Zaber
Die Zaber ist ein rund 22 km langer Bach im mittleren Baden-Württemberg, der in Lauffen am Neckar im Landkreis Heilbronn von links und Westen in den Neckar mündet. Nach ihr wurde der mittelalterliche Zabergau benannt. Das flache Gewässer ist nicht schiffbar.
Name
Die Ersterwähnung liegt aus dem Jahr 793 als Zabernahgouwe (Zabernachgau) vor. Herkömmlicherweise geht man davon aus, dass sich der Name aus dem lateinischen Wort Taberna („Gaststätte“, „Straßenstation“) ableitet. Vermutet wird, dass die römische Siedlung im heutigen Meimsheim diesen Namen trug (ähnlich wie der elsässische Ort Zabern) und mit der Zeit der Ortsname auf die Umgebung bzw. auf den Bach übertragen wurde.<ref>Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Etymologie der Gewässernamen und der dazugehörigen Gebiets-, Siedlungs- und Flurnamen. De Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-019039-7.</ref> Unterstützt wird diese Theorie dadurch, dass sich im römischen Meimsheim ein Verkehrsknotenpunkt befand und der Ort möglicherweise verwaltungstechnisch für die Region von Bedeutung war.
Namengebend war die Zaber für das Zabergäu zwischen den Höhenzügen Heuchelberg und Stromberg.
Geographie
Zaberursprung
Die Zaber entsteht im Landkreis Heilbronn etwa zwei Kilometer südsüdwestlich von Zaberfeld am Nordhang des bewaldeten Strombergs. Unter der Serpentine der Steigenstraße Zaberfeld–Häfnerhaslach (K 2062) liegen eben noch auf der Gemarkung von Zaberfeld einige Quellen, die sich rasch vereinen.
Verlauf
Die Zaber fließt den Stromberghang hinab nach Norden und in den Stausee Ehmetsklinge ein, der auch noch von zwei weiteren Bächen gespeist wird, von denen der aus der namengebenden Ehmetsklinge etwas länger ist als die Zaber. Nach dem See geht die Zaber auf Ostkurs, den sie bis hin zur Mündung mit nur kleineren Ausschlägen beibehält.
Zunächst durchquert sie Zaberfeld, hinter dem sie ein linker und ein rechter Zufluss erreichen, die beide in ihren Tälern ebenfalls zu einem See aufgestaut sind. Dann wechselt er in die Gemeinde Pfaffenhofen über, durchquert hier in sehr gefällearmem Tal zunächst das Dorf Weiler an der Zaber, ab wo die ersten Weinberge den linken Hang bedecken. Dahinter weitet sich der Talgrund sehr aus und er durchfließt Pfaffenhofen selbst, das die Talaue zugunsten des unteren Hangfüße meidet.
Hinter Güglingen und dann dessen Teilort Frauenzimmern steht Wein auch auf den ferneren Hügeln vor dem Stromberg im Süden. Brackenheim liegt in etwas Abstand auf dem linken Hügel und im Tal des von links zulaufenden Forstbachs, des mit über 7 km ersten längeren Zuflusses. Gleich darauf gegenüber dem Teilort Meimsheim läuft ein ähnlich langer rechter Nebenfluss zu, der aus Cleebronn kommende Herrenwiesenbach.
Nun gräbt sich der Bach tiefer ein und das Tal wird eng. In einem Talmäander mündet von links das 9 km lange Neipperger Bächle wiederum von links, der längste Zufluss und letzte bedeutende überhaupt. Bald danach tritt der Bach in die ausladende ehemalige Lauffener Neckarschlinge ein, die der Neckar selbst verlassen hat und dessen abwärtiger Viertelsbogen heute der Zaber als Tal dient.
Lauffen am Neckar liegt hier größtenteils rechts auf dem alten Umlaufberg, der zum Hügel abgeflacht ist. Nachdem die Zaber die Kleinstadt passiert hat, mündet sie unterhalb der dortigen Schleusenanlagen von links und Osten nach 22 km Lauf in den Neckar.
Einzugsgebiet
Das Einzugsgebiet umfasst 114 km² und liegt zwischen dem Höhenzug des Heuchelbergs im Südsüdwesten und dem des Strombergs im Nordnordwesten. Im Norden jenseits des Heuchelberg entwässert die Lein ostwärts zum Neckar, im Süden hinter dem Stromberg die Metter und ihr näherer Nebenfluss Kirnbach im Gleichlauf zur untersten Enz. Beidseits des Unterlaufs im sich nach Osten hin weitenden Bergtrichters laufen zu diesem kleinere Konkurrenten. Nur von der Westspitze des Einzugsgebiets zieht der Nachbarfluss Kraichbach in Nordwestlauf direkt zum Rhein.
Zuflüsse
Auswahl, nach LUBW-FG10, LUBD-GEZG und LUBW-SG10.
Auf den Karten vermerkte Höhenangaben wurden auf volle Meter gerundet. Mühlkanäle wurden in der Regel nicht eigens ausgewiesen.
Zum Vergleich wurden auch die Werte der Zaber selbst blau hervorgehoben aufgenommen.
| Zufluss | Seite | Länge [km]<ref group="Z">Nach LUBW-FG10 (Datensatzeinträge).</ref> |
EZG in km² |
Restlauf in m<ref group="Z">Mündung Zufluss bis Zaber-Mündung.</ref> |
Mündung Ort |
m ü. NN |
Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zaber | – | Vorlage:022,4 | Vorlage:0113,8 | – | Lauffen am Neckar | 161<ref group="Z">Texteintrag in Blau auf der Hintergrundkarte der LUBW-FG10 im Unterwasser der Lauffener Doppelschleuse.</ref> | |
| Lochwiesenbächle | links | Vorlage:01,1 | 20.614 | im Stausee Ehmetsklinge (zus. 13,2 ha<ref group="Z">Nach LUBW-SG10.</ref>) | 232<ref group="Z" name="Ehmetsklinge">Texteintrag in Blau auf der Hintergrundkarte der LUBW-FG10 im Hauptsee der Ehmetsklinge.</ref> | ||
| Ehmetsklingenbächle | links | Vorlage:02,6 | Vorlage:02,3 | 20.359 | im Stausee Ehmetsklinge | 232<ref group="Z" name="Ehmetsklinge" /> | länger als Zaber |
| Riesenbach | links | Vorlage:03,2 | Vorlage:04,9 | 19.692 | Au W Zaberfeld | 220<ref group="Z" name="LUBW-HLB">Nach dem Höhenlinienbild auf der Hintergrundkarte der LUBW-FG10 abgeschätzt.</ref> | |
| Dämmlesgraben | rechts | Vorlage:01,8 | 19.259 | Zaberfeld, Herrenwiesenweg | 218<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | im Dorf verdolt | |
| Muttersbach | links | Vorlage:01,6 | Vorlage:02,6 | 19.245 | Zaberfeld, Herrenwiesenweg | 218<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | |
| Katzenbach | rechts | Vorlage:02,0 | Vorlage:03,4 | 18.091 | Sportgelände E Zaberfeld | 212<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | durchfließt den Katzenbachsee |
| Michelbach | links | Vorlage:04,3 | Vorlage:06,3 | 17.609 | zw. Reisenmühle u. Weiler an der Zaber | 203<ref group="Z" name="LUBW-Blau">Texteintrag in Blau an der Mündung auf der Hintergrundkarte der LUBW-FG10.</ref> | durchfließt zuvor einen Stausee |
| (Bach aus der Steinenklinge) | rechts | Vorlage:01,3 | 16.671 | Weiler an der Zaber, Bogersmühle | 202<ref group="Z">Interpoliert zwischen angrenzenden Werten, das Höhenlinienbild spräche für etwa Vorlage:Höhe.</ref> | ||
| Benzbach | links | Vorlage:01,4 | 15.522 | vor Straßenbrücke in Pfaffenhofen | 201<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | ab Dorfrand verdolt | |
| Rodbach | rechts | Vorlage:02,2 | Vorlage:02,2 | 15.311 | Sportstätten in Pfaffenhofen | 200<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | ab Dorfrand verdolt |
| (Zufluss aus der Leopoldsklinge) | rechts | Vorlage:01,5 | 14.577 | Umspannwerk vor Güglingen | 196<ref group="Z" name="LUBW-Blau" /> | ||
| Flügelaubach | rechts | Vorlage:03,5 | Vorlage:03,5 | 12.526 | Güglingen, ggü. Sophienhof | 194<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | |
| Riedfurtbach | links | Vorlage:03,8 | Vorlage:03,4 | 11.476 | Mühle S Güglingen-Frauenzimmern | 191<ref group="Z" name="LUBW-Schwarz">Texteintrag in Schwarz an der Mündung auf der Hintergrundkarte der LUBW-FG10.</ref> | |
| (Sägmühlkanal) | rechts | Vorlage:01,3 | 11.444 | Mühle S Güglingen-Frauenzimmern | 190<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | mit längerem Ast Balzhöfer Bach 2,635 km | |
| Fürtlesbach | rechts | Vorlage:03,5 | Vorlage:03,2 | 10.587 | gegen Gewerbegebiet Güglingen-Frauenzimmern | 188<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | |
| Wurmbach | links | Vorlage:04,0 | Vorlage:07,3 | Vorlage:09.928 | Kläranlage an Markungsgrenze Brackenheim | 185<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | |
| Forstbach | links | Vorlage:07,2 | Vorlage:011,0 | Vorlage:07.239 | NSG Zaberauen von Meimsheim und Botenheim vor Brackenheim-Meimsheim | 181<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | |
| Herrenwiesenbach | rechts | Vorlage:07,4 | Vorlage:011,1 | Vorlage:06.738 | uh. Zabergäubahn-Brücke bei Brackenheim-Meimsheim | 180<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> | |
| Truselbach | rechts | Vorlage:03,6 | Vorlage:05.282 | Brackenheim, Obere Schellenmühle | |||
| Neipperger Bächle | links | Vorlage:08,9 | Vorlage:014,1 | Vorlage:03.828 | Kläranlage vor Lauffener Neckarschlinge | 170<ref group="Z" name="LUBW-HLB" /> |
<references group="Z" />
Siehe auch
Weblinks
Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary
- Wasserführung und Einzugsgebiet auf den Seiten der LUBW
- Reinhard Wolf: Kulturlandschaft des Jahres – Zabergäu, Strom- und Heuchelberg
- Vorlage:GeoQuelle, insbesondere mit den Teilkarten/Layers
- der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)
- „LUBW-FG10“: Fließgewässer 1:10.000
- „LUBW-SG10“: Stehende Gewässer 1:10.000
- „LUBW-GEZG“: Gewässereinzugsgebiete
- der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)
Einzelnachweise
<references />
- Seiten, in denen die maximale Größe eingebundener Vorlagen überschritten ist
- Seiten mit defekten Dateilinks
- Fließgewässer im Landkreis Heilbronn
- Gewässer im Strom- und Heuchelberg
- Geographie (Zaberfeld)
- Geographie (Pfaffenhofen, Württemberg)
- Güglingen
- Geographie (Brackenheim)
- Lauffen am Neckar
- Zaber
- Ersterwähnung 793