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Zur Schmerzhaften Muttergottes (Linden)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Linden Marienkirche GO-3.jpg
Kirche zur Schmerzhaften Muttergottes

Die römisch-katholische Kirche zur Schmerzhaften Muttergottes, auch Maria zu den Sieben Schmerzen und St. Maria und Maternus genannt, ist eine spätgotische Kirche im Ortsteil Linden der Gemeinde Dietramszell im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in Oberbayern.

Geschichte

Der Turm der Kirche wird auf das Ende des 14. Jahrhunderts datiert, geht jedoch auf einen älteren Bau des 14. Jahrhunderts zurück. Der Dachansatz des früheren Langhauses ist im Westen noch zu sehen. Das Kirchenschiff wurde um 1500 erbaut, aber nach seiner Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg in den Jahren 1629 bis 1630 wieder errichtet; dem lag ein Plan von Melchior Höck zugrunde. Die Kirche wurde in den Jahren 1998 bis 2005 renoviert.

Architektur und Ausstattung

Datei:Linden Filialkirche Sankt Maria und Maternus Innenraum.jpg
Kirche zur Schmerzhaften Muttergottes, Innenraum

Vorhalle

Datei:Linden Filialkirche Sankt Maria und Maternus Verkündigung.jpg
Östliches Fresko in der Vorhalle

Der frühere Chor im Turmuntergeschoss wurde durch den Neubau des Langhauses im Osten zu einer Vorhalle. Diese besitzt ein Kreuzrippengewölbe und Fresken aus der Zeit um 1400 „in beachtenswerter Vollständigkeit“.<ref>Dehio München und Oberbayern, S. 653.</ref> Sie zeigen an der Westwand die Anbetung der Heiligen Drei Könige, in der Laibung die klugen und törichten Jungfrauen, an der Nordwand den Marientod, im Osten Mariä Verkündigung, in der Laibung des Fensters im Osten die Heiligen Barbara und Katharina, an der Südwand die Anbetung Jesu und die Darstellung im Tempel, darüber die Verkündigung an die Hirten, weiter das Schweißtuch der Veronika. Das Gewölbe zeigt die vier Evangelisten mit ihren Symbolen.

Langhaus und Chor

Datei:Linden Filialkirche Sankt Maria und Maternus Hochaltar.jpg
Hochaltar mit Vesperbild

Der Kirchenraum wird durch Schildbögen aus der Gotik gegliedert. Die Stichkappentonne trägt ein Deckengemälde von Sebastian Hausinger aus dem Jahr 1946. Die Ausstattung des Langhauses stammt zum großen Teil aus der Zeit um 1630. Im Hochaltar befindet sich ein geschnitztes Vesperbild aus der Zeit kurz nach 1500, das von Statuen der Heiligen Maternus und Augustinus flankiert wird. Die Seitenaltäre zeigen die Anbetung der Heiligen Drei Könige und den heiligen Augustinus.

Kanzel

Die hölzerne Kanzel im Stil des Barocks wurde vermutlich im 18. Jahrhundert geschaffen und besitzt am Kanzelkorb Statuetten des heiligen Ulrich und des heiligen Ambrosius. Auf dem sechseckigen Schalldeckel mit Gesims stehen kleine Vasen, an der Unterseite ist die Heiliggeisttaube zu sehen. Die Treppe ist aufwendig mit Balustern versehen.

Orgel

Datei:Linden Kirche - 7.jpg
Orgel und darüber Fresko Die Hl. Familie in der Werkstatt Josefs (1946)

Die einmanualige Orgel mit 8 Registern wurde 1886 von Jakob Müller aus Rosenheim gebaut.<ref>Dietramszell/Linden, St. Maria und Maternus – Organ index, die freie Orgeldatenbank. Abgerufen am 25. Februar 2026.</ref>

Literatur

  • Georg Paula, Angelika Wegener-Hüssen: Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.5). Karl M. Lipp Verlag, München 1994, ISBN 3-87490-573-X.
  • Ernst Götz u. a. (Bearbeiter): Georg Dehio (Begründer): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern. 3. Aufl. 2006, Deutscher Kunstverlag München Berlin, S. 653–654, ISBN 978-3-422-03115-9.

Weblinks

Commons: Zur Schmerzhaften Muttergottes (Linden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 53′ 27,6″ N, 11° 35′ 20,4″ O

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