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Zählmaß (Maßtheorie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Zählmaß ist in der Mathematik ein spezielles Maß, das Mengen die Anzahl ihrer Elemente zuordnet. Formal lässt sich das Zählmaß auf einem Messraum <math>(\Omega,\mathfrak P(\Omega))</math> definieren, wobei <math>\Omega</math> eine beliebige Menge und <math>\mathfrak P(\Omega)</math> ihre Potenzmenge ist. Ist <math>\Omega</math> eine endliche Menge, so entsteht dabei ein endliches Maß. Es ist genau dann ein σ-endliches Maß, wenn <math>\Omega</math> abzählbar ist.

Definition

Das Zählmaß einer Menge <math>A \subseteq \Omega</math> ist wie folgt definiert:

<math>

\mu(A)=\begin{cases} \vert A \vert & \text{, falls } A \text{ endlich ist,}\\ +\infty & \text{, falls } A \text{ unendlich ist.} \end{cases} </math>

Beispiele

Datei:Zaehlmass.SVG
Integral der Funktion <math>x\mapsto x^2</math> auf dem Intervall <math>[-10,10]</math> bzgl. des Zählmaßes über <math>\Z</math>

Über den natürlichen Zahlen, das heißt dem Messraum <math>(\N,\mathfrak P(\N))</math>, entspricht das Zählmaß der Abbildung

<math>\mu\colon\mathfrak P(\N)\to [0, \infty] \text{, } A\mapsto \sum_{k\in\N} \chi_{A}(k).</math>

Hierbei bezeichnet <math>\chi_A</math> die charakteristische Funktion der Menge <math>A\subseteq\N</math>.

Mit Hilfe des Zählmaßes auf <math>\N</math> lässt sich jede endliche Summe oder unendliche, absolut konvergente Reihe als Lebesgue-Integral darstellen. Insbesondere gilt für jede Abbildung <math>f\colon \N\to\R</math>:

<math>\sum_{k=1}^\infty f(k)</math> konvergiert absolut <math>\Longleftrightarrow</math> <math>f</math> ist integrierbar bzgl. des Zählmaßes auf <math>\mathfrak P(\mathbb N).</math>

In diesem Fall gilt

<math>\int_{\N} f \, \mathrm d\mu = \sum_{k=1}^\infty f(k)</math>.

Literatur

  • Christian Hesse: Angewandte Wahrscheinlichkeitstheorie. Vieweg, Braunschweig u. a. 2003, ISBN 3-528-03183-2, S. 31.
  • Jürgen Elstrodt: Maß- und Integrationstheorie. 4., korrigierte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2005, ISBN 3-540-21390-2, S. 29.