Zum Inhalt springen

Yazganit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Yazganit
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

2003-033<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Yaz<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel
  • Na(Mg,Mn)Fe3+2[AsO4]3·H2O<ref name="Lapis" />
  • NaMgFe3+2(AsO4)3·H2O<ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate, Vanadate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/A.07-025

8.AC.10
38.02.03.10
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe C2/c (Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15<ref name="SarpCerny" />
Gitterparameter a = 12,181(1) Å; b = 12,807(1) Å; c = 6,6391(5) Å
β = 112,441(9)°<ref name="SarpCerny" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="SarpCerny" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 4,18(2); berechnet: 4,182(1)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit keine
Bruch; Tenazität muschelig; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe braun bis fast schwarz
Strichfarbe hellbraun, gelblichgrau<ref name="Handbookofmineralogy" />
Transparenz durchscheinend
Glanz Metallglanz<ref name="SarpCerny" />, Diamantglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,870<ref name="Mindat" />
nβ 1,897<ref name="Mindat" />
nγ 1,900<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,030<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 35°<ref name="Mindat" />

Yazganit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung NaMgFe3+2(AsO4)3·H2O<ref name="IMA-Liste" /> und ist damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Natrium-Magnesium-Eisen-Arsenat. Da bei natürlichen Yazganitproben oft ein Teil des Magnesiums durch Mangan ersetzt (substituiert) ist, wird die Formel in verschiedenen Quellen auch mit Na(Mg,Mn)Fe23+[AsO4]3·H2O<ref name="Lapis" /><ref name="Handbookofmineralogy" /> angegeben.

Yazganit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt entweder einzelne prismatische Kristalle oder Mineral-Aggregate aus miteinander verwachsenen, gut ausgebildeten Kristallen bis etwa 10 mm Größe mit metallischem bis diamantähnlichem Glanz auf den Oberflächen. Das Mineral ist durchscheinend und von brauner bis fast braunschwarzer Farbe. Seine Strichfarbe ist dagegen eher hellbraun bis gelblichgrau.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Yazganit durch den türkischen Geologen Evren Yazgan (* 1943),<ref name="Mindat" /> der Mineralproben am Vulkankomplex Erciyes Dağı in der türkischen Provinz Kayseri sammelte. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Halil Sarp und Radovan Černý, die das Mineral nach seinem Entdecker benannten und ihre Untersuchungsergebnisse sowie den gewählten Namen 2003 bei der International Mineralogical Association (IMA) zur Prüfung einreichten (interne IMA-Nr. 2003-033). Die Publikation der Erstbeschreibung folgte zwei Jahre später im Fachmagazin European Journal of Mineralogy.

Das Typmaterial des Minerals wird in der Mineralogischen Abteilung des Muséum d’histoire naturelle de la Ville de Genève in Genf, Schweiz unter der Katalog-Nr. 478.188 aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Yazganit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/A.07-025. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate [PO4]3−, ohne fremde Anionen“, wo Yazganit zusammen mit Bradaczekit, Johillerit, Nickenichit, O’Danielit, Pharmazinkit und Yurmarinit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/A.07 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Yazganit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen“ zu finden, wo es zusammen mit Alluaudit, Arseniopleit, Bradaczekit, Groatit, Karyinit, Ferroalluaudit, Ferrohagendorfit, Hagendorfit, Johillerit, Maghagendorfit, Manitobait, Nickenichit, O’Danielit und Varulith die „Hagendorfitgruppe“ mit der Systemnummer 8.AC.10 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Yazganit die System- und Mineralnummer 38.02.03.10. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., (A+B2+)5(XO4)3“ in der „Alluaudit-Wyllieitgruppe (Alluaudit-Untergruppe)“, in der auch Ferrohagendorfit, Hagendorfit, Varulith, Maghagendorfit, Ferroalluaudit, Alluaudit, O’Danielit, Johillerit, Nickenichit, Groatit und Manitobait eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Yazganit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15 mit den Gitterparametern a = 12,181(1) Å; b = 12,807(1) Å, c = 6,6391(5) Å und β = 112,441(9) ° sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="SarpCerny" />

Bildung und Fundorte

Yazganit bildete sich hydrothermal in dem an der Fundstelle vorhandenen, vulkanischen Andesit-Gestein. Begleitminerale sind Auripigment, Kassiterit, Hämatit, Magnetit, Realgar und Tridymit.

Yazganit wurde bisher nur an seiner Typlokalität Erciyes Dağı in der Türkei gefunden.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> Yazganite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 131 kB; abgerufen am 2. Juli 2018]). </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Yazganit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mindat – Yazganite (englisch) </ref> <ref name="SarpCerny"> Halil Sarp, Radovan Černý: Yazganite, NaFe3+2(Mg,Mn)(AsO4)·3H2O, a new mineral: its description and crystal structure. In: European Journal of Mineralogy. Band 17, Nr. 2, 2005, S. 367–373, doi:10.1127/0935-1221/2005/0017-0367 (Kurzbeschreibung bei pubs.geoscienceworld.org [abgerufen am 2. Juli 2018]). </ref> <ref name="Webmineral"> Webmineral – Yazganite (englisch) </ref> </references>