Wutai Shan
Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Gebirgsgruppe Vorlage:Tibetischer chinesischer Begriff Der Wutai Shan (Vorlage:Zh), historisch auch Qingliang Shan (Vorlage:Zh) genannt, ist das höchste Gebirgsmassiv im Taihang-Gebirge in Nordchina.
Der Berg ist von großer Bedeutung für den Buddhismus und gilt neben dem Emei Shan, dem Putuo Shan und dem Jiuhua Shan als einer der vier heiligen Berge des Buddhismus im alten China. Im Juni 2009 wurde der Wutai Shan in die Liste des Weltkulturerbes (World Heritage List) der UNESCO aufgenommen.
Geographie
Der Wutai Shan liegt im Nordosten der Provinz Shanxi. Die Gebirgsgruppe umfasst ein Areal von über 260 Quadratkilometern<ref>Damien Keown: Lexikon des Buddhismus. S. 297</ref> und ist nach den „fünf Gipfeln“ um die Ortschaft Taihuai Vorlage:Lang benannt. Der höchste Gipfel ist der 3061 m hohe Nordgipfel (Beitaiding),<ref>Vorlage:Webarchiv In: panoramio.com</ref> der auch der höchste Gipfel in Nordostchina ist. Da die Temperaturen im Sommer im Durchschnitt nur bei etwa 9 °C liegen, wird er auch „kühles Gebirge“ genannt.
Bedeutung für den Buddhismus
Der Wutai-Shan-Gebirgszug gilt als das wichtigste der vier heiligen Gebirge des chinesischen Buddhismus; um Taihuai herum befinden sich zahlreiche Klöster und Tempel. Die Geschichte von Pilgerreisen zum Wutai Shan umfasst ca. 2000 Jahre. Nicht nur chinesische Kaiser reisten mehrfach in das Gebirge, sondern auch Pilger aus Japan, Korea, Indien Tibet oder der Mongolei.<ref>Josef Guter: Lexikon der Götter und Symbole der Alten Chinesen. S. 355</ref> Berühmte Tempel sind unter anderem der Foguang-Tempel und der Nanchan-Tempel mit seiner berühmten Großen Halle, einem der ältesten erhaltenen Bauwerke Chinas.<ref>Patricia Buckley Ebrey: The Cambridge Illustrated History of China. (Vorlage:DeS) Cambridge University Press, 1996, S. 122. (englisch)</ref>
Die Klöster am Wutai Shan waren so bedeutend, dass man Darstellungen von ihnen auf Fresken in Dunhuang fand, in über 1600 Kilometern Entfernung.<ref>Patricia Buckley Ebrey: The Cambridge Illustrated History of China. Cambridge University Press, 1996, S. 123. (englisch)</ref> Eine Vielzahl der Klöster ist dem tibetischen Buddhismus zuzuordnen.
Der 13. Dalai Lama (Thubten Gyatsho) verbrachte 1909 auf seiner Reise nach Peking (Beijing) mehr als ein halbes Jahr am Wutai Shan.<ref>Wang Jiawei, Nyima Gyaincain: The Historical Status of China’s Tibet. China Intercontinental Press, Beijing 1997, S. 100–102. (englisch)
Thomas Laird: The Story of Tibet. Conversation With the Dalai Lama. Grove Press, New York 2007, S. 231. (englisch)</ref>
Residenz des Bodhisattva der Weisheit Manjushri
Der Wutai Shan mit seinen fünf höchsten Gipfeln (auch „Fünf-Finger-Berg“ genannt) gilt bei vielen Buddhisten als Residenz des Bodhisattva Manjushri (Vorlage:Zh). Buddha Shakyamuni soll nach der Überlieferung von Indien aus gelbes Licht zum Berg Wutai Shan ausgestrahlt haben, woraufhin sich dort der Bodhisattva Manjushri, der Herr der Weisheit, manifestierte. Dies geschah, um in der Zukunft die Menschen in China für die Lehren des Buddhismus zu gewinnen. Manjushri soll in Folge die Verbreitung der buddhistischen Lehre in China bewirkt haben.
- Auf dem zentralen Gipfel soll der „jugendliche Manjushri“ seinen Sitz haben,
- auf dem östlichen Gipfel sitzt „Manjushri der Wissenshalter“,
- auf dem südlichen Gipfel soll „Manjushri der Weise“ thronen,
- auf dem westlichen Gipfel thront „Manjushri der Löwe der Rede“ und
- auf dem nördlichen Gipfel soll „Manjushri der Unantastbare“ seinen Sitz haben.
Identifizierung mit Khotan
Die Umgebung des Wutai Shan wird in einigen Quellen auch als das Gebiet Khotan identifiziert. Dieses von Bergen umgebene Tal in China soll ein wichtiger Ort der Verehrung des Bodhisattva Manjushri gewesen sein und zudem einer der wenigen Orte in China, wo Lehren des buddhistischen Tantra zugänglich waren. Khotan soll aber nicht nur ein Lehrzentrum des tantrischen Buddhismus gewesen sein, es waren dort auch die Lehren des Daoismus und des chinesischen Chan-Buddhismus (jap.: Zen), zugänglich.
Tempelanlagen
Historischen Aufzeichnungen zufolge befanden sich im 6. Jahrhundert bereits über 200 Klöster in dem Gebiet, von denen wenige erhalten blieben.<ref>Josef Guter: Lexikon der Götter und Symbole der Alten Chinesen. S. 356</ref> Heutzutage sind 47 wieder aktiv und zugänglich. Zu den wichtigsten gehören:
Nanshan Si – Vorlage:Lang
Der Nanshan-Tempel gehört mit frühester Bauzeit in der Yuan-Dynastie zu den größeren Klosteranlagen im Inneren Wutai Shan. In drei Teile gegliedert erstreckt sie sich über sieben Terrassen. Die drei tiefstgelegenen werden Jile Si (Vorlage:Lang, „Tempel der Höchsten Erbauung“) genannt; die mittlere Terrasse heißt „Halle der Güte und Tugend“ (Vorlage:Lang) und die oberen drei tragen den Namen „Das Land behütender Tempel“ (Vorlage:Lang).
Tayuan Si – Vorlage:Lang
Mit einer 56,4 m hohem weißen Dagoba (Stupa), Da Baita Vorlage:Lang, an deren Seite sich noch ein kleinerer erhebt. In der sich auf der Nordseite erhebenden Klosterbibliothek werden buddhistische Schriften in chinesischer, mongolischer und tibetischer Schrift aufbewahrt.
Andere Tempel- und Klosteranlagen
Innerer Wutai Shan: Shouning Si (Vorlage:Lang), Bishan Si (Vorlage:Lang), Puhua Si (Vorlage:Lang), Dailuo Ding (Vorlage:Lang), Qixian Si (Vorlage:Lang), Shifang Tang (Vorlage:Lang), Shuxiang Si (Vorlage:Lang), Guangzong Si (Vorlage:Lang), Yuanzhao Si (Vorlage:Lang), Guanyin Dong (Vorlage:Lang), Longquan Si (Vorlage:Lang), Luohou Si (Vorlage:Lang), Jinge Si (Vorlage:Lang), Zhenhai Si (Vorlage:Lang), Wanfo Ge (Vorlage:Lang), Guanhai Si (Vorlage:Lang), Zhulin Si (Vorlage:Lang), Jifu Si (Vorlage:Lang) u. a.
Äußerer Wutai Shan: Yanqing Si (Vorlage:Lang), Nanchan Si (Vorlage:Lang), Mimi Si (Vorlage:Lang), Foguang Si (Vorlage:Lang), Yanshan Si (Vorlage:Lang), Zunsheng Si (Vorlage:Lang), Guangji Si (Vorlage:Lang) usw.
Weltkulturerbe
Das Gebiet des Wutai Shan wurde aufgrund mehrerer herausragender Eigenschaften in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Diese sind die lang andauernde, unter gegenseitigem Einfluss der Landschaft und der religiösen Architektur stehende Entwicklung, seine Eigenschaft als außergewöhnliches Zeugnis einer kulturellen Tradition und einer Architektur- und Landschaftsentwicklung, die einen bedeutenden Abschnitt der menschlichen Geschichte abbildet. Ein weiteres herausragendes Merkmal ist die kulturelle und religiöse Bedeutung des Gebietes. Das eingetragene Gebiet besitzt eine Fläche von 18.415 ha, es wird von einer 42.312 ha großen Pufferzone umgeben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Das Dorf Táihuái wurde 2008–13 abgebrochen und verlegt, um die innere Welterbestätte von Siedlungen frei zu machen. Es entstand ein Park. Den entschädigten Bewohnern wurden neue Häuser im 23 km entfernten Jīngǎngkù (Vorlage:Lang) zur Verfügung gestellt.<ref>Shepherd, Robert J.; Faith in heritage: displacement, development, and religious tourism in contemporary China; Walnut Creek, Calif. 2013 (Left Coast Press); ISBN 978-1-61132-073-2; Kap. IV (englisch)</ref>
Siehe auch
Literatur
- Christoph Baumer: Wutai Shan Mittelpunkt des chinesischen Buddhismus. Klöster und Pilger am heiligsten Berg Chinas. Detjen-Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-937597-29-4
- dzNyva-na-shrvi-man, History of Mt. Wutai: the Seat of Manjusri, Qinghai Nationalities Publishing House, Xining, July 1994. ISBN 7-5420-0451-4. (englisch)
- Josef Guter: Lexikon der Götter und Symbole der Alten Chinesen. Marix, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-04-5, S. 355–356
- Damien Keown: Lexikon des Buddhismus. Patmos, Düsseldorf 2005, ISBN 3-491-72488-0, S. 296–297
Weblinks
- Gary Tuttle: Vorlage:Webarchiv (englisch)
- Mount Wutai. Informationen über den Wutai Shan bei der UNESCO (englisch)
Fußnoten und Einzelnachweise
<references />