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Zweigriffeliger Weißdorn

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Zweigriffeliger Weißdorn
Datei:Illustration Crataegus laevigata1.jpg

Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus laevigata)

Systematik
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Maloideae
Tribus: Pyreae
Untertribus: Kernobstgewächse (Pyrinae)
Gattung: Weißdorne (Crataegus)
Art: Zweigriffeliger Weißdorn
Wissenschaftlicher Name
Crataegus laevigata
(Poir.) DC.

Der Zweigriffelige Weißdorn (Crataegus laevigata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Weißdorne (Crataegus) und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).<ref name="FloraWeb" /> Sie ist in Europa verbreitet.

Beschreibung

Datei:Crataegus-laevigata-bark.jpg
Borke
Datei:Crataegus laevigata (subsp. laevigata) sl1.jpg
Stängel mit Nebenblättern
Datei:Crataegus laevigata (subsp. laevigata) sl16.jpg
Kurztrieb mit Knospe sowie Dorn
Datei:Crataegus laevigata (subsp. laevigata) sl7.jpg
Geöffnete Blüte mit zwei Griffeln
Datei:1024 Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus laevigata) 25 April 2014-0595.jpg
Blüten mit fünf weißen Kronblättern und zwei Griffeln
Datei:Crataegus laevigata-flowers.jpg
Radiärsymmetrische Blüten und Laubblätter
Datei:Crataegus laevigata (subsp. laevigata) sl6.jpg
Kelch mit dreieckigen Kelchblättern
Datei:Crataegus laevigata 02 ies.jpg
Früchte und Laubblätter
Datei:Crataegus laevigata (subsp. laevigata) sl19.jpg
Frucht mit zwei Samen

Erscheinungsbild und Blatt

Der Zweigriffelige Weißdorn ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum,<ref name="FloraWeb" /> der Wuchshöhen zwischen 2 und 10 Metern erreicht. Die Stängel sind verholzt und stark verzweigt. Sie bilden eine Vielzahl von Sprossdornen aus. Die Rinde zeigt eine glatte und hellgraue Oberfläche, wohingegen die Borke braun gefärbt ist und eine rissige Struktur aufweist.

Die Laubblätter sind kahl und wenig geteilt oder bis zu einem Drittel der Spreitenhälfte gelappt, selten sind sie bis zur Hälfte gespalten. Die Blattlappen sind stumpf. Die Blätter der Kurztriebe sind wenig geteilt, kaum über 1/3 der Spreite, im Umriss oval-rundlich mit stumpfen, mehr oder weniger relativ stumpf-gezähnten Blattlappen und die Blattunterseite ist etwas heller grün als die -oberseite, aber nicht bläulich.<ref name="FloraWeb" />

Blütenstand, Blüte und Frucht

Die Hauptblütezeit liegt im Mai. Viele Blüten stehen in einem doldenrispigen Blütenstand zusammen. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 0,7 bis 2,5 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf anliegenden bis schräg aufrechten sowie auswärts geneigten Kelchblätter sind breit-dreieckig und kaum länger als breit mit stumpflichem oder abgerundetem oberen Ende.<ref name="FloraWeb" /> Die fünf Kronblätter sind reinweiß. Es sind stets zwei oder drei Griffel vorhanden, die häufig auch noch an den Früchten erkennbar sind, selten tragen einzelne Blüten auch nur einen Griffel. Die Staubbeutel sind rot.

Nach der Befruchtung werden die unterständigen Fruchtknoten in ein steinhartes Kerngehäuse mit zwei oder drei Steinkernen in rote Apfelfrüchte eingeschlossen. Die Frucht ist bei Reife leuchtend ziegelrot bis stumpf-braunrot.<ref name="FloraWeb" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Beim Zweigriffeligen Weißdorn handelt es sich um einen mesomorphen Nanophanerophyten oder Phanerophyten.<ref name="FloraWeb" /> Einzelne Exemplare können in sehr seltenen Fällen bis zu 500 Jahre alt werden.

Die Wurzeln weisen eine ektotrophe Mykorrhiza auf.

Blütenökologisch handelt es sich um nektarführende Scheibenblumen mit fischartigem Geruch nach Trimethylamin. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.<ref name="FloraWeb" />

Die Ausbreitung der Diasporen, es sind die Früchte, erfolgt durch Verdauungsausbreitung (endozoochor).<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen

Der Zweigriffelige Weißdorn ist in den Florenelementen der submeridionalen montanen Zone bis zur temperaten subozeanischen Zone Europas vorhanden. In Deutschland ist er in allen Bundesländern verbreitet, kommt in den Alpen, im Schwarzwald und am Oberrhein aber nur zerstreut vor. Im östlichen Schleswig-Holstein ist der Zweigriffelige Weißdorn Art gemein (das heißt in über 90 % aller Kartierflächen vorhanden).

Der Zweigriffelige Weißdorn findet sich in Hecken und Waldrandgebüschen von Laubwäldern oder edellaubholzreichen Wäldern in fast ganz Europa und nördlich bis Südskandinavien.

Nach den Pflanzensoziologischen Einheiten nach Oberdorfer findet sich der Zweigriffelige Weißdorn in den Pflanzengesellschaften der Ordnungen Prunetalia spinosae (Meso- bis xerophile Hecken und Gebüsche) und Fagetalia sylvaticae (Mesophytische, buchenwaldartige Laubwälder Europas).

In den Allgäuer Alpen steigt sie bis zu einer Höhenlage von 1000 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1798 unter dem Namen (Basionym) Mespilus laevigata durch Jean Louis Marie Poiret in Lamarck und Poiret: Encycl., 4, 2, S. 439. Die Neukombination zu Crataegus laevigata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Poir.) DC. wurde 1825 durch Augustin Pyrame de Candolle in Prodr., Band 2, S. 630 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Crataegus laevigata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Poir.) DC.: Crataegus coriacea <templatestyles src="Person/styles.css" />Gand. non Woods, Crataegus kupfferi <templatestyles src="Person/styles.css" />Cinovskis, Crataegus oxyacanthoides <templatestyles src="Person/styles.css" />Thuill., Crataegus palmstruchii <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindm., Crataegus subinermis <templatestyles src="Person/styles.css" />Gand., Crataegus walokochiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hrabětová) Soó, Mespilus digyna <templatestyles src="Person/styles.css" />Gray nom. illeg., Mespilus intermedia <templatestyles src="Person/styles.css" />Poir., Mespilus oxyacanthoides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Thuill.) DC., Oxyacantha matthioli <templatestyles src="Person/styles.css" />Bubani nom. illeg., Oxyacantha obtusata <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Roem., Oxyacantha vulgaris <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Roem., Crataegus laevigata subsp. carnoviensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hrabětová) Dostál, Crataegus laevigata subsp. palmstruchii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lindm.) Franco, Crataegus laevigata subsp. vulgaris <templatestyles src="Person/styles.css" />(M.Roem.) Baranec, Crataegus laevigata subsp. walokochiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hrabětová) Holub, Crataegus oxyacantha subsp. carnoviensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Hrabětová, Crataegus oxyacantha subsp. joachymii <templatestyles src="Person/styles.css" />Hrabětová, Crataegus oxyacantha subsp. microphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lange) Dostál, Crataegus oxyacantha subsp. oxyacanthoides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Thuill.) Arcang., Crataegus oxyacantha subsp. polygyna <templatestyles src="Person/styles.css" />H.Lév., Crataegus oxyacantha subsp. vernicosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Lange, Crataegus oxyacantha subsp. walokochiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Hrabětová, Crataegus palmstruchii subsp. rhenana <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Knapp.<ref name="FloraEuropaeaOnline" /><ref name="GRIN" />

Zierpflanze

Es gibt mehrere Kulturform des Zweigriffeligen Weißdorns, darunter ist die bekannteste der Echte Rotdorn Crataegus laevigata 'Paul's Scarlet'. Sie werden heute meist zu C. ×media gerechnet.

Literatur

  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland Gefäßpflanzen: Grundband. 18. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag, 2002, ISBN 3827413591.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraEuropaeaOnline"> Datenblatt der Flora Europaea. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="FloraWeb"> Zweigriffeliger Weißdorn. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 508.</ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 109.</ref> </references>

Weblinks