Wischnewsky-Flecken
Als Wischnewsky-Flecken werden hämorrhagische Erosionen der Magen- und seltener der Zwölffingerdarmschleimhaut bezeichnet, die bei einer rechtsmedizinischen Obduktion auf einen Tod durch Unterkühlung hinweisen.
Sie wurden im März 1895<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> von dem Kreisarzt aus Tscheboksary, Semjon Matwejewitsch Wischnewski, erstmals beschrieben und nach ihm benannt. Morphologisch zeigen sie sich als kleine, oberflächliche Blutungen der Magenschleimhaut, die einzeln oder in Gruppen auftreten und oval oder rund geformt sind; ihre Farbe reicht von rotbraun bis dunkelbraun. Typischerweise sind sie in der obersten Schicht der Schleimhautfalten lokalisiert, gelegentlich kettenförmig angeordnet, und können eine Größe von bis zu 0,5 × 0,5 cm erreichen.
Makroskopie
Wischnewsky-Flecken fallen im Zuge der Obduktion als schwarze, wenige Millimeter große Verfärbungen der Schleimhaut von Magen und (selten) Zwölffingerdarm auf. Die Farbe ist durch das hämatinisierte Hämoglobin, das mit dem Blut durch die Schleimhautschädigungen austritt, bedingt.
Mikroskopie
Bei mikroskopischer Betrachtung imponieren Wischnewsky-Flecken als keilförmige Nekrosen der Schleimhaut, wobei die Drüsen noch schemenhaft zu erkennen sind. Bei den üblichen Färbungen der Histologie nehmen diese Regionen eine bräunliche Farbe an.
Pathomechanismus
Die Ursache der Wischnewsky-Flecken ist noch nicht im Detail geklärt. Man geht davon aus, dass kältebedingte Einschränkungen der Mikrozirkulation in der Schleimhaut die nekrotischen Veränderungen auslösen.
Literatur
- Madea, Dettmeyer: Basiswissen Rechtsmedizin. Springer, Berlin 2007, ISBN 978-3-540-71428-6.
Einzelnachweise
<references />