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Zaunrüben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Zaunrüben
Datei:P1000627 Bryonia dioica (Cucurbitaceae) Plant.JPG

Rotfrüchtige Zaunrübe (Bryonia dioica)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Gattung: Zaunrüben
Wissenschaftlicher Name
Bryonia
L.

Die Zaunrüben (Bryonia) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae).<ref name="Euro+Med" /> Die etwa zwölf Arten sind in Eurasien und Nordafrika verbreitet.

Beschreibung

Datei:Bryonia dioica 005.JPG
Unterirdischer Pflanzenteil der Rotfrüchtigen Zaunrübe (Bryonia dioica)
Datei:Bryonia dioica Sturm64.jpg
Illustration aus Johann Georg Sturm: Deutschlands Flora in Abbildungen der Rotfrüchtigen Zaunrübe (Bryonia dioica)
Datei:Bryonia-dioica Blüte 0063.jpg
Blüte in Großaufnahme von Bryonia dioica
Datei:Bryonia verrucosa 0601.jpg
Kanarische Zaunrübe (Bryonia verrucosa) mit Früchten
Datei:Bryony Berries.jpg
Reife Früchte der Weißen Zaunrübe oder Schwarzbeerige Zaunrübe (Bryonia alba)

Vegetative Merkmale

Zaunrüben-Arten wachsen als kletternde bis niederliegende, sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen.<ref name="FoNA" /><ref name="FoPakistan" /> Die knolligen Wurzeln<ref name="FoNA" /> sind rübenförmig. Die oberirdischen, steif behaarten bis kahlen<ref name="FoNA" /> Sprossachsen werden bis zu 4 Meter lang und sterben im Herbst ab. Die Ranken sind unverzweigt.<ref name="FoNA" /><ref name="FoPakistan" />

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite sind kreis- bis ei- oder spießförmig, drei- bis fünfkantig oder handförmig drei- bis fünflappig.<ref name="FoNA" /><ref name="FoPakistan" /> Die Blattlappen sind eiförmig bis deltaförmig oder dreieckig. Auf den Blattspreiten sind keine Drüsen vorhanden.<ref name="FoNA" />

Generative Merkmale

Die Zaunrüben-Arten sind meist zweihäusig (diözisch), selten einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtige Pflanzen.<ref name="FoNA" /><ref name="FoPakistan" /> Die Rotbeerige Zaunrübe (Bryonia dioica) ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), das heißt, es gibt weibliche und männliche Pflanzenexemplare. Bei der Weißen Zaunrübe (Bryonia alba) dagegen finden sich Blüten beiderlei Geschlechts an einem Pflanzenexemplar, sie sind also einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Kreuzungen zwischen diesen beiden Arten durch Carl Correns, einem der drei Wiederentdecker der Mendelschen Regeln, führten 1903 zur Entdeckung der genetischen Verankerung des Geschlechtssystems bei Pflanzen.

Die Blüten sind immer eingeschlechtig. 4 bis 16 männliche Blüten stehen in seitenständigen, traubigen oder büscheligen Blütenständen zusammen. Meist zwei bis sechs (ein bis zehn) weibliche Blüten stehen in seitenständigen, schirmtraubigen bis traubigen Blütenständen zusammen. Es sind keine Tragblätter vorhanden.<ref name="FoNA" />

Die Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist mehr oder weniger glockenförmig. Die fünf Kelchblätter sind lanzettlich bis deltaförmig. Die Blütenkrone ist trichterförmig-glockenförmig bis fast radförmig. Die fünf kahlen Kronblätter sind bei einer Länge von 3 bis 7 Millimetern länglich-eiförmig bis eiförmig-lanzettlich. Die Kronblätter sind weiß bis cremefarben, grünlich-weiß oder gelblich-grün oder gelblich. Meist ist der Kronschlund grün und es sind schwache grüne Linien vorhanden.<ref name="FoNA" />

Bei den männlichen Blüten sind von den fünf Staubblättern vier in zwei Paaren verwachsen und eines frei und wirken wie drei Staubblätter. Die Staubfäden sind nahe dem Blütenbecherrand inseriert. Bei den weiblichen Blüten sind die einkammerigen Fruchtknoten eiförmig bis breit-ellipsoid und enthalten drei bis zehn Samenanlagen. Der schlank-säulenförmige Griffel endet in drei Narben, die zweilappig sind. Es können drei bis fünf Staminodien vorhanden sein oder sie fehlen.<ref name="FoNA" />

Die bei Reife roten bis orangefarbenen oder schwarzen, beerenähnlichen Früchte sind kugelförmig, glatt, öffnen sich nicht und enthalten zwei bis acht Samen. Die eiförmigen oder länglichen und abgeflachten Samen besitzen keinen Arillus.<ref name="FoNA" />

Inhaltsstoffe und Giftigkeit

Die bei Reife roten oder schwarzen Beeren der Rotbeerigen und der Weißen Zaunrübe sind sehr giftig: Bereits 15 von ihnen können tödlich für ein Kind sein. Auch alle anderen Bestandteile der Pflanze, Wurzeln, Ranken und Blätter, sind giftig. Das Zerreiben der Beeren auf der Haut führt zu Hautreizung und Blasenbildung.

Ökologische Bedeutung

Vorlage:Hinweisbaustein Sie sind die einzigen Futterpflanzen der streng auf sie spezialisierten (oligolektischen) Zaunrüben-Sandbiene (Andrena florea Fabricius 1793).

Systematik

Datei:Bryonia syriaca male 1.jpg
Männliche Blüten von Bryonia syriaca
Datei:Bryonia verrucosa Tenerife 3.jpg
Blüte der Kanarischen Zaunrübe (Bryonia verrucosa)

Taxonomie

Die Gattung Bryonia wurde 1753 durch Carl von Linné<ref name="Linné1753" /> Species Plantarum, Tomus II, S. 1012 aufgestellt.<ref name="Tropicos" /><ref name="Euro+Med" /> Als Lectotypus-Art wurde 1929 Bryonia alba <templatestyles src="Person/styles.css" />L. durch Mary Letitia Green in Proposals by British Botanists, Seite 190.<ref name="Tropicos" />

Äußere Systematik

Die Gattung Bryonia gehört zur Tribus Bryonieae in der Unterfamilie Cucurbitoideae innerhalb der Familie der Cucurbitaceae.

Arten und ihre Verbreitung

Die Gattung Bryonia ist in Eurasien und Nordafrika verbreitet.<ref name="Euro+Med" />

Es gibt etwa zwölf Arten in der Gattung Bryonia:<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" />

  • Bryonia acuta <templatestyles src="Person/styles.css" />Desf. (Synonym: Bryonia cretica subsp. acuta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Desf.) Tutin): Sie ist in Portugal, Sizilien, Malta, Algerien, Tunesien, Marokko und Libyen verbreitet.<ref name="Euro+Med" />
  • Weiße Zaunrübe oder Schwarzbeerige Zaunrübe (Bryonia alba <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Syn.: Bryonia dioica <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Bieb. non <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq. nom. illeg., Bryonia monoeca <templatestyles src="Person/styles.css" />E.H.L.Krause non <templatestyles src="Person/styles.css" />Aitch. & Hemsl. nom. illeg.): Sie ist von Nord- über Mittel- und Südosteuropa bis Westasien weitverbreitet. Sie ist in vielen Gebieten ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" />
  • Bryonia aspera <templatestyles src="Person/styles.css" />Steven ex Ledeb. (Syn.: Bryonia afghanica <templatestyles src="Person/styles.css" />Podlech, Bryonia haussknechtiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Bornm., Bryonia macrostylis <templatestyles src="Person/styles.css" />Heilbr. & Bilge): Sie kommt in Westasien, in Zentralasien, im Kaukasusraum, in Indien und in Pakistan vor.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" /><ref name="FoPakistan" />
  • Bryonia cretica <templatestyles src="Person/styles.css" />L.: Sie ist im östlichen Mittelmeerraum verbreitet.<ref name="Euro+Med" />
  • Rotfrüchtige Zaunrübe oder Zweihäusige Zaunrübe (Bryonia dioica <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq., Syn.: Bryonia cretica subsp. dioica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Tutin, Bryonia digyna <templatestyles src="Person/styles.css" />Pomel, Bryonia sicula <templatestyles src="Person/styles.css" />Guss.)<ref name="Euro+Med" />
  • Bryonia lappifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Vassilcz.: Sie kommt in Tadschikistan vor.<ref name="GRIN" />
  • Bryonia marmorata <templatestyles src="Person/styles.css" />E.Petit (Syn.: Bryonia cretica subsp. marmorata <templatestyles src="Person/styles.css" />(E.Petit) Jauzein, Bryonia corsica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire) A.W.Hill): Sie kommt nur auf Korsika und Sardinien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Bryonia melanocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Nabiev: Sie kommt in Kasachstan vor.<ref name="GRIN" />
  • Bryonia monoica <templatestyles src="Person/styles.css" />Aitch. & Hemsl.: Sie kommt in Zentralasien vor.
  • Bryonia multiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. & Heldr. (Syn.: Bryonia lasiocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />Mouterde, Bryonia macrophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss.): Sie kommt in der Türkei, in Syrien, im Irak und im Iran vor.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" />
  • Bryonia syriaca <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. (Syn.: Bryonia micrantha <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. non <templatestyles src="Person/styles.css" />Hochst. nom. illeg.): Sie kommt in Syrien, Jordanien, im Libanon, in Israel und auf der Sinaihalbinsel vor.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" />
  • Kanarische Wildmelone oder Kanarische Zaunrübe (Bryonia verrucosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Aiton, Bryonia hederifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq.): Sie kommt nur auf den Kanaren vor.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" />

Quellen

Literatur

  • C. Jeffrey: A review of the genus Bryonia L. (Cucurbitaceae). In: Kew Bulletin, Volume 23, 1969, S. 441–461.
  • Stefanie M. Volz: Evolution of dioecy in the Cucurbitaceae genus Bryonia – a phylogenetic, phylogeographic, and SCAR-marker approach. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Naturwissenschaften an der Fakultät für Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, September 2008. Volltext-PDF.
  • Stefanie M. Volz, Susanne S. Renner: Phylogeography of the ancient Eurasian medicinal plant genus Bryonia (Cucurbitaceae) inferred from nuclear and chloroplast sequences. In: Taxon, Volume 58, 2009, S. 550–560. Chapter 2 – Volltext-PDF.
  • H. Schaefer, Susanne S. Renner: Phylogenetic relationships in the order Cucurbitales and a new classification of the gourd family (Cucurbitaceae). In: Taxon, Volume 60, 2011, S. 122–138.
  • Guy L. Nesom: Cucurbitaceae.: Bryonia Linnaeus. – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Volume 6: Magnoliophyta: Cucurbitaceae to Droseraceae, Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 6, 2015, ISBN 978-0-1953-4027-3.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Bryonia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPakistan"> Bryonia bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Euro+Med"> T. Henning, N. Holstein, E. von Raab-Straube (2017): Cucurbitaceae. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Linné1753"> Carl von Linné: Species Plantarum, 2, 1753, S. 1012. eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="FoNA"> Guy L. Nesom: Cucurbitaceae.: Bryonia Linnaeus. – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Volume 6: Magnoliophyta: Cucurbitaceae to Droseraceae, Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 6, 2015, ISBN 978-0-1953-4027-3. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Zaunrüben (Bryonia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien