die Konservativen eine Niederlage, Sarkozy selbst überstand die Wahl jedoch unbeschadet und wurde als Abgeordneter des Wahlbezirks (Kanton) Neuilly-sur-Seine Nord in den Generalrat des Départements Hauts-de-Seine und zum Präsidenten dieses Generalrats gewählt. Am 31. März 2004 billigte Staatspräsident Chirac eine neue Kabinettsliste, auf der Sarkozy als „Superminister“ für Wirtschaft, Finanzen und Industrie stand, der damit auch die Verantwortung für die geplanten Wirtschaftsreformen in Frankreich übernahm. Während dieser Zeit setzte er u. a. die Übernahme des deutsch-französischen Pharmaunternehmens Aventis durch den französischen Konkurrenten Sanofi-Synthélabo (seither Sanofi-Aventis) durch.

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Plakatierung einer Autowaschanlage bei Perpignan während des Präsidentschaftswahlkampfes 2007 als Anspielung auf die 2005 getätigten umstrittenen Bemerkungen Sarkozys

Ende November 2004 wurde Sarkozy von den UMP-Mitgliedern mit 85 % der Stimmen zum Parteivorsitzenden gewählt. Auf Druck von Staatspräsident Chirac musste er daraufhin das Amt des „Superministers“ aufgeben. Da das Verhältnis zwischen Sarkozy und Chirac seit der Präsidentschaftswahl 1995 (siehe oben) belastet war, wird vermutet, dass der Staatspräsident die mit der Wahl des „Superministers“ Sarkozy zum UMP-Parteichef entstandene „Ämterhäufung“ lediglich zum Anlass nahm, um dem weiteren Aufstieg seines Konkurrenten einen „Dämpfer“ zu versetzen. Vergebens – denn am 2. Juni 2005 kehrte Sarkozy in der Regierung von Premierminister Dominique de Villepin, in das Amt des Innenministers zurück, in dem er bereits in der Regierung Raffarin Sympathien bei der Bevölkerung gewonnen hatte.

Im Juni 2005 löste Sarkozy in der französischen Öffentlichkeit eine lebhafte Debatte aus, als er bei zwei Besuchen der Pariser Vorstadt La Courneuve erklärte, angesichts der dort herrschenden hohen Jugendkriminalität im Zusammenhang mit den dortigen Unruhen im Jahr 2005 dränge sich ihm die Formulierung auf, hier „mit dem Hochdruckreiniger vorzugehen“.<ref>„Le terme ‚nettoyer au karcher‘ est le terme qui s'impose, parce qu'il faut nettoyer cela.“ France 2, 29. Juni 2005.</ref> Die Wortwahl Sarkozys führte nicht zuletzt zum Zerwürfnis mit seinem Kabinettskollegen, dem französischen Minister für die Förderung von Chancengleichheit, Azouz Begag.<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Le Figaro, 13. März 2007 (französisch)</ref> Im Oktober und November 2005 wurde Sarkozy erneut kritisiert, weil er protestierende Jugendliche (meist nordafrikanischer Herkunft) als „Gesindel“<ref>„Racailles“, zitiert nach der Fernsehsendung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) auf France 2, 26. Oktober 2005.</ref> bezeichnet hatte. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Clearstream-Affäre

Im Jahr 2004 wurde Sarkozy im Rahmen der Affäre Clearstream II denunziert. So ließ ein anonymer Informant einem Untersuchungsrichter gefälschte Computerauszüge des Luxemburger Clearing-House Clearstream zukommen, die fälschlicherweise suggerierten, Sarkozy und andere Prominente hätten über Geheimkonten bei Clearstream Schmiergelder beim Verkauf französischer Fregatten an Taiwan kassiert. Sarkozy strengte ein gerichtliches Verfahren zur Klärung der Verantwortlichkeit für diese Verleumdungskampagne an. Dabei unterstellte er seinem parteiinternen Konkurrenten Dominique de Villepin, als Innenminister dem Untersuchungsrichter Sarkozy entlastendes Material vorenthalten zu haben. Im Mai 2006 gab der Vizepräsident des Luftfahrt-Konzerns EADS, Jean-Louis Gergorin, zu, die anonymen Briefe an den Untersuchungsrichter verfasst zu haben. Die Hintergründe dieser Verleumdungsaffäre wurden bis heute nicht restlos aufgeklärt.

Präsidentschaftswahl 2007

Sein (erneutes) Amt als Innenminister brachte ihn seinem Ziel, Kandidat der UMP für die Präsidentschaftswahl 2007 zu werden, noch näher. Chirac favorisierte den ihm stets in Loyalität verbundenen Premierminister Villepin (UMP) als „Thronerben“ für das höchste Amt des Staates, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Zur parteiinternen Vorwahl der UMP vom 2. bis 14. Januar 2007 zogen alle anderen Kandidaten (Michèle Alliot-Marie, Rachid Kaci, Dominique de Villepin, Nicolas Dupont-Aignan) ihre Kandidatur zurück, Sarkozy trat als einziger an und wurde mit 98,1 % der abgegebenen Stimmen nominiert.

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen wurde Sarkozy in seiner Funktion als Innenminister Ende Januar 2007 von dem ehemaligen Greenpeace-Frankreich-Geschäftsleiter, Bruno Rebelle, der nach seinem Ausscheiden aus Greenpeace als umweltpolitischer Wahlkampfberater im Team Ségolène Royals tätig war, der Spionage beschuldigt. Über die angeblichen nachrichtendienstlichen Ermittlungen berichtete das Magazin Le Canard enchaîné am 24. Januar 2007. Ebenfalls im Canard enchaîné erschienen Anfang März 2007 Berichte, Sarkozy habe in seiner Zeit als Bürgermeister von Neuilly-sur-Seine einem Bauträger Vergünstigungen bei der Erschließung eines Wohnkomplexes auf der Île de la Jatte gewährt und nach dessen Errichtung dort eine Doppelwohnung zu gleichfalls ungewöhnlich günstigen Konditionen erworben.<ref>Echanges de bons procédés entre Sarkozy et le promoteur Lasserre, selon "Le Canard enchaîné". Le Monde, 13. März 2007, abgerufen am 15. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bei der Präsidentschaftswahl wurde Sarkozy im zweiten Wahlgang am 6. Mai 2007 zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Er gewann die Stichwahl gegen die Kandidatin der sozialistischen Partei, Ségolène Royal, mit 53,06 %.<ref>Resultats de l’election presidentielle. französisches Innenministerium, 6. Mai 2007, abgerufen am 15. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bereits im ersten Wahlgang am 22. April 2007 hatte Sarkozy mit 31,11 % die relative Mehrheit erzielt, aber die erforderliche absolute Mehrheit verfehlt.

Vor Antritt seines Amtes geriet Sarkozy in die Kritik der französischen Presse und Opposition, da er seinen Sieg am Wahlabend im Pariser Luxushotel Fouquet’s<ref>Michael Kläsgen: Kommentar: Frankreichs designierter Präsident – Der Yacht-Faktor. Süddeutsche Zeitung, 9. Mai 2007, abgerufen am 15. November 2010.</ref> mit Freunden aus Industrie und Showbusiness feierte und die darauf folgenden Tage auf der Yacht des französischen Industriellen Vincent Bolloré an der Küste Maltas verbrachte.<ref>Frankreich: „Milliardärsferien“ von Präsident – Kritik an Sarkozy wächst. Hamburger Abendblatt, 9. Mai 2007, abgerufen am 15. November 2010.</ref>

2007–2012: Präsident der Französischen Republik

Datei:President Nicolas Sarkozy.jpg
Nicolas Sarkozy am Tag seiner Amtseinführung

Bei seinem ersten Staatsbesuch als französischer Staatspräsident in Berlin erklärte Sarkozy am 16. Mai 2007, die deutsch-französische Freundschaft sei für Frankreich „heilig“ und könne durch nichts in Frage gestellt werden.<ref>Sarkozy besucht Merkel: „Eine heilige Freundschaft“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Mai 2007, abgerufen am 16. November 2010.</ref> Auch nach der Wahl zum Staatspräsidenten blieb er dabei, dass die Türkei keinen Platz in der EU habe.<ref>Sarkozy – Wunderheiler für die gelähmte EU? NZZ, 24. Mai 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Januar 2009; abgerufen am 16. November 2010.</ref> Einen Tag später ernannte Sarkozy seinen engen Vertrauten und Wahlkampfberater François Fillon zum Premierminister und am 18. Mai die 15 Minister des Kabinetts Fillon.

Nach der Präsidentschaftswahl forderte Sarkozy einen „klaren Auftrag“ der französischen Wähler zur Umsetzung seines wirtschaftsliberalen Reformprogramms. Bei den Parlamentswahlen am 10. und 17. Juni 2007 verfehlten jedoch die UMP und die mit ihr verbündete liberale Partei Nouveau Centre die angepeilte und nach Umfragen realistisch erscheinende Zweidrittelmehrheit klar. Das Parteibündnis von Sarkozy erzielte dennoch die absolute Mehrheit. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis gewannen UMP und NC 345 der insgesamt 577 Sitze in der Nationalversammlung, 14 Sitze weniger als bisher.<ref>Dämpfer für Sarkozy-Lager. NZZ, 18. Juni 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Januar 2009; abgerufen am 16. November 2010.</ref> Pressekommentare sprachen von der ersten Niederlage des neuen Präsidenten und sogar von einer „Schlappe“ Sarkozys.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kommentar: Sarkozys erste Niederlage (Memento vom 18. September 2007 im Internet Archive) auf tages-anzeiger.ch von Dominique Eigenmann</ref>

Bei seiner ersten Reise nach Afrika als Präsident im Juli 2007 machte er klar, dass schlechtes Regieren nicht länger mit Entwicklungshilfe honoriert werden könne, und warb bei Afrikas Bildungselite dafür, in der Heimat zu bleiben. In einer leidenschaftlichen Rede am 26. Juli vor Studenten der Université Cheikh Anta Diop de Dakar bezeichnete Sarkozy die Kolonisation als großen Fehler. Sie sei aber nicht verantwortlich für alle aktuellen Probleme Afrikas. Die Afrikaner seien für ihre Entwicklung auch selbst zuständig.<ref>taz.de</ref> Sowohl von afrikanischen Intellektuellen als auch Afrika-Experten weltweit wurde die Rede kritisiert, weil Aussagen, dass „der afrikanische Mensch nur unzureichend die Geschichte betreten“ habe und „in einer stets gleichbleibenden Ordnung“ bleibe, an klassische koloniale und rassistische Muster erinnerten.<ref>Andreas Eckert: Ist Afrika ein Kontinent ohne Geschichte? Wissenschaftler antworten auf Sarkozys Rede von Dakar. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. September 2008, S. 40.
Zu dem Thema erschienen mehrere Bücher:

  • Makhily Gassama (Hrsg.): L’Afrique répond à Sarkozy. Contre le discours de Dakar. Paris 2008, ISBN 978-2-84876-110-7.
  • Jean-Pierre Chrétien (Hrsg.): L’Afrique de Sarkozy. Un déni d’histoire. Paris 2008, ISBN 978-2-8111-0004-9.
  • Abdoul Aziz Diop: Sarkozy au Sénégal. Le rendez-vous manqué avec l’Afrique. Paris 2008, ISBN 978-2-296-05631-2.</ref>

Um nach seinen schlechten Umfragewerten wieder an Popularität zu gewinnen, bemühte Sarkozy eines seiner klassischen Themen, die Einwanderungspolitik oder vielmehr das Problem der Sans Papiers, der in Frankreich lebenden Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung. Für 2007 war dabei ein Ziel von 25.000 Abschiebungen ausgegeben worden, die zum Teil mit erheblichem Gewalteinsatz<ref>Frankreichs inoffizielles Geschichtsbild. NZZ, 13. Oktober 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Oktober 2007; abgerufen am 16. November 2010.</ref> betrieben wurden; die Zahl wurde um 1.000 verfehlt.<ref>Jochen Hehn: Frankreich: Sarkozy will mit Einwanderungspolitik punkten. Die Welt, 8. Januar 2008, abgerufen am 16. November 2010.</ref> Am 20. Dezember 2007 besuchte er Papst Benedikt XVI. in Rom. In der Lateranbasilika erhielt er den Titel des Ehrenkanonikers von St. Johannes im Lateran. Damit knüpft er an eine seit 1604 bestehende Tradition an, dass dieser Ehrentitel dem obersten Repräsentanten Frankreichs übertragen wird. Nur in der schlimmsten Phase des Kirchenkampfes zwischen 1905 und 1921 wurde die Tradition unterbrochen.<ref>Vatikan/Frankreich: Sarkozy beim Papst. Radio Vatikan, 20. Dezember 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2009; abgerufen am 16. November 2010.</ref> In der Frage des Verhältnisses von Kirche und Staat ist er ein Anhänger des Konzeptes der positiven Laizität.<ref>Harm Klueting: Positive Laizität? NZZ, 5. Juni 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Januar 2009; abgerufen am 16. November 2010.</ref> Im zweiten Halbjahr 2008 bekleidete Sarkozy das Amt des Vorsitzenden des Europäischen Rates.

Vorwurf der verdeckten Wahlkampffinanzierung

Laut einer Meldung von Le Monde vom 2. Juni 2010 behauptete ein luxemburgischer Polizeibericht, Sarkozy sei seinerzeit in eine illegale Finanzierung des Wahlkampfs von Édouard Balladur verstrickt gewesen.<ref>Karachi: Sarkozy cité dans un rapport de la police luxembourgeoise. Le Monde, 2. Juni 2010, abgerufen am 15. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Vorwürfe wurden von der französischen Regierung zurückgewiesen.<ref>Sarkozy unter Korruptionsverdacht: Waffen für Parteispenden. Die Tageszeitung, 3. Juni 2010, abgerufen am 15. November 2010.</ref> Der französische Untersuchungsrichter Marc Trévidic bestätigte 2010, dass „Retrokommissionen“ gezahlt worden seien.<ref>Affäre Sarkozy/Luxemburg: Es gab „Retrokommissionen“. Tageblatt. Zeitung fir Lëtzebuerg, 18. Juni 2010, abgerufen am 15. November 2010.</ref>

In der noch nicht restlos geklärten Bettencourt-Affäre wird ihm vorgeworfen, mehrere Jahre lang illegale Spenden von Liliane Bettencourt (1922 bis 2017) in bar erhalten zu haben. Am 3. Juli 2012 – nachdem Sarkozy seine Immunität verloren hatte – durchsuchten Fahnder drei Adressen.<ref>Petra Truckendanner: Razzia bei Nicolas Sarkozy: Was wollen die Fahnder? In: Der Spiegel. 3. Juli 2012, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref> Am 21. März 2013 erhob die Justiz in Bordeaux Anklage gegen Sarkozy. Der Untersuchungsrichter warf ihm vor, die körperlich und geistig schwache Gesundheit von Bettencourt ausgenutzt zu haben, um von ihr erhebliche Geldsummen für seinen Wahlkampf im Jahr 2007 zu erhalten.<ref>Stefan Simons: Sarkozy muss in Affäre um L'Oréal-Erbin Bettencourt vor Gericht. In: Der Spiegel. 22. März 2013, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref> Im September 2019 entschied der Kassationshof, das höchste französische Gericht, dass eine Beschwerde Sarkozys gegen diesen Prozess unzulässig ist.<ref>Tina Groll, dpa, AFP: Frankreich: Nicolas Sarkozy wird wohl doch der Prozess gemacht. In: Die Zeit. 1. Oktober 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref>

Sarkozy und der Fall der Berliner Mauer

Am 8. November 2009 behauptete Sarkozy auf seiner Facebook-Seite, schon am 9. November 1989 vormittags vom bevorstehenden Fall der Mauer unterrichtet gewesen zu sein, am selben Tag nach Berlin gereist zu sein und dem historischen Ereignis beigewohnt zu haben.<ref>facebook.com</ref> Die Kritik an dieser Selbstdarstellung auch von Seiten der konservativen Presse entzündete sich an der Tatsache, dass selbst das Politbüro der SED am Morgen des 9. November nicht wusste, dass es am Nachmittag des gleichen Tages die Grenzöffnung für den Folgetag beschließen werde, viel weniger noch ein unbedeutender französischer Parlamentsabgeordneter.<ref>Mur de Berlin: Sarko refait l’histoire. 8. November 2009, abgerufen am 16. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="LeFigaro_2009-11-09">Benjamin Ferran und Bastien Hugues: 9/11/1989: confusion sur l’emploi du temps de Sarkozy. Le Figaro, 9. November 2009, abgerufen am 16. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wahrscheinlicher ist, dass Sarkozy – wie für gaullistische Politiker üblich – am 9. November, dem Todestag von Charles de Gaulle, an der Gedenkfeier für den General in Colombey les Deux Églises teilnahm.<ref>20 Jahre Mauerfall: „Mauerspecht“ Sarkozy – nur eine PR-Legende? 9. November 2009, abgerufen am 19. Dezember 2024.</ref> Auch gab es am 9. November 1989 – anders als Sarkozy behauptete – auf der Westseite des Brandenburger Tors keine auf die Öffnung wartende enthusiastische Menschenmenge und die Mauer wurde an diesem Tag nicht vom Osten aus mit Hammerschlägen angegriffen. Der mitgenannte Abgeordnete Alain Juppé konnte sich laut einem Radiointerview nicht genau an den Vorgang erinnern, insbesondere nicht an das Datum.<ref>Sylvain Lapoix – Marianne: Sarko l’Européen ou la légende de Berlin. 9. November 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. November 2009; abgerufen am 16. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Tatsächlich war Sarkozy nach den Recherchen der Tageszeitung Le Figaro erst am 16. November in Berlin.<ref name="LeFigaro_2009-11-09" /> Um Sarkozys Darstellung zu retten, berichtete das Präsidialamt laut 20 Minutes in einer zweiten, nachgeschobenen Version der Berliner Besuche nun von einem heimlichen Besuch am 9. November und einem weiteren am 16. November.<ref>Alice Antheaume und Catherine Fournier: Nicolas Sarkozy serait allé deux fois à Berlin en novembre 1989. 20minutes.fr, 9. November 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. März 2010; abgerufen am 16. November 2010.</ref>

Roma-Abschiebungen und Immigrationspolitik

Im Sommer 2010 erhob Sarkozy die innere Sicherheit zum Thema. Nach Straßenkrawallen kündigte er härtere Maßnahmen gegen Roma an sowie den Entzug der Staatsangehörigkeit von Straftätern ausländischer Herkunft.<ref>Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Frankreich: Sarkozy will Roma-Lager schließen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. April 2023; abgerufen am 19. Dezember 2024.</ref> Zahlreiche illegale Roma-Wohnsiedlungen wurden geräumt und hunderte dort wohnende Menschen nach Rumänien und Bulgarien abgeschoben. Die Rückführungen an sich waren nicht ungewöhnlich, da Frankreich seit Anfang 2010 bereits circa 8.000 Roma in ihre Heimat ausgewiesen hatte; neu waren die Ankündigung kollektiver Ausweisungen und die medienwirksame Auflösung von Siedlungen.<ref>Sarkozy und die Roma: Für die Wähler zum Papst. 8. Oktober 2010, abgerufen am 19. Dezember 2024.</ref>

Le Monde nannte die Ankündigung eines Entzugs der Staatsangehörigkeit einen Tabubruch, zum einen, weil er dabei zwischen alteingesessenen und eingebürgerten Franzosen unterscheide, und zum anderen, weil diese Ankündigung an das Vichy-Regime erinnere, das etwa 15.000 Menschen, großteils eingebürgerten Juden, die Nationalität entzog.<ref>Straftat da, Staatsbürgerschaft weg. Zeit Online, 30. Juli 2010, abgerufen am 19. August 2010.</ref> Sarkozy präzisierte später, der Entzug der Staatsbürgerschaft solle für denjenigen gelten, der in Frankreich einen Polizisten töte oder lebensgefährlich verletze.<ref name="focus-2010-09-06">Polizistenmörder sollen Staatsbürgerschaft verlieren. Focus Online, 6. September 2010, abgerufen am 7. September 2010.</ref> Nachdem die französische Regierung beschlossen hatte, etwa 1000 Roma nach Bulgarien und Rumänien auszufliegen, protestierten im September 2010 Zehntausende von Franzosen in 130 Städten gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.<ref>dpa, AFP: Proteste in ganz Frankreich gegen Roma-Abschiebungen. In: Die Zeit. 4. September 2010, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref> Auch in Rumänien und Mazedonien kam es zu Protestdemonstrationen gegen diese Abschiebungen.<ref name="focus-2010-09-06" /> Die Maßnahmen Frankreichs führten zu erheblichen Spannungen zwischen Frankreich und der Europäischen Kommission.<ref>Die EU und die Nationalstaaten: Ein Machtkampf. 18. September 2010, abgerufen am 19. Dezember 2024.</ref>

Militärische Intervention in Libyen

Nach Ausbruch des Bürgerkriegs in Libyen im Frühjahr 2011 entschied sich Sarkozy für die Anerkennung des Nationalen Übergangsrats als Gegenregierung durch Frankreich,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aufstand gegen Gaddafi: Libyen spaltet Paris und Berlin (Memento vom 11. März 2011 im Internet Archive) in Financial Times Deutschland vom 10. März 2011.</ref> setzte sich auf Ebene der Europäischen Union als Erster für gezielte Luftangriffe auf libysche Ziele ein<ref>Forderung nach Luftschlägen: Sarkozy torpediert Europas Libyen-Kurs. In: Der Spiegel. 10. März 2011, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. Oktober 2025]).</ref> und lud dann am 19. März 2011 zum Pariser Gipfeltreffen ein, das dem Internationalen Militäreinsatz in Libyen unmittelbar vorausging. Vom französischen Innenminister Claude Guéant wurde Sarkozy dafür gelobt, dass er „den Kreuzzug zur Mobilisierung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, und dann die Arabische Liga und die Afrikanische Union“ angeführt hatte.<ref>Henry Samuel: French interior minister apologises for likening Libya intervention to a crusade. The Telegraph, 24. März 2011, abgerufen am 16. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 25. März sagte Sarkozy: „Jeder Herrscher muss verstehen, und vor allem jeder arabische Herrscher muss verstehen, dass die Reaktion der internationalen Gemeinschaft und Europas von nun an jedes Mal die Gleiche sein wird“.<ref>Sarkozy Drohung erzürnt Merkel. Handelsblatt, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 16. Oktober 2025.@1@2Vorlage:Toter Link/www.handelsblatt.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Über den französischen Philosophen Bernard-Henri Lévy heißt es, dass ein Anruf von ihm bei Sarkozy eine entscheidende Rolle bei dessen Entscheidung für die militärische Intervention gespielt habe.<ref>Daniel Arnet: Wenn Philosophen Kriege führen. tagesanzeiger.ch, 31. März 2011, abgerufen am 16. Oktober 2025.</ref> Der Schriftsteller Boualem Sansal erklärte Sarkozys Verhalten dagegen mit dem „Imageproblem“, das dieser „in der arabischen Welt“ gehabt habe, weil sein Premierminister und seine Außenministerin sich Urlaube von Diktatoren finanzieren ließen und weil er selbst Mubarak und Gaddafi in Paris hofiert hatte. Sarkozy habe lediglich seine Glaubwürdigkeit wiederherstellen wollen.<ref>Was kommt dann? Boualem Sansal zum Krieg in Libyen. In: 3satMediathek. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 16. Oktober 2025.@1@2Vorlage:Toter Link/www.3sat.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Präsidentschaftswahl 2012

Datei:Meeting Sarkozy à Le Raincy, photo F. Loock (7).JPG
Sarkozy im Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2012

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 22. April 2012 erreichte Nicolas Sarkozy mit 27,18 % der gültigen Stimmen als Zweitplatzierter hinter seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande, welcher 28,63 % erzielte, den Einzug in den zweiten Wahlgang (Stichwahl).

Drei Tage vor der Stichwahl diskutierten die beiden Kandidaten live in einem Fernsehduell. Sarkozy hatte Hollande zu drei Duellen aufgefordert; Hollande hatte einem zugestimmt. Sarkozy hatte zuvor versucht, mit „rechten“ Themen wie innere Sicherheit und Zuwanderung Stimmen zu gewinnen,<ref>zeit.de: Sarkozy zetert, Hollande kontert. – Jeder dritte Franzose saß zum TV-Duell der Präsidentschafts-Wahlkämpfer vor dem Fernseher – doch eine Entscheidungshilfe war der Schlagabtausch kaum.; Beobachter sehen keinen Sieger im Fernsehduell</ref> namentlich Stimmen von denen, die im ersten Wahlgang Marine Le Pen gewählt hatten.<ref name="sp1">Mathieu von Rohr: Der Präsident, der Frankreich enttäuschen muss. In: Spiegel Online. 6. Mai 2012, abgerufen am 12. Mai 2012.</ref> Den zweiten Wahlgang am 6. Mai 2012 verlor Sarkozy gegen Hollande mit 48,38 gegen 51,62 Prozent der Stimmen.<ref>Élection présidentielle 2012. Résultats France entière. Ministère de l’Intérieur, de l’Outre-mer, des Collectivités territoriales et de l’immigration, 7. Mai 2012, abgerufen am 7. Mai 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach 2012

Als ehemaliger Staatspräsident ist Nicolas Sarkozy automatisch Mitglied des Conseil constitutionnel, des französischen Verfassungsgerichts. Im Juli 2013 erklärte er seinen Rücktritt aus dem Rat, nachdem dieser die Rückforderung der Wahlkampfkostenerstattung für Sarkozys Präsidentschaftskampagne 2012 (wegen Überschreitung der Obergrenze für die Ausgaben) bestätigt hatte.<ref name="lm130704">Patrick Roger: Nicolas Sarkozy «démissionne» du Conseil constitutionnel. Le Monde.fr, 4. Juli 2013, abgerufen am 22. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Da ein solcher Rücktritt nicht vorgesehen ist, bedeutet die Entscheidung, dass Sarkozy weiterhin Mitglied des Conseil constitutionnel ist, aber an dessen Sitzungen nicht teilnimmt.<ref>Guillaume Perrault: L’impossible «démission» de Sarkozy du Conseil constitutionnel. Le Figaro (online), 4. Juli 2013, abgerufen am 22. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Beanstandung der Wahlkampfkostenabrechnung für die Kampagne Sarkozys war auch verbunden mit einem Bußgeld gegen Sarkozy persönlich in Höhe von 360.000 Euro. Dieses bezahlte zunächst die UMP. Nachdem eine interne Revisionskommission diese Übernahme beanstandete und Anzeige gegen mehrere Führungspersonen der UMP wegen Untreue erstattete (die Verfahren wurden im September 2015 eingestellt), erstattete Sarkozy der UMP die übernommene Strafzahlung bei seiner Rückkehr in den Parteivorsitz.<ref>Samuel Laurent: Comprendre l’affaire des pénalités de campagne de l’UMP. Le Monde.fr, 9. September 2015, abgerufen am 11. September 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 19. September 2014 kündigte Sarkozy seine erneute Kandidatur für den Vorsitz der UMP an.<ref>Nicolas Sarkozy: Frankreichs Ex-Präsident kehrt in Politik zurück. In: Der Spiegel. 19. September 2014, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref> Er gewann die Urwahl zum Vorsitzenden am 30. November 2014 mit knapp 65 Prozent vor Bruno Le Maire mit knapp 30 Prozent der Stimmen.<ref>Frankreich: Sarkozys zweite Chance in der UMP. 30. November 2014, abgerufen am 19. Dezember 2024.</ref> Dies wurde von Beobachtern auch als Vorbereitung einer erneuten Präsidentschaftskandidatur 2017 gewertet.<ref>Alexandre Lemarié: Nadine Morano officialise sa candidature à la primaire de la droite pour 2017. Le Monde.fr, 4. September 2015, abgerufen am 4. September 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Laut einer Umfrage im August 2015 lag er bei einer Bewerbung unter den Anhängern der Republikaner eine absolute Mehrheit von 52 Prozent, lag aber unter den Anhänger der Rechten und des Zentrums insgesamt mit 35 Prozent hinter Alain Juppé (40 Prozent) zurück.<ref>Dominique De Montvalon: SONDAGE JDD – Juppé et Valls en pôle positions. Le Journal du Dimanche, 30. August 2015, abgerufen am 4. September 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 26. August 2016 kündigte Sarkozy seine Kandidatur für die Vorwahlen der Rechten und des Zentrums zur Präsidentschaftswahl 2017 an und trat gleichzeitig vom Vorsitz der Republikaner zurück, um die Neutralität der Parteiführung zu wahren. Bei der öffentlichen Vorwahl<ref>französisch Primaire présidentielle des Républicains oder kurz primaire de la droite</ref> am 20. November 2016 schied Sarkozy mit 20,7 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang aus.<ref>Stefan Simons: François Fillon der Überraschungssieger, Nicolas Sarkozy der große Verlierer. In: Der Spiegel. 21. November 2016, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref> Er kündigte am Wahlabend an, er werde sich mehr ins Private zurückziehen und bei der parteiinternen Stichwahl am 27. November 2016 François Fillon wählen.<ref>Matthieu Goar: Au QG de Sarkozy, « un séisme politique ». Le Monde, 20. November 2016, abgerufen am 21. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 15. Juni 2025 wurde Sarkozy aus der Ehrenlegion ausgeschlossen, da laut den Regeln der Ehrenlegion ein rechtskräftig verurteilter Straftäter nicht Mitglied sein darf.<ref>Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy fliegt aus der Ehrenlegion. In: Spiegel Online. 16. Juni 2025, abgerufen am 24. Juni 2025.</ref> Die zuvor einzige Aberkennung erfolgte bei Philippe Pétain, 1940 bis 1944 Staatschef des Vichy-Regimes.<ref>Daniel Steinvorth: Der tiefe Fall des Nicolas Sarkozy. In: NZZ Online. Neue Zürcher Zeitung, 10. März 2025, abgerufen am 10. März 2025.</ref>

Strafverfahren

Gegen Sarkozy wurde und wird seit Ende seiner Präsidentschaft in mehreren Verfahren ermittelt. In einigen weiteren Verfahren galt er nicht als Beschuldigter, sondern als témoin assisté (am ehesten zu übersetzen mit „verdächtigter Zeuge“), weitere gegen ihn gerichtete Verfahren wurden eingestellt. Er bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vehement. Das Pariser Strafgericht verurteilte ihn im September 2025 wegen „krimineller Vereinigung“ in der Libyen-Affäre mit Gaddafi.<ref>Prozess um Gaddafi-Gelder: Sarkozy der kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen, auf www.faz.net, abgerufen am 25. September 2025</ref>

Affäre Bismuth: Bestechung und Vorteilsgewährung

Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Unbekannt wegen illegaler Wahlkampffinanzierung – die UMP soll für die Präsidentschaftswahl 2007 rund 5 Millionen Euro aus dem Umfeld Muammar al-Gaddafis erhalten haben – wurden Abhörprotokolle von Telefongesprächen Sarkozys mit seinem Anwalt bekannt. In diesen Telefonaten soll Sarkozy von einem Juristen am Kassationsgerichtshof vertrauliche Informationen über Ermittlungen in der Affäre Woerth-Bettencourt erhalten haben; dem Juristen habe er im Gegenzug Unterstützung bei dessen Bewerbung um einen Posten in Monaco versprochen.<ref>Paule Gonzales: La Cour de cassation tranche la validité des écoutes entre Nicolas Sarkozy et son avocat. Le Figaro (online), 22. März 2016, abgerufen am 23. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 1. Juli 2014 wurde Sarkozy im Zuge dieser Ermittlungen in Polizeigewahrsam genommen.<ref>Nicolas Sarkozy mis en examen pour corruption active et trafic d’influence. LeParisien, abgerufen am 1. Juli 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es war das erste Mal, dass ein ehemaliger französischer Präsident in Polizeigewahrsam genommen wurde.<ref>FOCUS online: Ex-Präsident unter Bestechungsverdacht. In: FOCUS online. (focus.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref> Sarkozy wurde nach mehr als 14-stündiger Befragung nach Mitternacht zwei Ermittlungsrichtern vorgeführt, die gegen ihn ein Strafverfahren wegen Korruption, illegaler Einflussnahme und Verletzung des Ermittlungsgeheimnisses eröffneten. Im März 2016 bestätigte der Kassationsgerichtshof, dass die Abhörprotokolle im Ermittlungsverfahren und einem möglichen Strafprozess verwendet werden dürfen.<ref>La Cour de cassation valide les écoutes téléphoniques de Nicolas Sarkozy. Le Monde (online), 22. März 2016, abgerufen am 23. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 23. November 2020 begann das Hauptverfahren gegen Sarkozy.<ref>Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy vor Gericht. Saarländischer Rundfunk (online), 23. November 2020, abgerufen am 24. November 2016.</ref>

In dieser Affäre Sarkozy-Azibert oder Affäre Bismuth verurteilte das Pariser Tribunal correctionnel Sarkozy im März 2021 wegen Bestechung und Vorteilsgewährung (corruption active et trafic d’influence) zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren, von denen zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden und ein Jahr als Hausarrest mit elektronischer Fußfessel vollstreckt werden soll. Er ist der erste ehemalige Staatspräsident Frankreichs, der zu einer unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Auch wurde ihm das Recht, zu wählen sowie öffentliche Ämter auszuüben, für drei Jahre entzogen.<ref>Rudolf Balmer: Urteil über Frankreichs Ex-Präsidenten: Sarkozy zu Haft verurteilt. In: taz.de. 2. März 2021, abgerufen am 7. März 2024.</ref><ref>Urteil in Paris – Sarkozy wegen Bestechung zu Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 1. März 2021, abgerufen am 1. März 2021.</ref><ref>Sarkozy geht gegen Haftstrafe in Berufung. (zdf.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref> Zwar bestätigte das Berufungsgericht das Urteil im Mai 2023, Sarkozy legte dagegen aber noch Kassationsbeschwerde ein.<ref>Michel Deléan: Nicolas Sarkozy est condamné en appel pour corruption dans l’affaire Bismuth. Mediapart, 17. Mai 2023, abgerufen am 17. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy soll Fußfessel tragen. DW, 17. Mai 2023, abgerufen am 20. August 2023.</ref> Im Dezember 2024 bestätigte der Kassationshof das Urteil in letzter Instanz.<ref>Ex-Präsident Sarkozy muss Fußfessel tragen. Tagesschau, 18. Dezember 2024.</ref> Nachdem er drei Monate lang die elektronische Fußfessel getragen hatte, wurde diese Strafe im Mai 2025 vorzeitig ausgesetzt.<ref>Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy ist seine Fußfessel wieder los. Abgerufen am 15. Mai 2025.</ref>

Affäre Bygmalion: Illegale Wahlkampffinanzierung

Seit Februar 2016 war Sarkozy Beschuldigter im Ermittlungsverfahren zur Affäre Bygmalion, in der es um illegale Wahlkampffinanzierung geht.<ref>Illegale Wahlkampffinanzierung Pariser Staatsanwalt leitet Verfahren gegen Nicolas Sarkozy ein. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. Februar 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 16. Februar 2016]).</ref> Die Werbeagentur Bygmalion soll dabei Leistungen für die Präsidentschaftskampagne 2012 in Höhe von rund 20 Millionen Euro<ref>Stefan Brändle: Eine Fussfessel für den Ex-Präsidenten: Sarkozy in Paris verurteilt. Abgerufen am 30. Oktober 2021.</ref> nicht dem dafür zuständigen Organisationskomitee, sondern der UMP direkt in Rechnung gestellt haben. Damit sollte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft eine Überschreitung der Kostenobergrenze für den Wahlkampf verschleiert werden. Eine solche Überschreitung hätte den Wegfall der Wahlkampfkostenerstattung zur Folge gehabt (die nach 2012 durch ein Urteil der zuständigen Kommission bereits wegen anderer Unregelmäßigkeiten entfiel, in diesem Zusammenhang musste Sarkozy eine Geldbuße zahlen<ref name="lm130704" />). Im September 2016 beantragte die Staatsanwaltschaft die Eröffnung eines Strafprozesses gegen Sarkozy und 13 weitere Beschuldigte<ref>Adrien Sénécat: Mis en examen, le candidat Sarkozy a peu de risque d’être jugé avant 2017. Le Monde (online), 24. August 2016, abgerufen am 23. November 2016.</ref>, im Februar 2017 stimmte der Ermittlungsrichter dem zu.<ref>Simon Piel: Affaire Bygmalion: Nicolas Sarkozy renvoyé en procès pour financement illégal de campagne électorale. Le Monde (online), 7. Februar 2017, abgerufen am 7. Februar 2017.</ref> Der Prozess wurde im März 2021 eröffnet.<ref name="le02201123">Ces affaires qui empoisonnent Sarkozy. Les Echos (online), 23. November 2020, abgerufen am 24. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 30. September 2021 wurde Sarkozy wegen illegaler Wahlkampffinanzierung zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt. Das Gericht entschied, dass die Strafe die Form eines elektronisch überwachten Hausarrests haben soll.<ref>Sarkozy zu einem Jahr Hausarrest verurteilt. Tagesschau, 30. September 2021.</ref> Im Berufungsverfahren wurde mit Urteil vom 14. Februar 2024 die einjährige Haftstrafe bestätigt, davon aber sechs Monate zur Bewährung ausgesetzt. Gegen diese Entscheidung legte Sarkozy Revision ein.<ref>Sarkozy wegen Wahlkampffinanzierung in Berufungsprozess verurteilt. Abgerufen am 14. Februar 2024.</ref> Am 26. November 2025 wurde das Urteil rechtskräftig; die Entscheidung, ob Sarkozy die Strafe im Hausarrest verbüßen kann, steht noch aus.<ref>n-tv Nachrichten: Ex-Präsident Sarkozy bekommt weitere Haftstrafe aufgebrummt. Abgerufen am 26. November 2025.</ref>

Libyen-Affäre: Haftstrafe wegen „krimineller Verschwörung“

Sarkozy wird ebenfalls vorgeworfen, für seinen Wahlkampf 2007 Zahlungen aus Libyen angenommen zu haben. In diesem Verfahren wurde er im März 2018 und erneut im Oktober 2020 für Vernehmungen in Polizeigewahrsam genommen.<ref name="le02201123" /> Zwar zog im November 2020 der Hauptbelastungszeuge seine Beschuldigung zurück; die Ermittlungsbehörden erklärten aber, weiter zu ermitteln.<ref>Ziad Takieddine retire ses accusations dans l’affaire du financement libyen présumé de la campagne de Nicolas Sarkozy en 2007. Le Monde (online), 11. November 2020, abgerufen am 24. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 25. September 2025 wurde Sarkozy zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt; er wurde der „kriminellen Verschwörung“ (association de malfaiteurs) für schuldig befunden, jedoch von Korruptionsvorwürfen freigesprochen. Er habe als Minister und UMP-Vorsitzender engen Mitarbeitern und politischen Unterstützern, die in seinem Namen handelten, erlaubt, finanzielle Unterstützung in Libyen zu erhalten oder dies zu versuchen, um die Finanzierung des Wahlkampfs 2007 zu sichern. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass es sich dabei um Tatsachen von außergewöhnlicher Schwere handelte, die das Vertrauen in die Institutionen der Republik untergraben könnten. Seine angekündigte Berufung hat keine aufschiebende Wirkung.<ref>Financement libyen: l'ex-président français Sarkozy condamné à 5 ans de prison pour association de malfaiteurs. rfi, 25. September 2025, abgerufen am 25. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Où en sont les affaires concernant Nicolas Sarkozy ? 25. September 2025 (lemonde.fr [abgerufen am 26. September 2025]).</ref> Am 21. Oktober 2025 trat er seine Haftstrafe im Pariser Gefängnis La Santé an.<ref>Alice Galopin, Pierre-Louis Caron: Nicolas Sarkozy en prison : l’ancien président a été écroué et a déposé une demande de mise en liberté, annonce l’un de ses avocats. In: franceinfo.fr. 21. Oktober 2025, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Gemäß Artikel 17 der Verfassung wäre eine Begnadigung möglich. Am 10. November 2025 wurde einem Antrag auf Haftverschonung stattgegeben. Dementsprechend wurde er unter Auflagen nach drei Wochen aus der Haft entlassen.<ref>Nach drei Wochen: Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy wird aus Gefängnis entlassen. t-online, 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025.</ref> Am 16. März 2026 begann des Berufungsverfahren.<ref>Berufungsprozess gegen Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy beginnt. 16. März 2026, abgerufen am 16. März 2026.</ref>

Privatleben

Datei:Nicolas Sarkozy and Carla Bruni at Pittsburgh G20 Summit.jpg
Sarkozy mit seiner Ehefrau Carla Bruni (2009)

Nicolas Sarkozy hat dreimal geheiratet und ist Vater dreier Söhne und einer Tochter.

In erster Ehe war er ab September 1982 mit Marie-Dominique Culioli verheiratet, aus der Ehe gingen die Söhne Pierre (* 1985) und Jean (* 1986) hervor.

Am 23. Oktober 1996 heiratete Sarkozy Cécilia Ciganer-Albéniz, deren erste Trauung mit dem Fernsehmoderator Jacques Martin im Jahr 1984 Sarkozy als Bürgermeister des Pariser Vorortes Neuilly-sur-Seine selbst vollzogen hatte.<ref>„Ich habe meine Pflicht erfüllt“. In: Tagesspiegel. 18. Oktober 2007 (archive.org).</ref> Ciganer-Albéniz brachte aus der Ehe mit Martin zwei Töchter mit. Am 28. April 1997 wurde Sarkozys und ihr gemeinsamer Sohn Louis geboren. Im Sommer 2005 wurde das Scheitern der Ehe öffentlich, im Januar 2006 war von einem gemeinsamen Neuanfang die Rede, und nach der Wahl Sarkozys zum französischen Staatspräsidenten übernahm Cécilia Sarkozy noch repräsentative Aufgaben. Am 18. Oktober 2007 gab der Élysée-Palast die einvernehmliche Scheidung des Paares bekannt.

Am 2. Februar 2008 heiratete Sarkozy das ehemalige Fotomodell Carla Bruni in Paris.<ref>Nicolas Sarkozy et Carla Bruni se sont mariés samedi matin à l’Elysée. Le Monde, 2. Februar 2008, abgerufen am 15. November 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die seit Dezember 2007 öffentlich bekannte Beziehung fand wegen Brunis im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Sängerin gesteigerten Medienprominenz – und weil sie Sarkozy als nicht verheiratete Partnerin auch auf offiziellen Empfängen in konservativ geprägten Ländern der arabischen Welt und Indien begleiten sollte – in den Medien lebhaften, mitunter kritischen Widerhall.<ref>Carla Bruni #Ehe mit Nicolas Sarkozy</ref> Am 19. Oktober 2011 kam eine gemeinsame Tochter namens Giulia zur Welt.<ref>Tochter von Bruni-Sarkozy heißt Giulia. 25. Oktober 2011, abgerufen am 19. Dezember 2024.</ref><ref>Nachwuchs bei Sarkozys: Carla Bruni bringt Mädchen zur Welt. In: Der Spiegel. 19. Oktober 2011, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref>

Sarkozy ist Philatelist.<ref>Sarkozy steams ahead with stamps. 25. Februar 2009 (bbc.co.uk [abgerufen am 17. Januar 2026]).</ref>

Ehrungen und Auszeichnungen

Datei:Coat of Arms of Nicolas Sarkozy (Golden Fleece Variant).svg
Wappen Sarkozys als Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (Spanien)

Schriften

  • Georges Mandel, le moine de la politique. Grasset, Paris 1994, ISBN 2-246-46301-7. (französisch)
  • Libre. Robert Laffont-Fixot, Paris 2001, ISBN 2-266-13303-9. (französisch)
  • Nicolas Sarkozy u. a.: La République, les religions, l’espérance: entretiens avec Thibaud Collin et Philippe Verdin. Éd. du Cerf, Paris 2004, ISBN 2-204-07283-4. (französisch)
  • Témoignage. XO éditions, Paris 2006, ISBN 2-84563-287-8. (französisch). Englische Version: Testimony: France in the Twenty-First Century. Pantheon Books 2007, ISBN 0-375-42505-5. Deutsche Version: Was zu tun ist. Frankreich, Europa und die Welt im 21. Jahrhundert. C. Bertelsmann, München 2007, ISBN 978-3-570-01015-0.
  • Ensemble. XO éditions, Paris 2007, ISBN 2-84563-345-9. (französisch)
  • La France pour la vie. Plon, Paris 2016, ISBN 978-2-259-24894-5 (französisch)
  • Die Zeit der Stürme. Band I, Autobiographie, Morstadt Verlag, Kehl am Rhein 2021, ISBN 978-3-88571-397-5.

Literatur

Französisch
  • Ghislaine Ottenheimer: Les deux Nicolas. La Machine Balladur. PLON, Paris 1994, ISBN 2-259-18115-5.
  • Anita Hausser: Sarkozy. Itinéraire d’une ambition. L’Archipel, Paris 2003, ISBN 2-84187-495-8.
  • Victor Noir: Nicolas Sarkozy. Le destin de Brutus. Denoël, Paris 2005, ISBN 2-207-25751-7. (dt. Übers.: Nicolas Sarkozy – das Schicksal von Brutus)
  • Jean G. Padioleau: La société du radar: l’Etat sarkozyste au Kärcher. L’Harmattan, Paris 2005, ISBN 2-7475-9713-X.
  • Yasmina Reza: L’aube le soir ou la nuit. Flammarion, Paris 2007, ISBN 2-08-120916-0. (dt. Übers.: Frühmorgens, abends oder nachts)
  • Franz-Olivier Giesbert: M. le Président: Scènes de la vie politique, 2005–2011.<ref>Cash, Carla und Cola light in Tages-Anzeiger vom 25. April 2011.</ref> Flammarion, Paris 2011, ISBN 978-2-08-125953-9.
  • Patrick Buisson: La Cause de peuple. L’Histoire interdite de la Présidence Sarcozy.
Deutschsprachige Zeitschriftenbeiträge
  • Martin Koopmann: Auf dem Weg zum Elysée: die pragmatische Profilierungspolitik des Senkrechtstarters Nicolas Sarkozy. In: Internationale Politik. Bielefeld: Bertelsmann (2004), 59 (November–Dezember 2004) 11–12, S. 149–153.
  • Medard Ritzenhofen: Kabale und Krise: Chiracs „fin de règne“, Sarkozy in den Startlöchern. In: Dokumente. Bonn: Gesellschaft für Übernationale Zusammenarbeit, Band 62 (Juni 2006) 3, ISSN 0012-5172, S. 5–10.
  • Jürg Altwegg: Napoleon im Medienzeitalter? Sarkozy und die Pressefreiheit. In: Dokumente. Bonn, Band 62 (2006), 4, ISSN 0012-5172, S. 64–68.
  • Tilman Müller: Nicolas Sarkozy – der neue Napoleon, ein Egomane im Elysee. In: Stern. Hamburg (2007) 20, S. 30–46.
  • Kolja Lindner: Soziale Bewegungen und autoritärer Populismus. Proteste und Präsidentschaftswahlen in Frankreich. In: Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, Nr. 148, 37. Jg., Heft 3/2007, S. 459–479.
Deutschsprachige Biografien
  • Daniela Kallinich: Nicolas Sarkozy. Vom Außenseiter zum Präsidenten. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8382-0122-1.
  • Albrecht Rothacher: Nicolas Sarkozy, der Mann der schneller als sein Schatten lief. In: Das Unglück der Macht. Frankreichs Präsidenten von de Gaulle bis Macron. Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin. 2020. ISBN 978-3-8305-3959-9. S. 477–516.
Film

Weblinks

Commons: Nicolas Sarkozy – Album mit Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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