Wollkopf-Kratzdistel
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| Wollkopf-Kratzdistel | ||||||||||||
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| Datei:Cirsium eriophorum01.jpg
Wollkopf-Kratzdistel (Cirsium eriophorum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cirsium eriophorum | ||||||||||||
| (L.) Scop. |
Die Wollkopf-Kratzdistel (Cirsium eriophorum), auch Wollköpfige Kratzdistel, Wolldistel<ref></ref> oder Mönchskrone,<ref name="Pritzel1882" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kratzdisteln (Cirsium) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Bei der Wollkopf-Kratzdistel handelt es sich um eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimeter erreicht. Der kräftige, verzweigte Stängel ist aufrecht und dicht wollig behaart.
Die Laubblätter sind einer grundständigen Rosette und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die steifen Blattspreiten sind lang eiförmig und meist fiederschnittig mit kräftigen, gelben Stacheln. Die Blattränder sind „umgerollt“, die Blattoberseite ist dornig steif behaart und die Blattunterseite ist weißfilzig behaart. Die untersten Laubblätter sind bis zu 80 Zentimeter lang. Die Grundblätter sind gestielt und mehr lanzettlich, tief buchtig fiederspaltig; ihre Blattabschnitte sind in zwei linealische, etwas spreizende, am Grund gelappte und in einen kurze Stachel endigende Zipfel „gespalten“.<ref name="Hegi1987" /> Von den Stängelblättern sind die untersten kurz gestielt, die mittleren und oberen mit spießförmigen Öhrchen halbstängelumfassend sitzend.<ref name="Hegi1987" /> Die mittleren und oberen sind auch tief fiederspaltig mit lanzettlichen, ab und zu zweispaltigen und in einen kurzen gelben Stachel endigenden und fein dornig gewimperten Zipfeln.<ref name="Hegi1987" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Der einzeln stehende, körbchenförmige Blütenstand weist einen Durchmesser von 4 bis 7 Zentimetern auf (die größten der Gattung). Die Hülle ist kugelig und dicht mit spinnwebartigen, wolligen Haaren versehen. Die Hüllblätter sind vor der Spitze deutlich spatelförmig verbreitert und dann in eine lineale starre Spitze auslaufend.<ref name="Hegi1987" /> Ein Blütenkorb enthält viele Röhrenblüten. Die purpurfarbene Kronröhre ist 2,5 bis 4,5 Zentimeter lang. Die Staubblätter sind purpurfarben.
Die glatte und glänzende Achäne weist eine Größe von 3,9 bis 5,4 × 2,0 bis 2,4 × 1,2 bis 1,5 Millimetern auf. Der Pappus besteht aus federartigen weißen 15 bis 33 Millimeter langen Haaren.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Bei der Wollkopf-Kratzdistel handelt es sich um eine hapaxanthe Pflanze.
Die Wollkopf-Kratzdistel ist eine Wirtspflanze vom Rostpilz Puccinia cnici var. crassiuscula.<ref name="Zwetko2000" /> Auch ein Befall von Erysibe cichoriacearum, von Puccinia caricis-frigidae, Puccinia eriophori und Ophiobolus acuminatus wurde beobachtet.<ref name="Hegi1987" /> Zoocecidien werden durch Trypeta terebrans und Urophora eriolepidis hervorgerufen.<ref name="Hegi1987" />
An sonnigen Standorten richtet die Wollkopf-Kratzdistel die hinteren der Blattabschnitte senkrecht auf, während die vorderen Blattabschnitte waagerecht abstehen. Das Palisadenparenchym der aufrecht stehenden Teile besteht aus längeren, chlorophyllreicheren Zellen; während die Palisadenzellen der horizontal stehenden Teile bei gleicher Höhe um ein Drittel kürzer sind.<ref name="Hegi1987" /> Dies ist ein interessanter Fall von Arbeitsteilung der Assimilation innerhalb eines Blattes.<ref name="Hegi1987" />
Vorkommen
Die Wollkopf-Kratzdistel ist von England bis zum Apennin und von den Pyrenäen bis zum nördlichen Balkan und der Türkei verbreitet.<ref name="Euro+Med" />
Die Wollkopf-Kratzdistel gedeiht am besten über Kalk, ist aber auch auf sauren Böden anzutreffen. Typische Standorte sind Wegränder, sonnige und steinige Böden, Weiden und Kahlschläge. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Cirsietum eriophori aus dem Verband Onopordion acanthii.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die Wollkopf-Kratzdistel ist von der Tallage bis in eine Höhenlage von 2300 Metern anzutreffen. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil unterhalb der früheren Noppenhütte bei Elbigenalp bis in eine Höhenlage von 1620 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Sie steigt im Kanton Wallis bis 1880 Meter und in Tirol bis zu einer Höhenlage von 2000 Metern auf.<ref name="Hegi1987" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für Cirsium eriophorum subsp. eriophorum: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Carduus eriophorus durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 2, S. 823. Die Neukombination zu Cirsium eriophorum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Scop. wurde 1771 durch Giovanni Antonio Scopoli in Flora Carniolica Exhibens Plantas Carniolae Indigenas et Distributas ... 2. Auflage. Band 2, S. 130 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Cirsium eriophorum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Scop. sind: Cnicus eriophorus <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Roth, Cirsium chodatii <templatestyles src="Person/styles.css" />Barb.-Gamp., Cirsium dinaricum <templatestyles src="Person/styles.css" />Vandas, Cirsium oviforme <templatestyles src="Person/styles.css" />Gand., Cirsium vandasii <templatestyles src="Person/styles.css" />Petr., Cirsium eriophorum subsp. britannicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Petr., Cirsium eriophorum subsp. chodatii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Barb.-Gamp.) Rivas Mart. & al., Cirsium eriophorum subsp. dinaricum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vandas) Petr., Cirsium eriophorum subsp. velenovskyi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vandas) Petr., Cirsium eriophorum subsp. vulgare <templatestyles src="Person/styles.css" />Petr., Cirsium velenovskyi <templatestyles src="Person/styles.css" />Vandas.<ref name="Euro+Med" />
Cirsium eriophorum gehört zur Sektion Eriolepis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Cass.) Dumort. in der Gattung Cirsium.
Manche Autoren stellen auch Cirsium spathulatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Moretti) Gaudin als Unterart hierher: Cirsium eriophorum subsp. spathulatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Moretti) Ces. Sie kommt in der Schweiz und in Italien vor.<ref name="Euro+Med" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für Cirsium eriophorum subsp. spathulatum: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Nutzung
Der Blütenboden ist wie der der Artischocke essbar.<ref name="Hegi1987" />
Literatur
- R. Tofts: Cirsium eriophorum. In: Journal of Ecology. Band 87, Nr. 3, Juni 1999, S. 529–542, doi:10.1046/j.1365-2745.1999.00369.x
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlora"> Cirsium eriophorum (L.) Scop. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Cirsium eriophorum bei Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 638–639. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 101. (eingescannt). </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 869–873. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage. Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> <ref name="Zwetko2000"> Peter Zwetko: Die Rostpilze Österreichs. Supplement und Wirt-Parasit-Verzeichnis zur 2. Auflage des Catalogus Florae Austriae, III. Teil, Heft 1: Uredinales. 2000, S. 26. [[[:Vorlage:ZOBODAT/URL]] online] (PDF; 1,8 MB) </ref> </references>
Weblinks
- Cirsium eriophorum (L.) Scop., Wollkopf-Kratzdistel. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Wollkopf-Kratzdistel. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Cirsium eriophorum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum
- Thomas Meyer: Kratzdistel Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Datenblatt beim Online Atlas of the British and Irish Flora.
- Datenblatt bei Czech Botany.
- Datenblatt bei Tela Botanica.