Zerbrechlicher Blasenfarn
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| Zerbrechlicher Blasenfarn | ||||||||||||
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| Datei:Cystopteris fragilis 1.jpg
Zerbrechliche Blasenfarn (Cystopteris fragilis) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cystopteris fragilis | ||||||||||||
| (L.) Bernh. |
Der Zerbrechliche Blasenfarn (Cystopteris fragilis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Blasenfarne (Cystopteris) innerhalb der Familie der Wimperfarngewächse (Woodsiaceae).
Beschreibung
Der Zerbrechliche Blasenfarn ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 45 Zentimetern. Es wird ein kurzes liegendes oder aufsteigendes Rhizom gebildet.<ref name="Dostál-Reichstein1984" />
Der Blattwedel ist in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist etwa 2 Millimeter dick und bis 25 Zentimeter lang; er ist zerbrechlich, unten kastanien-braun, sonst stroh-gelb oder selten bis zum oberen Ende braun.<ref name="Dostál-Reichstein1984" /> Die Blattspreite ist länglich-eiförmig bis lanzettlich, zwei- bis dreifach gefiedert und meist kahl.<ref name="Dostál-Reichstein1984" /> Sie besteht auf jeder Seite aus 7 bis 18 Fiedern.<ref name="Dostál-Reichstein1984" /> Diese Fiedern sind wieder fiederig geteilt. Die Fiederchen sind zugespitzt oder auch eiförmig. Die Fiedern zweiter Ordnung sind gesägt-gekerbt bis fiederschnittig. Die letzten Adernäste laufen bei der Unterart Cystopteris fragilis subsp. fragilis in die Fiederspitzen hin aus. Die Blattspindel und die Fiederspindel sind nach der Spitze zu geschlängelt.<ref name="Dostál-Reichstein1984" /> Die Sori stehen auf den Adern, die bis zum Rand auslaufen. Das Indusium ist quer auf den Adern angeheftet, später zurückgeschlagen und schließlich schrumpfend.<ref name="Dostál-Reichstein1984" /> Die Sporen sind regelmäßig stachelig, bei der Unterart Cystopteris fragilis subsp. dickieana nur runzelig.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 4x = 168, 2n = 5x = 210 (diese pentaploiden Pflanzen sind steril), 2n = 6x = 252 oder 2n = 8x = 336.
Ökologie und Phänologie
Der Zerbrechliche Blasenfarn ist ein sommergrüner Hemikryptophyt. Die Sporenreifezeit reicht von Juli bis September.
Die Art wird manchmal von dem Pilz Hyalospora polypodii befallen, der gelbe Tüpfelchen ausf der Blattunterseite hervorruft.<ref name="Dostál-Reichstein1984" />
Vorkommen
Der Zerbrechliche Blasenfarn ist weltweit verbreitet. In Europa kommt er in allen Ländern vor.<ref name="Euro+Med" /> In Mitteleuropa ist er häufig und weit verbreitet.
Er wächst auf feuchten Kalkfelsen, auf Mauern und in Steinschutthalden in Wäldern. Er ist kalkliebend und steigt bis in die alpine Höhenstufe bis zu einer Höhenlage von 2400 Metern, so z. B. am Widderstein in Vorarlberg.<ref name="Dörr-Lippert2001" /> Er erreicht am Gornergrat bei Zermatt eine Höhenlage von 3125 Meter.<ref name="Dostál-Reichstein1984" />
Im pflanzensoziologischen System gilt er als eine lokale Charakterart der Assoziation Asplenio viridis-Cystopteridetum fragilis im Verband Cystopteridion fragilis, dessen überregionale Charakterart er ist. Sie kommt auch in Schluchtwäldern des Verbands Tilio platyphylli-Acerion pseudoplatani vor.
Systematik
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Polypodium fragile <templatestyles src="Person/styles.css" />L. durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 1091.<ref name="SpPl" /> Die Neukombination zu Cystopteris fragilis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bernhardi wurde 1805 durch Johann Jakob Bernhardi in Neues Journal für die Botanik, Band 1, 2, S. 26 veröffentlicht.<ref name="Bernhardi1805" /> Ein weiteres Synonym für Cystopteris fragilis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bernhardi ist Cystopteris filix-fragilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Borbás. Das Epitheton „fragilis“, das „zerbrechlich“ bedeutet, bezieht sich auf den leicht zerbrechlichen Blattstiel.<ref name="Dostál-Reichstein1984" />
Diese Verwandtschaftsgruppe wird kontrovers diskutiert und so finden sich in der Literatur, je nachdem ob molekulargenetische Untersuchungen berücksicht wurden, Subtaxa, die oft als Arten oder Synonyme aufgefasst werden.<ref name="HasslerOnline" />
Je nach Autor gibt es in der Art Cystopteris fragilis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bernhardi mehrere Unterarten mit ihrer Verbreitung:<ref name="Euro+Med" />
- Cystopteris fragilis <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bernh. subsp. fragilis (Syn.: Cystopteris fragilis subsp. huteri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hausm. ex Milde) Grinţ.): Sie kommt in Europa in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Bosnien und Herzegowina und auf den Azoren.<ref name="Euro+Med" /> Zu dieser Unterart wird auch die Varietät Cystopteris fragilis var. huteri <templatestyles src="Person/styles.css" />Hausm. ex Milde gerechnet. Sie besitzt an der Blattspindel und an den Adern fadenförmige Spreuhaare.<ref name="Dostál-Reichstein1984" /> Sie kommt besonders in den Dolomiten in Südtirol vor und erwies sich als tetraploid.<ref name="Dostál-Reichstein1984" />
- Alpen-Blasenfarn (Cystopteris fragilis subsp. alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Hartm.): Er wird von manchen Autoren auch als Art Cystopteris alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Desv. aufgefasst. Er kommt in Europa in Spanien, Frankreich, Italien, Korsika, Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, Norwegen, Schweden, Polen, in der Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Kosovo, Albanien, Nordmazedonien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und in der Ukraine vor.<ref name="Euro+Med" />
- Zarter Blasenfarn (Cystopteris fragilis subsp. diaphana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bory) Litard., Syn.: Cystopteris filix-fragilis subsp. canariensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.Presl) Jahand. & Maire), wird von manchen Autoren auch als Art Cystopteris diaphana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bory) Blasdell aufgefasst.<ref name="HasslerOnline" /> Das Verbreitungsgebiet umfasst die Azoren, die Kanaren, Madeira und in Europa Portugal, Spanien, Frankreich, Korsika und Italien sowie das Vereinigte Königreich.<ref name="Euro+Med" /> Diese Unterart wird noch mit der Datenlage von 1984 in Asien, Afrika, Madagaskar, in Mittel- und in Südamerika verortet.<ref name="Dostál-Reichstein1984" /> Bei dieser Unterart münden die Blattadern in den Buchten.<ref name="Dostál-Reichstein1984" /> Diese Art ist diploid, tetraploid und hexaploid.<ref name="Dostál-Reichstein1984" />
- Runzelsporiger Blasenfarn (Cystopteris fragilis subsp. dickieana <templatestyles src="Person/styles.css" />(R.Sim) Hyl.), wird von manchen Autoren auch als Art aufgefasst (Cystopteris dickieana <templatestyles src="Person/styles.css" />(R.Sim) Hyl.<ref name="HasslerOnline" />): Er kommt in Europa in Portugal, Spanien, Frankreich, im Vereinigten Königreich, Italien, in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei, Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Nordrussland, Kroatien und Griechenland vor.<ref name="Euro+Med" /> Bei dieser Unterart sind die Sporen ohne Stacheln und sind durch unregelmäßige Leisten runzelig.<ref name="Dostál-Reichstein1984" /> Sie ist benannt nach George Dickie, einem Professor der Botanik in Aberdeen. Er ist aber nicht der Entdecker dieser Pflanzenart, sondern Professor Knight.<ref name="Dostál-Reichstein1984" />
- Cystopteris fragilis subsp. oromediterranea <templatestyles src="Person/styles.css" />Pérez Carro & Fern. Areces: Diese Unterart wurde 2023 aus Spanien erstbeschrieben.<ref>Pérez Carro, Fern.Areces: Flora Montiberica, 87, 2023, S. 139.</ref><ref name="Euro+Med" /><ref name="HasslerOnline" />
Verwendung
Der Zerbrechliche Blasenfarn dient zuweilen als Zierpflanze an luftfeuchten, schattigen Mauern und kommt dort gelegentlich in attraktiven, größeren Beständen vor.
Belege
Einzelnachweise
<references> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 1091 (Digitalisat). </ref> <ref name="Bernhardi1805"> Johann Jakob Bernhardi: Dritter Versuch einer Anordnung der Farrnkräuter. In: Neues Journal für die Botanik. Band 1, Nr. 2, 1805, S. 1–50 (hier: S. 27 eingescannt bei biodiversitylibrary.org). </ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 79–80. </ref> <ref name="Dostál-Reichstein1984"> Josef Dostál, Tadeus Reichstein: Cystopteris. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2. S. 192–201. </ref> <ref name="Euro+Med"> M. Christenhusz, E. von Raab-Straube, (2013+): Polypodiopsida. Datenblatt Cystopteris fragilis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="HasslerOnline"> Michael Hassler: Taxon in Suchmaske eintragen bei World Ferns. - Synonymic Checklist and Distribution of Ferns and Lycophytes of the World. Version 19.2 vom März 2024. </ref> </references>
Weblinks
- Cystopteris fragilis (L.) Bernh., s. str., Zerbrechlicher Blasenfarn. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Zerbrechlicher Blasenfarn. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Cystopteris fragilis (L.) Bernh. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
- Verbreitung auf der Nordhalbkugel aus: Eric Hultén, Magnus Fries: Atlas of North European vascular plants. 1986, ISBN 3-87429-263-0 bei Den virtuella floran.
- Thomas Meyer: Blasenfarn Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).