Zinkbromid
Zinkbromid ist eine chemische Verbindung, die vor allem bei der Elektrolyse und in der Ölindustrie verwendet wird. Es ist das Bromid des Zinks.
Gewinnung und Darstellung
Zinkbromid kann durch Reaktion von Zink mit Brom gewonnen werden.
- <math>\mathrm{Br_2 + Zn \longrightarrow ZnBr_2}</math>
Weitere Möglichkeiten sind die Reaktion von Bariumbromid mit Zinksulfat (wobei auch Bariumsulfat entsteht) oder die Reaktion von Bromwasserstoff mit Zink:<ref name="Patnaik">Pradyot Patnaik: Handbook of Inorganic Chemicals, McGraw-Hill Professional, 2003, ISBN 0070494398.</ref>
- <math>\mathrm{BaBr_2 + ZnSO_4 \longrightarrow BaSO_4 + ZnBr_2}</math>
- <math>\mathrm{Zn + 2 \ HBr \longrightarrow ZnBr_2 + H_2}</math>
Chemische Eigenschaften
Zinkbromid ist ein weißer, fast geruchloser, sehr hygroskopischer Feststoff und eine Lewis-Säure.<ref name="Merck"/> Unterhalb von 37 °C kristallisiert aus wässriger Lösung das Dihydrat ZnBr2·2H2O aus.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1025.</ref> Die reale Struktur des Dihydrates ist Zn(H2O)6Zn2Br6, wobei im Zn2Br62−-Anion die beiden Zinkatome über Bromatome verbunden sind.<ref name="Ullmann">Yoffe, D.; Frim, R.; Ukeles, S.D.; Dagani, M.J.; Barda, H.J.; Benya, T.J.; Sanders, D.C.: Bromine Compounds. In: Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie, Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim 2013; Vorlage:DOI.</ref><ref>Duhlev, R.; Brown, I.D.; Faggiani, R.: Zinc bromide dihydrate ZnBr2·2H2O: a double-salt structure in Acta Cryst.C, Cryst. Struct. Commun. 44 (1988), 1696–1698, Vorlage:DOI, pdf.</ref>
Verwendung
Zinkbromid wird weiterhin als Zusatzstoff in Flussmitteln für Lötungen und zur Herstellung von zinkorganischen Verbindungen (Zinkorganyle) per Elektrolyse eingesetzt. In der Medizin kann es als Sedativum eingesetzt werden.<ref>Datenblatt Zinc Bromide bei chemicalland21.com</ref><ref>Viktorija Rjabova: Einfluss der Struktur CH-acider Nitrile auf die elektrochemische Synthese von Organometallkomplexen des Kupfers und Zinks. Dissertation, 2001.</ref> In Zink-Brom-Akkumulatoren ist Zinkbromid der Elektrolyt.<ref>L. Gao, Z. Li, Y. Zou, S. Yin, P. Peng, Y. Shao, X. Liang: A High-Performance Aqueous Zinc-Bromine Static Battery. In: iScience. Band 23, Nummer 8, August 2020, S. 101348, Vorlage:DOI, PMID 32711343, Vorlage:PMC.</ref>
Zinkbromid wird häufig in Schulversuchen bei der Demonstration der chemischen Grundlagen der Elektrolyse oder von Batterien oder Akkumulatoren verwendet.<ref>Martin Winter, Jürgen O. Besenhard: Vorlage:Webarchiv (PDF-Datei; 8,4 MB) In: Chemie in unserer Zeit, 33(5), 1999.</ref>
Der Hauptteil des erzeugten Zinkbromids wird bei Tiefsee-Ölbohrungen als Bestandteil von Verdrängungs- und Reaktionsflüssigkeit verwendet.
Sicherheitshinweise
Zinkbromid wirkt ätzend und korrodierend auf Metalle.<ref name="Merck"/>
Einzelnachweise
<references />