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Ysopblättriger Weiderich

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Ysopblättriger Weiderich
Datei:LythrumHyssopifolia2.jpg

Ysopblättriger Weiderich (Lythrum hyssopifolia)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Weiderichgewächse (Lythraceae)
Tribus: Lythreae
Gattung: Blutweideriche (Lythrum)
Art: Ysopblättriger Weiderich
Wissenschaftlicher Name
Lythrum hyssopifolia
L.

Der Ysopblättrige Weiderich (Lythrum hyssopifolia), auch Ysop-Blutweiderich<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Blutweideriche (Lythrum) innerhalb Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae).

Beschreibung

Datei:Lythrum hyssopifolia sl8.jpg
Habitus
Datei:Lythrum hyssopifolium.jpg
Stängel, Blätter und Blüten
Datei:Lythrum hyssopifolia sl98.jpg
Blüte von der Seite

Vegetative Merkmale

Der Ysopblättrige Weiderich wächst als kleinwüchsige, einjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 30, selten bis zu 60 Zentimetern.<ref name="Hegi1965" /> Der Stängel ist meist aufrecht, an offenen Stellen auch etwas niederliegend, unverzweigt bis stark verzweigt, mehr oder weniger blaugrün gefärbt und gänzlich kahl. Der Stängel besitzt schmale, häutige Längskanten.

Die Stängelblätter sind meist wechselständig (unten oft gegenständig) und sitzend oder kurz gestielt. Die Blattspreiten der Stängelblätter sind bei einer Länge von 5 bis 30 Millimetern sowie einer Breite von 1 bis 7 Millimetern linealisch-lanzettlich. Die unteren Stängelblätter sind meist elliptisch, die mittleren lanzettlich und die oberen oft linealisch.<ref name="Hegi1965" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten besitzen zwei kleine, pfriemliche, bleibende Vorblätter. Die Blüten sitzen einzeln oder meist zu zweien in den Blattwinkeln und sind im mittleren Stängelteil kurz gestielt.

Die zwittrigen Blüten sind leicht zygomorph und vier- bis sechszählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchzähne und die Zwischenzähne sind etwa gleich lang. Die Achsenbecher sind bei einer Länge von 3 bis 4 Millimetern röhren- bis trichterförmig und haben so viele Nerven, wie Kelch- und Zwischenzähne vorhanden sind.<ref name="Hegi1965" /> Die vier bis sechs violettroten Kronblätter sind mit einer Länge von nur 2 bis 3 Millimetern halb so lang wie der Achsenbecher auf dessen Rand sie eingefügt sind.<ref name="Hegi1965" /> Die meist vier bis sechs Staubblätter sind gleich lang und sind etwas unterhalb der Mitte des Achsenbechers eingefügt.<ref name="Hegi1965" /> Der Griffel mit der Narbe erreicht den Rand des Achsenbechers, wird aber später durch die heranwachsende Frucht weiter hochgehoben.<ref name="Hegi1965" />

Die zylindrische Kapselfrucht reißt mit Fruchtklappen auf.<ref name="FloraWeb" /> Die zahlreichen Samen sind hell-bräunlich.<ref name="Hegi1965" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Beim Ysopblättrigen Weiderich handelt es sich um einen helomorphen, mesomorphen Therophyten.<ref name="FloraWeb" /> Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, auch durch Dipteren und Lepidopteren oder als Selbstbestäubung. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt über Wasser.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen und Gefährdung

Der Ysopblättrige Weiderich kommt ursprünglich im gemäßigten und südlichen Europa und im nördlichen und östlichen Afrika und in Australien vor.<ref name="IUCN" /> Östlich dringt er in Asien bis in die Region Altai und den Iran vor. Auch auf den Azoren und den Kanarischen Inseln kommt er vor, doch ist die Ursprünglichkeit auf den Kanaren zweifelhaft.<ref name="Euro+Med" /> In Norwegen sowie Schweden und in Nordamerika ist Lythrum hyssopifolia ein Neophyt.<ref name="IUCN" />

In Mitteleuropa ist er selten bis sehr selten und stark gefährdet, teils „vom Aussterben“ bedroht. Regional ist der Ysopblättrige Weiderich gänzlich verschwunden. Er fehlt unter anderem in den Alpen und in Nordwestdeutschland. Er steigt in Schlesien in Höhenlagen bis zu 450 Metern<ref name="Hegi1965" /> und in Baden-Württemberg in Höhenlagen bis zu 430 Metern auf.<ref name="Philippi1992" />

Datei:LythrumHyssopifolia.jpg
Der Ysopblättrige Weiderich erscheint meist nur unbeständig an einem Wuchsplatz – rasch wird er von kräftigeren Pflanzen wieder verdrängt

Lythrum hyssopifolia wächst in Zwergbinsengesellschaften (Isoeto-Nanojuncetea bufonii) an Ufern, geräumten Gräben, Wegen und Ackerrändern. Bevorzugt werden feuchte oder wechselnasse, nährstoffreiche, oft leicht salzhaltige Lehm- und Tonböden.<ref name="Oberdorfer2001" /> Derartige Standorte besiedelt diese zwergwüchsige Art als Pionierpflanze. Bei fortschreitender Sukzession wird sie von konkurrenzstärkeren Pflanzen rasch verdrängt. Ihre Diasporen können aber sehr lange im Boden überdauern und bei Neuentstehen von Rohbodenflächen (vor allem infolge von Hochwasserereignissen oder durch maschinelle Bodenbearbeitung) plötzlich wieder erscheinen.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 5w+ (überschwemmt, aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Gefährdung

  • Rote Liste Deutschland: Kategorie 2 – „stark gefährdet“
  • Rote Liste Österreich: Kategorie 2 – „stark gefährdet“
  • Rote Liste Schweiz: Kategorie 1 – „vom Aussterben bedroht“.

Taxonomie

Die Erstbeschreibung|Erstveröffentlichung von Lythrum hyssopifolia erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 447. Die Bezeichnung 'Hyssopifolia' hatte Linné von Johann Bauhin übernommen;<ref name="Hegi1965" /> 'Blätter des Ysop' heißt auf Lateinisch 'folia Hyssopi'.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Lythrum hyssopifolia L., Ysop-Blutweiderich. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Lythrum hyssopifolia L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2023.1. Eingestellt von: R. V. Lansdown, 2012. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Philippi1992"> </ref> <ref name="Hegi1965"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 754–756. </ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés (2012+): Lythrum.: Datenblatt Lythrum hyssopifolia In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks