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Zethauer Kunstgraben

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Vorlage:Infobox Fluss

Der Zethauer Kunstgraben ist ein Kunstgraben zwischen dem Muldaer Ortsteil Zethau und Großhartmannsdorf im Erzgebirge aus dem 16. Jahrhundert. Er diente mittelbar der zusätzlichen Zuführung von Aufschlagwasser für den Freiberger Bergbau und ist Teil der Revierwasserlaufanstalt Freiberg.

Verlauf

Der Graben zweigt am südwestlichen Ortsende des Muldaer Ortsteils Zethau auf etwa Vorlage:Höhe vom Zethaubach ab und führt sodann an dessen Westhang in nordöstliche Richtung, wobei er zwei jeweils kurze Röschen durchläuft. Nach etwa 2,4 Kilometern schwenkt der Graben nach Nordwest, wobei er die Wasserscheide zwischen Zethaubach und Helbigsdorfer Bach durchsticht. Die Wasserscheide zwischen Helbigsdorfer und Müdisdorfer Bach wird durch eine ca. 300 Meter lange Rösche südwestlich von Helbisgdorf unterquert. An der sogenannten Heidemühle tritt er wieder zu Tage und mündet kurz darauf am Südostufer auf etwa Vorlage:Höhe in den Unteren Großhartmannsdorfer Teich ein.<ref name="sachsenatlas">Vorlage:Internetquelle</ref><ref name="Naturführer">Grüne Liga Osterzgebirge: Bergwerksteiche südlich von Brand-Erbisdorf. In: Naturführer Ost-Erzgebirge, abgerufen am 7. August 2010.</ref>

August Schumann beschreibt 1826 den Graben und seinen Verlauf im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen folgendermaßen: Vorlage:Zitat

Geschichte

Der planmäßige Ausbau eines Wasserspeicher- und Zuführungssystems für das Freiberger Berg- und Hüttenwesen begann auf kurfürstlichen Befehl vom 23. Januar 1558. Ab 1562 erfolgte parallel dazu der Bau von Kunstgräben und Röschen nach Vorschlägen des Oberbergmeisters Martin Planer. Im Zuge dessen wurde auch der Untere Großhartmannsdorfer Teich ertüchtigt. Um die verfügbare Wassermenge im Teich zu erhöhen, wurde dieser 1564 um den künstlichen Zufluss des Zethauer Kunstgrabens ergänzt. Dieser leitete fortan einen Teil des Wassers aus dem Zethaubach und kleineren Bächen aus den Tälern südwestlich von Helbigsdorf in den Teich über.<ref>Vorlage:Webarchiv (PDF; 290 kB), abgerufen am 21. Januar 2016.</ref>

Heute besitzt die Revierwasserlaufanstalt überregionale Bedeutung für die Brauch- und Trinkwasserversorgung der Regionen Chemnitz, Dresden und Freiberg.

Weiteres

Die Seitenwände des Grabens bestehen aus Trockenmauerwerk, d. h. Bruchstein mit Lehm, ohne Kalkmörtel. Seinerzeit üblich war die über weite Teile erfolgte Abdeckung des Grabenverlaufes mit Holzschwarten, damit Laub und Gras den Wasserfluss nicht behinderten, Verdunstungsverluste gering gehalten und Unfälle möglichst vermieden wurden. Da der Graben heute noch der Brauchwasserversorgung dient, ist die Schwartenabdeckung nur noch an einigen touristisch wichtigen Stellen zu sehen, sonst aber durch Betonplatten ersetzt.<ref name="Naturführer" />

Einzelnachweise

<references />