Zweiknotiger Krähenfuß
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| Zweiknotiger Krähenfuß | ||||||||||||
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| Datei:Kleine varkenskers stukje plant Coronopus didymus.jpg
Zweiknotiger Krähenfuß (Lepidium didymum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lepidium didymum | ||||||||||||
| L. |
Der Zweiknotige Krähenfuß<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> (Lepidium didymum <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Syn.: Coronopus didymus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Sm.) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kressen (Lepidium) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).<ref name="FoNA2010" /><ref name="Euro+Med" /> Als ursprüngliches Verbreitungsgebiet wird Südamerika vermutet, sie ist in den anderen Gebieten fast weltweit ein Neophyt.<ref name="GRIN" />
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Zweiknotige Krähenfuß wächst meist als einjährige,<ref name="FoNA2010" /> selten auch zweijährige, krautige Pflanze. Die Pflanzenteile verströmen einen übelriechenden Geruch<ref name="InfoFlora" /> und sind kahl oder sie sind mit geraden, etwa 1 Millimeter langen Trichomen flaumig behaart.<ref name="FoNA2010" /> Je Pflanzenexemplar werden wenige bis einige aufrechte oder aufsteigende bis niederliegende<ref name="FloraWeb" /> Stängel gebildet; sie erreichen Wuchslängen von 10 bis 45, selten bis 70 Zentimetern und sind meist an ihrer Basis verzweigt.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FoNA2010" />
Spätestens ab der Blütezeit sind keine grundständigen Blattrosetten mehr vorhanden.<ref name="FoNA2010" /> Die grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert.<ref name="FoNA2010" /> Die Blattstiele sind bei den Grundblättern 0,5 bis 4, selten bis zu 6 Zentimeter lang und bei den Stängelblättern nur kurz bis kaum erkennbar.<ref name="FoNA2010" /> Die Blattspreiten der Grundblätter sind bei einer Länge von 1 bis 6, selten bis zu 8 Zentimetern einfach oder doppelt fiederschnittig<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> oder -teilig;<ref name="FoNA2010" /> sie sind fast bis zur Mittelrippe geteilt; von der Blattrhachis gehen auf beiden Seiten 2 bis 7 Millimeter lange, seitliche gezähnte oder eingeschnittene, spitze Blattlappen ab; sie sind verwelken früh.<ref name="FoNA2010" /> Die mittleren Stängelblätter ähneln denen an der Basis. Die Stängelblätter werden nach oben hin allmählich kleiner und sind weniger geteilt.<ref name="FoNA2010" /> Die Blattlappen der Stängelblätter sind bei einer Länge von 1,5 bis 3,5, selten bis zu 4,5 Zentimetern sowie einer Breite von 5 bis 12 Millimetern länglich bis lanzettlich oder elliptisch; ihr Rand ist glatt oder gesägt.<ref name="FoNA2010" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit liegt vorwiegend März bis Juni oder in der Schweiz von Juni bis September<ref name="InfoFlora" /> oder in Österreich und angrenzenden Gebieten von Juni bis August<ref name="Fischer2008" />. Gegenüber den Stängelblättern befinden sich, scheinbar seitenständig die vielen Blüten locker in<ref name="FloraWeb" /> traubigen Blütenständen. Die Blütenstiele sind länger als die Blüten.<ref name="FloraWeb" />
Die zwittrige Blüte ist vierzählig. Die spät abfallenden Kelchblätter sind bei einer Länge von 0,5 bis 0,7, selten bis 0,9 Millimetern eiförmig.<ref name="FoNA2010" /> Die Kronblätter sind kürzer als die Kelchblätter und können auch ganz fehlen.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Die weißen<ref name="FoNA2010" /> bis gelblichen<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Kronblätter sind bei einer Länge von 0,4 bis 0,5 Millimetern sowie einer Breite von etwa 0,1 Millimetern elliptisch bis linealisch oder eiförmig; es ist kein Nagel ausgebildet.<ref name="FoNA2010" /> Es sind nur die mittleren zwei<ref name="FoNA2010" /> (oder selten vier)<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> Staubblätter vorhanden. Die weißen Staubfäden sind 0,3 bis 0,6 Millimeter lang.<ref name="FoNA2010" /> Die violetten Staubbeutel sind 0,1 bis 0,2 Millimeter lang.<ref name="FoNA2010" />
Die kahle oder flaumig behaarte, zylindrische Blütenstandsachse verlängert sich durch Streckung bis zur Fruchtreife.<ref name="FoNA2010" /> Der Fruchtstiel ist bei einer Länge von 1,4 bis 2,5, selten bis zu 4 Millimetern sowie einem Durchmesser von 0,15 bis 2 Millimetern bleistiftförmig und fast gerade wenig gekrümmt, kahl oder auf der Oberseite spärlich flaumig behaart.<ref name="FoNA2010" />
Die Fruchtstiele sind mindestens so lang wie die Früchte.<ref name="InfoFlora" /> Die Frucht ist kein Schötchen, sondern eine zweiknotige Spaltfrucht, daher der Trivialname Zweiknotiger Krähenfuß, die in zwei Hälften, sie gelten als Nussfrüchte, zerfällt.<ref name="FoNA2010" /> Diese zwei aufsteigenden oder leicht zurückgebogenen Nussfrüchte sind bei einer Länge von 1,3 bis 1,7 Millimetern sowie einem Durchmesser von 2 bis 2,5 Millimetern<ref name="FoNA2010" /> fast kugelig schlank, ausgerandet. Die kahle Oberfläche der Nussfrucht ist stark genervt, netzig runzelig und ohne Zacken.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FoNA2010" /> Ein Griffel ist zur Fruchtzeit nicht erkennbar.<ref name="FoNA2010" /> Die Samen sind bei einer Länge von 1 bis 1,2 Millimetern sowie einem Durchmesser von 0,7 bis 0,8 Millimetern eiförmig.<ref name="FoNA2010" />
Chromosomensatz
Die Chromosomenzahl beträgt x = 8; es liegt Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 32 vor.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FoNA2010" /><ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Der Zweiknotige Krähenfuß kommt ursprünglich in Südamerika vor. Er ist in Europa, Afrika, Asien, Australien, Neuseeland, Nordamerika, Mexiko und auf Inseln im Pazifik ein Neophyt.<ref name="GRIN" /><ref name="CABI" />
Der Zweiknotige Krähenfuß wächst meist an stickstoffreichen, hellen und warmen Standorten. Er siedelt fast weltweit oft in Küstennähe in Höhenlagen bis zu 1000 Metern. Standorte sind meist Straßenränder und Abfallbereiche sowie Felder mit Pflanzengesellschaften des Verbands Polygono-Chenopodion oder Trittpflanzengesellschaften des Verbands Polygonion avicularis.<ref name="Oberdorfer2001" /> In der Schweiz kommt er auch in Pflanzengesellschaften der Steinpflaster-Trittflur Saginion procumbentis vor.<ref name="InfoFlora" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Ellenberg sind: Lichtzahl 9 = Volllichtpflanze, Temperaturzahl 7 = Wärmezeiger, Kontinentalitätszahl 4 = gemäßigtes Seeklima zeigend, Feuchtezahl 5 = Frischezeiger, Feuchtewechsel = keinen Wechsel der Feuchte zeigend, Reaktionszahl 6 = Mäßigsäure- bis Schwachbasenzeiger, Stickstoffzahl 6 = mäßigen Stickstoffreichtum bis Stickstoffreichtum zeigend, Salzzahl 0 = nicht salzertragend, Schwermetallresistenz = nicht schwermetallresistent.<ref name="FloraWeb" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz = 1 (salztolerant).<ref name="InfoFlora" />
Inhaltsstoffe
Der Zweiknotige Krähenfuß enthält als Senfölglycosid Glucotropaeolin.<ref name="Markgraf1958" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Lepidium didymum erfolgte 1767 durch Carl von Linné in Mantissa Plantarum, S. 92.<ref name="Euro+Med" /><ref name="FoNA2010" /> Synonyme für Lepidium didymum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Carara didyma <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Britton, Coronopus didymus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Sm., Coronopus pinnatifida <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Senebiera pinnatifida <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Senebiera didyma <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Pers., Senebiera incisa <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /><ref name="FoNA2010" />
Quellen und weiterführende Informationen
Der Artikel beruht hauptsächlich auf folgenden Unterlagen:
Literatur
- Oskar Sebald: Wegweiser durch die Natur. Wildpflanzen Mitteleuropas. ADAC Verlag, München 1989, ISBN 3-87003-352-5.
- Ihsan A. Al-Shehbaz, John F. Gaskin: Lepidium Linnaeus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 7: Magnoliophyta: Salicaceae to Brassicaceae. Oxford University Press, New York und Oxford, 2010, ISBN 978-0-19-531822-7. Lepidium didymum Linnaeus., S. 580 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
- Tai-yien Cheo, Lianli Lu, Guang Yang, Ihsan Al-Shehbaz, Vladimir Dorofeev: Brassicaceae Burnett. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2. Lepidium didymum Linnaeus. S. 29 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Coronopus didymus (L.) Sm. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Lepidium didymum L., Zweiknotiger Krähenfuß. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Fischer2008"> </ref> <ref name="FoNA2010"> Ihsan A. Al-Shehbaz, John F. Gaskin: Lepidium. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 7: Magnoliophyta: Salicaceae to Brassicaceae. Oxford University Press, New York und Oxford, 2010, ISBN 978-0-19-531822-7. Lepidium didymum, S. 570 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Markgraf1958"> Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. S. 421–422. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Verlag Carl Hanser, München 1958. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Brassicaceae: Datenblatt Lepidium didymum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="CABI"> Datenblatt Lepidium didymum bei CABI Compendium. </ref> </references>
Weblinks
- Vorlage:BIB
- Lepidium didymum bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Lepidium didymum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
- Lepidium didymum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
- Lepidium didymum bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
- Lepidium didymum bei Tropicos.org. In: Flora Mesoamericana. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
- Lepidium didymum bei Tropicos.org. In: Vascular Plants of the Americas. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
- Steckbrief der Universität Wien.
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).