Wortartwechsel
Wortartwechsel ist in der Grammatik eine Operation, durch die die Wortart eines Ausdrucks (d. h. seine lexikalische Kategorie so wie Verb, Substantiv, Adjektiv) verändert wird. Die Typen von morphologischen Operationen, die dafür hauptsächlich relevant sind, sind Derivation, Konversion und Transposition.
Wortartwechsel durch Derivation
Derivation ist (in einem engen Sinn) definiert als eine Wortbildung durch Affixe. Der Begriff der Derivation bedeutet nicht als solcher einen Wortartwechsel, er ist aber möglich. Hauptsächlich ist es so, dass Derivationsaffixe die Wortart des neugebildeten Wortes bestimmen; sie können dadurch einen Wortartwechsel bewirken, ebenso kann jedoch festgelegt sein, dass das Resultat dieselbe Wortart hat wie die Basis. Eisenberg (2020) schätzt, dass etwa die Hälfte der deutschen Derivationssuffixe keinen Wortartwechsel bewirkt.<ref>Peter Eisenberg: Grundriss der deutschen Grammatik. Das Wort. 5. Auflage. JB Metzler / Springer, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05095-3, elektronische Version doi:10.1007/978-3-476-05096-0. Siehe die Abschnitte „kategorieerhaltende Suffixe“ S. 282f. (auf S. 282 auch die Aussage zum Anteil der kategorieerhaltenden Suffixe), „kategorieverändernde Suffixe“ S. 284ff.</ref>
Wortartwechsel:
Erhaltung der Wortart:
- -lich (Adjektiv → Adjektiv): arm → ärmlich
- -schaft (Substantiv → Substantiv): Genosse → Genossenschaft
Konversion
Anders ist es bei der Konversion, die definiert ist als „Wortartwechsel ohne Beteiligung expliziter Wortbildungselemente“<ref>Vgl. Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 5. Auflage. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02641-5. Lemma: „Konversion“ S. 369.</ref> oder „Ableitung allein durch Wortartwechsel“.<ref>Grammis, Systematische Grammatik: „Konversion“ (abgerufen am 24. April 2026).</ref> Hier ist die Verbindung zum Wortartwechsel also enger, er ist hier ein wesentliches Merkmal.
- Adjektiv → Substantiv: gelb → (das) Gelb
- Verb → Substantiv: sitzen → (das) Sitzen
- Substantiv → Verb: Fett → fett(-en) (= „Fett auftragen“)
Manche Nachschlagewerke behandeln dann sogar Wortartwechsel und Konversion als Synonyme.<ref>Hier ist jeweils Wortartwechsel ein Verweislemma, das als Synonym markiert ist: Stefan Schierholz, Pál Uzonyi (Hrsg.): Grammatik: Formenlehre. (= Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK), 1.1). Walter de Gruyter, Berlin 2022, e-ISBN 978-3-11-070591-1. Ebenso: Peter O. Müller, Susan Olsen (Hrsg.): Wortbildung. (= WSK, 2.2). Walter de Gruyter, Berlin 2022, e-ISBN 978-3-11-070899-8.</ref>
Transposition
Ein Wortartwechsel wird – vorwiegend in der englischsprachigen Fachliteratur – als Transposition bezeichnet, wenn er keinen einfach fassbaren Bedeutungseffekt hat (in der Germanistik hat dieselbe Bezeichnung aber oft die genau gegenteilige Bedeutung).
- Englisches Beispiel:<ref>Rochelle Lieber: The semantics of transposition. In: Morphology. Vol. 25 (2015), doi:10.1007/s11525-015-9261-4, S. 353–369, hier S. 363.</ref> to assassinate a diplomat → the assassination of the diplomat
Weblinks
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Einzelnachweise
<references />